Eindosierung und Essen bei Einnahme

Hallo,

Ich bin mit meinem Sohn 7.5 Jahre gerade mitten in der ersten Woche vom einstellen des Medikament Methylphenidat AL 10 mg mir veränderterwirkstofffreisetzung. Er hat morgens nach seinem Müsli die Kapsel geschluckt. Um 7 uhr ca. +/- paar Minuten.

Ich bin auf diesem Gebiet absoluter Neuling und auf eure Erfahrungen gespannt.

Er berichtete mir dass er das Gefühl hat, dass das Medikament erst zur 3. Stunde wirkt. Und das es von seinem Gefühl her nur 2.5 std anhält. Er sagte er möchte das nicht mehr nehmen da es nicht wirkt.

Wir sind aber erst am 2. Tag angekommen. Sollte das Medikament erstmal ne Woche genommen werden? Um zusehen ob sein Gefühl der Wirkung sich verändert? Oder sollte ich dies direkt mit der Ärztin besprechen?

Kann das irgendwie mit der Dosis zusammen hängen oder mit seinem Frühstück? Was sollten die Kinder, die dieses Medikament einnehmen frühstücken?

Bitte steinigt mich nicht. Vielen Dank für eure Erfahrungen.

Natürlich. 2 Tage ist ja viel zu kurz im irgendwas zu sagen. Die Eindosierungszeit betrögt mehrere WOCHEN. Da müsst ihr leider durch, wenn ihr langfristig was davon haben wollt.

Es ist auch völlig normal, dass es erst nach 1-2 Stunden (oder ggf länger) wirkt. Die Kapsel muss sich ja logischerweise erstmal im Magen zersetzen und der Wirkstoff im Blut ankommen- das dauert. Und das dauert bei jedem unterschiedlich lange, denn jeder Stoffwechsel ist anders. Idealerweise würde ich sagen, sollte er es mindestens eine Stunde nehmen, bevor er zur schule geht. Aber mir ist auch klar, dass das wahrscheinlich unrealistisch ist. Ich als Grundschulkind hätte das Medikament dann schon um 6 Uhr etwa mit essen nehmen müssen, das wäre einfach zu früh für mich gewesen. Und dann ist das Kind wach und will zuhause noch bespaßt werden, bis es los muss - ist vielleicht auch schwierig je nach dem, was die Eltern morgens noch alles unterbringen müssen.

Ich, als Erwachsene, nehme mein Medikament (anderer Wirkstoff) jedenfalls so 30-60min bevor ich das Haus verlasse. Wirkung setzt meist so 1-2h später ein.

PS: Ach ja, das was ist nicht so relevant, es geht eher darum, dass man genug isst. Eine Scheibe Toast mit Käse ist zu wenig. Man sollte wirklich gut Frühstücken mit Medikinet/Ritalin, damit es nicht zu schnell verstoffwechselt wird. Ich hab keine Ahnung was Kinder essen aber wenn ich von mir als Erwachsene ausgehe, habe ich mit Medikinet damals mindestens eine große Portion Müsli + einen Obstriegel + ggf frisches Obst/Gemüse als Snack gegessen, oder mindestens 3-4 gut belegte Scheiben Brot (auf jedem Brot was anderes, Gemüseaufstrich, vegane Wurst, Marmelade etc). Es sollte gut Kohlenhydratreich sein.

Vielen Dank für deine Antwort

Erfahrungen bringe ich dir nun keine, aber eine hoffentlich hilfreiche Erklärung. :slight_smile:

Ja, erstmal beobachten. Es wird eindosiert. Bedeutet, dass bspw. alle 1-2 Wochen um 10 mg erhöht wird. Es kommt auf den Langzeiteffekt an.

Der Wirkstoff muss über eine Schwelle kommen damit er gut wirkt. Diese individuelle Schwelle wird bei der Eindosierung ermittelt.

Essen verlangsamt das Einsetzen der Wirkung geringfügig. Spielt keine große Rolle. Es gibt auch Leute die mit 10 mg keine Wirkung verspüren, aber dann erst leicht mit 20 mg und am Ende bei 40 mg glücklich mit der Wirkung sind.

Spielt tatsächlich nur eine wesentliche Rolle bei Medikinet Adult/Retard wegen der da speziellen Wirkstofffreisetzung.

Bei Ritalin Retard/Adult und dem Generikum von AL spielt die Nahrungsaufnahme keine Rolle.

Bei diesen Präparaten ist der Wirkstoff identisch, aber sie Freisetzung anders umgesetzt. :slight_smile:

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Vielen Dank.
Also die Ärztin hat nichts von alle 1 bis 2 Wochen erhöhen gesagt. Sie sagte Wir sehen uns dann im Dezember zur Kontrolle. Bei Fragen dürfen sie sich jeder Zeit an mich wenden.

Mehr sagte sie tatsächlich nicht.
Gut wenn das Essen morgens nur geringfügig ne Rolle spielt.

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Die Ärzte behaupten viel, vor allem sind sie ausgelastet und haben keine freien Termine. Wir haben jetzt Ende September. Zwei Monate und Dezember ist dann der dritte Monat.

Eine Eindosierung dauert Monate. Durch so eine Strategie zieht man es nur unnötig in die Länge und am kompletten Bedarf vorbei. Da leidet auch die Compliance: Wenn du keine Wirkung hast oder nicht weiterkommst, dann siehst du es als nutzlos an und hörst auf, es zu nehmen.

Die Leitlinien sagen ganz klar, dass eine stufenweise Eindosierung erfolgt und nicht, dass man erstmal eine Ewigkeit bei einer Unterdosierung Die Leitlinien sind klar und deutlich im Beipackzettel steht es auch, dass man regelmäßig erhöht.

Stimulantien wie Ritalin und Co. sind kein Ibuprofen, wo man sagt: 400 mg, das hilft jetzt gegen Schmerzen und 600 mg sind dann gegen Entzündungen.

So funktionieren Stimulantien leider nicht, deswegen erfolgt die Eindosierung.

Ärzte sind kommunikativ aber auch oft schlecht, leider.

Es ist natürlich maßgeblich, was der Arzt sagt. Aber wenn der Arzt gesagt hat, dass du dich melden kannst, dann mach das nach etwas mehr als einer Woche. Höchstwahrscheinlich wird dir die Ärztin dann sagen, dass du um 10 Milligramm erhöhen sollst. :slight_smile:

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