Direkt alte Dosis nach Elvansepause?

Ich nehme seit 3 Monaten Elvanse 50mg. Ich hab alle anderen Dosierungen in einem früheren Versuch lange ausprobiert und ich reagiere wirklich absolut paradox auf 10/20/30/40mg. Ich vertrage Unterdosierungen sehr schlecht, krieg da auch viel mehr Nebenwirkungen. Bin bis heute immer noch nicht ganz sicher, ob 50mg Elvanse meine richtige Dosis ist, aber sie ist zumindest wirklich am brauchbarsten. Hab trotzdem vor 3 Wochen Pause gemacht, weil es nur 6 Stunden zum Lernen brauchbar wirkt und ich danach schlechter lerne als wenn ich kein Medikament nehme. Hatte Prüfungsphase und musste mehr lernen, deshalb hab ich abgesetzt und mit eigenem Hyperfokus gelernt.

Jetzt will ich wieder einsteigen. Wie macht ihr das nach einer Pause? Direkt wieder auf die alte Dosis und ein paar Tage Nebenwirkungen in Kauf nehmen? Oder langsam raufdosieren?

Irgendwie habe ich Angst, wenn ich direkt wieder bei 50mg einsteige, dass es einfach too much fürs Herzkreislaufsystem ist; aber auf der anderen Seite komme ich echt mega schlecht mit Unterdosierungen klar. Unterdosierungen sind für mich schlimmer als gar kein Medikament.

Wie macht ihr das? Ist es gefährlich direkt wieder auf 50mg einzusteigen (bezüglich Puls etc)?

Meine Psychiaterin ist da nicht wirklich eine Hilfe. Sie meint sowieso, dass man Elvanse sporadisch einnehmen kann wie man es braucht (das ist aber nichts für mich).

Und noch eine andere Frage: Was macht ihr (vlt Studenten) wenn Elvanse nur 6h wirkt fürs Lernen und es danach schlechter ist als ohne Medikament? In Österreich gibt es nur Mph als Booster. Ritalin unretardiert wirkt 2h bei mir. Will nicht noch 2-3 mal pro Tag Ritalin dazu nehmen; da hab ich iwie Angst dass es zu viel ist. Bräuchte eine Lösung, dass ich Abends auch noch lernen kann, weil manchmal bin ich tagsüber mit anderem beschäftigt.

Zu deiner eigentlichen Frage kann ich leider nichts sagen, aber das ist mir direkt ins Auge gesprungen:

Ganz ehrlich? Länger als 6h kann niemand sinnvoll lernen. Es mag vielleicht vereinzelt außergewöhnliche Leute geben, die das können, aber das ist eher die absolute Ausnahme. Auch wenn Kommilitonen teilweise damit angeben, wie lange sie jeden Tag lernen, so steckt meistens sehr viel weniger dahinter und man sollte sich davon nicht verunsichern lassen.

Lieber jeden konstant jeden Tag 6h lernen anstatt kurz vor der Klausuren alles auf einmal (ja, ich weiß selbst sehr gut, wie viel leichter sich das sagen als umsetzen lässt :smiling_face_with_tear: ).
Damit meine ich aber vor allem 6h konzentriertes Lernen (Pausen rausgerechnet), ohne Handy in Reichweite oder Gequatsche mit einem Lernfreund.
Ich kenne das selbst, dass man ständig denkt, man müsste noch mehr und noch länger lernen (Jurastudium :upside_down_face:), aber am Ende gilt auch hier: weniger ist mehr.

Danke für deine Antwort! Ich studiere auch Jura und höre von einigen immer wie viel sie pro Tag lernen und hab das Gefühl ich kann nicht mithalten wegen der Elvansewirkzeit. Könnte ich nur ohne Medikament, wenn ich es schaffe den Hyperfokus zu steuern. Wie gehst du damit um? Lernst du dann eher konstant 6h und schaffst trotzdem die Prüfungen?

1 „Gefällt mir“

Wie gesagt, diese Leute gab es an meiner Fakultät auch zuhauf. Das sind aber weitestgehend Maulhelden, die ihre Lernzeit nach außenhin länger darstellen, um „krasser“ (?) da zu stehen. Oder das sind diese Leute, die zwar den ganzen Tag in der Bib verbringen, aber alles andere tun außer lernen (Kaffee trinken, mit Kommilitonen plaudern, auf Social Media scrollen oder ohne viel Plan und Struktur reingehen und dadurch viel Zeit verlieren).
Dass Leute wirklich 8h bis 14 h pro Tag, 7 Tage pro Woche lernen halte ich für einen Mythos (das haben auch die Repetitoren und Dozenten immer gesagt) :wink: Tatsächlich fühlte ich mich genau dadurch auch so sehr unter Druck gesetzt, dass ich am Ende die juristische Fakultät und Jurastudenten generell gemieden habe.
An deiner Stelle würde ich mich nicht an diesen Leuten orientieren, sondern an dir selbst.

Ich bekam meine ADHS-Diagnose und damit auch Elvanse leider erst nach meinem Ersten Staatsexamen, deshalb kann ich dazu nicht so viel sagen. Ohne Elvanse habe ich es jedenfalls nicht auch nur annähernd geschafft, konstant zu lernen (deshalb habe ich auch 24 Semester studiert, obwohl ich immer gute Leistungen erbrachte :face_with_bags_under_eyes:).
Aktuell bin ich im Referendariat und nehme seit Dezember Elvanse. Ich bleibe damit generell besser konstant am Ball, auch wenn es natürlich weiterhin „schlechtere“ Tage gibt. Da lerne ich dann bewusst nichts.
Im Ref habe ich auch wieder vermehrt Tage mit Lehrveranstaltungen und Gerichtsterminen, zu denen ich hingehen muss. An solchen Tagen bin ich danach platt und lerne sicherlich nicht auch noch zusätzlich 6h für mich alleine, da sind es dann höchstens zwei bis drei Stunden. 6h lerne ich eher an freien Tagen.

Generell spüre ich es gar nicht so richtig, ab wann Elvanse nicht mehr wirkt, jedenfalls kann ich auch nachmittags noch lernen. Abends bin ich teilweise früher müde als sonst. Allerdings leiste ich mit Elvanse den Tag über auch mehr, sodass mich das nicht wundert. Ich gehe daher lieber früher ins Bett, um am nächsten Tag wieder frisch und erholt zu sein, als mir noch Wissen reinzuprügeln, das morgen eh wieder weg ist.
Ich habe auch trotzdem das Gefühl, mit den anderen Referendaren gut mithalten zu können und habe gute Ergebnisse in meinen Probeklausuren. Also für mich funktioniert es so ganz gut :slight_smile:

1 „Gefällt mir“

Nein, da schließe ich mich Fineless absolut an.

Ich halte es für totalen Quatsch und in der Bib sitzen und TikTok Videos schauen oder About You zu shoppen, ist kein produktives lernen.

Ich frage mich auch tatsächlich auch, was du so lange lernen möchtest jeden Tag bei Jura?

Das solide Grundgerüst der AT Bereiche ist dein Fundament und muss sitzen, keine Frage.

Was gleich als Erstes im Studium vermittelt wird durch gute Dozenten und oft schnell wieder vergessen wird, weil H. und A. Firmen ja sonst ihre Rep-Kurse nicht voll kriegen (Hab ich Rebell mich gegen gesträubt, nä?!):

Es kommt nicht auf das zeitintensive auswenig lernen der ungezählten Meinungsstreitigkeiten an (die ich zumindest mir sowieso nie merken konnte, aus mir damals unbekannten Gründen).

Meinungsstreite sind im Grunde nur verschiedene Ansichten, die du mithilfe der Auslegungsmethoden selbst herleitest. Grundsätzliche Dinge wie Äquivalenztheorie und andere Grundlagen solltest du natürlich wissen (s.o., dein Fundament)

Da man aber letzlich Klausuren schreibt, macht es absolut Sinn, hauptsächlicch an Klausuren zu lernen.

Irgendwann war der Sachverhalt ein Geschenk für mich, der beste Freund, der mir sehr strukturiert erzählt hat, worauf es ankommt in dem Fall.

Im ZR-Examensklausur gibt es (glaube ich, genau weiss ich das nicht mehr) ein bis zwei große Probleme, die du im Meinungsstreit entscheiden kannst und drei bis vier kleinere Probleme, die du im Gutachtenstil schreibst. der Rest wird teilweise nur festgestellt und runter gerattert.

Ein Professor hat mal ein „Bild“ von einem Haus gezeichnet, fand ich ganz passend. So mit Fundament und dass das Haus ohne ein solides Fundament nicht stehen kann). Bin aber grad nicht zuhaus und kriege es nicht mehr zusammen.

Produktive Kopfarbeit ist hirnorganisch für maximal, ich glaube insgesamt vier Stunden täglich, möglich.
Den Rest der Zeit kann niemand sinnvoll noch mehr lernen.

Du hast das Geschenk, dass du mit wirksamen Medikamenten dein (wie ich finde: grandioses) Jurastudium durchziehen kannst. Aber auch die machen deine ADHS nicht komplett weg.

Gönn dir Pausen, denn auch die benötigst du und genieße die Studienzeit, das Examen kommt noch früh genug.

Im Idealfall sollte die Medikation zum einem bei der Konzentration helfen aber vor allem auch sein Verhalten /Tagesstruktur im Sinne der Gesundheit sinnvoller zu strukturieren/gestalten und die Reizüberflutung reduzieren.

Also das du selbst wenn nach 6h aufhörst zu lernen , dass auch noch was vom Rest des Tages hast.

Es hört sich eher so an, dass dir grundlegend eine Tagesbdeckung fehlt.
Letztendlich ist die Medikation auch nicht dazu gedacht um sich mit stundenlangen lernen können durchs Studium zu Peitschen und dabei ungesund zu verhalten.

Wenn einer 12h lernt sagt es ja noch nicht aus, wie effektiv es war. Man kann auch schwer von kapieren sein und deswegen mehr Zeit benötigen. Es kann gut sein das jemand mit 6h effektiver lernt wie jemand unter 12h .

Trotzdem macht es aus meiner Sicht Sinn, wenn du das Konzentrationszeitfenster erhöhen könntest, damit du mehr Spielraum hast die Stunden mit Pausen über den Tag zu verteilen.

Benötigst du nach Elvanse noch mehrmals unretardiertes Riatlin, dann ist das so . nach 6h ist der Tag ja noch nicht vorbei. Vor allem kannst du froh sein diese flexible Option ergänzend nutzen zu können.

Ich benötigte nach Elvanse auch immer noch Methylphenidat , Methylphenidat alleine muss ich auch mehrmals am Tag einnehmen.

Elvanse und anschließend unret. Ritalin halte ich unabhängig zum Studium für eine ganz normale Medikation.

Also ich studiere ebenfalls aber (noch)Physik, ich nehme meine Medikamente nach Bedarf, ja da hat deine Psychiaterin irgendwie recht, komme damit relativ gut klar. Ich gehe einfach wieder auf meine normale Dosis (60mg) da Elvanse keine Toleranz aufbauen muss, klar hat man Nebenwirkungen aber dafür lerne ich halt besser. 6h am Stück lernen ist schon krass, ich nutze meistens Etappen und Timer (wichtig für mich, weil Zeitblind) also meinetwegen 1h lernen halbe Stunde Pause, 1h lernen halbe Stunde Pause usw. denn womit ich große Probleme habe ist Struktur, ich empfehle dir eine Art Whiteboard oder Flipchart um dir deinen Tagesplan drauf zu schreiben und vielleicht abzuhaken (hat mir sehr geholfen). Ich nutze gerade für die Planung und Probleme mit Essen/schlafen auch gerne KI-Tools (Chatgpt, Gemini, was es sonst noch so alles gibt)