Eidetisches Gedächtnis - in Bildern denken

Grüßli Müsli,

in diesem Beitrag würde ich gerne das Denken in Bildern & das „Eidetische/Fotografische Gedächtnis“ thematisieren!
Dabei habe ich keine wirklich konkrete Fragestellung, dennoch würde mich interessieren, was ihr dazu zu sagen und gegebenenfalls zu berichten habt.

Ich habe nun schon seit langem bemerkt, dass ich scheinbar ein anderes Denken als die Personen aus meinem Umfeld habe. Gerade weil ich sehr viel in Schemen/Mustern/Grafiken denke, wobei es mir schwer fällt zu Verbalisieren, ich jedoch ohne Mühe ein komplettes Bild dazu anfertigen kann.
Mir ist auch aufgefallen -da ich mir sehr gerne Videos zu gewissen Themen anschaue, die mich sehr interessieren wie zb. „Wie funktioniert ein Teilchenbeschleuniger“ und und und- dass ich mir die Bilder zu den Erklärung wesentlich besser merke, als die Worte. Das Gesagtes kann ich dann kaum wiedergeben, obwohl ich es einwandfrei verstanden habe. Jedoch kann ich die Grafiken, welche sich in meinem Kopf verewigt haben, genau so aufzeichnen, um es besser zu erläutern. Im Musikunterricht hat sich die Fähigkeit entbirgt, dass ich gehörte Stücke im Detail auseinander nehmen und in Grafischen Schemen darstellen kann - was mir nicht wirklich originell erschien, jedoch waren alle anderen fasziniert davon.

Dann ist mir in den letzten Monaten auch aufgefallen, dass ich Dinge die ich kurz sehe, trotz der kurzen Zeit nahezu genau so wieder abrufen und Zeichnen kann. Gerade Räume oder Gebäude kann ich gut mit vielen Details zeichnen. Dabei kann ich die Perspektive im Kopf beliebig verändern und genau so aufs Blatt bringen. Auch Geometrische Gebilde, Lebewesen, Möbel etc. kann ich im Kopf von überall betrachten und zeichnen.
Mir bleiben dabei oft Details im Kopf hängen (wie zum Beispiel der Löffel vor der braun gemusterten Kiste auf dem Mittleren Regal, in welchem sich 5 Plastikkisten befinden -jeweils Blau und Grün- im ersten Raum der Praxis meines Therapeuten/ wo ich das letzte mal vor 2 Monaten drinnen war) manche Sachen sind jedoch etwas verschwommen, dabei weiß ich nur dass etwas an genau der Stelle war, jedoch nicht mehr was.
Ich kann auch die Möbel des Raumes im Kopf umstellen, neue Räume Konstruieren oder Querschnitte von einmalig Gesehenen Orten erstellen. Jedoch ist meine Orientierung unglaublich miserabel, wobei ich mir die Frage stelle, wie beides zusammen passen kann?

Nun, ich bin vor kurzem durch mehrere Recherchen auf den Begriff „Bilderdenken“ gestoßen, habe mich mit dem Thema beschäftigt und super gut wieder erkannt. Ganz lustig war auch dieser Test, bei dem für 20 Sekunden ein Bild gezeigt wird und danach alles was noch hängen geblieben ist, aufgeschrieben werden soll. Ich kann so etwas nicht in Worte fassen, daher habe ich es einfach aufgezeichnet.

Kurz darauf habe ich mich mehr mit dem(den) Begriff(en) „Eidetisches Gedächtnis/Fotografisches Gedächtnis“ auseinander gesetzt. Früher bin ich jedoch immer davon ausgegangen, dass man sich dabei alles was man anschaut genaustens merken- und genau so wieder abrufen kann. Wie zum Beispiel eine Buchseite, sowas kann ich jedoch überhaut nicht.
Andererseits kann ich Bilder von früher abrufen, diese könnte ich auch aufzeichnen. Nun stellt sich mir die Frage, ist das was ich beschreibe ein Eidetisches Gedächtnis ? Mir war bis vor kurzem gar nicht bewusst, dass nicht jeder dazu in der Lage ist. Ich hätte nun wirklich gerne ein wenig mehr Klarheit und Verständnis für mein Denken, da mich diese Unwissenheit unheimlich quält. Dazu wäre es wirklich grandios jemanden zu finden, der genau so Denkt und versteht was ich beschreibe!

Das ist ein interessante Thema. So wie du hab ich es zwar nicht, aber ich versuche auch schon seit einer ganzen Weile herauszufinden, was meine Art zu denken so anders macht als die anderer Menschen. Ich denke auch in Bildern. Heißt, wenn ich etwas erzähle, dann läuft ein kleiner Film in meinem Hirn ab. Wenn ich jemandem zuhöre und er erzählt von Person X, dann habe ich ein Bild zu Person X im Kopf, ohne die Person jemals gesehen zu haben - genauso wie beim lesen. Darum kann ich so gut in spannende Romane versinken. Weil ich das, was ich lese, einfach erlebe. Darum kommen mir manche Charaktere in Filmen richtig schräg vor, weil sie eben nicht so aussehen, wie sie auszusehen haben :wink:

Ich habe mal meinen Freund gefragt, wie er denkt. Antwort: „öhm, also ich denke halt.“
ich: „Ja aber du musst dabei doch irgendwas sehen oder hören oder so?“
er: „nein, da ist einfach nichts“

wie das gehen soll ist mir schleierhaft. Wenn ich über etwas nachdenke, dann sehe ich entweder etwas dazu, oder es ist, als würde jemand mit mir sprechen (und nein, ich habe keine Stimmen in meinem Kopf :stuck_out_tongue: )

Ist es das, was du meinst?

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Cool…
Beinhaltet nur leider das Risiko, dass ein Thread zerfasert, weil andere darauf eingehen. Unf wenn Du auf etwas antwortest, und die Antwort wieder ein Bonusthema beinhaltet, können wieder andere darauf eingehen.
Am Ende zerstört es die Lesbarkeit.
Ich wäre Dir daher sehr dankbar, wenn Du die Bonustexte nicht dranhängen könntest.
Du könntest dafür einen eigenen Tagebuchthread im dafür vorgesehenen Bereich eröffnen… Der darf zerfasern, denn die Klammer des Threads dort ist Deine Person…

Beste Grüße

UlBre (als Mod)

Oh, natürlich alles klar, das klingt plausibel.
Dann werde ich die Texte nochmal im einzelnen veröffentlichen! - soll ich diesen aus meinem Beitrag entfernen? ( sofern das noch möglich ist )

Danke Dir!!!

Kopier es einfach in Deinen Tagebuchthread. Wenn Du es nicht raus kriegst, und es verwirren sollte, lösch ich es mal.

Ich finde das Themen der unterschiedlichen Denkweisen auch extrem interessant, da mit bis vor kurzem die immensen Unterschiede der Gedankenwelt gar nicht bekannt war.
Ich bin das genaue Gegenteil vom denken in Bildern. Bei mir läuft non stop ein (oder mehrere) innerer Monolog ab, der lediglich unter der ADHS Medikation etwas ruhiger wird aber nie wirklich verstummt. Ich denke ausschließlich in Worten und Gefühlen und kann gar nichts außerhalb eines Traumes visualisieren… Bis vor kurzem dachte ich das ist bei allen so. dann habe ich festgestellt das ich Aphantasie habe, mein Gehirn hat im Wachzustand nicht die Möglichkeit Bilder mit dem inneren Auge zu visualisieren. leider gibt es zu diesem Thema noch nicht viel Wissen, da es erst seit kurzen wissenschaftlich untersucht wird, aber angeblich haben ca 0.9% der Bevölkerung Aphantasie.
Das denken in Bildern finde ich extrem interessant, was mich interessieren würde wie sich diese 2 Gegensätze in der Herangehensweise und in den Talenten etc. auswirken. Ich selbst bin ein sehr logisch analytisch denkender Mensch… ( und ja im zeichnen bin ich echt mies :wink: )

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Es kommt auf die Bildern an. Ich beneide dich und wünsche mir öfters Aphantasie zu haben.

ja, kann ich mir denken. Gerade zusammen mit ADHS stelle ich mir ein richtung photographisches Gedächtnis gehende art sehr anstrengend vor auf grund der reizfilterschwäche und der unmengen an asoziationen die das wieder auslösen kann.
Inweifern macht es dir denn Probleme?

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Ich habe kein photographisches Gedächtnis, aber es kann ziemlich angstauslösend sein, wenn man in Bildern denkt. Dazu eine Neigung zu kreativen Katastrophieren hat.

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Ich habe kein photografisches Gedächtnis, von wegen, meistens habe ich etwas wieder vergessen bevor ich auf drei zählen konnte, kann mir nur etwas in Gedanken ausmalen, was wahrscheinlich damit zu tun hat das ich gerne Male. :joy:
Heisst bevor ich mein Mal Zeug auspacke habe ich bereits ein fertiges Bild im Kopf, obwohl es oft dann ganz anders herraus kommt. Denn wenn ich aktiv am Malen bin verändert sich dieses ursprüngliche Bild im Kopf während dem Malen, ausserdem bin ich ja nicht Leonardo da Vinci. :rofl:
Meistens Male ich aber aus dem Bauch raus, lasse mich treiben, habe höchsten eine „Ahnung“ ein „Bauchgefühl“ davon was am Ende dabei heraus kommt. :wink:
P.s. wenn ich am Malen bin vergesse ich die Welt um mich herum, wie nennt man diesen Zustand nochmals, Hyperfokus oder so ähnlich?.

Hypermalus?

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:+1::heart::joy::rofl:

Sorry, schon eine zeitlang her, dass du den thread gemacht hast… anyhoo, hab’s ganz gleich. Bzw. vielleicht Mischtypus mit kinesthätischer Verarbeitung, aber alles visuelle fällt mir einfach unglaublich leicht. Da spielt einfach vieles rein. Bekannt ist es, wie du erwähnst, meist daruch, dass manche eben dieses eidetische Gedächtnis haben können, doch implizit dabei sind eben noch die visuelle Wahrnehmung und Verarbeitung an sich und wie man etwa inneren Monolog hält. Eher auditiv mit einer Stimme, eher mit Bildern, mit Gefühlen… Am Ende wahrscheinlich meist gemischt, mit einer Tendenz oder Ausprägung in eine bestimmte Richtung.

Passenderweise hab ich gestern zufällig eben über Repräsentationssysteme etwas gehört, als Teil eines Webinars. In dem Webinar wurde viel Gutes gelehrt, doch bei dem Thema musste ich ein wenig inne halten, da man dazu online vor allem auf NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) stößt, was mich die Wissenschaftlichkeit ein wenig infrage stellen lässt. NLP interpretiert da einfach noch ganz viel rein, sieht die Systeme als absolute traits und gibt den Systemen eine größere Bedeutung, auch wenns ums Spiegeln (also pacing, matching) von Menschen geht, um guten Rapport aufzubauen. Aber gut, genug ausgeschwiffen. Diese Büchse der Pandora mach ich erstmal wieder zu…
Es geht letztlich nämlich einfach darum, mit welchem Sinn Informationen vorrangig verarbeitet werden und das kann situativ unterschiedlich sein. Das was dann für mich, auch wissenschaftlich betrachtet, eher nachvollziehbarer ist, sind die Lernstile, die sich eben in visell, auditorisch oder kinesthätisch einordnen lassen. Davon ausgehend gibt es noch andere Modelle, etwa nach Kolb (ja, hab erstmal gegoogelt), wobei sich der visuelle Stil von uns wahrscheinlich am ehesten dem „Divergierer“ zuordnen lässt; also ein Denkstil der gut mit Beobachtung, Vorstellungsfähigkeit und Perspektivenwechsel etc. arbeitet.
Vllt da ein Link zu Stangls Arbeitsblättern, Lernstile nach Kolb