Diagnose AD(H)S

Hallo Zusammen

Ich bin auf dieses tolle Forum gestossen und habe hier ein bisschen quergelesen und möchte gerne meine jetztige Situation einmal beschreiben da ich Mühe habe, den richtigen Weg bei meiner Diagnose ei nzuschlagen.

Mein Name ist Beni und ich bin anfangs 30ig.

Das ganze hat angefangen, da ich seit 8 Jahren an chronischen Nackenverspannungen leide. Durch die Verspannungen am Nacken schmerzen diese zwei Migränestränge am Hinterkopf die in den Schädel verlaufen und lösen starke Migräne aus. Einseitige sowie auch beidseitig.

Untersuchungen hatte ich so gut wie alles durch… ich war bei jeglichen Ärzten und es wurde eine körperliche Ursache ausgeschlossen. Der letzte weg war daher einen mehrwöchigen Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik. Da hatte ich zum ersten mal eine Psychologin. Die wollte mit mir einen ADHS Vortest machen (Fragebogen) Die Auswertung bei dem Test war dann eine Neigung zu ADHS und sie gab mir eine Adresse an, wo ich eine richtige Abklärung machen kann, falls es mich im täglichen leben belastet.

Villeicht zu meiner Person und meinen Symptomen.

Ich habe eine ständige Unruhe in meinem Kopf, ein Gedankenkarusell.

Ich kann nur sehr schwer abschalten. Ich bin ständig unter Stress in meinen Gedanken, dass fängt am Morgen beim Aufwachen an… es fängt im Kopf an zu triggern was ich den alles erledigen muss.

Ich würde mich als perfektionist beschreiben.

Ich schaue zuerst dass es den anderen gut geht, bevor ich auf mich schaue.

Ich kann mich aber schlecht bei Gesprächen fokusieren und jemandem zuhören.

ich versuche oft, 3 sachen gleichzeitig zu mache.

Wenn mich etwas interessiert, dann bin ich so fokusiert auf diese eine Sache, dass ich dann tagelang nichts mehr anderes mache. Und dann plötzlich nach einer gewissen Zeit ist das interesse an dem, was mich wochenlang so sehr interessiert hat plötzlich weg.

Wenn ich mit anderen Leuten spreche oder Leute beobachte, dann fallen mir gewisse Dinge an diesen Personen auf, die sonst niemand bemerkte… ist schwer zu beschreiben aber da wird wie alles analysiert… Ich bemerke am Verhalten der Personen gleich was da abgeht und was der möchte… was mein Umfeld nicht bemerkt.

Ich bin am Tag extrem müde und erschöpft obwohl ich im Durchschnitt 7 Stunden schlafe.

Ich habe das Gefühl, ich habe eine Dysphorie bei inaktivität. Wenn ich arbeite oder mich beschäftige, geht es mir gut aber sobald ich rumsitze etc… kommt eine „depressive“ Stimmung auf. Traurigkeit, Ahnungslosigkeit aber keine richtige Depression mit irgendwelchen Suizidgedanken oderso… wenn ich dann wieder eine Beschäftigung habe… geht es mir wieder gut.

Ich arbeite sehr gerne und freue mich immer auf das Wochenende, wenn das Wochenende aber dann da ist und ich nichts zu tun habe, kommt wieder diese Dysphorie hoch.

Ich habe eine starke Antriebslosigkeit und habe grosse Mühe, bei Entscheidungen… nur schon wenn meine Frau mich fragt, was willst du heute Essen kann ich das nur sehr schwer beantworten. Es gehen mir dann 1000 Gedanken durch den Kopf und ich bin nurnoch dabei alles zu analysieren und habe am schluss irgendwie doch keine Antwort.

Ich bin nicht hyperaktiv, kann mich wirklich mit ruhigen Sachen beschäftigen aber im Kopf da rattert es…

Beurflich bin ich sehr erfolgreich, habe einen guten Job, eine Tochter und eine Frau… es geht uns wirklich gut. Obwohl ich diese oben beschriebenen Symptome habe, habe ich eigentlich bis anhin alles im Leben erreicht, was ich erreichen wollte… es war sehr anstrengend aber es hat geklappt… wie gesagt, vor dieser Diagnose hätte ich niemals an ein ADHS gedacht… ich habe das ganze so wie ich das empfunden habe als normal eingestuft.

Aufgrund meiner ständigen Anspannung hat mir meine Paychologin dann Wellbutrin verschrieben. Bei diesen Medikament hatte ich das Gefühl ganz wenig bis gar nichts zu spüren… hatte das 1 Jahr lang genommen. Im Januar hatte ich dann den Schritt gewagt und bei einem Spezialisten eine ADHS Abklärung gemacht… Resultat war ja, ADHS aber jetzt nicht extrem aber vorhanden.

Ich habe dann angefangen, Concerta 36 mg zu nehmen… die Wirkung war da und ich hatte plötzlich diesen Gedankensturm nicht mehr… es wurde wie ruhig in meinem Kopf… ich konnte mich richtig gut fokusieren und ich fühlte mich wohl… so habe ich das Leben bis anhin noch nie erlebt. :slight_smile:

Einen Monat später war ich dann zur Kontrolle nochmals da und ich habe berichtet, dass ich das Gefühl habe, dass die Wirkung so gegen Mittag bereits nachlässt. Also bekam ich noch zusätzlich 18 mg Concerta für Mittag.

Was mir bei diesem Medikament auffiel ist… das es von Zeit zu zeit plötzlich wieder kurz „stark“ wurde und da war ich zum teil fast ein bisschen überfordert und dann ging es dann wieder. Auch war ich nicht mehr müde…

beim letzten Gespräch letzte Woche habe ich meine Erfahrungen wieder geschildert, aber mein Arzt hat gesagt, es geht zwar in die richtige Richtung aber er sei von der Wirkung noch nicht ganz überzogen, dass geht besser. Er hat mir angeboten, dass ich Elvanse 30mg mal testen könnte… da ist der Wirkmechanismus ein bisschen anders aber er hat gute Erfahrungen mit diesen Medikament bei seinen Patienten gemacht.

Nun habe ich das die letzten 3 Tage getestet und muss sagen ja, die Wirkung ist definitiv da, die Wirkung ich gleichmässig und nicht plötzlich dieser „Kick“… und die Wirkung hält wenn ich das um 07:30 nehme bis ca 17:00 Uhr und danach merke ich das Medikament nicht mehr aktiv aber das Schlafen fällt mir schwer… das klappt erst so um 24:00 Uhr… was ich aber bemerkt habe ist, dass ich teilweise am Nachmittag so gefühlslos und emotionslos werde… so eine art „dumpf“ bin zwar fokusiert aber recht zurückgezogen… hat das jemand von euch auch mal erlebt? dass hatte ich übrigens auch beim Concerta aber nicht so stark.

Auch ist meine Migräne mit dem Medikament viel besser und diese Anspannung im Körper ist wie weg…

Das Medikament hilft eigentlich recht gut und es geht mir wirklich gut bis auf das Schlafen und diese Problematik am Nachmittag… kann es sein, dass das mit der Zeit weg geht?

Ich habe zur Zeit einfach noch mühe, diese Diagnose zu akzeptieren da ich im Internet auch oftmals andere Symptome bei ADHS lese aber wiederrum die Medikamente funktionieren… Alles das, was ich in der Vergangenheit alleine hingekriegt habe geht plötzlich noch leichter…

Habe ich wirklich ADS oder ist es etwas anderes? Was mir auch bisschen sorgen bereitet ist halt, ich habe vom Arzt für Concerta und Elvanse je ein ärztlicher Attest bekommen, dass ich Therapiert werde mit diesem Medikament und das meine Fahreignung gegeben ist.

Trotzdem mache ich mir sorgen bei einer Kontrolle…

Ich habe mich wirklich noch nicht ganz mit dem Thema abgefunden… Elvanse hilft mir wirklich aber ich habe mit mir selbst mühe, dass ich das jeden Tag nehmen soll… obwohls mir wirklich viel besser geht. Auch mache ich mir Gedanken da ich ohne Medikamente immer sehr müde bin und nun mit Elvanse nicht mehr an Müdigkeit zu denken ist, dass ich dadurch irgendwie meinen Körper so sehr belaste und ich das nicht mehr merke…

Auch frage ich mich ständig… erlebe ich mit Elvanse das leben so… wie Leute es ohne AD(H)S erleben?? diese Ruhe in Kopf… dieses nicht müde sein?

Oder ist es das Medikament das mir etwas vorspielt? Ich glaube eben, dass auch der Inhaltsstoff von Elvanse bei meinen Gedanken Probleme macht da mann es als Droge kennt… ich möchte da aber einen anderen Blickwinkel haben…

Eventuell kann mir jemand von euch helfen ob ihr das ähnlich erlebt habt oder was meine Symptome euch sagen?

Momentan kämpfe ich noch mit mir selber und dem Medikament und weiss nicht so recht, was ich machen soll…

Grüsse
Beni

3 „Gefällt mir“

Lieber New,

herzlich willkommen!

Ich glaube, es gehen viele Betroffene durch diese Phase. Ich eher nicht, weil bevor ich meine Diagnose und die Medikamente bekam, konnte ich bereits bei meinem großen Sohn beobachten, wie gut ihm das tut.

Was das Fahren angeht mach dir mal keine Sorgen. Es gibt viele Hunderttausend Erwachsene auf der Welt, die Stimulanzien nehmen und Auto fahren. Und zwar besser als vorher. Im Übrigen musst du (und solltest du) niemand bei einer Verkehrskontrolle erzählen dass du es nimmst.

1 „Gefällt mir“

Willkommen! :slightly_smiling_face:

Jepp. Man muss damit nicht hausieren fahren.
Wenn du in eine Kontrolle geratest und man dich fragt, ob du Drogen konsumierst, kannst du ganz klar antworten „Nein“.
Eine Urinprobe muss du nicht angeben, das kannst ablehnen und wenn einer gefordert wird, geht das nur mit richterlichem Beschluss. Dem Amtsarzt, der das durchführen soll, kannst du dann darüber aufklären, dass du auf ärtzliche Anweisung dieses Medikament nimmst und legst ihm das vor.
Andernfalls dürfen die keine Urinprobe oder so verlagen, wenn kein Verdacht bestehen sollte.
Warum „Nein“?
Weil du keine Drogen nimmst, sondern Medikamente :wink:

Drogen werden Medikamente erst, wenn die nicht im therapeutischen Sinne angewendet werden. Sprich Missbrauch. Weil dann nutzt du es ja für andere Zwecke und nicht dafür, dich zu therapieren.

Wäre ja ziemlich irrsinnig jedem ADHS-Betroffenen unter zu schieben, er nähme Drogen, oder jedem Krebskranken zu sagen, er nähme Drogen, wenn er opiathaltige Schmerzmittel bekommt.

Also, nein. Keine Droge. Medikamente.

Vielleicht hilft dir das auch ein bisschen in der Selbstfindung und Differenzierung der Begrifflichkeiten.

Ich hatte auch erst so den Gedanken: „Boah… uff Amfetamine. Kennt man ja eher von Speed und so.“
Als ich dann ein paar Tage Elvanse nahm, dachte ich mir so: „Eigentlich… muss man jede Substanz an sich ja erstmal neutral betrachten. Erst die zielgerechte Anwendung dessen macht eine Substanz entweder zum therapeutischen Medikament, oder zu einer wirklich harten Droge, wie Speed oder Ectasy.“

Und damit hatte ich eigentlich meine Antwort schon. Ich nehme es im therapeutischen Sinne, wie es vorgeschrieben ist. Sonst wäre es Missbrauch und damit eine Droge.

Also manchmal muss man Dinge einfach differenzierter betrachten. Manchmal scheint das nicht einleuchtend, aber da kommt ebenso auch die Psychoedukation und Selbshilfe ins Spiel. Die kann einem dabei enorm helfen, Dinge anders und differenzierter zu betrachten.

Ich habe seit meiner Diagnose enorm viel über mich, über ADHS und alles drum herum erfahren und das ist richtig hilfreich. Insofern scheu dich nicht fragen zu stellen, dich auszutauschen und deine Erfahrungen zum Besten zu geben.

:wink:

2 „Gefällt mir“

Ja, das frage ich mich auch manchmal - obwohl ich Methylphenidat seit fast 20 Jahren nehme. Das Ausgeglichensein und die Gelassenheit sind großartig, aber ich sehe das Gegenteil bei vielen Leuten, bei denen ich ansonsten gar nicht unbedingt ADHS vermute.

Dennoch würde ich es ablehnen zu denken, ich führe mir einen Stoff zu, der mir einen unfairen Vorteil verschafft. Denn meine Verpeiltheit und Impulsivität sind eben nicht normal, was ich erst so richtig bemerkt habe seit ich Medikamente nehme.

1 „Gefällt mir“

Das Medikament gleicht einen Mangel aus. Du bekommst dadurch einen Nachteilsausgleich, keinen Vorteil und kein Vorspielen.

Ich habe mein Psychiaterin gefragt, ob ich mir diese zusätzliche Energie, die mir das Medikinet verschafft, von mir selbst borge, ob ich damit über meine Grenzen gehe, ohne es zu merken und quasi Antrieb verbrauche, der dann zukünftig fehlen würde.

Die Antwort war: Nein, das Medikament gleicht aus, was fehlt.

Ich habe mich auch oft gefragt, ob die anderen Leute eigentlich wissen, wie viel schwerer es sein kann, einfach nur zu funktionieren. Wie gut sie es haben. War etwas neidisch.
Aber man kann es ja nicht ändern.

1 „Gefällt mir“

Hallo Zusammen

Danke euch für diese super Antworten… das hat mir wirklich weitergeholfen und meine Bedenken genommen.

Ich bin aus der Schweiz, ich glaube wir können einen Urintest nicht verweigern. Wird denn Elvanse auch bei einem Speicheltest positiv angezeigt.

Warum ich meine Bedenken so geäussert habe hat einen Grund und zwar wurde ich vor ungefähr 11 Jahren am Abend bei einer Polizeikontrolle verhaftet und 24h in U-Haft gesteckt da in der Nähe etwas passiert ist und meine Jeans auf die Täterbeschreibung passte. Ich war natürlich unschuldig aber man muss sich vorstellen, man wird aus dem nichts als unschuldiger verhaftet und in eine Zelle gesperrt… das war hard… ich wusste nicht warum und weshalb… es wurde nur immer gesagt ich solle es zugeben… seit da an wurde ich zum Glück nie mehr von der Polizei angehalten aber jedesmal wenn ich an einer Polizeikontrolle vorbeifahre, krieg ich solch einen Schockmoment und meine Nackenmuskeln verspannen sich und lösen gleich Migräne aus… ich weiss nicht wie ich reagieren würde, sollte ich doch mal angehalten werden… mache mir aber sorgen das die da was merken und sich denken, was ist den mit dem los?.. :see_no_evil:

zweite Frage, was löst Koffein bzw. Kaffee aus, wenn ich erst mit Elvanse angefangen habe und viel Kaffee trinke? Heute hatte ich das Gefühl, dass ich das Medikament nicht so stark gemerkt habe wie die Tage davor… habe aber auch nicht viel Kaffee getrunken… habe da nur die letzten Tage in diesem Forum was gelesen das man nicht Kaffee trinken sollte? Ich merke aber von Kaffee oder Energie Drinks keine Wirkung.

Aber wie gesagt war heute die Wirkung bisschen „ruhiger“… diese Euphorie am anfang war nicht da, musste um 15:00 Uhr bereits gähnen :yawning_face: aber fühlte mich nicht müde aber das gähnen kam so 4-5 mal… auch hatte ich heute Nachmittag dieses im Anfangspost beschriebene Gefühl der leere und der zurückhaltung nicht… was ich super fand… es schlich einfach so langsam aus… warum das nun plötzlich so war weiss ich nicht… evt hat jemand von euch eine Idee?

@Katz genau das war auch meine Frage, danke dafür… genau das Bedenken der „Überlastung“ hatte ich da ich meinen Körper so „wach“ nicht kenne.

Hallo Zusammen

Mir sind da noch weitere Fragen aufgekommen und ich hoffe ihr könnt mir da helfen.

Ich nehme nun Elvanse (30mg) bereits seit 2.5 Wochen und habe momentan gerade Urlaub. Was mir auffiel ist, dass wenn ich das Medikament bei der Arbeit nehme (Bürojob) ich die Wirkung viel stärker wahrnehme und auch mehr in einen Hyperfokus komme als an freien Tagen wenn ich auf der Couch bin oder unterwegs bin. Ich kann mir nicht erklären wieso dass dies so ist, habt ihr das auch?

Ich werde ende April einen Kontrolltermin bei meinem Psychiater haben. Wir sind von Methylphenidat Sandoz 36mg morgens 18mg (Ist ein Generika von Concerta) Mittags auf Elvanse umgestiegen da mein Psychiater meinte, die Wirkung von Methylphenidat Sandoz ist da und es geht in die richtige Richtung aber das geht noch besser. Auch wollten wir Elvanse versuchen, da die Wirkung bei Elvanse gleichmässiger und länger hält.

Bei Elvanse habe ich das Gefühl, es wirkt gut, gleichmässig und schleicht sich aus so wie in meinem Anfangspost beschrieben, merke aber, wie die Wirkung um ca 15:00 Uhr nachlässt. Das dürfte noch einen Ticken länger halten. :slight_smile:

Bei uns gibt es nur 1 Elvanse und nicht noch ein Elvanse Adult. Somit ist die Dossierung in 10mg Schritten erhältlich von 20mg - 70mg.

Momentan nehme ich ja 30mg, die Frage ist halt, wenn ich auf 40mg erhöhen würde, würde es länger wirken aber auch stärker oder?

Ich merke momentan halt trotz Medikament vor allem am Nachmittag, dass der Antrieb wieder wegfällt, mich aufzuraffen, zu motivieren… habe nun eine Woche Urlaub und habe Angst, das diese Antriebslosigkeit wieder meinen Urlaub versaut…

Ich weiss momentan echt noch nicht, was das richtige für mich ist, ob Elvanse oder Methylphenidat obwohl ich die Wirkung bei Elvanse für angenehmer empfinde. Mit der Dosis komme ich auch noch nicht so klar… ist echt nicht einfach dieses Eindosieren.

Wäre cool wenn jemand meine Fragen beantworten könnte.

Ich wünsche euch schöne Ostern.

Muss jetzt nochmal nachhaken- du hast vorher morgens und mittags concerta genommen?

Was war damit noch nicht gut? Was sollte besser werden und wie hast du die Wirkung konkret mit Concerta und jetzt mit Elvanse erlebt?

Die Wirkdauer von 2x Concerta sollte auf jeden Fall länger sein als 1x Elvanse.

Eine Einzeldosis Concerta wirkt ja normalerweise 8-10 Stunden.

Wie viel schläfst du?

Hallo Justine

Genau, ich habe das Concerta Generika genommen. Ganz am Anfang mit 18 mg angefangen und dann auf 36 mg Dosiert. Nach ca. 2 Wochen hatte ich meinen Arzt angerufen da die Wirkung mit 36 mg Concerta bereits kurz nach dem Mittag abflachte. Darauf hin hat er mir gesagt, dass ich am Mittag nochmals 18 mg nehmen soll. Also 36-18-0. Bei meinem Termin vor 2.5 Wochen meinte er, dass die Wirkung zwar da ist, aber noch nicht optimal ist. Ich habe ihm auch geschildert, dass ich zwischendurch beim Concerta Generika immer wieder solch stärkere „Wirkungsschübe“ um ca. 10:00 Uhr und 13:00 Uhr erlebt habe. Aus diesem Grund hat er mir zum testen mal Elvanse 30 mg verschrieben und ich sollte mal den Wirkungsunterschied zwischen den beiden Medikamenten spüren. Er meinte er hätte bei vielen seiner Patienten mit dem Elvanse Wirkstoff eine bessere Erfahrung gemacht. Weil das Medikament länger wirke und die Wirkung konstant über den ganzen Tag sei.

Ich schlafe ungefähr 7 Stunden pro Nacht.

Viele Grüsse

Das tun die meisten ADHSler nicht so - aber in Kombination mit den Stimulanzien verändert sich die Wirkung des Koffeins - du kannst dann beide Wirkungen jedoch nicht differenzieren. Das könnte zum Beispiel auch die Wirkungseinbrüche erklären.

Wenn du vom Kaffee ohnehin keine Wirkung verspürst - lass ihn mal vorübergehend weg.

Genau - beides sollte der Fall sein. Das musst du ausprobieren.

Danke für den Tipp, werde ich mal weglassen. Hast du auch eine Idee warum ich das Medikament bei der Arbeit stärker wahrnehme als in der Freizeit / Urlaub?

Nicht wirklich - ich habe auch von mir selbst ne andere Wahrnehmung während der Arbeit - also vor allem was den Antrieb angeht. Stimmung auch. Also auch ohne Medikamente.

Bin bei der Arbeit recht aktiv weil viel Stimulation von außen kommt - das macht ja was. Zuhause muss ich mich selbst strukturieren.

Bewegung/Essen/ Schlaf - Stress! Auch positiver - spielt alles mit rein.

Andere Kaffeebohnen? :joy:

1 „Gefällt mir“

Oke, ja klar ist das Medikament nicht die Lösung für alles und man ist Sorgenfrei :slight_smile:

Ja Stress habe ich halt sehr sehr viel, dass hat sich auch extrem angestaut über die letzten Jahre.

Die Kaffeebohnen sind schon neu :stuck_out_tongue:

Zum Thema „Dysphorie bei Inaktivität“

gerade gehört und interessant gefunden:

https://youtube.com/clip/UgkxOLH5ZRc3r2PleszFvCDimtLtBvzKXxHX

Drumherum am besten noch ein bisschen von dem Kontext anhören :sweat_smile:

Man kann wohl immer nur Clips von 60 Sekunden generieren. Aber immerhin.

1 „Gefällt mir“

Danke für das Video, war sehr spannend :slight_smile:

1 „Gefällt mir“

Ja, fand ich auch.

Am besten den ADHS Partner schon mal ne Woche vorher in den Urlaub schicken :rofl: bis der sich abreagiert hat :rofl::rofl:

Nicht auszuhalten sonst.

Da musste ich auch schmunzeln… genau meine Situation aber halt mit der Antriebslosigkeit… habe diese Woche Urlaub aber diese Antriebslosigkeit frisst mich auf… sowas habe ich nicht bei der Arbeit… dass ist genau diese Dysphorie bei Inaktivität die ich verspüre und das belastet mich sehr.

Hallo zusammen

Ohne nun extra einen neuen Thread eröffnen zu wollen möchte ich meine bis anhin gesammelten Erfahrungen teilen. Ich habe das Gefühl, dass ich mich momentan im Kreis drehe und weiss nicht so ganz weiter.

Das Concerta hatte bei mir ja gewirkt und ich habe zum Schluss 36-18-0 genommen. Danach sind wir auf Elvanse gewechselt. Da waren die 30mg gut und die Wirkung war auch sanfter. Wir haben vor 2 Wochen, da die Dauer bei Einnahme um 07:30 und Wirkungseintritt um ca. 08:30-08:45 bis ca. 14:00 -14:30 Uhr gehalten hat auf 50mg Elvanse erhöht.

Ich fragte meinen Arzt ob die 50mg nun auch stärker sind oder einfach länger halten. Da meinte er, 50mg sind nich stärker als 30mg die Wirkdauer verlängert sich einfach. Das ist wie eine Dampflocke wo man Kohle einwerft, sie wird nicht schneller, aber sie fährt weiter.

Daraufhin hatte ich auch das Gefühl, dass ich die 50mg nicht als stärker empfinde, aber die Dauer geht nun bis ca 15:00 - 16:00 Uhr… Also ab Einnahme um 07:30 Uhr ca. 7-8 Stunden.

Was mir aber fehlt, ist der Antrieb… ich funktioniere zwar, das Medikament wirkt im hintergrund und die Wirkung von 09:00 - ca 11:30 Uhr ist auch echt gut… Bin meistens auch motiviert und gesprächig… ab ca. 11:30 werde ich aber recht zurückhaltend… ich funktioniere noch gut aber werde irgendwie mega emotionslos, antrieb weg, Stimmungsschwankung, gereizt und das belastet mich…

Ich kann nicht mehr genau sagen, wie dies bei Concerta war.

Ich habe in 2 Wochen einen erneuten Termin bei meinem Arzt. Er wird bald in Pension gehen und möchte mich dann eigentlich an meinen Hausarzt für die Medikamentenabgabe überweisen. Die Praxis wird eine nachfolgende Psychiaterin übernehmen. Mein Hausarzt wird keine Dosisanpassung machen können oder Veränderungen vornehmen… Daher wäre es mir lieber, wenn ich bei der folgenden Psychiaterin in Behandlung sein könnte.

Ich weiss nun nicht so recht, was ich machen soll… Ich fühle mich unter Druck, da man mich abgeben möchte, ich aber das Gefühl habe, noch nicht die richtige Dosis / Medikament gefunden zu haben… bei uns gilt Elvanse als 2 Therapieversuch wenn Methylphenidat nicht den gewünschten Erfolg bringt und der Arzt muss bei der Krankenkasse einen Antrag stellen. Ich frage mich auch, wenn dieser angenommen wird, ob ich dann nicht mehr zurück zu Methylphenidat kann?

Aufmerksam auf die ADHS Problematik wurde ich ja in der REHA von der Psychologin… ein Familienmitglied das auch ADHS hat, hatte mich auch mehrmals drauf hingewiesen. Ganz am Anfang vor der Abklärung bekam ich testweise von ihm mal 10mg Ritalin LA. Diese haben auch gut gewirkt und ich hatte mit 10-10-0 eine gute Wirkung. Auch nach der Diagnose von ADHS und der Verschreibung von Concerta hatte ich immer das Gefühl, die Wirkung von dem Ritalin 10mg war besser… Als ich letztens den Wirkunterschied von Elvanse 30mg und Ritalin 10mg nochmals testen wollte, hatte ich aber von Ritalin 10mg nicht mehr soviel gespürt wie ganz am Anfang…

Sorry für den langen text aber ich bin momentan echt verzweifelt und dieses Forum ist das einzige, wo ich mich austauschen kann und Leute haben, die sich wirklich auskennen.

Haben die verschiedenen Methylphenidat Marken obwohl es den gleichen Wirkstoff hat unterschiedliche Wirkungen?

Ich weiss echt nicht welches Medikament für mich das beste ist. Ob Elvanse oder Concerta? Oder müsste ich zum vergleich auch mal Medikinet oder doch Ritalin versuchen? Mein Arzt der hört wie gesagt bald auf und mir ging das ganze irgendwie obwohl es nun bereits 3 Monate seit Diagnose sind irgendwie zu schnell… Ich hätte eigentlich kein Problem ein Medikament zu nehmen, dass ich mehrmals täglich nehmen muss. Ich wünsche mir aber, dass ich halt über den Tag hinaus die gleiche Wirkung verspüre und nicht am morgen relativ gut und am Nachmittag werde ich so emotionslos und zurückhaltend… Dann lieber ein Medikament das nur 4 Stunden bei einmaliger Einnahme wirkt aber dafür halt gut. Wenn ich dann nochmals um Mittag eines nehme aber wieder die gleiche Wirkung habe…

Ich lese wirklich viel in diesem Forum mit und lerne auch viel… aber jeder ist individuell und anderst. Auch finde ich bereits 50mg Elvanse ziemlich viel wenn ich lese das einige mit 2.5 - 20mg über 12 Stunden auskomme…

Ich habe nun 30 Jahre ohne Medikamente gelebt und sehr viel erreicht im Leben… aber das Medikament hat mir gezeigt, dass es als ADHS betroffener mittels Medikation viel einfacher ist… Was mir vorallem fehlt ist der Antrieb und die Freude… ich habe keine Depressionen, aber eine Dysphorie bei inaktivität und ich hab das Gefühl da hilft auch Elvanse nicht…

Es ist wirklich schwer mein Empfinden zu beschreiben aber ich weiss nicht was ich beim nächsten Termin dem Arzt sagen soll?

Ob ich es doch nochmals mit einem anderen Methylphenidat probieren darf oder Elvanse von 50mg auf 60mg steigern… bin bisschen lost… :disappointed:

Viele Grüße und sorry für den langen Text…

Probiert doch mal Elvanse 30 morgens, 20 mittags.
Es ist besser 2 Dosen zu nehmen um die Wirkung zu verlängern, anstatt nur eine Dosis zu erhöhen.