Diagnose - zweite Meinung sinnvoll?

Unser Mittleres war wegen einer Essstörung vor einiger Zeit stationär einer Uniklinik. Weil das Älteste mit ASS diagnostiziert wurde, hat man geschaut, ob das möglicherweise auch beim Mittleren so ist. Eher nicht.
Nachdem ich selbst mit ADHS diagnostiziert wurde und die Konzentrationsstörung beim Ältesten auch in der Diagnose steht, bin ich mit der Mittleren nochmal vorstellig geworden, ob ADHS möglicherweise eine Ursache für die Essstörung und die sozialen Phobien sein könnte. Dort hat man eher auf die Phobie/ Angst an sich fokussiert.

Ich hab mal den ADHS Test hier für mich und das Mittlere ausgefüllt. Bei mir schlagen wirklich fast alle Indikatoren ganz deutlich an, bei der Mittleren immerhin noch unterer Bereich „deutlich“ ausgeprägt. Hinweis Differentialdiagnostik, klar und ich bin sowieso kein Arzt oder Psychologe, ich misstraue den ExpertInnen auch nicht prinzipiell, eigentlich sehr zufrieden.

Es ist nicht so, dass ich auf einer bestimmten Diagnose besteht, aber ich finde ADHS als Ursache für die Problematik plausibel und werde bei einem anderen Arzt eine zweite Meinung einholen, angesichts der Genetik und Symptomatik, dazu eine mögliche Diskalkulie. Möchte es vermeiden, dass man planlos jahrelang an Symptomen herumdoktert anstatt die Ursache anzugehen.

Klingt die Intention nachvollziehbar und plausibel?

Was will denn das Kind? Ist es auch für das Kind plausibel?

Man kann ja auch alles zusammen haben. Ist vielleicht nicht falsch irgendwo anzufangen, z.B. den Phobien.

Ich persönlich finde es nachvollziehbar und würde das auch so machen, wenn ich in so einer Situation wäre.

Alles Gute!

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Hallo,

ich finde es plausibel und nachvollziehbar.

Ich finde, die Beweislast dreht sich geradezu um - Dadurch dass ADHS eine häufige Störung und eine erbliche Störung ist, würde ich sagen, wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterkind ADHS-betroffen ist und das Kind selbst ist auffällig - dann könnte das Kind zufällig keine ADHS haben, sondern die Auffälligkeiten haben eine andere Ursache. Könnte, aber das wäre dann ein wirklich seltsamer Zufall!

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Ja, das ist ein Thema. Es sieht das nicht so, will das nicht sehen. Hat sich auch der Diagnose der Essstörung total verweigert, genauso wie der folgenden Therapie. Essstörung ist jetzt ok, aber die anderen Probleme bleiben.

Meine Sorge ist: Man doktert mühsam an den Phobien rum oder sitzt das aus (weil keine Kooperation zur Therapie), falls die Ursache aber eine Form der ADHS wäre, die behandlungswürdig ist, gäbe es vielleicht eine Chance auf zügige Besserung durch Medikamente.
Was mich hellhörig macht, ist die Wahrscheinlichkeit auf Erblichkeit, eine potentielle Dyskalkulie, sowie zumindest eine signifikanter Symptomatik.

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Ich hab nochmal die Unterlagen aus der Klinikschule gecheckt, da gab es keine Signale Richtung leichte Ablenkbarkeit oder mangelnde Konzentration. Tbf denkt sich das mWn auch mit den Zeugnissen aus der Grundschule und den Weiterführenden.
Für die Anamnese in der Uniklinik, war das das KO für die Einordnung, spätestens als nach der Selbsteinschätzung diesbezüglich gefragt wurde und diese mehr oder weniger analog war („Bin nicht leichter ablenkbar oder unkonzentrierter als Andere“).
Im Privaten sehe ich durchaus diese Symptome der Verpeiltheit gegeben, kaum mal länger still sitzen, fast immer was essen nebenher.
Hab mich schon gefragt, ob das auch eine Art Maskierung sein könnte, auch weil die Devise ist, bloß nicht (negativ) auffallen, ohnehin früher) große Angst vor Zurückweisung. Zur Vermeidung von Zurückweisung muss man unter dem Radar fliegen.

Ich denke, da muss nochmal ein Experte bzw eine Expertin ran, ich will da jetzt auch nichts überinterpretieren oder mutwillig in eine Richtung schieben.

Sind jetzt bei einem Experten, Tendenz geht tatsächlich wie beim ältesten Kind in Richtung ASS und ADHS. Mehr wissen wir in ein paar Wochen.

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Wir haben jetzt die zweite Meinung und die ist wie ich vermutet habe ASS und ADHS. Geraten wurde uns zum Versuch einer Medikation, besser früher als später. Problem ist dass unser Mittleres nicht mitmachen will. Weil es das ist für es unnötig, Therapie sowieso. Wundert mich nicht, es hat sich eingerichtet, wir kümmern uns.

Tatsächliche Bedenken unsererseits sind die (vergangene) Esststörung und möglicher Appetitverlust in durch eine Medikamentierung. Und sie hat relativ große Angst vor Spritzen und man muss regelmäßig Blutuntersuchung machen.
Das ist natürlich wirklich eine Zwickmühle, da die Hoffnung wäre, dass MPH gegen die Symptome der ASS und ADHS helfen könnte. Tja…

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Ich denke dass eine Klinikschule nicht den regulären Schulbetrieb abzeichnet, oder ?

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Nee, absolut nicht. Die gucken zwar genauer hin, aber da die Betreuung sehr persönlich ist, ist das insgesamt eine ganz andere Situation. Außerdem fällt wenn dann immer sofort die extreme Schüchternheit auf und überdeckt alles.

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Schwierige Situation. Aber zwingen bringt auch nichts. Die Kids müssen schon selbst wollen.

Ich habe hier auch so ein Medikamenten-Verweigerungs-Kind. Das leidet lieber („geht schon“), als z.B. Schmerzmittel oder bei Heuschnupfen ein Antiallergikum zu nehmen. Kann ich mit Engelszungen dagegen anreden, warum wieso weshalb es besser wäre, rechtzeitig und ausreichend die Medis zu nehmen - Kind stimmt mir zu, es verstanden zu haben - und nimmt trotzdem nichts. :zany_face:

ADHS-Medis haben wir noch nicht. Aber ich fürchte, damit wird es ähnlich laufen…
Ich habe also reinen Rat, sondern fühle nur mit Dir. :adxs_streichel:

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Müssen wir halt schauen, wie man das angeht, es war einmal schon gefährlich. Dazu kommt, dass es ohne unsere Intervention schon längst große Probleme gäbe. Und gesund entwickeln kann man sich so auch nicht. Echt ärgerlich…

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