Das vergessene Auto
Mir passieren ja ständig die merkwürdigsten Sachen. Irgendwie habe ich ein Talent dafür, in jedes Fettnäpfchen zu treten oder mich gleich mittenrein ins Chaos zu manövrieren. Mal ist es lustig, mal eher der pure Wahnsinn.
Früher habe ich mir dafür oft die schlimmsten Dinge anhören müssen: „Typisch, dass dir wieder so etwas passiert!“ oder „So dumm kann man doch gar nicht sein!“ — und irgendwann habe ich diese Stimmen übernommen. Habe mich klein geredet, mir selbst die Schuld gegeben, an mir gezweifelt.
Seit meiner ADHS-Diagnose weiß ich immerhin: Ich bin, wie ich bin. Das Chaos gehört zu mir. Und manchmal gelingt es mir sogar, darüber zu schmunzeln.
So wie letzte Woche.
Ich war einkaufen fürs Abendessen. Ungewöhnlicherweise mit dem Auto – sonst fahre ich Rad oder gehe zu Fuß. An der Kasse treffe ich meine Nachbarin, wir quatschen, wie man das eben macht. Sie hat keinen Führerschein, also läuft sie ihre Einkäufe heim. Und weil wir so vertieft ins Gespräch sind, laufe ich einfach mit.
Zuhause verabschieden wir uns freundlich, ich helfe ihr sogar noch beim Einräumen. Und dann – peng – fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Mein Auto! Das steht noch brav vor dem Supermarkt und wartet.
Also stapfe ich 20 Minuten zurück. Mit einer Mischung aus Ärger, Scham, Kopfschütteln – und ja, auch Belustigung. Denn als ich endlich im Auto sitze, kann ich nur noch lachen.
Es wird mit mir definitiv nie langweilig. Und mal ehrlich: lieber ein paar Lacher mehr im Leben als diese scheinbar perfekten, durchgetakteten Tage der „Normalos“. Das ist doch ein kleiner Trost.