Elvanse am Morgen – Cannabis am Abend?

Hallöchen zusammen,

ich hab mich zwar gerade erst vorgestellt, aber direkt schon eine Frage, die mich beschäftigt. Ich hab schon gegoogelt und auch ChatGPT gefragt, aber irgendwie keine wirklich klare Antwort bekommen.

Vor meiner ADHS-Diagnose habe ich abends ganz gern mal ein bisschen medizinisches Cannabis konsumiert, einfach um runterzukommen. Seit ich Elvanse nehme, hab ich komplett darauf verzichtet, weil mir natürlich klar ist, dass man beides nicht gleichzeitig nehmen sollte. Aber wie sieht es eigentlich mit dem Abend aus? Also wenn Elvanse längst nicht mehr wirkt – spricht da grundsätzlich was dagegen, eine kleine Menge im Vaporizer zu konsumieren? Ich hab das Gefühl, dass mir das helfen könnte, zur Ruhe zu kommen und besser zu schlafen.

Ich hab auch gelesen, dass es wohl einige gibt, die sogar beides gleichzeitig verschrieben bekommen. Meine Ärzte (Hausarzt, Rheumatologe, Psychiater) sind da allerdings eher auf der konservativen Seite – ich glaube, das hängt oft auch mit dem Alter zusammen. Jüngere Ärzte scheinen da generell etwas offener zu sein. Mir geht’s auch gar nicht darum, mich abzuschießen oder sonst was, sondern einfach nur abzuschalten. Kopf aus, runterkommen, vielleicht ein bisschen besser schlafen.

Falls das irgendwie relevant ist: Ich bin Ende 30, wiege 125 Kilo, bin 1,98 m groß und nehme aktuell 50 mg Elvanse pro Tag, die ich morgens bis spätestens 10 Uhr einnehme. Ich würde das alles natürlich am liebsten mit einem Arzt absprechen und im besten Fall sogar grünes Licht bekommen – aber wie gesagt, das ist leider etwas schwierig. Ich hab auch schon nach Ärzten gesucht, die grundsätzlich offen für Cannabis-Therapien sind, aber das meiste, worauf ich stoße, sind irgendwelche Anbieter aus der Telemedizin, die eigentlich nur Rezepte verschicken und darüber hinaus gar kein echtes Interesse an einer Begleitung haben.

Falls es dazu vielleicht schon den ein oder anderen Beitrag im Forum gibt: Sorry, wenn ich da was übersehen habe. Ich hab mir schon einige durchgelesen, aber leider keine wirklich eindeutige oder für mich passende Antwort finden können – deshalb dachte ich, ich frage einfach nochmal nach.

Vielleicht hat ja jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann ein bisschen was aus dem eigenen Umgang mit der Kombination erzählen. Ich wäre super dankbar für eure Tipps oder Einschätzungen.

Ich danke euch im Voraus und liebe Grüße!

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Hi @Spackolazius :adxs_wink:

Ich verlinke Dir mal ein Thema, in dem es ausführlich um Cannabis geht - zwar in Kombi mit Methylphenidat, aber vielleicht hilft es Dir trotzdem weiter.

Kein Ritalin wegen Cannabis Patient - ADHS - medizinisch, neurologisch, therapeutisch* / Medikamentöse Behandlung von ADHS* - ADHS-Forum von ADxS.org

Zu beachten wäre allerdings ein Unterschied zu Elvanse:

Auch wenn Elvanse nicht mehr wirkt, hast Du am Abend noch etwa die Hälfte davon im Körper und am nächsten Morgen noch ca. 1/4. Bis das vollständig abgebaut ist, dauert es mehrere Tage - und Du legst ja jeden Morgen nach.

Methylphenidat wird deutlich schneller abgebaut. Da ist 12-15 Stunden nach der letzten Einnahme (bzw. bei Retardpräparaten nach der letzten Freisetzung) so gut wie nix mehr im Körper.

Hallo Schusselflummi,

danke dir für die Erklärung zu Elvanse – das wusste ich tatsächlich so noch nicht. Der verlinkte Beitrag bezieht sich ja eher auf jemanden, der eine richtige Abhängigkeit entwickelt hat und täglich konsumiert. Das war bei mir ehrlich gesagt nie der Fall. Vielleicht ein- bis zweimal pro Woche, hin und wieder auch mal ein drittes Mal, aber mehr auch nicht. Ich hab es eigentlich immer nur dann genutzt, wenn ich schon tagsüber gemerkt habe, dass der Stress heute wieder besonders krass war und ich abends sicher Probleme haben werde, runterzukommen oder überhaupt einzuschlafen.

Leider findet man zu dem Thema insgesamt echt wenig im Netz. Und wenn die Ärzte dann auch noch komplett blocken und sich gar nicht erst damit auseinandersetzen wollen, wird’s natürlich nochmal schwieriger.

Am Anfang des Threads schon, so ab der Mitte wirds dann aber allgemeiner und da melden sich auch andere mit ihren Erfahrungen.

Der TE hat auch noch einen Arzt gefunden, der MPH verschrieben hat und beschreibt dann, wie es mit dem Cannabis weiterging. Wenn man über Misch-Medikation nachdenkt, lohnt es sich auf jeden Fall, da mal reinzulesen.

Es gibt hier noch mindestens 2 Threads, in denen es um Cannabis und Stimulanzien geht, habe nur gerade keine Zeit zum suchen. Wenn ich mehr Luft habe, schaue ich nochmal (falls ich es nicht vergesse :adxs_zwinker:)

Ich muss es leider zugeben – ich hab mir den ganzen Kram gerade von meinem KI-Kumpel ChatGPT zusammenfassen lassen. :sweat_smile: Ich kann mich beim Lesen längerer Texte oder Bücher einfach null konzentrieren und verliere super schnell das Interesse… typisch ADHS eben! :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ich hab hier im Forum natürlich auch schon fleißig gesucht und einiges gelesen bzw. eher überflogen. Für längere Texte muss bei mir aber echt alles stimmen – sonst ist direkt Schluss mit Fokus. Werde mir das Ganze später in der Mittagspause nochmal in Ruhe anschauen.

Und jetzt geh ich freiwillig in die stille Ecke. :joy::see_no_evil_monkey:

Komm wieder raus da!

Du bist hier im ADHS-Forum. Hier gibts keine stille Ecke! :adxs_crazy:

Ich habe das Ding auch nicht an einem Tag gelesen. Das ist morgen und übermorgen und nächste Woche auch noch da und man kann sich häppchenweise vorarbeiten. :adxs_zwinker:

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Moin,

ich war so einer, der beides bekommen hat. Und ich habe dem endgültig abgeschworen, es hat mir nur kurzfristig subjektiv gut getan, nach einem Monat merkte ich, wie es kognitiv bergab ging.

Cannabis verschlimmert bei regelmäßigen Konsum (bei mir zumindest) partiell ADHS Symptomatiken,
Vor allem aber ist Cannabis entgegen der Meinung der meisten Konsumenten in der Wirkung bzgl. des dopaminergen/serotonergen Systems schwer kalkulierbar. Eine geringe Menge sorgt für mehr, erreichst du aber eine gewisse Schwelle oder konsumierst regelmäßig täglich am Abend, wird diese Wirkung umgekehrt, dazu gibt es zig Studien und diese Schwelle ist von deiner täglichen Verfassung abhängig. Ich vermute, das ist auch ein Grund, warum dies vorhandene Psychosen auslösen kann und vor allem bei ADHS auf Dauer eher kontraproduktiv ist, man merkt es aber einfach zu spät, das wird unterschätzt.

Heißt: Du nimmst bei regelmäßier Einnahme 2 Komponenten, die gegeneinander spielen, wovon eine in der System-Wirkung deines Körpers chemisch wenig kalkulierbar und potenziell psychotisch werden kann. Subjektiv fühlt es sich für dich sehr gut an. Ich vergleiche das gerne etwas übertrieben mit Abhängigen, die Heroin und Kokain konsumieren. Man fühlt sich super ausgelassen, aber dein Körper, vor allem kognitiv, macht dieses auf und ab nicht lange mit und dann hast du schon einen Knacks weg.

Mach bitte nicht den gleichen Fehler wie ich und lass es sein. Konsumiere Cannabis maximal 1-2x im Monat, wenn du abends am Wochenende mal chillen möchtest, aber stütze dich nicht auf einen vermeintlichen Ausgleich, den du mit einer regelmäßigen abendlichen Einnahme subjektiv empfinden würdest, diese Ruhe findest du nachdem der Honeymoon mit Elvanse vorbei war in einigen Wochen bei dir selber. Und was ich dazu sagen möchte: Es gibt bei jedem Menschen Abende, an denen er bis 3 Uhr nachts wachliegt und diese Ruhe vorübergehend nicht greifen kann.

Neben deinem Geist, gefährdest du darbüer hinaus auch deine Fahrerlaubnis. Hier greifen das CanG und die dazu getroffenen Punkte in der FeV nicht mehr. EIne Fahrereignung ist nicht mehr gegeben, wenn du mehr als 1 Medikament ärztlich einnimmst, welches deine Wahrnehmung verändern kann, da bringt dir das Rezept auch nichts mehr. Bei der ersten Blutentnahme im Rahmen einer Kontrolle (und die wird irgendwann kommen), erhält deine Behörde die Meldung und dann wirst du deshalb bei der MPU auf Dauermedikation durchfallen.

Und wie Schusselflummi sagt: Die Wirkungen werden sich auch noch am Abend überschneiden.
Alles Gute Dir

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Das war doch nur ein kleiner Spaß, @Schusselflummi :grinning_face_with_smiling_eyes:

Vielen Dank für deine ausführlichen Worte, Hodenmumps. Ich denke mittlerweile auch, dass Zurückhaltung in diesem Fall wohl einfach der sicherste Weg ist. Ich habe zwar nie besonders viel konsumiert, aber in Verbindung mit einem BTM bin ich da echt vorsichtig – wenn nicht sogar ein ziemlicher Schisser. Ohne eine richtige ärztliche Beratung würde ich da ungern irgendwelche Risiken eingehen.

So wie ich es bei dir rauslese, hattest du eine ärztliche Begleitung und rätst trotzdem eher davon ab. Das gibt mir nochmal zusätzlich zu denken. Mein Elvanse wirkt bislang leider nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Gefühlt macht es mich sogar noch impulsiver und teilweise aggressiver. Aber mir war auch vor Beginn der Einnahme klar, dass es ein längerer Prozess werden kann, das richtige Medikament und die passende Dosierung zu finden.

Was du über den gelegentlichen Konsum schreibst – so 1–2 Mal im Monat in entspannter Runde mit Freunden – klingt grundsätzlich nachvollziehbar. Vielleicht ergibt sich das bei mir gar nicht, mal schauen. Ich hatte es bisher wirklich nur zum Runterkommen und Einschlafen genutzt.

Falls es doch mal zu so einem Wochenende kommt, frage ich mich aber, ob man das Elvanse an den betreffenden Tagen – also zum Beispiel Samstag und Sonntag – besser weglassen sollte? Oder ist das eher eine Frage, die du nicht beantworten kannst?

Kein Problem, ich schreibe immer viel und gerne :D. Dann gefällt dir der nächste Aufsatz hoffentlich auch:

Wegen der Wirkung: Da würde ich einfach mal schauen, ob du nicht etwas mehr oder weniger benötigst, ich habe das in 2.5mg Schritten evaluiert, Wenn ich zu wenig nehme, fühle ich eine Unruhe und leichte Wut, ein bisschen wie ein Craving. Bei zu viel bin ich verwirrt Zu der Zeit dosierte ich aber auch nur zwischen 15-20mg herum, um die passende Dosis zu finden und niedrig einzusteigen. Jetzt bin ich seit einem halben Jahr auf 30mg und damit fahre ich gut. Je nach Tag teile ich mir das auch auf, bspw. 25mg morgens und 5mg mittags, ich kann mit Elvanse tatsächlich auch besser schlafen, könnte nach der morgendlichen Einnahme auch wieder so einpennen, schön ruhig.

Wegen Cannabis: Bei 1-2x im Monat schätze ich das sogar als besser ein, bin aber kein Mediziner, wenn du die regelmäßige Einnahme des Elvanse deshalb nicht unterbrichst. Das ist ja etwas anderes, als wenn du beide Sachen täglich zu dir nimmst. Wenn du unterbrichst fehlt dir an dem Tag das Dopamin und dann fuchtelst du da plötzlich wieder zusätzlich mit Cannabis im System herum, während dein Körper so denkt „wtf wo ist mein Dopamin und was geht jetzt bitte ab?“. Allein das Unterbrechen kann schon zu Nebenwirkungen wie Schwindel, Kreislauf etc. führen, steht auch so in der Beilage meine ich, weil dein Körper ja an die tägliche Amphetaminzufuhr und dopaminerge Wirkung gewöhnt ist. Ich denke, da musst du für dich selber schauen, wie du am besten fährst. Kann sein, dass dir schlecht wird, wenn du Cannabis konsumierst und die regelmäßige Elvanseeinnahme deshalb für den Tag unterbrochen hast.

Zu einer Einnahme beider Medikamente wirst wahrscheinlich auch keine richtige bzw. seriöse Beratung finden. Von den 500 Verbindungen in der Pflanze sind auch nur eine Handvoll erforscht und da geht es nicht mal um die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Drogen. Die meisten Ärzte machen sowas nur bei einer Umstellung, wenn du schon jahrelang Cannabis verschrieben bekommen hast und Elvanse ausprobierst bzw. keinen kalten Wechsel durchziehen kannst.

Kurz: Nein, du brauchst bei 1-2x im Monat das Elvanse morgens nicht pausieren, dann geht’s dir höchstwahrscheinlich nur schlecht und der Cannabiskonsum wird dir wohl wenig Spaß bringen, aber da ist wohl jeder Körper verschieden.

Dass man Elvanse bei gelegentlichem Konsum nicht unbedingt auslassen sollte, klingt für mich grundsätzlich nachvollziehbar. Andererseits habe ich auch schon gelesen, dass es in manchen Fällen doch empfohlen wird – je nach Arzt und Patient scheint das sehr unterschiedlich gehandhabt zu werden. Vermutlich reagiert da auch jeder Körper ein wenig anders. Falls es bei mir irgendwann mal dazu kommt, würde ich mich auf jeden Fall sehr langsam und vorsichtig rantasten.

Zum Glück habe ich einen Vaporizer mit Dosierkapsel, das hilft zumindest dabei, die Menge etwas besser einzuschätzen. Ich müsste allerdings mal genau abwiegen, wie viel da überhaupt reinpasst.

Mir ist natürlich klar, dass du kein Mediziner bist, aber vielleicht hast du trotzdem eine Einschätzung dazu: Sollte man mit so etwas besser warten, bis man mit Elvanse richtig eindosiert ist? Ich bin aktuell nämlich gerade wieder auf dem Weg zurück zu 40 mg – möglicherweise sogar zu 30 mg – weil ich mich unter 50 mg einfach zu impulsiv und aggressiv fühle. Mein Eindruck ist, dass irgendwo zwischen 30 mg und 40 mg vermutlich meine optimale Dosis liegt.

Hallo,

das kann sein, es kann aber auch andere Gründe dafür geben. Nur weil die Ärzte älter sind, heißt das ja nicht, dass ihre Einschätzung falsch ist.

Aber wie auch immer: Wenn dein verschreibender Psychiater sagt, es geht nicht, dann ist er der Entscheider, egal was wir hier im Forum sagen.

Meine Psychiaterin hat übrigens nicht direkt gesagt, dass es nicht geht – eher sowas wie: „Dazu sage ich nichts“ :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Ja du, finde deine richtige Elvanse Dosis, pendel dich da erst einmal ein.

Aber ganz ehrlich, wenn wir hier echt nur über die 1-2x im Monat sprechen, dann mach dich nicht so verrückt, rauch oder dampf dir die Ladung am Wochenende und sammel deine Erfahrung, aber nicht gleich mehrere Tage hintereinander usw. Kenne das zumindest von mir, dass es ab dem 2. Konsumtag schwieriger wird und das Elvanse wirkt dann auch nimmer so wie es sollte und ich brauche 2-3 Tage. Mir ist die Elvanse Wirkung einfach wichtiger geworden, kann mit dem Kraut seitdem nicht mehr so viel anfangen.
Und wenn du mit Elvanse alleine keine kognitive Befriedigung erreichst, ist es auch nicht schlimm, dann steigst halt komplett um auf nur Cannabis, wenn das bisher besser war. Elvanse braucht aber einfach seine ungestörte Zeit, bis man die richtige Dosis gefunden hat. Ob du da jetzt in einem Monat mal am Wochenende was rauchst, das kommt in die Erfahrungsschublade, da passiert nicht viel. Und was auch wichtig ist, weil du sagst Aggressionen usw, dass du morgens viel Eiweiß snackst, ausreichend schläfst. Ich hau mir seit der Einnahme immer 500g Magerquark in den Hals .

Ich hatte jetzt nur Not, dass du dir eine Dauereinnahme beider Medikamente vorgestellt hattest.

Zwischen 30mg und 40mg geht gut :+1:t2: ich hab locker 3-4 Monate mit der Dosierung gespielt bis ich entschieden habe, dass ich um die 30 tagsüber am besten fahre, abends super schlafen kann etc., die Zeit war sehr anstrengend und hat viel Disziplin gefordert, aber es hat sich gelohnt.

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Naja, das mit dem Eiweiß ist leicht gesagt. Seit meiner Schlauchmagen-OP im Oktober 2023 ist es für mich nicht mehr so einfach, mal eben 500 g Magerquark zu essen. Ich habe generell ziemlich zu kämpfen damit, ausreichend Eiweiß zu mir zu nehmen. Ich sollte eigentlich täglich auf eine bestimmte Eiweißmenge kommen, aber ich vermute, dass ich das nur selten geschafft habe – vor allem, weil ich nicht diszipliniert genug war, regelmäßig meinen Eiweißshake zu trinken.

Ich will nicht alles auf das ADHS schieben, aber ähnlich schwer tue ich mich auch mit der Einnahme meiner anderen Medikamente (Rheuma, Gicht, Multivitamine nach der OP). Seit ich Elvanse nehme, läuft das Ganze aber tatsächlich besser – sowohl die Einnahme von Elvanse selbst als auch die der anderen Tabletten. Natürlich vergesse ich auch mal einen Tag, aber im Vergleich zu vorher ist das ein echter Fortschritt. Ob das nun direkt mit der Wirkung von Elvanse zu tun hat, weiß ich nicht – vielleicht hilft es ja tatsächlich dabei, disziplinierter zu sein? Keine Ahnung, ob Elvanse da überhaupt so eine Wirkung haben kann. Vielleicht sollte ich einfach mal versuchen, meinen Shake direkt vor oder nach der Einnahme von Elvanse zu trinken – ein Versuch wäre es jedenfalls wert.

In meinem Begrüßungspost wurde mir von Schusselflummi auch schon empfohlen, mich mit ein paar grundlegenden Dingen zu beschäftigen, wie:

  • einem regelmäßigen Tagesablauf
  • regelmäßigen Pausen
  • regelmäßigen Mahlzeiten
  • ausreichend Flüssigkeit
  • ausreichend und regelmäßig Schlaf
  • ausreichend Bewegung

Und auch wenn ich denke, mit recht wenig Schlaf (so 6–7 Stunden) ganz gut klarzukommen, sind das alles Punkte, mit denen ich mich ehrlich gesagt ziemlich schwer tue…

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Uff.. das tut mir leid zu hören. Das wusste ich nicht. Die Schlauchmagen-OP hat natürlich deinen Verdauungstrakt verändert und damit auch die Wirkung von Elvanse als Prodrug. Da wäre ich fachlich eher raus :frowning: Aber es scheint ja zumindest so zu wirken, dass du Dinge nicht mehr arg vergisst und deine Tabletten regelmäßiger einnimmst. Das wäre schon mal positiv. Bleiben aber halt diese unerwünschten Wirkungen wie Aggressionen etc., die ich aber eher deiner Ernährung und Dosierung zuordnen würde.

Wegen deiner Einnahme: Hol dir doch eine Tablettenbox Mo-So. FÜll die Sonntags auf, dann vergisst du es nicht mehr und wenn, dann kann guckst du in der Küche einmal auf die Box und siehst direkt „oh, muss ich noch mehmen“.

Nur mal so aus Interesse:
Deine Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert?
Dein Psychiater weiß von den ganzen Erkrankungen und hat auch evaluiert, ob das Elvanse bei dir unter der Gicht & Rheuma und nun, 1 1/2 Jahre nach der OP, tatsächlich risikofrei anwendbar ist? Misst du deinen Blutdruck regelmäßig?

Du müsstest die Energiezufuhr auf jeden Fall geregelt bekommen. Trink morgens direkt den Shake über 20 Minuten, immer kleine Schlucke.

Das ist jetzt ein krasser Kontrast zu meinen vorherigen Aussagen, aber: vielleicht liest du dich auch etwas in Atomoxetin ein, evt. wäre das bei deiner Konstellation aus versch. chronischen Erkrankungen + Neurologie eher etwas für dich? Zum Atomoxetin könntest du das Cannabis zusätzlich aus psychiatrischer Sicht mMn auch problemlos einnehmen. Atomoxetin braucht aber deutlich länger, bis du hier kognitiv eine Besserung bemerkst. Wirkt eher noradrenerg, nicht primär dopaminerg (außer halt im präfrontalen Kortex wg. gleichem Transporter, wichtig für dein ADHS, dauert aber, bis du davon etwas merkst), damit hättest du wohl diese Aggressionen auch nicht mehr so arg, weil du deinen noch übrig gebliebenen Hunger behältst und Atomoxetin nicht so stark auf deinen Blutdruck und allgemein dein ZNS wirkt (eig. kaum, nur PFC) wie bspw. Elvanse, welches breit im ZNS wirkt. Atomoxetin erscheint mir hier deutlich unproblematischer, auch bzgl. deiner körperlichen Ruhe und der gewünschten Behandlung körperlicher Symptome mit Cannabis.

Ich bin überfragt, muss ich offen zugeben. Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, du findest für dich die passende Medikation. Es ist mega stark, dass du das alles bis jetzt angegangen bist, soweit kommen viele erst gar nicht. Du bist auf einem echt guten Weg und das schaffst du!

Ach Quatsch, das muss dir wirklich nicht leid tun. Ich habe zum Schluss knapp 220 kg mit mir herumgeschleppt. Die Idee einer OP hatte ich schon vor Jahren, hatte mich damals aber noch dagegen entschieden. Irgendwann wollte ich so einfach nicht mehr weitermachen. Mittlerweile bin ich bei 122 kg angekommen – und ganz ehrlich: Ich würde es jederzeit wieder tun. Es ist auch nicht so, dass ich jetzt gar nichts mehr essen kann. Wenn ich wollte, könnte ich z. B. auch wieder eine halbe Pizza verdrücken. Aber der Sinn einer solchen OP ist ja, zu lernen, wie man damit umgeht, sich besser zu ernähren und gesünder zu leben.

Meine Psychiaterin weiß über all das Bescheid – sollte sie zumindest. Ich habe den Anamnesebogen ordentlich ausgefüllt und alle Medikamente angegeben, die ich nehme. Wegen der Schlauchmagen-OP ist sie übrigens beim Medikationsversuch auch von Medikinet zu Ritalin und dann letztlich zu Elvanse gewechselt, weil sie meinte, dass Medikinet und Ritalin ein reichhaltiges Frühstück voraussetzen – was bei mir natürlich schwierig ist.

Ich habe meiner Ärztin wirklich alle mir bekannten Erkrankungen und Allergien mitgeteilt, deshalb gehe ich davon aus, dass sie das bei möglichen Neben- oder Wechselwirkungen entsprechend berücksichtigt. Blutdruck kontrolliere ich nicht regelmäßig, aber meine Apple Watch überwacht zumindest den Puls ganz zuverlässig. Gerade zu Beginn mit Elvanse hatte ich öfter das Gefühl von hohem Blutdruck oder Puls, manchmal auch einen leichten Druck auf der Brust. Ich habe dann natürlich gemessen – aber es war immer alles in Ordnung. Nur beim ersten Versuch mit 60 mg (die für mich definitiv zu hoch waren) hatte ich einen Ruhepuls von 110 und beim Einkaufen etwa 150. Das habe ich direkt mit meinem Hausarzt besprochen. Und meine Freundin ist Krankenschwester – sie hat da auch immer ein Auge drauf :slight_smile:

Ich war zuletzt bei 50 mg Elvanse, bin inzwischen aber wieder bei 30 mg. Das möchte ich erstmal eine Weile testen. Eventuell probiere ich auch nochmal 35 mg oder 40 mg aus. Ich kann mir gut vorstellen, dass Impulsivität und Aggressivität auch mit einer Überdosierung zusammenhängen können.

Atomoxetin wurde mir auch schon von einer Bekannten empfohlen – sie meinte, ich sollte das beim nächsten Termin mal ansprechen. Die Bekannte kennt jemanden aus einer Selbsthilfegruppe, der Elvanse und Atomoxetin kombiniert einnimmt. Mal sehen, was meine Ärztin dazu sagt.

Was das Einnehmen meiner Medikamente angeht: Tablettenboxen, Erinnerungen auf dem Handy usw. habe ich alles schon ausprobiert – hat nie wirklich funktioniert. Komischerweise klappt es jetzt plötzlich einfach so… :smiley:

Danke übrigens für deine netten und motivierenden Worte!

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