Diagnose zu schnell gestellt?

Hallihallo,

ich bin etwas verunsichert und habe mir daher schnell einen Account hier erstellt. Der Grund ist meine ADHS-Diagnose, die mir als etwas „voreilig“ ausgestellt vorkommt.

Ich bewege mich definitiv irgendwo auf dem Spektrum, anders lassen sich meine Probleme seit Kindheitstagen nicht erklären (ohne da jetzt näher drauf eingehen zu wollen), jedoch brauche ich eure Einschätzung.

Meine Diagnose habe ich als Selbstzahler bekommen. Vorab gab es ein paar allgemeine Fragen mit Hinblick auf die Terminsvergabe. Danach folgten zwei Online-Fragebögen (Dauer ca. 20 u. 60 Minuten), sowie die Möglichkeit, Angehörigenfragebögen einzureichen und die Bitte, dass man Grundschulzeugnisse einreicht. Ich habe also die Fragebögen ausgefüllt, einen Angehörigenfragebogen, die Zeugnisse der 1. - 4. Klasse sowie Lern- und Förderempfehlungen hochgeladen. Dann folgte der Termin, welcher circa eine Stunde andauerte. Circa 30 Minuten habe ich erzählt (wie ein Wasserfall), wie ich auf den Trichter mit dem ADHS gekommen bin. Die restliche Zeit wurden die ausgewerteten Daten besprochen. Zwei Tage später hatte ich den Bericht im Briefkasten: ADS/ADHS. Die Werte im Bericht waren höher als in der besprochenen Auswertung. Nun gut, dachte ich mir, waren meine ausführlichen Erzählungen und Erklärungen vielleicht der Anlass dafür. Man sagte mir aber bereits beim besprechen der Daten, dass diagnostiziert werden würde.

Nun sitze ich hier, mit frisch eingelöstem Rezept für Lisdexamfetamin-ratiopharm (20mg) und frage mich, ging das zu schnell? Wie gesagt, irgendwas ist bei mir, ich zweifle nicht mal an dem ADS/ADHS, jedoch aber an dem schnellen Prozedere. Meine Zeugnisse sprachen wohl bereits eine deutliche Sprache (empfinde ich ebenfalls so), der Fragebogen meiner Mutter unterstütze das Alles und meine derzeitige Situation, sowie der Weg dahin zeigt, dass die gleichen Probleme der Kindheit mich eben weiter begleitet haben.

Mag jemand seine Gedanken dazu teilen? Morgen nehme ich die erste Kapsel und ich werde dieses merkwürdige Gefühl nicht los.

Ich danke bereits im Voraus! :slight_smile:

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Hallo und herzlich willkommen,

es ist so wie beim Abitur- Hauptsache man hat es (wenn man es hat).

Es kam dir schnell vor - aber Zweifel am Ergebnis hast du eigentlich keine, schreibst du.

Wie ausführlich und plausibel ist denn der Bericht? Bei meiner Frau waren es acht Seiten, und wir haben selbst gestaunt, was bei ihr alles auf ADHS schließen ließ. Da wird einem das Leben neu erklärt sozusagen.

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Hallo und willkommen.

Nein, ich denke nicht, dass es zu schnell ging. Meine Diagnose ging noch viel schneller :wink:

Ich schätze mal, dass es grade am Anfang schwierig ist das zu verinnerlichen. Mir ging es auch so und ich habe viele Berichte gelesen mit Menschen die so ähnlich dachten. Das ordnet man unter dem sogenannten „Hochstapler Syndrom“ ein.

Schau wohin die Reise geht. Hauptsache Du hast einen guten Psychiater mit dem Du die Dosierung bzw. weitere Medikation absprechen kannst.

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Hallo,
ertmal ist es gar nicht ungewöhnlich, dass Zweifel an der Diagnose aufkommen. Das geht vielen so, wenn nicht fast allen. Man hat ja leider keine Schwarz-auf-Weiss-Laborwerte oder Bildgebung als Beweis.
Bei mir hat es sich irgendwann wieder gelegt. Aber hat fast ein Jahr gedauert, bis ich wirklich mit ganzem Herzen davon überzeugt war… Momentan jedenfalls.
Anscheinend hast du ja passende Symptome, da ist es egal, wie lange die Diagnostik gedauert hat. Bei mir war die erste Diagnostik über 3 einstündige Termine plus Fragebögen, Zeugnisse und Elterneinschätzung; allerdings negativ ausgefallen.
Der 2. Versuch war vom Umfang her ähnlich wie bei dir, allerdings kannte der sich super aus und hat ganz präzise gefragt, dann reicht die Zeit auch aus.
Anscheinend hast du ja einiges, was für die Diagnose spricht. Aber selbst wenn es tatsächlich nicht zutreffend sein sollte, was kann passieren? Es war sicher keine Kassenleistung, oder? Also ist die Diagnose auch -bisher- nirgends offiziell hinterlegt.
Du hast die Möglichkeit, Medikamente zu testen, wenn die wirken (was aber manchmal Geduld erfordert), ist das ein weiterer Hinweis, dass die Diagnose stimmt. Und macht einiges im Leben leichter.
Also erstmal abwarten, was passiert.
Alles Gute :four_leaf_clover:

Die Kindheit ist ja mit ein Hauptfaktor für die Diagnose. Du hast ja genug Nachweisen erbracht, was ja nicht immer so klar und deutlich ist .

Manchmal ergibt sich schnell ein klares Bild und dann kann man auch schnell zu einem Ergebnis kommen .

Wir haben leider keine nachweisbaren Marker so wie z.B. ein handfestes Blutbild oder Ergebnisse eines CT das macht es auch für einen selbst schwieriger die Diagnose anzunehmen.

Es dauert ein bischen bis man es verdaut hat .

Alles no offense an niemanden. Nicht für Selbstzahler oder Praxen, die das anbieten. Und auch keine individuelle Einschätzung für irgend jemanden.

Nur zwei Gedanken von mir dazu:

Grundsätzlich kann man mit so schematisierten oder knappen Diagnoseverfahren für Selbstzahler schon auch einfach Geld verdienen.

Ich finde das eh schwierig mit dem selbst zahlen, man bezahlt ja quasi dafür, dass man eine Diagnose bekommt. Also da steht eine gewisse Erwartung mit im Raum.

Andererseits habe ich absolut Verständnis für jeden Selbstzahler, ich weiß, wie es mit Terminen aussieht.

Ich selbst hatte fünf Termine beim Psychologen, die teilweise eine gute Stunde gedauert haben. Die Anzahl Fragebögen war riesig, an die 8 oder so. Allerdings habe ich inzwischen aus mehreren berufenen Mündern gehört, dass dieser Psychologe da überaus bis übertrieben gewissenhaft vorgeht.

Außerdem gibt es ja vielleicht eindeutige und weniger eindeutige Fälle.

Die Hauptfrage ist ja eh, was man mit so einer Diagnose überhaupt anfängt und das dauert ganz sicher über ein Jahr bis man da auf einem Weg ist.