Hallo zusammen ![]()
Das Thema ADHS habe ich die letzten Jahre versucht zu verdrängen. Seit einigen Wochen befasse ich mich wieder intensiv mit der Thematik, weswegen ich mich nun hier auch angemeldet habe.
Vorgeschichte:
Ich habe die gesicherte ADHS Diagnose F90.0 seit 2013.
Mein damaliger Psychiater hat sich dafür viel Zeit genommen. Nach etlichen Gesprächsstunden kam er auf die Idee dass ich es haben könnte und wir eine Testung machen sollten. Ich habe „ADS vorwiegend unaufmerksamer Typ“ also praktisch ohne äußerliche Hyperaktivität. Daher habe ich mich da damals nicht gesehen. Ich war einfach nicht wie die Schulkollegen von denen ich wusste dass sie ADHS haben. Ich hatte dann auch MPH(Ritalin Adult) 1.5 Jahre probiert aber aufgrund der Nebenwirkungen und Lebensumstände weg gelassen.
Zu meinem Bedauern hat mein sehr geschätzter Facharzt einige Zeit später aufgehört zu praktizieren und ist weg gezogen. War noch kurze Zeit beim Nachfolger und dann Jahre lang nicht in psychatrischer Behandlung. Ich wollte einfach unabhängig von Pharmaka und Stigmata sein.
Psychologische Behandlung, auch Gruppentherapien, Kompensationsstragien haben eine Zeit lang funktioniert.
Daher habe ich das Thema Medikation bzw Behandlung jahrelang ignoriert bis es nun vor einigen Wochen zum wahrscheinlich unvermeidbaren Crash kam. Aufgrund des Leidensdrucks habe ich also eine erneute Medikamentöse Behandlung angestrebt.
Aktuelles Problem:
Der letzte Psychiater praktiziert nicht mehr, daher habe ich einen Termin bei einer der wenigen verfügbaren Fachärzten bekommen und einfach die alten Arztbriefe mitgenommen.
Dieser erkärte mir dass er mir vor 2 Jahren mit der Diagnose auf den Arztbriefen hätte helfen können aber das heute so nicht mehr geht. Ohne die kompletten Testungsunterlagen (Also sämtlich Fragebögen, Dokumente etc) wird er mir keine Stimulanzien verschreiben. Er könne mir maximal Bupropion(Elontril) anbieten. Da er aufgrund der ganzen „TikTok-ich habe jetzte definitv auch ADHS“- Leuten und wohl einer Strafzahlung von der KV maximal vorsichtig sein muss. Ich verstehe dies, aber es ist mega frustrierend.
Nach Nachfrage in der Institutsambulanz in der die Diagnose gestellt wurde, wurde mir recht emotionslos mitgeteilt dass aufgrund der gesetzlichen Vorgaben sämtliche Unterlagen letztes Jahr vernichtet wurden.
Aussage war: „Wären Sie halt mal früher gekommen und hätten die Unterlagen abgeholt!“
Habe mir dann bei der Krankenkasse einen Auszug über die Zahlung der Medikamente im Zeitraum geholt.
Was ich habe:
-Diagnose F90.0G auf Arztbriefen + Medikation ("Im klinischen Aspekt zeigten sich deutliche Hinweise auf eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung, verifiziert durch neuropsychologische Testung.)
-Ausdruck der Krankenkasse über 1,5 Jahre Methylphenidat Verordnungen
Was ich NICHT habe und auch nicht mehr bekomme:
-Diagnostikunterlagen
-Ausführlicher Arztbrief direkt nach der Diagnosestellung
Hat bei euch die Diagnose F90.0 auf einem Arztbrief für eine Medikamentöse Einstellung gereicht?
Braucht man heute tatsächlich die kompletten Testungsunterlagen?
Bzw muss ich nun tatsächlich hunderte € und Monate an Zeit aufwenden um eine erneute private Testung(über Kasse ist ja selbst die Warteliste für Diagnostik geschlossen) machen zu lassen?
Wie kann ich meinem neuen Arzt die Sicherheit geben die er für eine Behandlung braucht?