Elvanse bei starkem Untergewicht (HILFE)

Hallo liebes Forum,

Leider habe ich folgendes Problem - aufgrund starker Gewichtsabahme musste ich nun das Elvanse wieder absetzen. Aber kurz zur Situation:

Vor etwa einem Monat habe ich Elvanse einen weiteren Versuch gegeben (Vor einem Jahr nahm ich Elvanse einige Monate, hatte es bei covid abgesetzt und dann nicht mehr weitergenommen). Die ersten zwei Wochen waren natürlich gut. Ich war deutlich motivierter, konzentrierter, ruhiger, artikulierter, funktionierender, deutlich weniger depressiv. Ab Woche 3 etwa trat die Wirkung in den Hintergrund und ich konnte nicht ganz einschätzen, ob ich erhöhen sollte oder nicht. Ich fühlte mich nahezu wie vor Elvanse, lethargisch und apathisch, antriebslos und geschwächt. Ich werde nicht in die Details eingehen, bezüglich Stimmungsschwankungen, Zweifeln, Gedanken etc, da das ein anderes Thema ist.
Doch leider habe ich gemerkt, das ich stark abgenommen habe. Ich hatte mit 16 lebensbedrohliches Untergewicht (kurzgesagt: aufgrund einer Emetophobie geriet ich DAMALS in eine Essstörung und hungerte mich dann fast zu Tode). Auch genetisch bedingt bin ich einfach ein sehr schlanker Typ. Heute bin ich 27 und habe seit dem sehr deutlich zugenommen, bin ange nicht mehr im lebensbedrohlichen Bereich, aber eben trotzdem immer laut BMI sehr stark untergewichtig.
Ich verstehe, dass Elvanse wohl den Grundbedarf und Stoffwechsel erhöht. Da ich aber ohnehin bei einer Körpergröße von knapp 195cm einen zu hohen Grundbedarf habe, war das dann mit dem Elvanse wohl einfach zu viel. Ich wog zuvor etwa 63-64kg und bin jetzt bei etwa 60kg. Bei meiner Größe und meiner panischen Angst abzunehmen, ein spürbarer Gewichtsverlust. Ich merke das vor allem an den dünneren Armen und Oberkörper. Auch spinnt mein Kreislauf bei der Hitze mehr.

Deshalb habe ich das Elvanse vor etwa 5 Tagen einfach abgesetzt. Ich nahm 30mg Elvanse. (Zudem aktuell 27,5mg Escitalopram und 30mg Mirtazapin - Versuche seit einigen Wochen hyperbolisch das escitalopram abzusetzen).
Ich hatte mich so gefreut Elvanse wieder angefangen zu haben. Ich fühlte mich wieder wie ein halbwegs funktionierender Mensch (auch wenn ich die letzte Woche trotz Elvanse nur lethargisch und apathisch war). Das Bitterste daran - ich esse doch schon knapp 5-6 Mahlzeiten am Tag. Klar, war es die ersten zwei Wochen schwerer zu Essen wegen Appetitlosigkeit. Aber mittlerweile kann ich nicht sagen, dass ich soo wenig esse. Ich frühstücke immer ausgewogen vor der Einnahme, esse Zwischenmahlzeiten, koche mir aisgewogen zu Mittag und zu Abend, esse trotz meiner Reflux Krankheit und diverser Magenbeschwerden auch noch vor dem Schlafen Zwischenmahlzeiten, um auf meine Kalorien zu kommen (und weil ich auch eigentlich ganz guten Hunger habe).
Klar, es fehlt an Disziplin und Regelmäßigkeit, denn ADHS sei Dank, vergaß ich natürlich hin und wieder das Essen bzw brauche ich um Zuzunehmen einfach viel viel Disziplin und Arbeit, da man mir egal wie viel ich esse einfach nichts ansieht. Trotzdem esse ich nicht so wenig um so abzunehmen.

Langer Rede kurzer Sinn - gibt es hier wen, der/die vielleicht auch so schmal ist wie ich und eher ein „Hardgainer“ ist und Elvanse nimmt? Oder habt ihr Tipps was ich machen könnte in so einer Situation?

Ich habe ehrlich Angst, das ich gar nicht mehr Elvanse nehmen darf. Denn ich nehme ja schon zwei Antidepressiva, von denen die meisten Leute ordentlich zunehmen als Nebenwirkung (mich trifft diese Nebenwirkung leider nicht). Auch esse ich mehrere Mahlzeiten am Tag. Und TROTZDEM ist es nicht genug und Elvanse lässt mich abnehmen.

Ich hoffe meine Nachricht ist leserlich und nicht zu kompliziert geschrieben, aber leider verzweifle ich, da ich wieder zurückgeworfen bin, ehe ich mich über die medikamentöse Einstellung freuen konnte.

Habt Dank!

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Oh weh, das klingt gar nicht gut…
Ich kann die Sorgen sowohl um die Abnahme als auch um das Ende von Elvanse nachvollziehen. Auch, wenn ich nicht ganz so drastische Veränderungen hatte, wie du sie schilderst, wollte ich trotzdem antworten und meine Erfahrung teilen.

Ich habe auch auf Elvanse gewechselt, nachdem Medikinet Adult nicht geklappt hat. Als Person mit Essstörungsvergangenheit, die mich heute nicht mehr aktiv beschäftigt, hatte ich Sorge, dass Elvanse und die damit oft thematisierte Appetitzüglung irgendetwas in mir auslösen könnte und ich dann auch aufhören muss - dabei hatte es gut funktioniert bei mir und den Effekt wollte ich nicht missen!

Ich nehme Elvanse nun knapp 4 Monate und habe in den ersten 3 Monaten sicher fünf Kilo abgenommen. Der Appetit war weg; ich habe als kleine, schlanke Person eh einen eher geringeren Energiebedarf und hab dann einfach nicht mehr regelmäßig gegessen. Kurz bevor ich dachte, es würde jetzt immer weiter abwärts mit dem Gewicht gehen, kam mein Hungergefühl wieder. Nicht super stark, dass es mir direkt aufgefallen wäre, aber ich hab irgendwann gemerkt, dass ich am Ende des Tages wieder drei Mahlzeiten gegessen hatte.

Da du aber selber sagst, dass du eine Tendenz zum Untergewicht hast (was bei mir nicht der Fall war bzw. ist) und scheinbar auch genug isst: Rücksprache halten. Da überwiegen die positiven Effekte von Elvanse nun wirklich nicht die (langfristigen) Folgen von Untergewicht und Mangelernährung.

Ich kenne mich nicht aus mit der Kombination von Antidepressiva und Stimulanzien und ich weil natürlich nicht, was du schon vorher probiert hast, aber besteht die Option, andere Stimulanzien für dich zu probieren? Vielleicht ist Elvanse einfach kein gutes Match für dich, obwohl es schon gute Wirkung zeigt - aber Nebenwirkungen sollten vorübergehend sein und nicht zu einer potenziellen Gefahr für die physische Gesundheit werden.

Daumen sind gedrückt, dass es für dich bald eine gute Lösung gibt! :four_leaf_clover:

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Darf ich fragen was du so am Tag isst?

Hast du mal deine Bauchspiechel-, Schilddrüse, Hypophyse, Darm richtig beim Endokrinologen/ Gastrologen checken lassen? Wichtig ist der Endokrinologe und nicht der Hausarzt der nur den Laborwert als „Normal“ betitelt. Denkbar wäre auch ein Diabetes Typ1. Oder eine Darmerkrankung mit einem Malabsorptionsproblem. Du Sagst du seist sehr groß. Sind deine Gelenke ungewöhnlich Flexibel? (Marfan Syndrom). Gibt es sonst körperliche Auffälligkeiten, Sehbehinderung, Gesichtsform… ?

Denn so viel essen und so eine Defizit ins sehr starke Untergewicht ist nicht normal. Auch in deinem Alter in dem Menschen häufig mal sehr schlank sind. Da stimmt was nicht und dem muß auf den Grund gegangen werden. Auch ohne Stimulanzien etc.

Also gucken ob du einen starken Verbrauch oder schlechte Aufnahme hast?
Nach der Abklärung der Ursache und mögliche Abstellungen ist das einzig logische sich eben Kcal regelrecht rein zu kloppen.
So wie der Übergewichtige Lebensmittel suchen muß die wenig Kcal haben, muß der Untergewichtige Lebensmittel mit viel Kcal suchen. Und auch die Aufnahme so einfach wie möglich zu gestallten. Am meisten bieten sich das Smoothies an. Die gehen schnell runter und bringen die notwendige Energie.

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Vielen Dank für deine Antwort Bine82. Ja das hab ich auch schon gedacht uns leider bekomme ich nach wie vor keinen Termin in der Endokrinologie.
Ich esse meist einige Scheiben Brot zum Frühstück, mit gut Butter und Käse oder Porridge mit Nussmuss und Dattelsirup oder Omelett aus 3 Eiern, und einer Packung Mozzarella. Dann esse ich auch recht bald wieder Mittag. Heute beispielsweise Schweinegulasch mit Kartoffeln in der Mensa. Nachmittags ein Stück Kuchen oder einen Griechischen Joghurt mit Nüssen und Honig. Abends wieder etwas Gekochtes und vor dem Schlafengehen Porridge oder Cornflakes mit Nussmuß und Honig oder auch Mal Flüsignahrung wie Fresubin. So in etwa :confused:

Ja ich würde schon sagen das ich überflexibel bin in den Gelenken. Auch knacksen meine Schulterblätter und Glieder beim Bewegen. Ich trage eine Brille (-1,50 und Astigmatismus), bin seit früher Kindheit aus unbekannten Gründen taub auf ein Ohr, hab Schuppenflechte, auch in den Gelenken. Meine Arme sind Recht lang und körperlich gleiche ich Slenderman. Ich glaube du viel zu den Besonderheiten. Und die Nebenniere war tatsächlich laut Arzt betont, was auch immer das heißen soll, denn darauf folgende leider keine weitere Behandlung trotz der Bitte auf Untersuchung.

Hm. Wenn die Nebenniere prominent ist, damit meint man das sie Vergrößert ist, kann das sein das die zu viel Stresshormone raushaut. Dem müsste dann eben auch mal auf den Grund gegangen werden und das ist der Endokrinologe. Es kann auch gut sein wenn du es mal in anderen Bundesländern mit einem Endokrinologen versuchst und dann eben für den Tag da mal hinfährst. Auch die Krankenkassen können ab und zu mal bei einer Vermittlung helfen.

Hast du schonmal Doctolip versucht?

Hast du dich mal in Unikliniken durchchecken lassen? Du benötigst dafür Überweisungen von einem Facharzt um in die Ambulanzen zu können. Ich denke in deinem Fall lohnt das aber um mal zu schauen was in deinem Körper los ist.

Bei dem was du so am Tag isst und nicht gerade nen Ironman an dem Tag läufst, ist das mehr als ausreichend einen normalen BMI zu haben. So ein Fresubin ersetzt schon einen ganze Mahlzeit von den Kcal her. Vertragen viele aber nicht… ich hoffe bei dir macht es keinen MagenDarmBeschwerden.

Möglicherweise ist das ADHS auch ein Symptom von etwas anderem

Das wenn du schon so abgemagert warst das dass in den Lebensbedrohlichen Bereich geht… das man da nicht mal gesucht hat verstehe ich nicht. Gabs es MedicalGaslightning? Wurde dir Anorexie unterstellt oder hattest du das auch?

Ansonsten kann man auch mal bei sowas anfragen

derartige Zentren gibt es überall in Unikliniken. Manche spezialisieren sich auf verschiedenen Themen.

Am besten suchst du dir eine professionelle Ernährungsberatung, die an einem KrNjenhaus angeschlossen ist jnd gehst mit ihr 6 Monate die Ernährung durch. Durch den Abschluss an das Krankenhaus könnte die Person dann auch noch Schritte einleiten, die schneller gehen müssten als wenb du es machst.

Endokrinologische Praxen in Köln wolken einen ausgefüllten Fragebogen, den sie 14 Tage vorher haben möchten, eine Büberweisung jnd dann kann man zu Zeitfenstern vorbeikommen und Blut abgeben. Dann bekommt man das ausgewertet und schreibt ja warum man sie aufsucht. Ist was auffällig gibt es recht schnell eine Rückmeldung sonst dauert es Monate bis zum Bericht