Eindosierung Elvanse - Zyklus

Mein erster Post ist nun einen Monat her.
Ich kann mich nur nochmal für eure Posts und euer Mutmachen, dass es vielleicht nicht am Zyklus liegt bedanken!

Tatsächlich läuft es weiterhin ganz gut! Eine Zyklusabhängigkeit ist da, aber bei weitem nicht so immens wie ich am Anfang dachte. Daher kann ich Allen beim Eindosieren raten: Geduld ist gut :smiley: Hier mal ein kurzer Überblick, über die Wochen seit dem 28.06.

Nebenwirkungen: Ich habe kaum Nebenwirkungen, außer trockene Lippen/Mund. Aber ich habe bei jeder Dosiserhöhung am ersten Tag stärkere Nebenwirkungen, die dann innerhalb der nächsten 1-2 Tage abflachen und verschwinden. Der erste Tag ist sehr unruhig immer im Wechsel zu kurzen sehr ruhigen Phasen. Diese Unruhe/Ruhe ist aber besonders im Körper zu spüren. Puls ist auch etwas erhöht und ich bin etwas übererregbar? Mein Körper scheint für Tätigkeiten mehr Energie zu feuern, als notwendig wäre. Aber wie gesagt, dass legt sich immer recht schnell.

20mg (Einnahme etwa eine Woche): Sehr ähnlich zu 15mg. Ich habe jetzt aktiv nicht mehr Wirkung als bei 15mg gespürt, dass kann auch eine falsche Einschätzung sein. Ich bin ordentlicher, etwas fokusierter, habe mehr Energie für alltägliche Dinge.

25mg (Einnahme etwa 1-1 1/2 Wochen): 25 mg mochte ich nicht. Das kann nun an der Dosierung liegen oder daran, dass ich bei Einnahmestart in die zweite Zyklushälfte ging. Die positive Wirkung war da und etwa wie oben beschrieben. Auf keinen Fall besser als 20mg, dafür unvorhersehbar und unregelmäßig. An einem Tag hat die Wirkung einfach Mittags aufgehört, an manchen Tagen war die Unordnung wieder mehr da, an einem Tag habe ich mich morgens so gefühlt als müsste ich wirklich dringend Sport machen und viel Rennen. Die Tagesformanhängigkeit die ja eh gegeben ist, war hierrunter immens zu spüren.

Seitdem 30mg: Beim Wechsel auf 30mg hat sich das sofort stabilisiert. Die Unregelmäßigkeiten waren nur noch nach einer normalen Tagesform zu spüren. Allerdings war die Wirkung jetzt auch nicht viel stärker, als bei den 20mg. Ob das Zyklusabhängig ist oder ich einfach eine höhere Dosis benötige finde ich nun raus.

Ich habe seitdem nicht erhöht, da die Wirkung okay und stabil ist und ich es auch in der ersten Zyklushälfte mit 30mg ausprobieren wollte. Gestern war dann der Tag vor dem ich etwas Angst hatte, weil es mir ja das letze Mal so massiv schlecht ging (siehe oben). Es war der erste Tag der Periode. Und hier kann ich sagen: Ja, es gibt eine Zyklusabhängigkeit. Aber bei weitem nicht so massiv und schlimm wie ich dachte. Ich habe gestern 30mg genommen, genauso wie die 1-1 1/2 Wochen davor. Das erste Mal seit langem habe ich den Wirkungsbeginn, etwa eine Stunde nach Einnahme, wieder gespürt. Und das heftig. Ich war stark unruhig und zittrig, musste mich bremsen, um nicht zittrig zu sprechen etc. Nach etwa 2 Stunden hat sich das gelegt und es ging in den normalen erste Dosiserhöhungstag über. Also Nebenwirkungen, aber nur körperliche. Von der Stimmung her war ich sogar ganz gut! Ich war recht fokussiert und hatte Alltags-Energie und habe abends sogar geputzt. Wieso das vor einem Monat so schlimm war? Keine Ahnung.
Heute fühle ich mich wohl und habe außer trockene Lippen, keine Nebenwirkungen. Ich werde die 30mg nun noch etwa eine Woche weiter nehmen und dann auf 35mg erhöhen. Ich bin schon gespannt und froh, dass ich es nochmal versucht habe.

Dazu habe ich eventuell die Chance auf eine ADHS Gruppentherapie. Das Medikament hilft mir, aber ich merke dadurch was ich wirklich für Baustellen habe. Besonders auch im Bereich Selbstwert und Selbstwahrnehmung.

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Nach meinem letzen Beitrag kann ich mitteilen, dass ich meine Dosis (fast) gefunden habe und es mir so gut geht, wie selten in meinem Leben!

Im letzen Zyklusmonat habe ich mich von 30mg auf 50mg hochdosiert. Jetzt fühlt sich alles richtig an. Konzentration passt, Unruhe hat merklich abgenommen, Stimmung ist stabiler (aber ich spüre nach wie vor jede Emotion, nur mit viel weniger unpassenden Ausbrüchen), meine exekutive Dysfunktion ist meistens gar nicht merkbar und mehr. Dazu dann die ganzen Nebeneffekte wie ordentlicher, strukutierter, mehr Energie für Hobbys etc. Ich bin einfach ausgeglichener.

Nach meinem letzten Eintrag habe ich noch etwas 30mg genommen. Für den Vergleich vor, während und nach der Periode. Ich habe aber immer noch Konzentration und innere Ruhe vermisst. Also hoch auf 35mg . Ich bekam minimal mehr Konzentration, war dafür aber dauernd getrieben und körperlich viel unruhiger. Nach einer Woche bin ich auf 40mg hoch, mit dem gleichen Effekt. Ich dachte schon, dass es nun zuviel sei und 30mg das richtige sei, aber Konzentration und innere Ruhe bei mir nie sein werden, wie andere es berichten.
Ich habe dann ausversehen 50mg genommen. Schon am ersten Tag war ich innerlich und äußerlich ruhig, stabil, konzentrierter. Es hat einfach alles gepasst! Seitdem nehme ich 50mg und bin sehr zufrieden.

Eine Zyklusabhängigkeit ist gegeben. Jedoch nicht so wie anfangs gedacht und bei weitem nicht so dramatisch. Etwa 3-4 Tage vor Eintritt der Periode vermindert sich die Wirkung spürbar. Konzentrieren ist dann wirklich schwer. Es ist dennoch nicht so, als hätte ich nix genommen. Besonders im Bereich Antrieb ist genügend Wirkung da. So bin ich nicht in topform auf der Arbeit etc., bekomme aber meinen Alltag noch okay hin.
Die Dosis in den ersten Tagen der Periode muss ich noch rausfinden. Eventuell wäre es da gut die Dosis um 10-20mg zu verringern. Aber das ist ja gut machbar.

Was ich merke ist eine Tagesabhängigkeit. Das berichten aber ja viele und es ist wohl auch „normal“ gute und schlechte Tage zu haben. Insgesamt sind nun aber einfach mehr bessere Tage da. Ich hätte mir nie erträumen können, dass mein Alltag mal so einfach wird und dass sich soviel einfach machbar anfühlt.

Danke an euch, für die Ermutigung und dasss ich Gedul haben muss :smiley: Das habe ich nämlich mitgenommen: Elvanse ist ein super Medikament, wenn man geduldig ist und langsam sich rantastet, beobachtet und probiert.

Alles ist aber nicht gut geworden, sondern schlimmer. Aber das sind Dinge, mit denen kann ich leben, wenn der Rest stimmt. Die waren auch alle bereits da, sie sind nun aber merkbar stärker. Meine Reizfilterung, besonders im Bereich Hören, ist schlechter mit Medikamenten. Da schaffe ich abhilfe mit noch mehr Kopfhörer, Ohrenstöpseln etc.
Mein Verhalten ist sozialen Situationen ist noch schwieriger geworden. Da suche ich noch Abhilfe.
Und ich verfalle öfter in einem Hyperfokus als früher :grimacing: Dafür lerne ich aber viel mehr Dinge.
Alles in allem bin ich aber zufrieden und froh, es nach dem schweren Einstieg nochmal in Ruhe versucht zu haben.

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