Diagnose ADHS mit 49

auch bei mir kam die Diagnose recht spät mit 49 Jahren. Habe vor 4 Wochen mit Elvanse begonnen, bin momentan bei 30mg, werde aber wohl auf 40 oder 50 mg müssen. Die ersten 6 bis 8 Stunden sind Super, dann kommt der Rebound und zieht mir den Boden unter den Füssen weg, nicht jeden Tag, aber mehrmals die Woche.

An den schlechten Tagen bin ich dann extrem Grüblerisch, schlecht gelaunt und unzufrieden.

Zuvor 15 Jahre auf Angststörung und Depressionen behandelt worden mit geringem Erfolg, sehr sehr viele SSRI und SNRI ausprobiert, bis endlich einer Therapeutin aufgefallen ist das dort ADHS hinterstecken könnte. Test bei Psychaterin gemacht, Positiv.

Erste Elvanse genommen….zack, gesund….

Wäre das früher ans Licht gekommen, wäre mein Leben anders verlaufen.

Jetzt muss ich nur noch die richtige Dosis finden um den Rebound abzumildern.

Hatte darüber nachgedacht nachmittags noch Attentin zu nehmen, soll aber nicht so einfach sein es zu bekommen ist wohl nicht für Erwachsene zu verschreiben. Eine zweite Dosis Elvanse am Nachmittag würde mir den Schlaf rauben, also muss ich wohl morgens mehr nehmen, wobei sich mir nicht erschliesst wie sich dadurch der Wirkspiegel verlängern soll, er erhöht sich doch nur zum Zeitpunkt der Einnahme, oder habe ich da einen Denkfehler ?

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Hallo nice,
was für ein Erfolg!!

Das ist eine Annahme von dir → Ausprobieren über mehrere Tage (wegen steady-state mind. 5 Tage).

Du hast recht mit deiner Skespis

Die hinter dieser Empfehlung liegende Logik ist: höhere Dosis = längere Wirkstofffreisetzung.
Dafür gibt es aber meines Wissens nach keine wissenschaftlichen Belege, nur Erfahrungswerte von Patienten. Vermutlich, weil bei einer höheren Spitzenkonzentration der Moment, in dem der Wirkspiegel unter die therapeutisch wirksame Schwelle fällt, zeitlich leicht nach hinten verschoben ist.
Sinnvoller wäre ein Dosis-Splitting, z.B. 30mg morgens, 20 mg nach ca 5h. Das wird von so manchem hier im Forum praktiziert.

Viel Erfolg beim Ausprobieren und Erfahrungen sammeln :four_leaf_clover:
Berichte gerne, was du dabei erlebst.

Hallo Nice,

willkommen im Klub. Die geradezu “klassische” psychiatrische Karriere von Spätdiagnostizierten hast du hinter dir.

Ich wurde auch wegen Angststörung und Depression behandelt. Glücklicherweise nur 3 Jahre lang. Nach der ADHS Diagnose Antidepressivum abgesetzt. Zuerst Medikinet adult bekommen, Angst und Depri weg. Danach Lisdexamfetamin, zurzeit Kinecteen. Angst und Depri immer noch weg..

Als ich Lisdex nahm, habe ich frühmorgens 30 mg genommen und mittags nochmal - nur nicht nach Mittag wegen Schlaf.
Die vom Hersteller und den meisten Psychiatern ausgeführte Praxis ist halt Dosiserhöhung, damit am Ende des Tage noch “genug” Wirkstoff da ist. Siehst du an der vorherigen Grafik. Das Medikament selbst ist nur für einmalige Gabe am Tag zugelassen worden - dummerweise. Deswegen wird dir offiziell niemand was anderes sagen (dürfen).

Ich finde das nach meiner Erfahrung aber praxisfremd. Viele ADHS-ler erleben den Rebound schon relativ bald, nach dem der Wirkstofflevel zu sinken begonnen hat - ziemlich egal wie hoch die Ausgangsdosis war. Da hilft dann eigentlich nur eine zweite Gabe, um den Rebound hinauszuzögern - kann aber individuell anders aussehen. Ich hänge hier mal eine beispielhafte Grafik für zweimalige Gabe am Tag an: Frühmorgens 50mg, nach 6 Stunden 20mg, angenommene Halbwertzeit 12 Stunden.

Ob deine Psychiaterin für eine zweite Gabe am Tag offen ist, kann ich nicht vorhersehen. Ein Versuch kostet nichts.

Habe ca 2 Stunden nach der Einnahme einen sehr guten Fokus für etwa 3 bis 4 Stunden, dann merke ich wie die Wirkung nachlässt, etwa 7 Stunden nach Einnahme beginnt der Rebound und hält dann für etwa 2 bis 3 Stunden an. Danach fühle ich mich wieder als hätte ich kein Medikament genommen. Gedankenkreisen, ängstlich, unwohl sein… sehr unangenehm. Eine zweite Einnahme wird wohl unumgänglich da es mir mit 30mg am morgen schon ganz gut geht, möglicherweise wäre ich mit 40mg ja schon überstimuliert ? Eventuell sind die schnell wiederkehrenden Symptome aber auch einer Unterdosierung geschuldet ? Ich werde mich da wohl rantasten müssen, beide Varianten ausprobieren, 40mg am morgen und / oder nachmittags gegen 15 Uhr einen Booster.

Ich werde mit meiner Psychaterin in 1 Woche sprechen, da werde ich sie auch speziell auf Attentin ansprechen, eventuell habe ich ja die Möglichkeit es zu bekommen. Vermutlich wird sie sagen das ich vorerst 40mg am morgen ausprobieren soll. Habe auch gelesen das einige dann am Nachmittag auch Ritalin nehmen als Booster, allerdings weiss ich nicht wie ich darauf reagiere, naja, ist halt noch alles neu für mich.