Elvanse - & das Gefühl was zu verpassen

Liebe Community,

ich nehme seit sechs Wochen Medikinet und spüre bereits eine sehr gute und positive Wirkung, worüber ich wirklich froh bin.

Dennoch spukt mir ein Gedanke durch den Kopf: Ich lese hier in vielen Beiträgen, dass sehr viele von euch mit Medikinet gestartet sind, nach einem Wechsel zu Elvanse aber noch einmal deutlich besser zurechtkamen.

Obwohl Medikinet bei mir gut funktioniert und ich kaum Nebenwirkungen habe, frage ich mich manchmal, ob mit Elvanse vielleicht noch mehr Lebensqualität möglich wäre. Das Gefühl, eventuell etwas zu verpassen, lässt mich nicht ganz los.

Mache ich mir hier einfach zu viele Gedanken und sollte zufrieden sein, dass die aktuelle Medikation hilft? Oder gibt es unter euch Personen, die bereits mit Medikinet zufrieden waren, mit Elvanse aber noch einmal einen spürbaren Unterschied erlebt haben?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Gedanken dazu!

Liebe Grüße

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Hallo Merabo,

meine Einschätzung ist, das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner.

Manche kommen mit Elvanse besser zurecht, manche mit Methylphenidat.

Ich nehme seit 2003 Methylphenidat und hatte am Anfang auch mal Amfetaminsaft (der Wirkstoff von Elvanse, was es noch nicht gab damals) getestet. Ich bin wieder zu Methylphenidat zurück gekehrt, weil ich es als deutlich besser empfand.

Mein großer Sohn hat seine ganze Kindheit und Jugend Methylphenidat genommen und es war immer sehr gut. Der kleinere Sohn nimmt Attentin, weil er sich mit Methylphenidat zu sehr zurück zog.

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Verständlich, Elvanse wird hier oft als der heilige Gral dargestellt - so auch von mir - und deshalb kann ich mir schon gut vorstellen, dass es ein FOMO Gefühl erzeugt.
Man will sich ja soweit optimieren, wie es nur geht und kein Potenzial liegen lassen.
Aber wenn du jetzt erst seit 6 Wochen auf Medikinet eingestellt bist und du dich damit auch noch sehr gut fühlst, dann würde ich dir raten dabei erstmal zu bleiben.
Für mich persönlich ist Medikinet erst in höheren Dosen brauchbar um mich in die Gänge zu kriegen, dass das prokrastinieren aufhört.
Bei niedrigeren Dosen spüre ich aber bereits eine deutliche Verbesserung meiner Konzentration, ganz besonders beim lesen von Texten.
Bloß kriege ich trotz hoher Dosen nicht wirklich die ADS Symptome bekämpft und auf denen ist die Konzentration teilweise doch zu hoch, dass man es einem schon ansehen kann.

Elvanse hingegen funktioniert für mich im Alltag viel besser als Medikinet, alleine dadurch dass man für die Einnahme nicht ordentlich essen muss damit es so funktioniert wie gedacht.
Aber Elvanse gibt mir trotz Höchstdosis 70 mg nicht diese Konzentration, wie es das Medikinet schafft und das stört mich persönlich schon stark an machen Tagen.
Weil ich eben auch weiß, dass es besser geht.
Aber mein Psychiater spielt bei der Kombination aus Elvanse als Hauptmedikation und MPH bei bedarf leider nicht mit, höhere Dosen von Elvanse kriege ich gerade auch nicht.
Also versuche ich damit zu Leben, weil all around sonst das Medikament für mich deutlich besser in den Alltag zu integrieren ist bzw. ich viel großflächiger profitiere, auch in der Freizeit.

Aber wenn es dir so in den Fingern juckt, frag doch deinen Psychiater was er davon hält einen Elvanse test durchzuführen, nachdem man jetzt schon mal weiß, dass die Medikinet Therapie gut eingestellt ist und als fall-back funktioniert.
Es dauert aber halt auch seine Zeit die richtige Dosis zu finden, weil sich der Körper an einen anderen Wirkstoff gewöhnen muss, das Medikament an sich nicht ganz vergleichbar ist in seiner Wirkung und man auch steady-states aufbaut wenn man eine feste Dosis über 5 Tage zur selben Zeit einnimmt.
Das feintuning kann sich dann je nach Person ganz schön ziehen, oder gar nicht benötigt sein.

Ich selbst fände es an deiner Stelle auch wichtig und interessant, also ich könnte da wohl auch nicht widerstehen.
Doch du kennst ja den Spruch, never change a running system..

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Du hattest schon gelesen das alle die gewechselt haben schon deutliche Probleme haben!

Adhs Medikamente sind nicht zum Optimieren da und eignen sich auch nicht dazu.

Wenn es einem gut mit mem Stimulanz geht und man wechseln weil man meint es wird besser kann ich aus eigener Erfahrung sagen das der Schuß richtig nach hinten los ging. 2 zusätzliche Medikamente und 2 Jahre später wieder beim ersten Medikamente >ca. q Jahr] und dann das 1 Jahr => 2 Jahre bis ich halbwegs wieder vernünftig in der Bahn bin

Du spielst Lotto ggf. probierstvund probierst und brauchst mit Pech viel Zeit um halbwegs den jetzigen Zustand wiederzuerlangen wenn es ganz, ganz schlecht läuft.

Niemand weiß und kann jetzt sagen wie es laufen wird! !

Dein Risiko und deine Entscheidung

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Alle? Wohlkaum. So kann man den Leuten auch die Angst einverleiben, da könnte ich auch sagen keiner sollte auch nur in die Nähe eines SSRI kommen, und wenn eins schon im System ist: Auf keinen Fall, niemals wechseln und auch nicht im geringsten ans absetzen denken.
Dass das völliger Humbug ist, ist klar.

Ich würde schwer behaupten, dass das behandeln einer ADHS Symptomatik eine Optimierung des Soll-Zustandes ist.
Wenn alles optimal wäre, dann bräuchte man keine ADHS Medikamente.
Also gibt es wohl einen Optimierungsbedarf um in der Gesellschaft funktionieren zu können, sodass man bis 75 oder am besten noch länger bis 2 Meter unter die Erde noch Arbeitsleistung bringen kann.
Außer man will in den Satz vielleicht etwas anderes reininterpretieren?

Gibt nicht wenige Kinder und Jugendliche, die emotionslos im Roboter Zustand durch die prägendste Zeit ihres Lebens gedrückt wurden, bis ins junge erwachsenen Alter rein.
Das aber erst in der Selbstreflektion im Nachhinein begreifen, weil man die Medikamente abgesetzt hat oder was anderes ausprobiert.
Die Stigma der ADHS Medikation nach dem Motto „Ritalin Kinder“, Roboterzustand und so ein scheiß kommen nicht von ungefähr.
Einfach halbherzig eingestellt worden, Psychiater so hier die Medikamente, Dosis hoch, noch den Freifahrtsschein zum rumprobieren und Feierabend, Patient versorgt, +1.
Muss richtig sein, hat der Gott in weiß mit veraltetem Lehrbuchwissen und ohne empirisches Wissen gesagt.

Das war nun eine völlig andere Ausgangssituation ggü. einer eingestellten Medikation, bei der man als von sich aus erstmal sagt, dass die subjektiv & objektiv gut funktioniert.
Aber ist man sich da wirklich sicher?
Ich wäre jedenfalls ganz schön angepisst gewesen, wenn ich nur MPH (dazu dann auch nur Medikinet) kennen würde, um womöglich Monate oder Jahre später rauszufinden, dass die Alternative noch besser funktioniert hätte mit weniger Nebenwirkungen und antidepressiver Wirkung, wodurch ich tatsächlich letztendlich aufs Antidepressiva verzichten konnte, welches ich zu Beginn ums verrecken nicht hergeben wollte, nur aus Angst es geht schief.
Hätte ich das doch mal früher gemacht, sind doch tatsächlich Nebenwirkungen verschwunden, die ich als solche gar nicht mehr wahrgenommen habe und für mich längst mein „Normal“ waren.

Jeder Mensch ist verschieden, es gibt kein Patentrezept zur Behandlung.
Andere sind 30 Jahre und länger im vermeintlichen Normalzustand durch die Welt spaziert, um dann mit den Medikamenten das erste mal die Brille mit Sehstärke anzuziehen.
Da findet man sich auch gerne mit dem ersten Modell ab, welches einem aufgesetzt wird - ist ja direkt auf Anhieb schon viel besser als ohne.
Bis man sich eines Tages hinterfragt, überprüft und vielleicht doch merkt:
Ach, ein dünnerer Rahmen gibt mir noch ungestörtere Sicht auf die Dinge. Und größere Gläser passen mir viel besser für mein Sehfeld, achja und die extra Entspiegelung ist ja super weil weniger Ablenkung durch Lichtreflektion. Das ist ja wie Brille 2?
Das kann man aber erst in Erfahrung bringen, wenn man es probiert & vergleicht.

Risiko ist das ganze Leben.
Das sage ich, als chronisch kranker Mensch mit multipler Sklerose und Anhidrose, die absolute Unfähigkeit zu schwitzen.

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