Eindosiering Medikinet Junge fast 8

Hallo.

Ich suche nach Hilfe umd Austausch.

Mein Sohn soll nun Medikinet unretardiert erhalten da er in der Schule oft abwesend ist, langsam ist, unkonzentriert. Er ist motiviert aber dennoch reichte die Zeit oft nicht. An vielen Tagen schrieb er einen Satz in über 25 min.

Wir haben ihm nun 5 mg zum Start gegeben für eine Woche. Dann 10 für 7 Tage und dann 15mg.

Bei 5 war zuhause nichts zu merken

Bei 10 habe ich das Gefühl das er nach der Schule nicht mehr so ko ist und Hausaufgaben möglich waren. Auch saß er ruhiger am Wochenende auf dem Stuhl.

Aktuell ist er bei 15 mg. Am Samstag wurde auf15 angepasst. Er sagte das er oft traurig war morgens. Er nun mehr fühlt und mitbekommt. Er trotzdem sich manchmal nicht konzentrieren kann und durch Mitschüler abgelenkt ist. Nach der Schule war er aber immer fröhlich und ausgelassen.

Seit den Tabletten ist sein Schriftbild besser . Durch Anpassung der Zeit ( er bekommt es nun 7 Uhr ) sagt er das er sich nicht mehr so traurig ist. Schule beginnt 8 uhr.

Früher hat er kaum einen test ohne extra Zeit geschrieben und dennoch nicht alles geschafft.

Seit 5mg konnte er sich im test sich konzentrieren und benötigte auch nicht so viel Motivation von der Lehrerin. Auch keine extra Zeit. Noten 1

Letzte Woche wo 15 mg noch neu war war er oft weinerlich. Stand hilflos rum beim Herbst Projekt.

Morgen rede ich erneut mit der Lehrerin.

Der Arzt sagt wir sollen 20 mg testen.

Ich bin unsicher. Er kann mir auch nicht sagen wie es für ihn genau ist. Nur das es ihn noch stört wenn andere rum laufen . Mir ist aufgefallen das wir weniger Hausaufgaben machen müssen.

Ich will versuchen 1x in der Woche mit der Lehrerin zu reden .

Die Tabletten würde ich auch in den Ferien geben

Bin unsicher fals es noch nicht viel besser ist in der Schule, ob dann 20 mg sinnvoll sind. Oder ob man noch eine 2 oder dritte Woche 15 mg lässt . Damit er erst mal damit lernt umzugehen.

Mich hat mein Bauchgefühl verlassen

Hoffe aufTipps

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Willkömmchen :adxs_wink:

Die Dosisstärke lässt es zwar vermuten, aber du schreibst von Tabletten.

Geht es um Medikinet (Tabletten, nicht-retardiert, 3-4h Wirkdauer)

oder um Medikinet Retard (Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung; 50/50 Freisetzung; 50% nicht-retardiert / 50% verzögert; 5-8h Wirkdauer) ?

Bei Medikinet müsste spätestens alle 3h versetzt eine weitere Dosis folgen.

Bei Medikinet Retard ca. 30-45Min. vor dem therapeutischen Wirkende (oft zwischen 5-6h nach Einnahme) eine zweite Dosis (anfangs testweise die Hälfte der Dosis von morgens; notfalls aber die gleiche Dosis nochmal).

Das, um einen Rebound vor / kurz nach Schulende abzufedern.

Es geht um Tabletten unretardiert

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Oki, habe oben ergänzend noch etwas hinzugefügt.
Dass er sich nach ~3h Wirkung oder spätestens nach Ende der Schulzeit K.O. fühlt, könnte durch die begrenzte Wirkdauer und den darauffolgenden Rebound erklärt werden.

Die Dosis nun weiter zu erhöhen, aber bei nur einer Dosis zu bleiben, würde das nicht verbessern. Die Dosisstärke bestimmt beim Wirkstoff MPH leider nicht die Wirkdauer.

Es müssten also weitere Einzeldosen in 3h Abständen während der Schule folgen, oder auf Medikinet Retard umgestellt werden.

Aber auch beim Retard Präparat dürfte nach 5-6h eine zweite Dosis notwendig sein. Manchmal reicht dann aber schon die Hälfte von morgens, um bloß den Wirkspiegel auf einem ähnlichen Niveau zu halten.

Aber auch diese zweite Doss müsste rechtzeitig vor Wirkende der Dosis vom Morgen eingenommen werden, um den therapeutischen Wirkspiegel aufrechtzuerhalten.

Sollte dieser Zeitpunkt in die Schulzeit fallen, müsste man das irgendwie regeln.

Bei Medikinet Retard muss allerdings vor jeder Einnahme eine Mahlzeit erfolgen, um die verzögerte Freisetzung des retardierten Anteils in der Kapsel zu gewährleisten.

Die Unterschiede sieht man hier:

Medikinet Retard = Medikinet Adult (bloß ein anderer Name - aus zulassungstechnischen Gründen)

Er ist nicht mehr so erschöpft Seit medikament.

Rebound haben wir gar nicht

Er war ein paar Tage am Morgen traurig. Nun alles besser.

Habe dennoch das Gefühl das es nicht reicht.

Kann es sein das er sich daran gewöhnen muss sich konzentrieren zu können?

Der Rebound bzw. schwankende Spiegel in der Neurochemie sind entscheidend.

Die Tablette wirkt maximal 3h therapeutisch ausreichend.
Danach fällt der Spiegel rapide ab.

Dann kommen Symptome teilweise verstärkt zurück.

15mg nicht-retardiert entsprechen 30mg retardiert.
Man kann natürlich nochmal erhöhen auf 20mg, aber das entspricht dann schon 40mg retardiert.

Es verlängert allerdings die Wirkdauer nicht.

Bei Tabletten fällt der Spiegel unabhängig von der Dosis immer genauso schnell ab. Je höher jedoch die nicht-retardierte Dosis, desto eher spürbar wird der Rebound, weil es starke Schwankungen im Hirn verursacht.

Sinnvoller wäre es daher, anhand der nicht-retardierten Tabletten die optimale Einzeldosis zu ermitteln und anschließend auf ein Retard Präparat umzusteigen, um die Wirkdauer zu verlängern.

Wenn also 10mg nicht-retardiert am besten funktioniert hat, wäre eine Umstellung auf 20mg Retard ein sinnvoller Schritt.

Wenn 5mg gut funktioniert haben, wäre 10mg Retard ein sinnvoller Schritt.

Und dann auch eine zweite Dosis mittags (oder zwischen 4-6h nach der Dosis am Morgen), um einen fortlaufenden Wirkspiegel zu erreichen, ohne überzudosieren.

Nur müsste dann vor jeder Einnahme des Medikinet Retard unbedingt eine (idealerweise vernünftige) Mahlzeit eingenommen werden.

Ok . An sich muss ich glaub warten ob es laut lehrer in der Schule besser klappt. Und wenn nein dann 20 mg geben. Wenn ja 15 mg lassen.

Da er in der Grundschule ist und es reicht wenn es ca 3 h wirkt ( da sind die wichtigen Fächer wie mathe und deutsch) denke ich muss es nicht unbedingt länger wirken.

Das adhs stört uns im Alltag nicht. Nur in der Schule weil er unkonzentriert und langsam ist.

Darüber kann man natürlich streiten.
ADHS hat man aber den ganzen Tag.

Man würde das Kind ungern dem rapiden Abfall des Wirkspiegels aussetzen wollen. Das bekommt von außen keiner mit - das Kind leidet womöglich aber darunter.

Wenn es außerhalb der Schule funktioniert, fein.
Dann dürfte ein Retard Präparat ja diesen Zeitraum möglicherweise bereits ausreichend abdecken.

Bezüglich möglichen Sorgen alá „Ich möchte mein Kind nicht unter Drogen setzen“ oder ähnlichem gibts hier im Forum einige Themen von Eltern. Dazu gerne oben die Lupe / Suchfunktion nutzen.

Da sollte man keine unnötigen Sorgen haben.
Ein stabiler Tagesverlauf ist wichtiger.

Ich würde das zumindest unbedingt mit dem Arzt besprechen, ob 20mg nicht-retardiert sinnvoller wären, als auf Medikinet Retard oder alternativ auf Ritalin LA (keine Mahlzeit vor der Einnahme notwendig - praktisch während der Schulzeit) umzustellen und der Umrechnungstabelle zu folgen, wo doch 5-10mg nicht-retardiert bereits erfolgreich zu sein scheinen.

Wie gesagt - 20mg nicht-retardiert wird die Wirkdauer nicht verlängern (und möglicherweise auch nicht verbessern, sondern wieder verschlechtern, wenn der Sweet Spot überschritten wird (siehe Inverted-U) aber der Crash am Ende des therapeutischen Wirkzeitfensters wird fürs Kind spürbarer werden.

Hier gibts bezüglich Eindosierung bei Kindern auch noch hilfreiche Infos: https://kinderarzt-giessen.de/wp-content/uploads/2020/06/ADHS-Neurobiologie-erfordert-genaue-Medikamentendosisbestimmung.pdf

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Wenns unretardierte Tabletten sond wären ja 20 mg schon 40 mg retard. Mit 15 War es nicht s o tlll wenn ich das richtig erinnere folglich könnte es sinnvoller sein bei den 10 mg zu bleiben und ca. 30 min vor Wirkende 5 oder 7, 5 ng nachzunehmen um die Wirkung zu verbessern- vielleicht ist es eher das was fehlt statt zu hoch zu steigern.
Er kann es nicht beschreiben, du vermutest und das zeigt ja das ihr das Medikament und die Wirkung eher kennenlernen müsst statt zu schnell zu viel und zu hoch.

Das sind ja hochpotente Mittel die manchmal auch für die psychische Wirkung einige Zeit brauchen und nicht wie ein Schmerzmittel jetzt voll wirkt.

Liegt aber mehr daran, das das Adhs Gehirn auch Zeit mit Ruhe braucht um sich auch mit den freigewordenen Kapazitäten andere Verknüpfungen und Verästellungen anzulegen/ auszubilden und neue Netzwerke zu erbauen. Wenngleich genug Effekte auch immer sofort abgerufen werden

Ok danke. Er sagte nur 15 mg findet er gut. Und soll so bleiben.

Dann lass ich es erst mal auf 15 mg. Und er hat so die Chance sich darannzu gewöhnen.

Ich habe langsam das Gefühl ich frage ihn zu oft wie es ihm damit geht. So hört er glaube unbewusst mehr in sich rein.

Ich werde berichten was die Schule sagt ob was zu merken ist.

Er bekommt es ja daher. Die Lehrer beschreiben ihn ohne Med als abwesend unkonzentriert und das es merkbar ist , das er Lust hat aber es nicht geht.

15mg unretardiert ist schon eine ordentliche und keine geringe Dosis! Der erste Schritt wäre tatsächlich, dass du mit der Lehrkraft kommunizierst um zu erfahren wie es in der Schule läuft. Wie ist es denn am Wochenende? Was beobachtest du da?

Sowie es sich anhört, glaubst du ja schon, dass auch eine geringere Dosis wirkt. Das muss beobachtet werden, denn nicht immer ist eine höhere Dosis besser (Rebound, Überdosierungssymptome etc.). Unretardiert wirkt halt maximal 3 Stunden. Wenn er es um 7 wertvolle, kann die Wirkung um 10 schon wieder weg und ein Rebound da sein.

Am Wochenende wirkt er ausgeglichen. Kann still sitzen. Macht TV aus und will spielen, auch Brettspiele. Das war vorher nicht. Sein redefluss ist weiterhin viel aber er kann den roten Faden im Gespräch halten. Appetit ist ok. Da haben wir kaum Veränderung.

Auch wenn diese Wirkung ende ist merke ich nach der Schule das ihm Hausaufgaben leichter fallen. Als ob er nun mehr Zugang zum Hirn und Motivation hat.

Er wirkt nicht mehr überlastet und hat mehr Kapazitäten übrig für den ganzen Tag.

Auch einschlafen ist ohne Probleme möglich

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Eigentlich hört sich das alles doch gut an. Um die Schulzeit möglichst abzudecken, könnt ihr auf Medikinet Retard umstellen, wenn er auf 5-6 Stunden kommt, ist damit ein normaler Grundschulvormittag doch abgedeckt? Und weil das Gehirn am Vormittag Unterstützung hatte, ist er auch am Nachmittag besser drauf.

Ich persönlich würde insbesondere bei einem Kind bei der kleinstmöglichen Dosis bleiben, Wirkungen und Nebenwirkungen / Rebound abwägen. Und tatsächlich würde ich nicht zu oft fragen wie es ihm geht sondern beobachten, Lehrkräfte am Vormittag, ihr Zuhause / Wochenende. Mit 8 ist er wirklich noch sehr klein und vielleicht überfordert mit dieser Frage.

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Danke

So langsam kommt es zurück. Das gute Gefühl. Ich habe nun eine Richtung.

Der Arzt wollte da mein Sohn leicht ist 22 kg und klein für sein Alter nicht retard machen . Aus Sorge er nimmt dann ab.

Aber ich denke wenn unretardiert gut läuft er dem evtl zustimmt

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Man kann die Retardierten auch ohne Essen einnehmen dann wirken die so ziemlich gleich wie die Unretardierten. Keine Ahnung ob dieser Hinweis etwas nutzt, ich wollte es nur mal mitteilen.

Da verstehe ich den Arzt ehrlich gesagt nicht. Wenn dein Sohn gut frühstückt, was Voraussetzung für Medikinet Retard ist, ist doch alles super. Wenn er mittags dann noch nicht so viel Appetit hat - vielleicht auch doch wenn die Wirkung nicht mehr da ist - und vielleicht nur einen Snack isst, so what? Spätestens Abends kommt der Appetit wieder. Wenn ein Kind wirklich Untergewicht hat, ist eine Tagesabdeckung vielleicht schwierig, aber bei euch geht es ja nur um den Vormittag?

Wichtig ist nur: auch wenn er keinen Appetit haben sollte, lass ihn irgendwas dabei haben, was den Blutzucker stabilisiert, ein Trinkpäckchen oder auch Traubenzuckerdrops (EDIT : ggf mit der Lehrerin absprechen). Unter der Einnahme von Stimulanzien wird schneller Glucose verbraucht, wenn er ohnehin so zart ist, braucht er evtl was zur Unterstützung.

:white_heart: :four_leaf_clover: :people_hugging:

Ja geht nur um schule

15 mg unretardiert ist für einen 8-jährigen schon nicht wenig!

Und vor allem eben nur etwas für die 3 Stunden seit Einnahme. D. h. wenn die Wirkung danach nicht mehr gut ist, dann darf man eben nicht die Dosis steigern, sondern rechtzeitig nachgeben. Oder eben eine Retardkapsel geben.

Ob man Kapsel gibt oder Tablette hat mit dem Gewicht nichts zu tun, wie kommt euer Arzt darauf?

Die Dosis muss ausreichend sein und die Wirkung lang genug, darauf kommt es an. Und wenn es dann insgesamt sagen wir mal 35 mg am Tag sind (aber bitte bitte nicht auf einmal) sind, dann ist es eben so, Gewicht hin oder her.

ADHS hat ein Kind natürlich den ganzen Tag und nicht nur in der Schule und auch nicht nur am Werktag.

Von 5 auf 10 auf 15 mg steigern sind auch schon große Schritte. Vielleicht sind 12,5 mg genau so gut wie 15 mg, ihr habt die Dosis aber gar nicht ausprobiert?

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Nein 12.5 war nicht bei.

Wir sollten in 5er schritte hoch gehen