Eindosierung Methylphenidat AL retardiert, kaum Wirkungsdauer bzw. Verlass

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe Anfang diesen Jahres meine Diagnose bekommen. In meiner Gegend einen Psychiater zu finden, der bereit ist ADHS-Medikamente zu verschreiben, hat sich als sehr anstrengend entpuppt. Mein Leben bis dahin bestand aus eigen-Medikation mit Nikotin und Koffein und viel Maskieren.. Nun nehme ich seit Ende Juli Methylphenidat AL retardiert (Generikum zu Ritalin laut Krankenkasse). Koffein habe ich seitdem weggelassen, Nikotin frei bin ich schon über ein Jahr. Ich habe mit 10 mg angefangen für 7 Tage und in der ersten Woche keine bedeutend Wirkung gespürt, außer, dass mein Schlafmangel enttarnt wurde und ich dauerhaft müde war (den habe ich nachgeholt haha). In der 2. Woche habe ich mit 10 früh und 10 mittags begonnen und dann mal 20 früh, um mich durch zu probieren. Das gleiche in der Woche mit 30 mg. Insgeheim habe ich mir durch die Tabletten eine augenöffnende Revolution erwünscht, die jedoch ausblieb.. Nach der 4. Woche hatte ich meinen 2. Termin bei meinem Psychiater und konnte diesem keine großartige Rückmeldung geben, wie ich zurecht komme, da es für mich wirklich schwer in Worte zu fassen ist. Er meinte ich soll einfach noch etwas herum probieren, mit welcher Dosierung, wann, ich am besten zurecht kommen soll und, dass ich mir keinen „Stress“ machen soll, es gäbe genug Medikamente, die ich alternativ noch testen könnte.

Und ja, das leuchtet mir alles ein. Aber mir fällt dennoch schwer zu beschreiben und zu erkennen, was überhaupt passiert / ob die Tabletten überhaupt helfen. Stand jetzt bin ich bei ca. 20-30 mg täglich (je nachdem was ansteht). Bei 10 mg früh, habe ich das Gefühl, dass diese nur ca. 1h eine erkennbare Wirkung haben. Bei 10 früh nehme ich meist nochmal 10mg Mittags und ggf. 5 mg Medikinet (nach Absprache mit meinem Arzt). Bei 20 mg früh habe ich mit Wirkungseintritt ca. 20 min einen etwas verlangsamteren Kopf (etwas weniger Gedankenchaos) und dann noch so ca. 1h eine etwas spürbarere Wirkung (dennoch schon wieder erkennbares Gedankenchaos). Da nehme ich meist nochmal 10 mg Mittags, weil der Rebound bereits bei 20 mg bei mir deutlich spürbar ist, je nach Tag. Und genau da komme ich zum Hauptproblem: all das ist völlig inkonsequent. An einem Tag habe ich nach 20 mg einen Rebound, eine Woche später, gleicher Tagesablauf, nicht. An einem Tag reichen für einen entspannten Tag 10 mg, am nächsten bin ich vom Zuhause sitzen reizüberflutet, weil die Spülmaschine im Nebenraum zu laut ist, trotz 20 mg.

Mich verunsichert hauptsächlich die m.M.n. sehr kurze Wirkungszeit und, dass die Wirkungsweise nicht verlässlich ist und scheinbar stark Tagesform abhängig.

Vielleicht noch zur Info: ich achte auf ausreichend Flüssigkeit und Nahrung, benutze zusätzlich Skills und ich bin eine Frau. In PMS und ADHS habe ich mich schon etwas eingelesen. Ab ca. 4-5 Tage vor meiner Periode hatten die Tabletten gar keine Wirkung mehr. Aber das ist zumindest ein Muster, was ich erkennen kann. Für die Resttage, habe ich irgendwie keine Anhaltspunkte, an denen ich mich orientieren kann…

Mein Psychiater meinte Kinecteen oder Concerta, oder den Wechsel zu Atomoxetin wären für mich Optionen. Da ich zahlreiche Nebenwirkung in der Eindosierung hatte, möchte ich nicht uuunbedingt den Wechsel zu Atomoxetin, komplett abgeneigt bin ich jedoch nicht.

Habt ihr ggf. Tipps, ähnliche Erfahrungen?

Reden wir von Tabletten oder Kapseln- das alleine bedeutet deutliche Wirklängenunterschiede

Tabletten sind in der Regel nur sofortfreisetzend Kapseln haben sofortfreisetzende und verzögert freisetzende Dosis durch 2 verschiedene Arten Kügelchen

In der Eindosierung wild und „wahllos“ mit der Dosis arbeiten macht keinen Sinn denn du sollst ja deine Initialdosis (erste Dosis) und dann die Erhaltungsdosis herausfinden, in dem du wenn du dich für eine Stärke entschieden hast besser 5 Tage lieber eine Woche dabei bleibst, damit du ein Gefühl dafür bekommst was nach der Einnahme passiert, wie sich anfluten anfühlt, wann die erste Dosis voll angeflutet ist wie lange das hält, ob du die zweite Dosis anfluten merkst merkst wann die voll da ist, wann sie beginnt abzuklingen ggf. wann die Wirkung voll weg ist

Am besten schreibst du Stichpunktprotokoll gerade wenn du vermeindlich wenig spürst damit du höhere Dosen und andere Medikamente später falls du noch welche ausprobierst nachempfinden und vergleichen kannst.

Ohne Protokoll kann es in 10 Wochen schwer werden gerade die Anfänge nachzuempfinden, zu vergleichen gar zu bewerten nit welchem du dich ggf. wohler fühlst etc.

gerade zu Beginn kann das schon alles viel sein und man sich auch nachher nicht mehr erinnern bzw. Medikamente dann vergleichen un zu wissen welches möglicherweise besser wirkt

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Es sind Kapseln. Diese sollen ja angeblich 8h wirken. Wobei mein Psychiater schon zu mir meinte es sind vermutlich eher 6. Und deshalb war ich aber verwundert dass ich bei mir nur 1-2h erkennbar was davon merke.

Das mit dem Protokoll führen ist eine gute Idee. Am Anfang habe ich das gemacht.

In der ADxS-Umfrage waren es nei den meisten eher 4 bis 5 Stunden und bei 6 % der Teilnehmer waren es 2 Stunden oder weniger.
Erfahrungswerte der Wirkdauer einer Einzeldosis MPH Halbtagesretard