Hallo zusammen, mein Sohn diag. ADHS, 7 Jahre, hat seit der Einschulung Probleme in der Schule, aktuelle Beschulung 2 Std täglich. Nachdem 2 Medikamente keinen Erfolg gezeigt hatten, sind wir nun in der Eindosierung mit Atomoxetin und es sieht bis jetzt vielversprechend aus. In der Zwischenzeit haben wir auch mit der Schule besprochen einen Antrag auf Schulbegleitung zu stellen. Alles läuft in die richtige Richtung dachte ich. Und nun kommen wir zur ärztlichen Stellungnahme für den Antrag. Da der Arzt die Praxis neu übernommen hat, mache ich mir Sorgen, ob hier genügend Erfahrung mit diesem Thema vorliegt. Obwohl der Arzt den Grund des Antrags kennt und die aktuelle Lage optimistisch ist, hat er in der Stellungnahme angegeben, dass ein stationärer oder teilstationärer Klinikaufenthalt empfohlen wird und nun mache ich mir große Sorgen, was auf uns zukommt und ob der Antrag auf Schulbegleitung dann überhaupt bewilligt wird, weil die Empfehlung abweicht. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wieviel Gewicht diese Aussage hat, ich fürchte nur, dem Arzt ist das auch nicht bewusst, daher frage ich euch. Hat jemand Erfahrung mit dem Thema?
Mein Bruder hatte einige Jahre Schulbegleitungen (Autist) ich werde meine Eltern fragen ob sie sich zufällig erinnern wie das damals war (ist aber einige Zeit her, war so 2010 rum). Ich werden berichten ![]()
EDIT: Hab deine Frage als Anlass genommen, mal wieder meine Mutter anzurufen ^^ zufällig ging sie gleich ran und hatte kurz Zeit…also:
- Jugendamt Eingliederungshilfe beantragen, die Zahlen das, dann Einrichtung suchen die Schulbegleitung zahlen, die Einrichtung die bei uns die Schulbegleiter gestellt hat war https://www.lebenshilfe.de/ bzw. unser Jugendamt hat die Lebenshilfe kontaktiert / die kooperieren zusammen irgendwie sowas.
- In Baden-Württemberg muss das übers Jugendamt laufen - keine Ahnung wo du wohnst aber vielleicht da mal anrufen und fragen was man da noch alles braucht/ob sie da unterstützen können.
- Sie meinte, nochmal mit dem Arzt über die Hintergründe reden - wieso empfiehlt er das?
- Vollstationär gäbe es ja auch Unterricht, dann wäre die Schulbegleitung erstmal hinfällig.
- Beides parallel laufen lassen - Stationärer Aufenthalt suchen und Schulbegleitung (dauert beides ewig, Monate).
- Schulbegleitung beantragen bis wir dann eine hatten hat wirklich Monate gedauert, also wirklich zügig machen weil das liegt dann erstmal ne Weile beim Amt.
War denn beim bisherigen Arzt je von KJP die Rede?
Wir waren damals bei der kommunalen Erziehungsberatung und bekamen dort den Tipp, für diese Empfehlung zu einem Arzt im Gesundheitsamt zu gehen.
Damals waren wir mit dem SPZ nicht sehr zufrieden gewesen und die hatten unseren Sohn sogar quasi entlassen, ab jetzt seien die Förderlehrer dran.
Medikation hatte das SPZ nie empfohlen und den Autismusverdacht der Schule einfach ganz schnell abgetan.
In einem Kurzbrief an die Schule wurde dann Förderbedarf in 4 Förderbereichen attestiert. Die Direktorin der Schule fasste sich an den Kopf, weil es allgemein so ist, dass jede Schule nur einen Förderlehrer hat und der deckt dann genau einen Förderbedarf ab.
Sie haben ihr bestes versucht.
Geholfen haben dann aber Medikation und Assistenz und im Verlauf war dann die ASS Diagnose die allergrößte Hilfe, weil damit quasi jedes Problem erklärt werden kann bzw von der Schule alles hingenommen werden muss von wegen Inklusion und so.
Mein Tipp für Euch:
→lasst euch bezgl Pflegegrad und GDB beraten.
Kinder mit einem sehr hohen Betreuungsgrad können teilweise beides bekommen, was finanziell eine wichtige Entscjädigung sein kann, wenn ein Elternteil deswegen nicht oder nur wenig arbeiten kann!
Uns ist ein fünfstelliger Betrag entgangen, weil niemand uns das mal erklärt hat…
Und mit GDB muss vieles gewährt werden.
Für eine Fortführung der Assistenz muss hier alle drei Jahre die ADHS Diagnostik wiederholt werden.
Bei Autismus nicht, denn da tut sich meist nicht so viel.
Nachtrag zum Pflegrad: die pflegende Person kann Rentenpunkte bekommen!!
Mein Sohn hat jetzt erst mit 18 erstmalig einen Pflegegrad bekommen - PG3 für Autismus mit starken ADHS. Das ist schon eine menge Geld, die uns alleine da entgangen ist. Und ich konnte irgendwann tatsächlich nicht mehr arbeiten, obwohl ich zuletzt schon nur noch 40 % gearbeitet hatte. Mein Mann ist auch auf 80 % runter gegangen.
Aber nicht mal die Familienhelfer haben darüber nachgedacht, ob das nicht vielleicht ein Hinweis auf einen eindeutigen Pflegegrad sein könnte.
GDB 80 und Merkzeichen H und B hätte er bekommen - aber nur, wenn man unter 18 ist.
Ich habe das 2 Jahre lang aus Stress aufgeschoben und hätte das sicher anders priorisiert, wenn ich das auch noch gewusst hätte.
Jetzt hat mein Sohn GDB 50 ohne Merkzeichen.
Nun ja, immerhin das…
Ich könnte meinen noch mal Prüfen lassen ob 50 nicht zu wenig ist, meinte mein Doc, nach der UK ASS Diagnostik. Wundert mich gerade, dass dein Sohnemann „nur“ 50 bekommen hat. ![]()
Wir haben schon einen Widerspruch gemacht.
Er wurde zurückgewiesen.
Jetzt gehen wir in die Klage, weil es offensichtlich ist, dass bestimmte „Schlüsselbegriffe“ nicht erkannt und entsprechend bewertet wurden.
Mal schauen… der Arzt meinte auch, es hätte in Richtung GDB 80 gehen können.
Naja und die Merkzeichen könnte er allenfalls rückwirkend und dann bis zum 18. Geburtstag zuerkannt bekommen.
Steuerlich kann es auch nur maximal 4 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.
Aber so wie sowieso schon so viel verloren haben, möchte ich zumindest das bekommen, was geht…
Hast du das mal mit ihm besprochen.
Eenns dich stört und du es rasushaben möchtest dann würde ich einen Termin machen und mit ihm offen besprechen was dich stört, warum es dich stört, und das du dadurch Nachteile befürchtest.
Ein guter zugewandter Arzt kann damit umgehen und begründet dir genau warum er es für wichtig hält, dagt, daß er das so gar nicht gesehen und bedacht hat und ändert es oder er erkundigt sich oder oder
Ich persönlich finde vollstationäre KJP immer zweifelhaft. Erst recht in dem jungen Alter.
Vielleicht ist es OK, solange immer ein Elternteil mit aufgenommen wird.
Bislang kam die überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen, die ohne Eltern aufgenommen wurden, von denen ich gehört habe, mit einem neuen Problem aus der Klinik zurück.
Das sollte man nicht ohne Not machen.
Und vor allem - kennt sich diese Klinik wirklich richtig richtig gut mit ADHS und Autismus aus?
Ich kenne mehrere Fälle, in denen ADHS bzw Autismus trotz mehrwöchigen Aufenthaltes überhaupt nicht erkannt geschweige denn diagnostiziert wurde.
Also KJP ist echt nicht automatisch das, was dann auch hilft…
Vielen Dank für all eure Mühe, voll lieb von dir CirillaVonCintra dass du sogar deine Mama diesbezüglich kontaktiert hast
ich bin neu hier und habe bis jetzt immer nur still mitgelesen, weil ich dachte ich muss diese Herausforderungen alleine bewältigen, umso mehr bin ich gerührt und überwältigt von solch ausführlicher und schneller Rückmeldung.
Ich hätte gerne früher geantwortet, aber bei uns war wieder so viel los, dass ich erst jetzt dazu komme. Ich werde das Thema Pflegegrad als Nächstes angehen und mich zu GDB informieren, vielen Dank, das ist wirklich ein kleiner finanzieller Trost, den man im ADHS durchaus gut gebrauchen kann.
Bzgl. dem ursprünglichen Thema, der KJP hat sich am Telefon, als er die Stellungnahme mit mir besprochen hat, etwas unglücklich ausgedrückt und mich dadurch kirre gemacht. Als ich die Stellungnahme dann in den Händen hielt, war die Empfehlung für Schulbegleitung korrekt formuliert und bei weiteren Maßnahmen war dann zusammen mit anderen Optionen „ggf.stationärer/teilstationärer Aufenthalt“ als letzter Punkt aufgeführt. Das war dann ok für mich, weil es sich schon mal angesprochen wurde und ich habe das eher als letzte und nicht als erste Option gedeutet, somit habe ich den Antrag dann auch so weggeschickt und warte nun auf die Entscheidung des JA.
Zum Thema stationäre Klinik, das wäre für mich tatsächlich die letzte Option, wenn alles andere scheitern würde. Die Kliniken in unserem Umkreis haben leider keinen guten Ruf, bei den Google Bewertungen hätte ich als Mama beinahe geweint, bei dem was die Eltern da berichtet haben. Und bevor ich dem zustimmen würde, wäre ich tatsächlich noch eher für eine Tagesklinik.
Leider ist es tatsächlich aktuell so, dass die vielversprechende Wirkung durch Atomoxetin sich nun langsam, aber sicher in Luft auflöst und wir wie schon davor bei Null anfangen müssen. Habe mich wieder zu Medis informiert und werde den KJP informieren.
Danke euch allen, wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit und schön, sich nicht alleine zu fühlen. Das ist viel wert!