Sag ihm du hast mit deiner Krankenkasse gesprochen, die haben dich an ihn und seine Pflicht verwiesen und die Krankenkasse steht hinter dir, da die Diagnose eben früher bereits bestand.
Und dass du dann eben falls es für ihn notwendig ist gerne nochmal einen ADHS-Diagnose Test machst - dauert maximal 1h und dann haben beide ihre Ruhe.
Wenn er wirklich “übervorsichtig” ist, dann wird er sich überlegen, ob er sich querstellt und du möglicherweise bei der Krankenkasse Beschwerde einreichst.
Also das sollst du ihm nicht direkt sagen, aber wenn es ihm wirklich um Vorsicht geht und er schlechte Erfahrungen mit Krankenkassen hat, dann wird ihm bewusst sein, dass er erst Recht wieder Probleme bekommen kann, wenn er in deinem Fall nichts unternimmt.
Und da weiß ein halbwegs kompetenter Facharzt ja auch, dass das ein Grundsymptome von ADHS ist.
Ich habe auch meine Schulzeugnisse nicht vorzeigen können, weil ich sie natürlich verschludert habe über die Jahre. Da musste mein auf ADHS für Erwachsene spezialisierter Facharzt schmunzeln und sagte sowas wie “das ist typisch für ADHS”. Genau das sagt er übrigens auch, wenn ich mich zeitlich Mal wieder verschätze und zu spät zum Termin erscheinen.
Die früheren Zeugnisse waren optional bei meiner Diagnose, weil mein ADHS-Score auch so schon im oberen Feld war.
Dann ist er im falschen Job unterwegs. Das ist Berufsrisiko.
Und wenn er sich an die Leitlinien hält, dann passieren da auch in den seltensten Fällen mal größere Regressforderungen.
Er muss ja nur die Diagnose machen und schriftlich festhalten nach den offiziellen Richtlinien und sollte damit auf der sicheren Seite sein.
Das kann ich sehr gut verstehen.
Man darf es nicht persönlich nehmen und kann es als Übung für die eigene Frustrationstoleranz betrachten ![]()
Vielleicht hast du auch wirklich zu offensiv nach dem Medikament gefragt - denn natürlich wird es Menschen geben die entweder irrtümlich denken sie hätten ADHS oder die nur ein Rezept für ein BtM wollen.
Das gilt für alle “kritischen” Medikamente.
Man sollte sein Problem und die Diagnose-Historie schildern und dann eben sagen, dass man Medikament XY wegen der Diagnose bereits erhielt und sich einen neuen Anlauf für eine medikamentöse Therapie wünscht.
“Ich habe ADHS, ich schwör’s - können Sie mir bitte mal kurz Lisdexamfetamin 70mg (100 Stück) aufschreiben?” kann einen Arzt schon hellhörig machen.
Das verstehe ich ein bisschen.
Aber allgemein finde ich das Handeln des Arztes sonst nicht sehr souverän und kompetent.
Ich würde den Arzt ja auf die Empfehlung der Krankenkasse hinweisen und darauf insistieren, dass dir dort nahegelegt wurde zu genau diesem Arzt zu gehen für die Behandlung deiner bereits zuvor diagnostizierten ADHS.
Dann weiß er, dass er auch umgekehrt aufpassen muss - dass er keine Patienten mit schweren Problemen einfach abweist…
Und ich würde an deiner Stelle sagen “Dann lassen sie uns nicht lange reden, sondern einen offiziellen Test machen und sie haben Ruhe vor mir und sind auf der sicheren Seite mit der GKV”.
Viel Glück für den zweiten Termin wünsche ich dir.
Naja, normalerweise ist die Diagnostik wirklich mit einem Gespräch (das hattet ihr bereits) und einem Test innerhalb von einem Termin von 1h erledigt.
Vielleicht dauert es früher bei dir länger. Aber es gibt keinen Grund, der irgendetwas langwieriges erfordert.
Es wird ja von der Krankenkasse aber sogar in deinem Fall empfohlen, falls der Arzt dies als erforderlich sieht.
Also das stört die Krankenkasse denke ich eher wenig bis gar nicht. Sie zahlen ja sowieso für deine Termine bei diesem Arzt.
Ob ihr da 1h über seine “Übervorsichtigkeit” und den angeblichen “Hype” sprecht oder er einfach innerhalb von 1h strikt eine offizielle dokumentierte Diagnose per anerkanntem Testverfahren durchführt ist der Krankenkasse egal.