Dopamin detox sinnvoll?

Was haltet ihr von Dopamin detox?

Ich merke immer krasser wie schlecht es mir tut, mein Gehirn ständig mit irgendwelchen Dingen zu füttern.

Dass ich keine Apps zum doomscrollen habe ändert daran auch nichts.

Immer wieder gerate ich tiefer und tiefer in eine Art Überregelungszustand, in dem ich rauche wie ein Schlot und eben so gut wie jede freie Sekunde irgendwelche Podcast oder YouTube laufen habe, oder irgendwas anderes am Handy mache. Also noch mehr als eh schon.

Ich nehme an dass das auch gewissermaßen eine copingstrategie ist, zum einen um die Einsamkeit zu übertünchen, zum anderen um mich von Schmerzen oder anderen Symptomen ablenken zu können und vor allem trotzdem noch zu „funktionieren“, ohne alles komplett fühlen zu müssen.

Neben den vielen negativen Effekten die das haben kann, macht es mich traurig dass ich nicht mal mehr meine Katzen genießen kann wie ich es sonst konnte.

Es ist auch nicht immer gleich schlimm und wenn ich unter Menschen bin kann ich mein Handy für Stunden vergessen. Aber der Trend geht auf jeden Fall in die falsche Richtung, es fällt mir sehr schwer etwas dagegen zu tun und pendelt leider im wieder zurück, sobald ich da nicht mehr den Fokus drauf lege.

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Macht Depressiv wenn man es übertreibt und ein Jo Jo Effekt ist auch gegeben.

Persönliche Meinung: Sehr viele von uns ADHS Betroffenen betreiben zwangsläufig Dopamin Detox schon von klein auf um kein Ärger zu bekommen…

Auf die sanfte Tour scheint es aber ja auch nicht besser werden zu wollen.

Die sanfte Tour ist die Medikation, in passender Dosierung.

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Dann passt meine Dosis wohl nicht. Manchmal frag ich mich eh ob es eine gute Idee war damit anzufangen.

Mit der sanften Tour meinte ich auf sowas zu achten wie „nicht während ein YouTube Video läuft gleichzeitig was googeln, eins nach dem anderen“ oder halt nicht jeden kleinen Moment irgendwie zu nutzen.

Also das Problem habe ich unter Medikation eher weniger, dafür folgend ganz andere, die aber erstmal gleich aussehen wie ohne Medikation.

Also ich weiß ehrlich gesagt einfach nicht mehr was richtig ist und was nicht.

Seit der Diagnose und Medikamenten geht es bei mir bergab, aber das kann halt auch genauso gut mit anderen Faktoren zu haben.

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Wusste ich z.B. schon vor der Medikation nie wirklich so richtig und als ich mit der Medikation begonnen habe, habe ich mir Menschen gesucht von denen ich das Lernen könnte und wurde natürlich erstmal sehr enttäuscht, vielleicht auch wieder einmal von mir selbst, weil meine Erwartungen viel zu hoch waren.

Die Stimulanz ist nur ein Hinweis, eine Brille oder Krücke um dir zu helfen, rauszufinden was du anpassen könntest damit es wieder Bergauf geht und ja es gibt sehr viele andere Faktoren im außen sowie im innen um das Selbst. Anpassen muss man es aber immer selber, vielleicht auch dazu die richtig Passung finden. :white_heart:

Und ganz ehrlich, ich suche selbst noch, was ich anpassen könnte, wo ich reinpassen könnte und dann bleibt immer noch die große Frage ob ich das auch wirklich kann und manchmal auch überhaupt will.

Erfordert oftmals viel Mut zur Veränderung, solche Passungen und Anpassungen.

Ich hoffe, es klingt nicht zu Kryptisch. Bleibt eine Sinnsuche jedenfalls meiner Wahrnehmung nach.

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Und zum Thema Dopamin Detox ( irreführende begrifflichkeit), Reiz Detox wäre vielleicht passender.

Natürlich ist es Sinnvoll für Menschen die ständig nach Reize suchen, Reize zu Dosieren um nicht weiter abzustumpfen und danach immer stärkere Reize zu benötigen aber auch hier ist wieder die Problematik ob man es überhaupt kann geschweige denn will, weil auch das Veränderung bedeutet.

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Ja, das ist mir bewusst. Die Frage ist dann eben wo ich mit den Krücken hin will

Hatte den Begriff Dopamin detox genutzt, weil der ja so auf social Media vertreten ist.

Ja, es ist halt nicht so einfach, wenn es auch als copingstrategie dient. Und wenn diese Strategie weg ist, sind die Gründe dafür ja trotzdem noch da.

Ich will es aber definitiv zumindest bis zu einem gewissen Grad. So dass ich mehr Kontrolle darüber habe.

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Auf jeden Fall nicht mehr dahin zurück wo man ohne her kam. Geht mir zumindest so, da waren ein paar richtig tiefe Löcher dabei. Ich Falle zwar immer mal wieder in die gleichen rein aber mittlerweile sind die nicht mehr ganz so tief.

Ich weiß jetzt nicht wie das bei dir ist, sobald ich das eine nicht mehr machen kann, warum auch immer finde ich recht schnell etwas anderes was ich in der gleichen Intensität mache. Mit Glück ist es auch noch etwas was mich in irgend einer weise weiter bringt, wenn man das so nennen kann.

Was mir jeden Falls überhaupt nichts bringt ist das schlechte Gewissen… das macht mich tatsächlich krank.

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Geht mir auch so. Ich weiß allerdings nicht ob es in dem Fall so wäre, weil ich es ja nebenbei nutze.

Also zum Beispiel Podcast oder so hören, während ich Haushalt mache oder was auch immer.

Und wenn’s mir schlecht geht und ich richtig durch pushen muss ohne dass ich mich davon ablenken kann, fange ich halt wirklich an zu weinen vor Schmerzen/Erschöpfung und den Gedanken die dann aufkommen. („Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, aber ich muss. Ich fühle mich so alleine mit allem“ etc)

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Das Problem ist halt, dass sich das immer wieder unbemerkt auch in die Momente schleicht, in denen es auch ohne gehen sollte. Und ist dann eben eine Gewohnheit.

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Liebe @Tagträumerle
Ich verstehe Deine Verzweifung wirklich voll und ganz, da auch ich momentan mal eine Pause brauche.

Und das aber nicht weil ich alles an der heutigen Social Media Welt einfach Scheisse finde, auch wenn es ohne Frage vieles darunter gibt, was sich wirklich schlecht auf Menschen auswirken kann.

Aber eben, „nicht alles ist Scheisse, oder schadet den Menschen“, so wie z.B. hier unser Adxs.Forum nicht.

Trotzdem kommt man eben irgendwann an einen Punkt, an dem man plötzlich sehr deutlich spürt: „Hey ihr Lieben Menschen da draussen, ihr wisst ich Liebe euch, und ihr seid mir nicht egal, aber jetzt momentan, muss ich wirklich mal eine „Social Media Pause“ einlegen, und das aber nur deshalb, weil ich mich manchmal einfach overboardet fühle, und ich meinen Synapsen deshalb unbedingt mal eine Ruhephase gönnen muss“.

Und das ist auch okay, und ich denke das sich das wirklich jeder Mensch ab und zu mal gönnen sollte.

Und ausserdem geht es ja nicht darum das man deshalb „für immer“ von der Bildfläche verschwindet, sondern wie gesagt: „einfach nur mal eine Pause einlegt“.

Ich selbst habe jetzt z.B. vor das ich erst wieder nach meinem Umzug in meine neue Wohnung hier im Forum wieder schreiben möchte, und bis dahin ist es zeitlich nicht mal mehr sehr weit entfernt.

Heisst die Frist die ich mir gesetzt habe, um mal wieder ein bisschen „runter zu kommen“, sind vielleicht so ca. 2 Monate, und danach, Naja das lasse ich jetzt lieber mal noch offen.

Aber jedenfalls denke ich darüber nach, wie wir alle hier im Forum, vielleicht mit neuen „alten“ Themen, oder vielleicht auch wirklich „brandneuen Themen“, und zwar zwecks der Absicht einer „positiven Erbauung“, dem Forum vielleicht mal wieder sozusagen ein „neues Leben einhauchen könnten“, und zwar so das wirklich jeder hier, wieder richtig Spass daran hat ein Teil dieses ADHS Forums zu sein.

In der Zweischenzeit will ich mir mal wieder für etwas sehr wichtiges aus meinem Leben Zeit nehmen, nämlich um mal wieder richtige Bücher, aus Papier zu lesen, da ich das leider verlernt habe.

Bis dahin Liebe Tagträumerle, hier ein Song von den „Toten Hosen“ für Dich. :white_heart:
Echt Schade das die aufhören wollen, andererseits aber auch gut verständlich für mich, denn wie gesagt: „Jeder Mensch braucht auch einfach mal eine Pause“. :person_in_lotus_position: :lotus: :teacup_without_handle: :candle:

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Hast du denn einen Therapieplatz? Solche Gedanken sollte man ernst nehmen.

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Also Ja, da gebe ich unserem Lieben @anon38849489 natürlich absolut Recht.

Heisst wenn Du Liebe @Tagträumerle derzeit unter Depressionen leidest, und aber jetzt während Deinen schweren Zeiten momentan niemand zum reden hast, dann wäre das jetzt in Deiner momentanen Situation sogar wirklich ehr kontraproduktiv, heisst wenn Du Dich jetzt vor anderen Menschen vielleicht restlos zurück ziehen würdest, oder im schlimmsten Fall von allem, womöglich sogar den Kontakt zur Aussenwelt komplett abbrechen würdest.

Deshalb bitte ich Dich, schreibe hier über Dich, und schreibe bitte einfach frei von der Leber, denn niemand hier wird Dich verurteilen, sondern sogar das Gegenteil davon, und das jedenfalls z.B. hoffentlich heisst, dass die sogenannte „Schwarm Intelligenz“ dieses ADHS Forums hier, Dir hoffentlich irgendwie weiter helfen kann. :white_heart:

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Da stimme ich dir absolut zu. Es gibt gute und schlechte Seiten.

Wünsche dir eine gute Auszeit und einen reibungslosen Umzug :slightly_smiling_face:

Hab ich auch schon viel zu lange nicht mehr gemacht. :sweat_smile:

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Nein, aktuell nicht mehr.

Ich denke nicht dass ich Depressionen habe.

Diese Gedanken betreffen nicht das Leben im Ganzen, sondern die Umstände bzw jeweiligen Situationen.

Wie bei dem Beispiel mit dem Wäsche aufhängen. Es ist einfach hart, wenn man ständig von Symptomen geplagt ist und trotzdem alles am Laufen halten soll als wäre nichts.

Wenn ich aber nicht da durch pushe, entstehen wieder andere, zusätzliche Probleme. Die sich immer mehr anhäufen und dementsprechend dafür sorgt, dass ich immer weniger das Gefühl habe dem „ich kann nicht mehr“ nachzugeben zu dürfen, wenn ich nicht die Kontrolle verlieren möchte.

Da gebe ich dir Recht. Allerdings habe ich nicht wirklich das Gefühl dass ich dazu wirklich die Möglichkeit habe.

Ich versuche Hilfe zu bekommen. Zuletzt war ich beim SPZ, vor mittlerweile 8 Monaten. Pflegestufe beantragt, wurde mit 0 Punkten bewertet. Antrag auf BeWo (ambulant) gestellt. Seit 6 Monaten warte ich darauf dass es los gehen kann. Die wissen auch nicht so richtig wie sie mir helfen sollen. Am Mittwoch habe ich einen Termin, dann soll es wohl tatsächlich los gehen. Aber in dieser ganzen Zeit musste ich ja weiter alleine klar kommen und zusätzlich alles in die Gänge setzen um Hilfe zu bekommen, Termine wahrnehmen etc.

Und ich weiß immer noch nicht ob BeWo überhaupt die Möglichkeiten hat mir tatsächlich zu helfen.

Es ist also nicht so als ob ich nicht versuche es ernst zu nehmen, mir Hilfe zu holen, meinen Umgang damit zu verändern und so. Bisher funktioniert es bloß einfach nicht.

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Ich würde es nicht als Dopamin Detox bezeichnen, sondern eher Reize vermindern. Ich bin auch gerade dabei. Hab mich von Instagram getrennt (hat mir echt nicht gut getan) und versuche auch weniger am Handy mit sinnlosem Kram zu sein. Ich versuche dafür meinen Fokus wieder auf „gute“ Reize zu setzten. Mehr Musik, Podcasts, die weniger mit ernsten Thematiken bestückt sind. Ich höre mir z.b. gerade Kack-und Sachgeschichten (ist sehr witzig , wenn man auf sehr stumpfen Humor steht) an. Ich hab mir mal wieder ein paar Mangas geholt und mir auch mal vorgenommen Serien zu Ende zu lesen, bei denen ich zwar alle Bände habe, aber noch nicht zum Schluss gekommen bin. Ich versuche mich wieder mehr mit meinen Freunden und meiner Familie zu beschäftigen. Also sprich wieder mehr rausgehen, Brettspiele spielen, treffen und Eisessen gehen und vielleicht auch einfach mal nur die analoge Welt genießen. Also raus in die Natur. Ich hab letztes Jahr Geocaching für mich wieder entdeckt. Da gibt es z.b. auch sogenannte Mysteries, bei denen man Rätsel lösen muss, um an die Finalkoordinaten zu kommen. Das macht mal mehr und mal weniger Spaß, aber das suchen der Caches ist ein prima und Zeitfüllender Zeitvertreib, bei dem man als ADHSler voll auf seine Kosten kommt. Stichwort kleine Belohnungen.

Ich habe allerdings aufgehört mich zu fragen, wie muss es sein, warum kann es nicht anders sein, wieso erst jetzt und so weiter. Ich hab aufgegeben, mir selbst die Schuld an allem zu geben und ich habe aufgehört mich selbst zu bestrafen. Ich versuche im hier und jetzt zu bleiben, durch die Medikamente hab ich dieses starke Oberthinking auch nicht mehr so häufig. Ich kann nicht mehr ändern, was war ich kann nur damit arbeiten, wie es ist und das beste draus machen. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich die Welt, wie sie mit mir umgeht, nicht ändern kann. Was ich aber sehr wohl beeinflussen kann ist, wie viel ich davon an mich ran lasse. Also Stichwort Soziale Medien, Menschen die mir nicht gut tun und so weiter.

Ich weiß nicht, bekommst du Medikamente? Bist du richtig eingestellt? Hast du das für dich richtige Medikament? Das sind ja auch schon mal Faktoren, die beeinflussen, wie es mit einem weiter geht. Wie alt bist du? Macht auch ein großen Anteil aus, ob man noch in der Selbstfindungsphase ist oder ob man schon ein wenig Erfahrungen gesammelt hat und dadurch evtl anders kompensieren kann. Wen hast du bei dir im Hintergrund? Setzt sich deine Familie und deine Freunde für dich ein? Helfen sie dir, haben sie Verständnis? Wenn nicht, kann vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe für dich eine Option sein? Oder auch wenn du Menschen hast, die dich halten. Manchesmal ist es ja doch schon noch etwas anderes wenn man Leute hat, die wissen wovon man spricht.

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