Einnahme Medikinet am Wochenende

Hallo ihr Lieben,
brauche mal grade euer Schwarmwissen. Bin noch relativ neu mit meiner Diagnose (seit einem halben Jahr).
Nehme 30mg Medikinet adult morgens und komme damit sehr gut zurecht, keine besonderen Nebenwirkungen. Es hilft mir mich zu fokussieren, ich bin weniger zappelig, innerlich ruhiger und habe endlich wieder Spaß an der Arbeit, weil mein Reizfilter mit Medikinet endlich wieder funktioniert… Vorher war er wie ein offenes Scheunentor :slight_smile: . Zusätzlich nehme ich Aufgrund meiner Depression 112mg Venlafaxin. Dieses soll aber in den nächsten Wochen langsam runtergesetzt werden.
Nun zur Frage: Könnte ich am Wochenende oder generell wenn ich nicht arbeite, weniger Medikinet nehmen oder muss ich einen konstanten Medikamentenspiegel halten? Klar bin ich ohne Medis unruhig und zappelig, sicherlich auch zerstreuter, aber mein Mann kennt mich so und für mich ist das wenn ich nicht „abliefern“ muss auch in Ordnung.
Macht das Sinn oder lieber normal weiter nehmen?

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Mein Arzt hat mir damals sogar empfohlen, es am Wochenende wegzulassen. Also ja, geht ohne Probleme.

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Hallo Kopfchaotin,

ja, kann man machen, man braucht keinen Spiegel.

Die spannende Frage ist aber doch eher, warum sollte man es machen? Okay, dein Mann kennt dich so und du musst am Wochenende nicht „abliefern“. (By the way, ihr habt keine Kinder, keinen Haushalt, keine Freizeitaktivitäten?)

Ich sehe aber keinen Grund dafür, am Wochenende - oder auch nachmittags, das Medikinet Adult wirkt doch nur den halben Tag - freiwillig zerstreut, zappelig und innerlich unruhig zu sein? Es geht doch nicht nur um Leistung im Beruf, sondern auch und vor allem um Genießen des Lebens?

Wenn der Beruf besser läuft - gut, aber wenn die Ehe und die Freizeit und das Wochenende besser laufen und du dich besser fühlst - besser.

Ich lebe jetzt 38 Jahre ohne und 18 Jahre mit Ritalin/Medikinet, und den Unterschied in der Lebensqualität und im Umgang mit meiner Frau, meinen Kindern und anderen Mitmenschen finde ich so deutlich, ich wäre doch echt doof wenn ich mir das nur an Werktagen und nur vormittags gönnen würde.

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Danke dir für die Antwort.
Meine Ärztin hat mir kurz vor Weihnachten gesagt, dass ich ja über die Feiertage mal ruhiger machen kann und somit die Medikation runter fahren könnte. Da bin ich etwas stutzig geworden und deshalb frage ich nach.
Eben weil ich am Wochenende nicht entspannt auf der Couch liegen kann. Wie du schon sagst ich bin 36 habe Haushalt, ein Kind. Da die Medikamente wie ein Aus-Schalter für meinen - eigentlich nicht vorhandenen - Reizfilter wirken brauche ich diese eigentlich am Wochenende umso mehr, gerade mit Kind. Sonst höre ich Kindergeschnatter, die Spülmaschine, das Radio, meinen Mann und wahrscheinlich irgendein Nachbar der Rasen mäht parallel und bin gedanklich eh schon 5 Schritte voraus ohne das zu Enhde gemacht zu haben was ich grade angefangen habe. Meine Ärztin hat mich da irgendwie irritiert, also danke für deine offenen Worte.
Wie geht es dir denn - wenn ich fragen darf - nach 18 Jahren Einnahme? Hast du zwischenzeitlich Pausen gemacht?

Wenn du es so formulierst… :laughing:
Es klang bei meiner Ärztin eben so als wäre das gängige Praxis. Bei mir wirkt das Medikinet auch länger als bis nachmittags, Arbeitstag bekomme ich also super abgedeckt. Habe auch schonmal versucht Mittags eine Dosis zu nehmen, dann werde ich richtig „matschig“. 30 mg ist meine Wohlfühldosis, Reizfilter funktioniert, ich habe Ruhe im Kopf und bin eben nicht „drüber“

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Selbsterfüllende Prophezeihung: Wenn die Ärztin ihren Patienten erzählt, das Medikament soll nur angewandt werden, um im Beruf zu funktionieren, aber dass es einem privat gut geht ist Luxus, dann ist es gängige Praxis. Bei ihren (!) Patienten.