Hallo, ich habe ein paar Gedanken, die mir seit mehreren Wochen im Kopf herumspuken und wollte sie mal hier teilen.
Mitte 30, lasse mich seit knapp 5,5 Monaten (zum ersten mal seit 17 Jahren) medikamentös für ADHS behandeln.
Ich habe die Diagnose mit 13 bekommen und von dort ab bis 18 Medikinet bekommen. Mir ging es damals, so ab dem 4. Jahr der Medikation nicht besonders und ich hatte keine gute Zeit, ich war leicht antriebsgemindert, war manchmal leicht traurig. Man hat damals vermutet, dass das an den Medikamenten lag, woraufhin die abgesetzt wurden und die damalige Meinung eines Arzteswar: „Der hat kein ADHS, der ist erwachsen, der hat nen Führerschein“ (natürlich vollkommener Stuss, dieser Spruch!) gemacht.
Heutzutage bin ich klüger und habe bereits mit Therapeuten und Ärzten darüber gesprochen. Es war vermutlich keine direkte Nebenwirkung, sondern das Medikament hat wohl mit einer Stoffwechsel-Umstellung meinerseits seine Wirkung verloren und ich war sehr gefrustet zu dieser Zeit, weil ich schulisch und privat kaum noch was hinbekommen habe.
Aber genug dazu und zum konkreten Thema:
Ich habe diese Zeit, die letzten 17 Jahre mal versucht etwas „aufzuräumen“, speziell die letzten 5 Monate, seitdem ich wieder für ADHS behandeln lasse. Mir sind viele Dinge aufgefallen, habe vieles umgedeutet (gescheiterte Beziehungen, abgebrochene Studiengänge und mehr…) und neu bewertet.
Eine Tatsache dabei hat mich am meisten beschäftigt: Ich war schon immer jemand der sich „solala“ gefühlt hat. Ich war als Kind, Jugendlicher und in meinen 20ern jemand, der sich nur schwer an Dingen erfreuen konnte und wenn ich mich mal gut gefühlt habe, war das immer nur von kurzer/mittlerer Dauer.
Das „solala“ war/ist schon Standard, und ab Anfang 20 kam es alle paar Jahre (auch durch abgebrochene Studiengänge, damit zusammenhängende Umzüge etc.) vor, dass ich einen schlechteren psychischen Zustand erreicht hatte. Ich weiß nicht, ob ich das Depression nennen soll, wahrscheinlich eher depressiv „verstummte Phasen“.
Aber es geht mir nicht um diese depressiven Verstummungen, sondern eher an diese, wie ich sie beschreibe „solala-Phasen“ - Nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht und das zieht sich bei mir durch das Leben, aktuell ist es auch so.
Da stelle ich mir halt die Frage, ob das wirklich nur das Dopamin-Defizit ist (oder vielleicht ein Zustand, der schon sehr früh durch ein Dopamin-Defizit ausgelöst wurde?"!) oder etwas anderes. Bei meiner Recherche bin ich auf das Krankheitsbild der „Dysthymie“ gestoßen. Hatte ich vorher noch nie etwas von gehört, aber in der Symptombeschreibung habe ich mich wieder gefunden. Das passt schon sehr gut, aber dennoch vertraue ich „Dr. Google“ nur bedingt und lasse das selbstverständlich anständig abklären, bevor ich mich da in etwas verrenne.
Wie bereits auch am Anfang erwähnt, befinde ich mich gerade in medikamentöser Behandlung. Erst mit Medikinet (adult retard), aber da das nach 5 Monaten nichts gebracht hat, bin ich auf Elvanse (30mg) umgestiegen und befinde mich gerade (auch erst) in der 3 Woche. Ich fühle allerdings jetzt auch noch nichts. Werde mit meinem Therapeuten nochmal über eine Dosis-Erfhöhung sprechen und habe auch ein Erstgespräch bei einer Psychotherapeutin (Therapie dauert aber noch, weil die Warteliste sehr lange ist).
Das war mehr Text, als ich wollte, aber mir war es wichtig, eine Herleitung zu schaffen zur eigentlichen Frage:
Gibt es jemanden, der sich bereits mit den Themen Dysthymie in Verbindung mit Medikamentenwirkung beschäftigt hat, oder selbst davon ist, dass eine Dsythymie die Medikamenten-Wirkung beeinflusst?
Ich frage mich nämlich (was wahrscheinlch erst eine längere Therapie final offenbart) ob ich von Dysthymie (oder vielleicht auch von etwas anderem) betroffen bin und deshalb die Medikamentenwirkung negativ beeinflusst ist und es deswegen nicht wirkt.
Bitte um Verzeihung falls der Text etwas durcheinander ist.
Newby