Genau das ist der Punkt, der mir auch am meisten zugesetzt hat. Du sollst nicht wachsen und eine nachhaltig stützende Kraft werden, sondern ausgebeutet und dann weggeworfen werden. Es ist so kurzsichtig und dumm, tut einfach nur Weh.
Mir persönlich geht’s gesundheitlich noch relativ gut, aber wenn ich ambulant irgendwo bin, z.B. auch mal beim Psychiater oder so, sehe ich da auch immer wieder Patienten, die kurz vorm Zusammenklappen sind. Und gleichzeitig die komplett überlasteten MFA mit den klingelnden Telefonen. So ein junges Mädel war total neben der Spur, hatte aber keine Überweisung und irgendwelchen anderen Kram vom Hausarzt dabei. Das arme Ding war so durcheinander, am liebsten hätte ich sie aus Mitleid in den Arm genommen. Stattdessen wurde über Papierkram diskutiert und sie schlich sich hinaus.
Zu spüren bekommen hatte ich das Desaster aber z.B., als ich die heftige Gehörgangsentzündung hatte und es fast ein Ding der Unmöglichkeit war, einen halbwegs schnellen HNO-Termin zu bekommen. Überall abgewimmelt, obwohl der Scheiß dringend behandelt werden musste. Hausarzt hat mir dann dabei geholfen. Ich bin echt niemand, der wegen Erkältung oder so zum Arzt muss, aber in dem Fall war es wirklich akut.
Ehrlich gesagt frage ich mich, ob es noch Sinn für euch macht, unter diesen Voraussetzungen weiterzukämpfen. Auch wenn nach einem Streik der Pflegekräfte ab und zu etwas mehr Geld ausgeschüttet wird, löst das nicht eure systemischen Probleme. Vielleicht muss es richtig knallen, damit evtl. ein Umdenken stattfindet.
Im Wut-Thread hattest du ja gefragt, wo du besser aufgehoben wärest. EDV unterrichten … Es soll gar nicht mal so schwierig sein, an eine Professur an einer FH zu gelangen. Volkshochschule wäre vielleicht auch eine Möglichkeit.