Alle? Wohlkaum. So kann man den Leuten auch die Angst einverleiben, da könnte ich auch sagen keiner sollte auch nur in die Nähe eines SSRI kommen, und wenn eins schon im System ist: Auf keinen Fall, niemals wechseln und auch nicht im geringsten ans absetzen denken.
Dass das völliger Humbug ist, ist klar.
Ich würde schwer behaupten, dass das behandeln einer ADHS Symptomatik eine Optimierung des Soll-Zustandes ist.
Wenn alles optimal wäre, dann bräuchte man keine ADHS Medikamente.
Also gibt es wohl einen Optimierungsbedarf um in der Gesellschaft funktionieren zu können, sodass man bis 75 oder am besten noch länger bis 2 Meter unter die Erde noch Arbeitsleistung bringen kann.
Außer man will in den Satz vielleicht etwas anderes reininterpretieren?
Gibt nicht wenige Kinder und Jugendliche, die emotionslos im Roboter Zustand durch die prägendste Zeit ihres Lebens gedrückt wurden, bis ins junge erwachsenen Alter rein.
Das aber erst in der Selbstreflektion im Nachhinein begreifen, weil man die Medikamente abgesetzt hat oder was anderes ausprobiert.
Die Stigma der ADHS Medikation nach dem Motto „Ritalin Kinder“, Roboterzustand und so ein scheiß kommen nicht von ungefähr.
Einfach halbherzig eingestellt worden, Psychiater so hier die Medikamente, Dosis hoch, noch den Freifahrtsschein zum rumprobieren und Feierabend, Patient versorgt, +1.
Muss richtig sein, hat der Gott in weiß mit veraltetem Lehrbuchwissen und ohne empirisches Wissen gesagt.
Das war nun eine völlig andere Ausgangssituation ggü. einer eingestellten Medikation, bei der man als von sich aus erstmal sagt, dass die subjektiv & objektiv gut funktioniert.
Aber ist man sich da wirklich sicher?
Ich wäre jedenfalls ganz schön angepisst gewesen, wenn ich nur MPH (dazu dann auch nur Medikinet) kennen würde, um womöglich Monate oder Jahre später rauszufinden, dass die Alternative noch besser funktioniert hätte mit weniger Nebenwirkungen und antidepressiver Wirkung, wodurch ich tatsächlich letztendlich aufs Antidepressiva verzichten konnte, welches ich zu Beginn ums verrecken nicht hergeben wollte, nur aus Angst es geht schief.
Hätte ich das doch mal früher gemacht, sind doch tatsächlich Nebenwirkungen verschwunden, die ich als solche gar nicht mehr wahrgenommen habe und für mich längst mein „Normal“ waren.
Jeder Mensch ist verschieden, es gibt kein Patentrezept zur Behandlung.
Andere sind 30 Jahre und länger im vermeintlichen Normalzustand durch die Welt spaziert, um dann mit den Medikamenten das erste mal die Brille mit Sehstärke anzuziehen.
Da findet man sich auch gerne mit dem ersten Modell ab, welches einem aufgesetzt wird - ist ja direkt auf Anhieb schon viel besser als ohne.
Bis man sich eines Tages hinterfragt, überprüft und vielleicht doch merkt:
Ach, ein dünnerer Rahmen gibt mir noch ungestörtere Sicht auf die Dinge. Und größere Gläser passen mir viel besser für mein Sehfeld, achja und die extra Entspiegelung ist ja super weil weniger Ablenkung durch Lichtreflektion. Das ist ja wie Brille 2?
Das kann man aber erst in Erfahrung bringen, wenn man es probiert & vergleicht.
Risiko ist das ganze Leben.
Das sage ich, als chronisch kranker Mensch mit multipler Sklerose und Anhidrose, die absolute Unfähigkeit zu schwitzen.