Diagnose von 2013 wird ohne Testungsunterlagen nicht anerkannt -> keine Medis

Sag ihm du hast mit deiner Krankenkasse gesprochen, die haben dich an ihn und seine Pflicht verwiesen und die Krankenkasse steht hinter dir, da die Diagnose eben früher bereits bestand.

Und dass du dann eben falls es für ihn notwendig ist gerne nochmal einen ADHS-Diagnose Test machst - dauert maximal 1h und dann haben beide ihre Ruhe.

Wenn er wirklich “übervorsichtig” ist, dann wird er sich überlegen, ob er sich querstellt und du möglicherweise bei der Krankenkasse Beschwerde einreichst.

Also das sollst du ihm nicht direkt sagen, aber wenn es ihm wirklich um Vorsicht geht und er schlechte Erfahrungen mit Krankenkassen hat, dann wird ihm bewusst sein, dass er erst Recht wieder Probleme bekommen kann, wenn er in deinem Fall nichts unternimmt.

Und da weiß ein halbwegs kompetenter Facharzt ja auch, dass das ein Grundsymptome von ADHS ist.

Ich habe auch meine Schulzeugnisse nicht vorzeigen können, weil ich sie natürlich verschludert habe über die Jahre. Da musste mein auf ADHS für Erwachsene spezialisierter Facharzt schmunzeln und sagte sowas wie “das ist typisch für ADHS”. Genau das sagt er übrigens auch, wenn ich mich zeitlich Mal wieder verschätze und zu spät zum Termin erscheinen.

Die früheren Zeugnisse waren optional bei meiner Diagnose, weil mein ADHS-Score auch so schon im oberen Feld war.

Dann ist er im falschen Job unterwegs. Das ist Berufsrisiko.

Und wenn er sich an die Leitlinien hält, dann passieren da auch in den seltensten Fällen mal größere Regressforderungen.

Er muss ja nur die Diagnose machen und schriftlich festhalten nach den offiziellen Richtlinien und sollte damit auf der sicheren Seite sein.

Das kann ich sehr gut verstehen.

Man darf es nicht persönlich nehmen und kann es als Übung für die eigene Frustrationstoleranz betrachten :wink:

Vielleicht hast du auch wirklich zu offensiv nach dem Medikament gefragt - denn natürlich wird es Menschen geben die entweder irrtümlich denken sie hätten ADHS oder die nur ein Rezept für ein BtM wollen.

Das gilt für alle “kritischen” Medikamente.

Man sollte sein Problem und die Diagnose-Historie schildern und dann eben sagen, dass man Medikament XY wegen der Diagnose bereits erhielt und sich einen neuen Anlauf für eine medikamentöse Therapie wünscht.

“Ich habe ADHS, ich schwör’s - können Sie mir bitte mal kurz Lisdexamfetamin 70mg (100 Stück) aufschreiben?” kann einen Arzt schon hellhörig machen.

Das verstehe ich ein bisschen.

Aber allgemein finde ich das Handeln des Arztes sonst nicht sehr souverän und kompetent.

Ich würde den Arzt ja auf die Empfehlung der Krankenkasse hinweisen und darauf insistieren, dass dir dort nahegelegt wurde zu genau diesem Arzt zu gehen für die Behandlung deiner bereits zuvor diagnostizierten ADHS.

Dann weiß er, dass er auch umgekehrt aufpassen muss - dass er keine Patienten mit schweren Problemen einfach abweist…

Und ich würde an deiner Stelle sagen “Dann lassen sie uns nicht lange reden, sondern einen offiziellen Test machen und sie haben Ruhe vor mir und sind auf der sicheren Seite mit der GKV”.

Viel Glück für den zweiten Termin wünsche ich dir.

Naja, normalerweise ist die Diagnostik wirklich mit einem Gespräch (das hattet ihr bereits) und einem Test innerhalb von einem Termin von 1h erledigt.

Vielleicht dauert es früher bei dir länger. Aber es gibt keinen Grund, der irgendetwas langwieriges erfordert.

Es wird ja von der Krankenkasse aber sogar in deinem Fall empfohlen, falls der Arzt dies als erforderlich sieht.

Also das stört die Krankenkasse denke ich eher wenig bis gar nicht. Sie zahlen ja sowieso für deine Termine bei diesem Arzt.

Ob ihr da 1h über seine “Übervorsichtigkeit” und den angeblichen “Hype” sprecht oder er einfach innerhalb von 1h strikt eine offizielle dokumentierte Diagnose per anerkanntem Testverfahren durchführt ist der Krankenkasse egal.

Es war von einer Strafzahlung für die Praxis von einer hohen 5stelligen Summe die Rede. Ich habe auch keine Ahnung was da schief gelaufen sein soll. Ich weiss auch nicht wie die KV dann auf ihre Forderungen kommt.

Genau das waren meine Gedanken als ich nach dem Termin raus bin. In der Zeit hätte er die Diagnose doch auch für sich abklären können.

Ja ich bin direkt auf das Thema Stimulanzien gekommen. Immerhin war ich ja auch dafür dort. Schon möglich dass dies falsch/schlecht rüber kam.

Ich finde das System wie es ist, allgemein schon schräg. Wenn man eine gesicherte wasserdichte Diagnose hat sollte man eigentlich bei Bedarf doch einfach mit der Krankenkassenkarte in die Apotheke gehen können und Medikamente bekommen. Aber man muss immer erst zum Facharzt der total überlaufen ist oder gar keine Termine anbietet. Zugegeben wenn man regelmäßig in Behandlung ist, stellt es ein kleineres Problem dar. Aber auch da kanns kritisch sein, wenn ich dann lese: Musste meinen Psychiatertermin verschieben und hatte dann keine Medikamente mehr… Mein Onkel hatte zu Lebzeiten sehr starke BTM Schmerzmittel aufgrund chronischer Schmerzen. Das war als richtig kritisch mit dem Timing der Arzttermine etc. BTM bekommt man ja nicht auf Vorrat.. Nach dem Urlaub gingen ihm dann am Flughafen die Tabletten aus. War nicht sehr angenehm.

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Es klingt auf jeden Fall sehr dubios was der Arzt da sagt.

Außer er war wirklich Mal ein Arzt der als eine Anlaufstelle für laxe BtM-Rezepte bekannt war und wusste das auch. Und irgendwann ist man ihm auf die Schliche gekommen.

Alles sehr seltsam.

Das ist glaube ich immer ein großer Fehler bei solchen Medikamenten.

Wenn jemand potenziell missbrauchsfähige Medikamente direkt und ohne große Umschweife anfragt, bei dem Schrillen bei den meisten Ärzten wohl die Alarmglocken.

Im Grunde warst du wegen einer ADHS-Therapie dort. Die natürlich als eine wichtige Komponente Medikamente beinhaltet.

Aber direkt bei einem neuen Arzt ein BtM anzufragen ohne große Umschweife ist auch wirklich suspekt für die meisten Ärzte, denke ich.

Naja, eine medikamentöse ADHS-Therapie muss und soll laut Leitlinien aber auch durch den Facharzt begleitet und regelmäßig im Jahr überprüft werden.

Wenn so ein Fall eintritt ruft man in der Praxis an und bittet darum ein Folgerezept zu erhalten bis zum nächsten Termin. Eigentlich kein Problem.

Oh durchaus, denn gute Ärzte kennen ja diese Problematik.

Es gibt auch Ärzte die einem Elvanse als Jahresvorrat verordnen (habe ich zumindest schon öfter u.a. auch hier gelesen).

Wer sowieso schwere Schmerzmittel bekommt und auch benötigt, der wird auch in aller Regel keine Probleme bekommen, wenn er ein Folgerezept für eine 100er Packung des Medikaments beim Arzt anfordert, auch wenn streng genommen erst 80 Tage seit der letzten Verschreibung vergangen sind.

Und gerade für den Fall Urlaub kann man auch direkt mit dem Arzt sprechen oder in der Praxis anrufen und darum bitten rechtzeitig ein neues Rezept zu erhalten, damit ein Urlaub unter verordneter Medikation stattfinden kann.

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Eine hohe fünfstellige Summe? Weil er eine ADHS-Diagnose anerkannt hat, ohne die Einzeltests einzusehen? Nee oder?

Da hat er irgendwo sehr leichtfertig gehandelt. Was genau wollen wir vielleicht gar nicht wissen.

Und jetzt agiert er panisch in die andere Richtung und fordert Nachweise, die gar nicht notwendig sind, nur damit bloß nichts wieder passiert.

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Ich kenne auch Ärzte, die Summen in diesem Bereich zahlen mussten. Hier war aber das Problem, dass diese zu lange und zu oft das berühmte “aut idem” durchgestrichen hatten… die Kassen hatte dann Beschwerde geführt, dass die “zu teuren medikamente” verordnet wurden und es kam zum Regress… das Problem ist dann, dass der Arzt für jeden einzelnen Fall begründen müsste / muss, warum er genau dieses eine Medikament mit durchgestrichenem aut idem verordnet hat… Wenn dies jetzt bei 50 Patienten passiert ist, muss er 50 Erklärungen abgeben… Wenn ein Arzt / eine Praxis diese Erfahrung gemacht hat, gehen einige in eine starke Defensive…

Ärzte bekommen von der Verordnungsberatung der KV oft sehr genau gesagt, welche Medikamente sie in Zukunft eher mehr und welche eher weniger zu verordnen haben, um nicht mehr im Regressbereich zu landen… passiert alles “hinter den Kulissen”.

Ansonsten sehe ich es aber ähnlich wie viele andere Kommentare hier schon geschrieben haben. Ein früherer Arztbrief, egal ob 5, 10 oder 15 Jahre (ich verstehe die Argumentation nicht, warum ein Arzt 2 Jahre früher einen Bericht anerkannt hätte, dies aber jetzt nicht mehr geht…), der eindeutig zur Diagnose gekommen ist (also gesichert F90.0 oder eben ADHS vermerkt hat…), verliert doch keine Gültigkeit!

Natürlich muss / sollte ein Arzt sich ein aktuelles Bild über die Erkrankung / Symptomatik machen und auch den Verlauf berücksichtigen. Aber er muss nicht unbedingt “das Rad neu erfinden” und Testungen wiederholen… ADHS ist grundsätzlich eine klinisch zu bestimmende Diagnose, (neuropsychologische) Testungen sind fakultativ. Entweder ein erfahrener Therapeut kann in einem guten Anamnesegespräch alle Punkte (die auch in einem Fragebogen erfasst werden) abfragen und entsprechend dokumentieren, oder er kann die Anamnese durch Fragebögen und ggf. Interviews ergänzen / komplettieren…

und es besteht keine Verpflichtung, irgendwelche Testrohdaten o.ä. vorzulegen!

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ja, hier wäre die Information für alle nochmals wichtig, dass ambulante Behandlungsdaten oder auch die gesamte Patientenakte nur für 10 Jahre ab dem letzten Arzt-Patientenkontakt aufbewahrt werden müssen (also ab Behandlungsende bei einem Arzt). Danach darf diese vernichtet werden. Krankenhäuser heben ihre Akten oft 30 Jahre auf, wegen möglicher Schadensersatzansprüche, die erst nach 30 Jahren verjähren. Institutsambulanzen aber auch nur 10 Jahre.

Wenn die Fachperson bei der Dokumentation dann auch noch geschludert hat, ist es natürlich richtig doof, wenn plausible Begründungen fehlen.

Soweit ich lesen konnte, ist man nach einer belastbaren Auffälligkeit bei der Kassenärztlichen Vereinigung (meine ich) für eine Weile „auf dem Radar“ und sollte die nächsten Jahre nicht unbedingt nochmal negativ auffallen, sonst :adxs_aufsmaul:

*Alle Angaben ohne Gewehr *piu piu

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Also das ist der größte Quatsch überhaupt. Wenn du eine gesicherte Diagnose auf einem Arztbrief oder auch in den Aufzeichnungen der KK hast, muss das reichen. Geh zu einem anderen Psychiater. Ich habe jetzt schon zwei mal gewechselt aufgrund von Umzügen und musste bisher nie irgendwelche Testbögen vorzeigen.

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