Einschätzung zu Symptomen unter Lisdexamfetamin

Hallo zusammen. Da mein nächster Quartalstermin bei meinem Psychiater noch in der Zukunft liegt, würde ich Euch mal ganz lieb fragen ob ihr mir bei einer Einschätzung der Symptome helfen könnt, damit ich meine Angst unter Kontrolle bekomme, bevor es zur Panikattacke kommt.

Ich fasse einfach mal chronologisch meine bisherigen Erfahrungen zusammen.

Ende Juli bekam ich meine Diagnose und am. 2.8. begann ich mit der Einnahme von Lisdexamfetamin 30mg. Die ersten drei Tage waren gut. Kurze Schwindelphasen 30 bis 45 Minuten nach Einnahme und zwei bis zweieinhalb Stunden später auch noch einmal. Leichte Euphorie oder eher einfach ein gutes Gefühl in den ersten zwei Tagen, danach eher subtile Wirkung. Kein Appetit die ersten zwei Tage, und ab Tag drei wieder normaler Appetit. Die Gedanken in meinem Kopf wurden etwas leiser bzw, konnte ich einen Gedankenstrang besser fokussieren. Motivation war fast wie immer, musste mich aber weniger Überzeugen. Konzentration auch nur leichte Besserung. Geräusche waren nicht wie sonst alle gleich laut, sondern ich konnte sie besser differenzieren. Leise war leise und laut war plötzlich richtig laut. Auch meine Sicht wurde besser. Ich wurde insgesamt ruhiger und bin auch langsamer gegangen. Jedoch konnte ich mich innerhalb von Sekunden in die Hyperventilation reden.

Am vierten Tag gegen Vormittag plötzlich starke Enge in der Brust, stechende Schmerzen bei jedem Herzschlag und Schmerzen im linken Unterarm. Erst mal Panik wegen Herzinfarkt. Psychiater telefonisch kontaktiert und die haben mich erst mal beruhigt, weil sowas passieren kann. Gegen Nachmittag hörten die Symptome dann auf. Am fünften Tag war dann alles wieder in Ordnung. Am sechsten Tag war dann ab Vormittags starke Kopfschmerzen, Schwindel und Herzstolpern sowie Druckgefühl im linken Unterarm das Programm. Immer von 10 Uhr bis 14-15 Uhr. Das zog sich dann durch bis zum 10.8. Ich besuchte dann meinen Hausarzt, zeigte ihn meinen Blutdruck, welchen ich stündlich seit Einnahmestart trackte. 125-150:90-110 Puls zwischen 60 und 70. Ich habe dann erst einmal die Einnahme angebrochen und einen Kardiologen aufgesucht. Dort allerdings wurde auf Anhieb nichts festgestellt. Blutdruck normalisierte sich auch wieder. In Zukunft wird noch ein BelastungsEKG in Schräglage mit Ultraschall durchgeführt nur um ganz sicher zu gehen.

Kurze Anmerkung vorab: ich leide wohl mutmaßlich unter dem Roemheld Syndrom, welches ich mir wahrscheinlich durch meine Fressattacken plus plötzliche Unverträglichkeit gegen Ballaststoffe und FODMAPs zugezogen habe. Aber abschließende Klärung erfolgt durch Gastroenterologen Ende des Monats.

Am 18.9. habe ich einen neuen Versuch gewagt. Ab Tag 1 hatte ich einen massiven Blähbauch, was wohl auch beim ersten Versuch mein Roemheld massiv triggerte. Aber diesmal erfolgten keine kardiologischen Probleme, vermutlich weil ich meine Ernährung angepasst habe. Blutdruck blieb bei 110-125:80-89 Hochnormal und Puls zwischen 55 und 65. Die Wirkung war in den ersten Tagen wie beim ersten Versuch. Zusätzlich bemerkte ich dann auch, dass meine Hände weniger zitterten. Das Verweilen unter Menschen machte mir nicht mehr so viel aus. Ich konnte auch endlich wieder Busfahren ohne Reizüberflutung. Allerdings fiel nach Tag 5 mein Rededrang insbesondere das Monologisieren deutlich stärker aus. Ich war aktiver und versuchte mindestens drei mal am Tag raus zugehen. Keine Müdigkeit mehr, keine Erschöpfung durch die Bewegung. Auch das zwanghafte scannen meiner Umgebung reduzierte sich massiv. Das änderte sich aber kürzlich als ich merkte, dass ich mich getrieben fühle, irgendwie unruhig und ständigen Bewegungsdrang. Ich musste ständig nach draußen. Auch das Ansprechen von Nachbarn und Bekannten wurde auffällig, da ich zu viel redete. Irgendwie wurde ich auch verwirrter bzw. planloser. Zuvor hatte ich jeden Ausflug mit Route und Wechsel der Straßenseite akribisch durchgeplant, jetzt hatte ich das Gefühl, dass ich mich kontrollieren musste nicht woanders hinzugehen. Und die letzten zwei Nächte konnte ich kaum schlafen, weil ich alles durchmonologisierte was ich in den nächsten Tagen geplant hatte oder aber in der Vergangenheit lag. Die letzten zwei Tage war ich auch deutlich emotionaler als sonst. Heute habe ich mit Unterbrechung drei Stunden schlaf abbekommen. Heute morgen war ich dann aufgekratzt als ob ich eine ganze Kanne Kaffee geext hatte. Mein Kopf glüht immer noch als ob ich Hochleistungssport gemacht hätte. Ich habe die Einnahme von Lisdex heute ausgesetzt und meinen Psychiater informiert. Ich glaube ich mache das Wochenende eine Pause.

Keine Ahnung woher das plötzlich kam, denn es lief alles gut. Eine kurze Recherche ergab, dass es sich um eine Überdosierung handeln könnte? Aber woher so plötzlich?

Ich muss anmerken, dass meine Verdauung mal wieder stockte die letzten Tage und vielleicht daher eine kumulierte Wirkung stattfand? Aber ich dachte eigentlich, dass sich das Medikament nicht von sowas beeindrucken lässt sondern schon im oberen Trakt verdaut wird.

Hat jemand eine Idee oder einen Hinweis? Danke vorab.

Hast du schon mal den Beipackzettel zu Rate gezogen und geschaut, ob viele Probleme irgendwie mit Sehr häufig, häufig irgendwo aufgeführt sein könnten??

Dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch das es „typische Anfangsnebenwirkungen“ sind, die sich mit Zeit und Gewöhnung für gewöhnlich legen sollten/ müssten, aber ggf. einige Wochen in irgendeiner Form begleitend sein könnten.
Hast du ohne Dosissteigerung/ gleichbleibender Dosis nach 2,3, 4 Wochen nicht das Gefühl das sich die Nebenwirkungen mildern, wäre das der richtige Zeitöunkt Rücksprache mit dem Arzt zu nehmen, ob er es als anfängliche Eindosiernebenwirkungen einsguft oder er ein anderes Jandeln für erforderlich hält…

Ein gewisses Maß an Nebenwirkungen ist eher normal solange sie nicht zu stark von den im Beipackzettel aufgeführten Nebenwirkungen einzuordnen sind, denn die Hersteller neben ja wirklich jedes Detail zur Vorsicht in den Beipackzettel auf und führen dort auch Überdosierungssymptome etc. auf, was auch bei solchen Problemen im Beipackzettel aufgeführt sind und auch somit ganz gut die Selbsteinschätzung unterstützt

Jeder empfindet ja doch anders aber erkennt die Symptome beim Lesen meist wenn sie zutreffen eher leider vor

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Du hast recht. Hab mir grade den Beipackzettel durchgelesen.

1 von 100 Gefühl von ungewöhnlicher Erregung, übermäßiger Aktivität oder Enthemmung (Manie)

Das könnte es sein.

Konnte es nicht zuordnen. Aber es macht Sinn.