Eindosierung MPH | Meine Erfahrungen und bitte um eure Meinung

Hi Leute :slight_smile:
erstmal tolles Forum, ich habe bereits viel gelernt. Aber trotzdem habe ich noch Fragen zu meiner noch frisch Diagnostizierten mittelschweren ADS.

Kurze Fakten
M 33 105kg 1,89m

Kurz vorne Weg. Ich bin zum Doc wegen meinen Panikattacken die ich beinahe täglich habe. Dabei wurde ich eben getestet und ja Diagnose ADS.

Also ging es los mit Medikinet 5mg retard.

Die erste Einnahme war die Hölle. Leider hatte ich auch einfach zu wenig gegessen sowie getrunken an dem Tag. Aber die Einnahme war morgens um 8 und um 8:30 war ich bereits in einer völligen Panikattacke. Diese hatte dann fast eine Stunde angehalten. Anschließend wurde ich ruhiger aber wirklich was gemerkt hatte ich nicht. Am Abend habe ich starke Darmprobleme bekommen sowie Extrasystolen.

Am darauffolgenden Tag habe ich keine Medi genommen und bin zum Arzt zum EKG. Zum glück ohne Befund. Leider hat mein Hirn das jetzt aber echt hart verknüpft mit den Medis.

Also an Tag 3 nochmal mit den 5mg probiert. Dieses mal musste ich laufen gehen morgens 6 Uhr bis 7 Uhr um mich nicht völlig in die Panik fallen lassen zu müssen. Mein Puls fährt halt bei der morgendlichen Aufnahme von 80 → 120. Ruhig sitzen bleiben ist das für mich unmöglich.

Ich vertrage leider auch Frühstücken nur wirklich schwer. Ich bin inzwischen bei Joghurt mit Haferflocken mit Banane. Fett , Proteine sowie schneller und komplexer Zucker.

Tag 3 Mittags gegen 14 Uhr Rebound auf dem Höchststand. Arbeiten ist dann quasi nicht mehr möglich gewesen.

Tag 4 habe ich auf 5-5-0 umgestellt um weiter über den Tag kommen zu können. Ich traue mich im Rebound nicht ins Auto zu steigen und zu fahren. Das beeinträchtigt mich ja dann noch schon.

Tag 5 hier sollte ich erhöhen laut meiner Ärztin also 10-5-0. Das ging mir unruhe einher sowie Kopfschmerzen bereits über den Tag. Ich habe auch immer ein Hochroten Kopf seit dem ich das Medikament nehme.

Tag 6 10-5-0 war sehr gut. Ich war fokussiert . war richtig happy den ganzen Tag alles bestens gewesen. Abends hats mich emotional etwas geworfen nach einem Gespräch.

Tag 7 10-5-0 Ein wirklich schlimmer tag wieder. Ich war den ganzen Tag nervös, unkonzentriert. Arbeiten war kaum möglich. Die Einnahme der Mittagsdosis war um 12:30 zum Mittag essen . Ordentliche Portion nudeln mit Hackfleischsoße. Gegen 17 uhr bin ich ca 500m gerade strecke in die Stadt gelaufen und mein Puls ist hoch bis auf 150 gegangen. Gespürt habe ich davon nichts. Sondern ich war hundemüde hatte starken Schwindel und habe mich wie besoffen gefühlt. dieser zustand hat dann angehalten bis ca 19:30.

Ich versuche immer gut zu essen während der Einnahme und am tag 3-4 Liter zu trinken.

Was sagt ihr so zu meinem Verlauf? Ich möchte der ganzen Sache eine Chance geben aber bisher habe ich nur Nachteile durch die Medis. Was sagt ihr? Lieber absetzten und warten bis zum nächsten Termin mit meiner Ärztin oder einfach weiter erhöhen? auch wenn es mir extrem angst macht

1 „Gefällt mir“

Hallo Zotty und herzlich willkommen,

das tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen machst. 5 oder 10 mg sind eigentlich auch noch geringe Dosen.

Eigentlich ist Medikinet Adult nicht optimal, wenn du nicht gerne frühstückst. Auf Dauer macht es ja keinen Spaß, sich etwas reinzuzwingen.

Rückfrage - du vermeidest konsequent Koffein (Tee/Kaffee/Cola/Energydrinks)? Methylphenidat und Koffein zusammen kann bei Manchen sowas verursachen.

Falls du das schon beachtest, würde ich entweder eine Weile mit 10 - 5 weitermachen, erst einmal nicht erhöhen und gucken, ob der Körper sich gewöhnt, oder absetzen, wenn es weiter so spektakulär ist.

Ja auf Koffein verzichte ich. Ich war starker Kaffee trinker und trinke nun halt pfefferminz tee

War als ich noch MPH genommen habe bei mir auch ein großes Problem, ich kann morgens einfach nichts essen. Falls das weiter schwierig für dich ist könntest du Elvanse probieren, da ist die Wirkstoffabgabe nicht vom pH-Wert im Magen abhängig

Bei mir hat 10mg keine spürbare Wirkung gezeigt. 15mg waren sehr unangenehm, ich wurde sehr unruhig und nervös, Panik oder einen stark erhöhten Puls hatte ich nicht. Erst ab 20mg hatte ich eine richtige Wirkung. Wenn man Stimulanzien unterdosiert kann das sehr unangenehm sein und Nebenwirkungen auslösen die wie eine Überdosierung wirken. 10mg ist eine sehr geringe Dosis, vor allem für jemanden der 105kg wiegt. An deiner Stelle würde ich die Dosis weiter vorsichtig anheben. Ist natürlich auch möglich dass du MPH einfach nicht verträgst. Wenn du zu viel Angst vor ner Erhöhung der Dosis hast kannst du’s natürlich auch einfach absetzten bis zum nächsten Termin beim Psychiater.

Kurze Verständnisfrage eines Medikinet-Laien (Da ich zur Behandlung meiner ADS-Symptomatik aufgrund meiner Suchtvergangenheit keine Amphetamine nehmen möchte und stattdessen erfolgreich auf pflanzliche Produkte setze) :

Seit wann wirkt Medikinet gegen Angstzustände? Ich dachte bislang daß gerade Angstzustände eher geradezu typische Nebenwirkungen von Methylphenidat seien. Vergleiche Google Search

Ich habe durchaus auch Erfahrungen mit Panikattacken, Angstzuständen und Depressionen - aber dagegen hilft bei mir seit Jahrzenten das SSRI-Medikament Sertralin plus ein konsequenter Verzicht auf THC.

Mißverstehe ich hier was?

Eine Verstärkung der Angstzustände kann eine Nebenwirkung sein, ist aber unüblich. Stimulanzien sind zur Behandlung einer Angststörung ungeeignet, jedoch ist bei Menschen mit ADHS die Angststörung oft auf das ADHS zurückzuführen, und dagegen sind Stimulanzien sehr effektiv. Medikinet ist übrigens kein Amfetamin.

Bei vielen ADHS betroffenen sind Ängste häufig Begleitsymptome von ADHS.

Wenn ADHS erfolgreich behandelt wird, und das Nervensystem zur Ruhe kommt, Gedanken klarer, weniger impulsiv etc. werden, kann dies Ängste lindern.

Zudem ist es möglich, dass durch mehr Ordnung im inneren bestimmte Themen, welche evtl. mit Ängsten zusammenhängen besser therapeutisch aufgearbeitet werden.

1 „Gefällt mir“

Zum Thema Sucht,

bei Abhängigkeit in der Vergangenheit gilt es zwar sehr vorsichtig einzudosieren, allerdings kann dies auch mit Methylphenidat (z.b Medikinet) oder Lisdexamfetamin (z.B Elvanse) gut funktionieren, und sogar langfristig vor Rückfällen schützen.

Meiner Meinung nach sollte dabei aber wirklich mit einem Arzt zusammengearbeitet werden der sich zeit nimmt und Ahnung von ADHS hat, da es eben auch schief gehen kann wenn nicht gut begleitet wird.

Mein Therapeut arbeitet eigentlich in einer Suchtklinik, der Anteil der ADHS Patienten liegt bei ca. 70-80%. Er sagt dass Stimulanzien sich sehr positiv auf die Suchtkrankheit der Patienten auswirkt. Dass Stimulanzien bei vorhandener Sucht generell nicht verschrieben werden halt ich für Quatsch.

2 „Gefällt mir“

Also ist Medikinet zwar ein Betäubungsmittel - aber nicht aus der Gruppe der Amphetamine wie z.B. Elvanse. Wieder was gelernt.

(Trotzdem bin ich froh, für mich Etwas weniger „hartes“ gefunden zu haben, das trotzdem die erwünschte Wirkung zeigt. Schließlich hatte ich für mein Leben echt genug strafrechtliche Ermittlungen bezüglich BtM. Da brauche garantiert keine Wiederholung, nur weil ich z.B. bei einer Kontrolle meinen ADHS-Ausweis nicht am Mann habe).

Der eh kein offizielles Dokument ist und einen in falsche Sicherheit wiegt.