Ich habe heute zum 2. mal 18mg Concerta genommen, nachdem ich rund 10 Tage 5mg Ritalin genommen habe.
Im Moment habe ich recht starke Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Mühe mit Scharfsicht, Brain Fog und ich habe sehr schlecht geschlafen). Gehen die eurer Erfahrung nach vorbei, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat und wenn ja wann etwa, oder ist es evtl nicht das richtige für mich?
Mit dem untretardierten hatte ich keine solchen Nebenwirkungen. Den Rebound habe ich gespürt. Heute bin ich auch zusätzlich noch sehr genervt, das hatte ich am 4. und 5. Tag mit dem Ritalin auch (kann aber auch an den ständigen Kopfschmerzen liegen…).
Update sozusagen….
Meine Psychiaterin meinte nun, mein vegetatives Nervensystem sei anscheinend sehr empfindlich. Kennt das jemand?
Ich soll nun Elvanse oder Strattera ausprobieren…
Mir geistert die ganze Zeit die Frage im Kopf herum, ob ich vielleicht doch kein ADHS habe, wenn ich von den Medikamenten so starke Nebenwirkungen spüre…
Das hat wirklich nichts damit zu tun. Es gibt einige ADHSler die sehr sensibel auf Stimulanzien reagieren und die Dosierungen können auch sehr individuell sein.
Vielleicht ist Elvanse besser für dich.
Vielleicht würde es aber auch mit dem richtigen Präparat MPH in der richtigen Dosierung klappen. Auch das ist leider sehr individuell.
Kurzes Update
Ich nehme seit Freitag nun ca. 10mg elvanse und habe soweit keine (nennenswerten) Nebenwirkungen (und bin sehr erleichtert). Mal schauen, wie es weitergeht
Ich wollte mich gerade über etwas Ähnliches erkundigen, da bin ich auf dieses Forum und deine Anfrage gestossen.
Ich habe mich Methylphenidate (Generikum zum Concerta) 18mg angefangen. Zuerst ging es mir sehr schlecht. Am ersten Tag musste ich von der Arbeit nach Hause, weil mir so schwindlig und schlecht wurde. Gleich am nächsten Tag und etwa die ganze Woche war es nicht mehr so schlimm. Meine Hausärztin meinte ebenfalls, ich würde womöglich sehr empfindlich auf Medikamente reagieren (was übrigens bei ADHS sehr üblich ist). Dies stimmte mit meinen Erfahrungen überein. Abgesehen von den Nebenwirkungen hatte ich jedoch keine positive Wirkung. Somit haben wir zum Original, dem Concerta 18mg, gewechselt. Nach einer Woche, in der ich wieder keine positive Wirkung bemerkt hatte, haben wir auf 36mg gewechselt. Seit Sonntag nehme ich nun die 36mg Tabletten. Am ersten Tag war ich total produktiv, wie noch nie in meinem Leben. Selbst, wenn ich es probiert hatte, konnte ich keine Pause machen. Ich habe generell Probleme bezüglich aktiviertes Nervensystem und Stress (vielleicht ADHS-bedingt). Nun fühle ich mich ständig nervös, habe Herzrasen, zittere und sehe etwas verschwommen. Abends habe ich häufig Kopfschmerzen und das mit der Gereiztheit merke ich auch.
Ich frage mich, ob das normal ist und sich mit der Zeit einpendelt oder, ob es einfach nicht das richtige ist.
Gleich wie du habe ich ebenfalls hinterfragt, ob ich WIRKLICH ADHS habe.
Es ist einfach sehr schwierig einzuschätzen, was geht und was nicht. Merkt man das einfach, wenn man das richtige Medikament gefunden hat?
Man kann ja nicht genau sagen, welche Symptome welche Ursache haben.
Das ist ja schon ein Indiz , dass es wirkt, aber es sollte eigentlich auch dabei helfen Pausen machen zu können.
Das können „normale“ Nebenwirkungen sein, die nach ein paar Tagen weggehen , oder wie schon bemerkt , dass der Schritt auf 36mg zu hoch war und 27mg als Zwischenschritt fehlt.
Man muss zum einen ein paar Tage abwarten ob die Nebenwirkungen weg gehen oder nicht und um zu wissen ob es nur Eindosierungssymptome sind oder ob es an der Dosis und dem Präperat liegt.
Irgdwann hat man heraus wo es gut wirkt , wo es zu viel ist oder ob es zu wenig ist . Das Gespür bekommt man aber erst wenn man verschiedene Dosierungen ausprobiert hat.
Dann kommt das Finetuning und man versucht die beste Wirkung mit geringster Nebenwirkung über den Tag einzustellen.
Die Eindosierung bedarf etwas Geduld.
Da hast du recht , dabei könnte z.B. eine
Eindosierungstabelle oder Tagebuch helfen.
Wichtig ist der Verzicht auf Koffeein , auf ausreichend Flüssigkeit und Ernährung zu achten und ggf. so weit möglich ausreichend Schlaf .
Das ist unterschiedlich, manche spüren kaum Unterschiede und kommen von Anfang an klar.
Es gibt leider auch noch bei einigen Fachleuten die Meinung das ein Wirkstoff immer gleich wirkt, egal in welchem Präparat. Dann nimmt auch nicht jeder so eine empfindliche Reaktion ernst.
Du hast da ja schon mal voll Glück, dass deine Ärztin dafür ein Gespür hat.
Vielleicht wäre eine Eindosierung mit unretardierten Tabletten für dich einfacher .
Du kannst in kleineren Schritten hochdosieren und je nachdem wie es bei dir wirkt hast du ein Wirkfenster von +/- 2h-3h. Darüber kannst du dann herausfinden wieviel du wann über den Tag verteilt benötigst.
Wenn du das herausgefunden hast, kannst du besser erspüren welches retardiert Präperat für dich passt .
Ich komme mit Concerta gut klar , aber es verteilt sich ja langsam über den Tag und man weiß nicht genau wann was einsetzt .
Bei den unretradierten Tabletten ist es kalkulierbarer und besser zu erfassen.
Allerdings muss deine Ärztin es verschreiben wollen und du musst es ggf. Selber zahlen.
Aber bei den 10mg Tabletten kannst du halbieren und vierteln und kannst so in 2,5 mg Schritten dich herantasten.