Eindosierung Medikinet retard: Zu viel, zu wenig oder Placebo?

Hallo zusammen,

ich bin 24 Jahre alt, Student und gerade in der Eindosierung mit Medikinet retard. Ich bin unsicher, wie ich die Wirkung einordnen soll. Ich habe ADHS und zusätzlich eine Angststörung.

Meine Psychiaterin meinte, ich soll selbstständig erhöhen: max. 5 mg pro Woche, insgesamt nicht über 70 mg. Wenn die passende Morgendosis gefunden ist, kann später eine Nachmittagsdosis dazukommen. Nächster Termin ist leider erst in ein paar Monaten.

Bisheriger Verlauf:

5 mg:
Bessere Konzentration beim Lernen, weniger Gedankendurcheinander, weniger Angst, weniger Ablenkbarkeit und besseres „Nein sagen“ zu Ablenkungen. Auch Haushalt/Aufräumen fiel mir deutlich leichter. Wirkung aber sehr subtil. Nebenwirkungen kaum, nur anfangs leichte Übelkeit und schwitzige Hände. Gegen Ende der Woche war die Wirkung nicht mehr ganz so gut wie am Anfang.

10 mg:
Ähnliche Wirkung wie 5 mg, vielleicht etwas bessere Exekutivfunktion. Dafür mehr Schwitzen, Hitzegefühl und etwas höherer Puls. Rebound nur leicht. Nebenwirkungen wurden im Verlauf der Woche etwas besser.

15 mg:
Keine klar bessere Wirkung als vorher, aber erstmals eine Panikattacke und an einem anderen Tag extrem depressiv gefühlt im Rebound (einmalig bisher). Der Rebound war an manchen Tagen sehr stark. Gegen Ende der Woche wurden Nebenwirkungen und Rebound etwas schwächer.

20 mg:
Immer noch keine bessere Wirkung. Anfangs keine deutlich stärkeren Nebenwirkungen außer etwas höherem Puls. An einem Tag wieder Panikattacke, innere Unruhe und Erschöpfung. An einem anderen Tag hatte ich sehr starke Müdigkeit/Sedierung kurz nach der Einnahme.

Ich frage mich jetzt, ob bei mir vielleicht eher 5 mg oder 10 mg passend sein könnten, weil dort die Wirkung zwar subtil, aber positiv war und die Nebenwirkungen deutlich geringer waren. Irgendwie scheinen mit Erhöhung der Dosis vor allem die Nebenwirkungen zu steigen, ohne dass die Wirkung spürbar besser wird. Aber 5–10 mg scheinen eine extrem niedrige Dosis im Vergleich zu dem zu sein, was andere nehmen.

Allgemein merke ich die Wirkung nicht „aktiv“, sondern eher im Rückblick, weil ich seit der Einnahme von Medikinet so viel und so gut gelernt habe wie vorher fast nie. Ich frage mich manchmal, ob das alles nur Placebo ist, aber gleichzeitig scheinen die Nebenwirkungen ja echt zu sein.

Der Rebound ist je nach Tag und Dosierung sehr unterschiedlich: Mal merke ich ihn gar nicht bis leicht, mal werde ich sehr emotional, gereizt, leicht depressiv verstimmt und sehr erschöpft.

Meine Freundin meint auch, dass sie auf jeden Fall einen Unterschied zu ohne Medikament merkt, aber nicht wirklich zwischen den einzelnen Dosierungen.

Ich weiß gerade auf jeden Fall nicht, wie ich das einordnen soll, und würde mich über Erfahrungen oder Einschätzungen freuen.

Vielen Dank schon mal!

Nebenwirkungen können auch beim Placebo auftreten… Ich bin auch gerade am Einprobieren (mit Elvanse und Methylphenidat abwechselnd in verschiedenen Dosoierungen) und ich sage im Scherz immer so: „Mit Medi x in Dosierung Y wird es nicht besser, aber ohne wird es schlimmer.“

Ich hatte bei Beginn der Medikamentierung natürlich auf diesen „jetzt-sehe-ich-klar“-Effekt gehofft und musste mich damit abfinden, dass der wohl nicht kommt. Jetzt probiere ich herum und kann mir überlegen, ob irgendwo eine Wirkung dabei war, die sich gelohnt hat. Dann wieder darauf zurück, um festzustellen, dass es doch nicht so war oder die positive Wirkung damals von etwas anderem kam oder heute von etwas anderem überlagert wird. Nervig.

Klingt als wäre zunächst 10mg deine Dosierung. Wie lange wirken die bei dir? Als nächstes würde dann wahrscheinlich eine zweite Dosis anstehen für eine ausreichende Tagesabdeckung.

unterschiede könnte auf Essen zurückzuführen sein. Was ißt du denn vor der Einnahme weil es sollte ja vorher eine vollwertige Mahlzeit mit viel Protein gegessen werden damit das Essen mit den verzögert freisetzenden Kügelchen möglichst lange im Magen gehalten werden und dadurch gleichmäßiger abgegeben werden.

Ich komme grundsätzlich auch mit weniger in der Stärke der Einzeldosis zurecht und viel muß nicht besser sein. Zusätzlich wird ja auch nochmal ein Ausbau der Synapsen und der Verknüpfungen im Gehirn etwas zusätzlich verändern wenn das Gehirn durch das Stimulanz dazu die Kapazitäten hat.

Aber ist doch nicht schlecht wenn du zumindest mit 10 mg zurecht kommst und dann eine Zweit- und ggf. Drittdosis das dann erhält für ne Tagesabdeckung. Grundsätzlich solltest du dich ja gar nicht stark verändert fühlen aber die Fakten zeigen das vieles viel viel besser läuft

Die meisten merken eine aktive Wirkung in der ersten Zeit und wenn das weniger wirkt, denkt man zunächst die Wirkung hätte nachgelassen, obwohl es noch genauso wirkt wie vorher.

Medikinet Adult habe ich bis 20mg getestet und bin dann damals auf 10mg dreimal täglich geblieben.

Also, wenn sich 10mg am besten anfühlt und alles andere „drüber“ oder zu viel Nebenwirkungen, dann ist doch alles gut.