Halloo, ich habe mich schon durch einige Beiträge im Forum durchgelesen, aber keine gefunden die so ganz mein Problem beschreiben. Ich (w,28) wurde vor einem Jahr mit ADHS diagnostiziert und nehme jetzt zum ersten Mal Elvanse, weil ich schauen wollte ob es mir mit Emutionsregulation und sehr ausgeprägter exkutiver Dysfunktion helfen kann - einfach mal Sachen anfangen. Auch bin ich sehr schnell gereizt und pampe impulsiv Freunde an.
Neben ADHS habe ich auch schon länger die Diagnose Angststörung, dachte aber vielleicht können die Medikamente ja bei beidem helfen. In der Vergangenheit hatte ich manchmal Panikattacken, diese wurden auch mal durch Substanzen ausgelöst (auf einer Party, ist aber schon Jahre her, seit dem nie wieder was konsumiert, aber vielleicht hat mein Gehirn deshalb Angst vor sowas?).
Ich nehme jetzt seit Donnerstag Elvanse, 30mg, heute ist der 3. Tag der Einnahme. Kurz nach der Einnahme konnte ich produktiv arbeiten, fühlte mich auch leicht euphorisiert, am ersten Tag auch erstmal sehr sehr müde. Auch konnte ich leichter Sachen anfangen, hab geputzt ohne das es mega anstregend war. Nach ca 4 Stunden der EInnahme setzten dann aber starke Angstgefühle ein, die bis in den Abend anhalten und schwer auszuhalten sind. Das war bisher jeden Tag so, gestern vielleicht ein tick weniger lang. Auch konnte ich schlecht schlafen, was mich überrascht hat, weil ich schon mal an einzelnen Tagen von einem Kumpel Elvanse ausprobiert hatte und nie Schlafprobleme hatte (vielleicht spielt da auch äußeres mit rein?)
Auch grübel ich die ganze Zeit darüber nach wie wohl grade die Medikamente wirken und wie ich mich fühle und ich dacht eigentlich das Medikament sollte mir mit Gedankenkarussel helfen? Durch das Grübeln mach ich meine Angst natürlich auch noch schlimmer, aber kann nicht aufhören
Was mir jetzt Sorgen macht ist, dass ich auch noch Brustschmerzen bekommen habe. So ein Drücken auf der Brust, was seit 2 Stunden oder so anhält.
Ich habe im Forum gelesen das bei vielen Menschen die Angstgefühle nach ein paar Tagen weggegangen sind oder sie unterdosiert waren. Ich bin mir wegen der Brustschmerzen aber unsicher ob ich die Einnahme fortsetzen soll, weils mir grad echt nicht gut geht. Leider hat mein Psychiater auch erst in 3 Monaten wieder Termine, sonst gibts nur eine Notsprechstunde …
( Er hatte in unserem ersten Termin gesagt, dass Angstgefühle leider oft auftreten können & man dann da durch muss, es aber besser wird?)
Das mit der Notsprechstunde würde ich trotzdem versuchen, aber bin jetzt unsicher ob ich vorher schon absetzen soll.
Mich verunsichert das alles ziemlich und ich stelle dadurch auch meine Diagnose wieder voll in Frage, was mich dann auch noch stresst.
(Zur Info: EKG und Blutbild wurde vor der Einnahme gemacht, war beides in Ordnung. Koffein habe ich auch nicht getrunken, hab auch drauf geachtet zu essen, heute hatte ich aber extreme Schwierigkeiten damit zu essen)
ich bin dankbar für jede antwort :))
edit: hatte an tag 1 auch noch pms, jetzt meine tage, spielt natürlich auch ne rolle. & privat sind auch emotionale dinge passiert
Hast du mal den Beipackzettel mit drn Nebenwirkungen gelesen?
Wäre schon wichtig gerade die sehr häufig und die häufigen, die Wahrscheinlichkeit das diese mehr oder weniger auftreten ist normal, deshalb sind sie dort aufgeführt und werden eher mit der Zeit durch Gewöhnung weniger bzw. verschwinden.
Weißt du das Elvanse einen Steady-state von 5 Tagen hat und man nicht wie bei Methylfinidat Medikamenten von einer Einmaleinnahme weiter auf eine kontinuierliche Einnahme schließen kann, gerade durch drn Steady-state baut sich über 5 Tage die vollständige Dosis auf, denn es braucht vereinfacht 1 1/4 Tag bis Elvanse vom Körper abgebaut eäre und nach 24 std wird ja neu Wirkstoff hinzugefügt wodurch nie ein vollständiger Abbau geschieht und damit nach 5 Tagen soviel zugeführt wied wie der Körper verbraucht => entsprechend kann sich in dieser Zeit auch theoretisch täglich die Wirkung anders anfühlen bis der Steady-state erreicht ist zusätzlich verändert sich durchaus auch ein Wirkgefühl weil auch das Gehirn Zeit bekommt neue Verknüpfung im Gehirn anzulegen die teils mit Adhs Stress vorher nicht möglich war.
Schlaflosigkeit bei Stimulanzien kann die ersten Monate völlig normal sein, ich meine 4 Monate starke Probleme gehabt zu haben, denn Stimulanzien pushen auch die Energie in der Regel und die wohl die typischste Nebenwirkung neben Aperittverlust. Deshalb ist es auch ganz wichtig ohne Hunger oder Hungergefühl sehr regelmäßig zu Rssen sonst kann das für Nebenwirkungen gehalten werden sind mutunter stark körperliche Zeichen das ohne Energie/ Nahrung es dem Körper nicht gut geht und eben keine klassischen Nebenwirkungen
ich bin gerade am genau gleichen ort wie du
heute ist es bei mir der fünfte tag mit 30mg elvanse morgens. am ersten tag habe ich einen energieschub gespürt, richtig richtig gut! ab dem mittag, nachmittags dann aber starke angstzustände aber rein körperlich. auch ich habe eine angstgeschichte und ich denke, dass ich diese körperlichen empfindungen einfach sofort mit angst verbinde, obwohl der kopf eigentlich nicht ängstlich war. aber das engegefühl auf der brust war schon enorm und dazu diese zittrigkeit und hibbelig… aber die energie war immer noch da und so konnte ich es aushalten, vorallem weil ich mir kognitiv eine erklärung geben konnte. zweiter tag in etwa dasselbe, ein mü weniger angstzeugs, am dritten tag dann recht viel weniger angst, immer noch energie und freude, dass das medikament mir bei der energie hilft! am vierten tag dann keine wirkung mehr und müde nachmittags, traurig und verwirrt. heute wache ich auch sehr müde auf:(
ich denke das ist eingewöhnung und nun muss ich weiter schauen, vielleicht hochdosieren?
mir hat es wirklich sehr geholfen, dass ich die körperlichen sachen voll auf das medikament schieben konnte und der kopf nicht in die angst ging. ich hoffe, du kannst das auch!
danke für die antwort, das war grad irgendwie tröstend:) bei mir ist leider auch der Kopf ängstlich. allgemein hab ich gestern auch wieder morgens Energie gespürt. fands auf einmal gar nicht schlimm den Müll rauszubringen. dann hab ich irgendwann eine Ruhe in mir gespürt, ganz tief geatmet.
Nach 4-5 Stunden fingen dann aber wieder die Angstzustände an, die (bis auf ein paar Unterbrechungen) auch bis in den Abend anhielten. Konnte dann den ganzen Tag auch wieder nichts machen, hab mich gar nicht wie ich gefühlt.
ich werde morgen mal zur Notfallsprechstunde meines Psychiaters gehen. vielleicht wäre es in meinem Fall auch besser gewesen mit der niedrigsten Dosis anzufangen. Ich überlege auch ein bisschen die Einnahme wieder zu pausieren & nochmal zu versuchen wenn bei mir privat nicht so Chaos ist, weil ich gestern die Angst auch kaum aushalten konnte
ja mir hilfts auch mich von der Angst abzulenken. danke für den tipp hab nur das Gefühl manchmal konzentriert sich dann alles auf die Angst & ich kann nichts dagegen machen
hey ja klar, mir war das auch bewusst dass das auftreten kann. Aber dass ich mich mehrere Stunden so fühle wie kurz vor einer Panikattacke & ich die Gefühle kaum aushalten kann, obwohl ich Erfahrung habe mit Angst, war dann doch irgendwie ziemlich doll. Kann mir irgendwie nicht vorstellen dass die Angst einfach so verschwindet wenn sie bis jetzt auch nicht wirklich weniger geworden ist.
Naja ich versuche morgen irgendwie in eine notfallsprechstunde zu kommen:)
danke aber für den hinweis, mein schlaf ist tatsächlich auch schon kein problem mehr
ja ich verstehe das sehr gut. wenn du kognitiv auch ängstlich darauf reagierst, ist es natürlich nicht gut, das hinzunehmen. mir hat man gesagt, dass es möglich ist, diese körperlichen empfindungen umzudeuten, im grunde ist mein körper dann sehr nervös und irgendwie hibbelig und ich dachte auch schon, dass ich das einfach mega schnell als angst und darum unangenehm empfinde, weil ich jahrelang mich körperlich gar nicht wirklich fit gefühlt habe. vielleicht brauchts ein ventil, zbsp sport, um diese gefühle wie umzulenken…auspowern. aber jede/r ist da anders. ich bin selbst erstaunt, dass ich mich kognitiv ruhig halten kann, normalerweise würde ich auch mit angst/panik reagieren und mich reinsteigern. aber eben bei mir wurde es auch weniger, obwohl ich grad merke, dass ich heute, also jetzt grad auch wieder mehr spüre und ja, das einzige wort, das mir bei meinem körperlichen gefühl einfällt ist tatsächlich einfach angst. ist scheisse mit so einer angst vorgeschichte, da reagiert alles mega rasch und sensibel auf diese empfindungen:(
tut mir leid für dich, hoffe, du findest eine lösung mit dem notfall psychiater. ich habe gelesen, dass man auch mit beruhigungsmitteln kombiniert bei angst patienten, weil man hofft, dass sich das mit der zeit legt. aber ich weiss da zuwenig darüber.
viel erfolg! wenn das medi sonst eigentlich gut wirkt bei dir, dann ist das ja ein gutes zeichen erstmal. ich würde nicht an der diagnose zweifeln und mit dem arzt weiter testen!
ich bin genau aus diesem Grund hier im Forum gelandet. Meine Story ist 1:1 wie deine, bei mir kommt zur Angstproblematik nur noch eine Herzneurose dazu. Ich habe sogar erst mit 20 mg angefangen und eine unfassbare erste Wirkung verspürt (ich konnte W-Lan sehen :D) dann war ich ungeduldig und habe nach 5 Tagen schon auf 30 mg erhöht weil ich auch kaum Nebenwirkungen (außer Trockener Mund und Kopfschmerzen) hatte. Die ersten beiden Tage mit 30mg waren auch super positiv und wie ein Rausch für mich, leider habe ich dann nach 3 Tagen gemerkt wie das negative Gefühl einsetzt wenn diese „hoch“ Phase endet (ca. 4 Stunden nach Einnahme). Es war so als würde man mir das Glück wieder rausziehen. Am Tag danach dann habe ich ne krasse Angstepisode gehabt (ähnlich wie bei dir über mehrere Stunden) und stand total neben mir, ich hatte außerdem das Gefühl ich bekomme gleich einen Herzinfarkt. Erst dann habe ich angefangen etwas über Elvanse zu recherchieren und bin auch hier gelandet.
Ich bin erstmal wieder auf 20mg zurück aber merke dass ich einfach zu ungeduldig war, ich nehme jetzt wieder die 30mg und fühle mich wieder deutlich besser. Ich habe ebenfalls schon einige Berichte gesehen, die die Anfangswirkung bzw. den Aufbau des Steady State echt eklig sein kann, gerade wenn man so krass auf seine Körper achtet und jede Reaktion negativ bewertet. Ich konnte gestern auch wieder super entspannt joggen (erstmal wieder langsam mit 6km gestartet) und gehe auch heute gleich ins Gym. Ich glaube man muss diese erste Phase einfach durchmachen damit sich dran gewöhnt. Es ist auch super komisch so „normale“ Verhaltensweisen zu haben, also keine spontanen Impulsverluste bei Essen oder Geldausgeben, oder krass Reizbar zu sein und seine engsten Freunde bzw. Frau anzuschreien obwohl einem das nach der ersten Sekunde leid tut. Das muss das Hirn ja auch erstmal verarbeiten.
Ich hoffe es hilft dir wenn du weißt du bist nicht alleine und dass es besser wird wenn man Geduld zeigt, was ja bekanntlich nicht die Stärke von ADHS Patientent*innen ist Ich war auch schon am überlegen es abzusetzen weil die Wirkung so bescheiden war, aber ich bin froh dass ich dran geblieben bin. Liebe Grüße