Hallo ihr Liebe.
Das ist mein erster Beitrag.
Mein Anliegen dreht sich darum, ob ich die “richtige” Psychotherapie bei ASS + ADHS gefunden habe bzw ob es sowas überhaupt gibt.
Es schwingt Verzweiflung, Frustration und Traurigkeit mit.
Das Ding ist,…
Ich habe eine Psychotherapeutin gefunden. Sie macht grundsätzlich Verhaltenstherapie mit dem Schwerpunkt “Trauma”. Sie hat vor wenigen Tagen ihren Abschluss erhalten und ich bin eine ihrer ersten Patient*innen, die sie “allein” versorgt. Im Rahmen eines MVZ. Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt im Bereich Trauma. Sie hat keine professionelle, im beruflichen-Kontext, Erfahrung mit Neurodivergenz, genauer ASS und ADHS. Meine Angst ist, dass sie mit ihrem Nicht-Wissen bei mir Schaden anrichtet. Oder, dass ich sie unterrichte statt Therapie erhalte. Oder, dass wir viel Zeit in Konzepte stecken, die bei Neurodivergenz “nicht wirken”.
Bei mir liegt ASS + ADHS vor. Deshalb suche ich seit Jahren Therapie. Ich bin inzwischen in einer Art Burnout/ BurnAut. Ich bin offen für jeden Form (Ausnahme: Neurofeedback + Gruppentherapie). Bevorzugt Einzel-Therapie bei einer Therapeutin. In Selbsthilfe-Gruppen bin ich bereits on- und offline aktiv. Am liebsten hätte ich eine Therapeutin, die Expertin ist auf dem Gebiet ASS+ ADHS bei Spätdiagnostizierten-Frauen. In einer Therapie erhoffe ich mir sowohl Erkenntnisse über mich selbst als auch allgemeine Krankheits-Edukation. Insbesondere möchte ich lernen, wo ich mein Verhalten verändern kann und wo ich autistisch/adhs bin und das akzeptieren muss.
Bisher hatten wir zwei (probatorische) Sitzungen und dort sind sowohl gute als auch weniger gute (schädliche?) Aussagen gefallen.
- Beispielsweise (negativ):
Ich leiste sehr viel Aufklärungsarbeit. Meistens zu den Grundlagen (Symptome, Diagnose, Erleben, Wahrnehmung,…). Sie hat zwischen der ersten und zweiten Sitzung nichts zu meinem Problem-Schwerpunkt nachgelesen.
Ich solle den Autismus “nicht so hoch hängen”, und “wir können ja die Depression bearbeiten”. Darauf folgte eine lange Erklärung meinerseits, dass ich keine “neurotypische” Depression habe und mein Gehirn strukturell anders ist und dies nicht außer Acht gelassen werden kann.
Sie möchte, dass ich Antidepressiva nehme. Dem bin ich grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Jedoch bin ich aktuell in der Einstellung von ADHS-Stimulanzien. Sie hat zu erkennen gegeben, dass sie sich nicht mit der Medikation auskennt. Soweit okay, ich habe eine sehr fähige Psychiaterin.
Sie hat andere Patienten als “verrückt” bezeichnet.
TW: Suizid: Sie hat die Aussage getätigt, dass Frauen “eher” Suizid aus appellierenden Beweggründen wählen und nicht wirklich tot sein wollen. Und ob mein Suizidversuch denn “ein richtiger Versuch” gewesen sein.
Sie sagte gegen Ende einer Sitzung, ich sei doch “sehr gut” durch Schule, Ausbildung, Studium, Berufsleben gekommen. Dem musste ich vehement widersprechen.
Sie sagte, sie könnte Struktur und Vorhersehbarkeit gewährleisten. Hat jedoch bei der zweiten Sitzung den Therapie-Raum umgestaltet. Eine Ankündigung, Vorwarnung hätte ich mir gewünscht.
- Beispielsweise (positiv)
Auf Korrektur/ Widerspruch reagiert sie neutral bis positiv. Und scheint das als “neue Erkenntnis” aufzunehmen.
Infrastrukturell ist die Praxis gut zu erreichen, gut organisiert, der Termin passt in meine Woche
Was denkt ihr?
Ich erhoffe mir Eure Erfahrungen, euer Wissen, eure Gedanken und Einschätzung dazu zu hören.
Danke für jede Zeile!
Claire