Elvanse Dosierungschaos Schmerzen PMDS

Hallo liebes Forum,

ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, aber ich drehe wirklich durch und hoffe auf eure Erfahrungswerte. Ich habe große Schwierigkeiten, eine passende Dosierung von Elvanse zu finden, besonders in Verbindung mit Zyklusbeschwerden, Schmerzen, Aggressivität/Emotionen, Vitamin C und Nikotinsucht. Mein Arzt ist in Rente gegangen, und der neue Arzt kennt sich kaum mit meinen Medikamenten und meinen anderen Erkrankungen aus.

Meine bisherigen Einnahmen und Erfahrungen:

  • Lange Zeit habe ich 20 mg Elvanse genommen und in der zweiten Zyklushälfte bzw. bei PMDS auf 10 mg reduziert.
  • Dann habe ich nur noch 10 mg genommen, obwohl es mir damit nicht gut ging, weil ich mich die ganze Zeit überdosiert gefühlt habe.
  • Später wurde klar, dass viele Probleme von Cortison kamen, das ich lange gespritzt bekommen habe. Es hat viele Nebenwirkungen verursacht, zusammen mit Elvanse war es fast unerträglich. Außerdem hat es meine Hormone durcheinandergebracht und meine Schilddrüse beeinflusst.
  • Nachdem das Cortison raus war und ich 10 kg zugenommen hatte, habe ich zufällig gemerkt, dass ich 20 mg während der zweiten Zyklushälfte gut vertrage.
  • Ich dachte, dass ich in der ersten Zyklushälfte vielleicht 30 mg vertragen könnte. Beim ersten Test hat mir 30 mg damals direkt geholfen, aber der Arzt wollte es nicht anpassen.
  • Später musste ich wieder auf 10 mg runter, weil ich erneut Cortison bekam und die Nebenwirkungen nicht auszuhalten waren. Cortison und Elvanse vertragen sich offenbar nicht.

Aktuelle Anpassung:

  • Mein Arzt sagt jetzt: 20 mg in der zweiten Zyklushälfte und 30 mg in der ersten Zyklushälfte.
  • Die 20 mg in der zweiten Zyklushälfte habe ich gut vertragen. Ich habe eine chronische Schmerzstörung und einen sehr hohen Muskeltonus, und ich habe das Gefühl, dass Elvanse das verstärkt, bei der letzten Erhöhung auf 30 hatte ich sofort weniger Probleme.
  • Heute, in der zweiten Zyklushälfte, sollte ich auf 30 mg erhöhen – und jetzt ist es die Hölle:
    • extreme Anspannung
    • starke Aggressivität
    • emotionale Instabilität
    • starke Schmerzen
    • Kieferschmerzen
    • Gedankenspiralen
    • kaum beweglich vor Anspannung
    • verstärkte Nikotinsucht

Ich weiß, dass Höherdosieren Zeit braucht, aber ich verstehe nicht, warum es diesmal so schlimm ist, während mir die gleiche Dosierung vor ein paar Wochen sofort Entlastung gebracht hat.

Vitamin C:

  • Ich nehme Vitamin C durchgehend, abends.
  • Ich habe den Eindruck, dass ich Elvanse besser vertrage, wenn ich Vitamin C weglasse, aber ich brauche das Vitamin C.
  • Mein Arzt kann mir hier nicht helfen.

Sonstiges:

  • Am Anfang habe ich 20 mg gut vertragen.
  • Ich rauche grundsätzlich nicht, nur in sehr stressigen Phasen.
  • Durch Cortison und Stress letztes Jahr habe ich kurzfristig viel geraucht, das hatte sich jetzt das ersteMal wieder reduziert.
  • Wenn die Dosierung gut passt, habe ich weniger Verlangen nach Süßigkeiten, Zigaretten usw.

Meine Fragen an euch:

  1. Habt ihr Erfahrung mit zyklusbedingten Anpassungen von Elvanse?
  2. Welche Erfahrungen habt ihr mit chronischen Schmerzen, erhöhtem Muskeltonus oder Aggressivität/Nikotinsucht unter Elvanse?
  3. Habt ihr ähnliche Beobachtungen mit Vitamin C und der Verträglichkeit von Elvanse gemacht?

Ich wäre sehr dankbar für Erfahrungsberichte, denn ich weiß momentan nicht mehr, ob ich über- oder unterdosiert bin, und wie ich die richtige Einstellung finden kann.

Liebe Grüße

Ich habe jetzt selbst nochmal im Forum geguckt und die Zykluskurve gefunden. Wenn es danach gehen würde, wäre ich ja jetzt quasi überdosiert. Kann es wirklich sein, dass ich in der ersten Zyklusphase mit 10 oder vielleicht 15 Milligramm auskomme? Das fühlt sich für mich so wenig an. Aber ich bin jetzt nochmal alles durchgegangen und habe gesehen, dass ich die 30 Milligramm, die ich für einen Tag ausprobiert habe, auch in der zweiten Zyklusphase ausprobiert habe. Da habe ich mich vertan. Das heißt, es könnte ja sein, dass ich tatsächlich, je näher es zur Periode kommt, sogar 30 brauche und dann aber wieder weniger. Das heißt, ich müsste sogar vielleicht zweimal anpassen. Hat damit jemand Erfahrung? Ich reagiere halt sehr empfindlich auf hormonelle Verschiebungen und auch auf das Elvanse. Ich weiss jetzt auch, warum es gestern anscheinend so schlimm war. Ich habe eine Spritze mit Piroxicam erhalten und absolut kein Arzt schaut sich mal meine Vorgeschichte und die anderen Medikamente an. Piroxicam kann auch Unruhe, Nervosität, Angst etc. fördern. Der Rest kann so stehen bleiben.

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Hey!

Also erst mal: Das tut mir echt leid, dass du so viele Probleme mit Elvanse und den anderen Medikamenten hast/hattest! Ich kann das voll nachvollziehen. :frowning:

Ich hatte etwas, das vielleicht ähnlich ist – ich habe seit fast 20 Jahren in der zweiten Zyklushälfte starke Krämpfe (für die nie eine Ursache gefunden werden konnte; Endometriose oder dergleichen wurden ausgeschlossen), und diese Krämpfe wurden im Lauf der Jahre nur durch meinen Umstieg auf vegane Ernährung besser. Ganz weggegangen waren sie aber nie.

Als ich dann letztes Jahr mit MPH und danach mit LDX (Elvanse) anfing, musste ich leider feststellen, dass anscheinend Stimulanzien meine Krämpfe in der Lutealphase verschlimmern. :frowning:

Ich bin mit MPH 10 mg eingestiegen und habe dann auf 20 mg erhöht, was mit der Lutealphase zusammenfiel, und daraufhin hatte ich dann leider Mörderkrämpfe der Hölle.

Ich bin dann auf LDX gewechselt, weil ich dachte, dass es vielleicht am MPH lag und es unter LDX besser würde, aber leider waren die Krämpfe bei LDX 30 mg noch schlimmer, und auch eine Erhöhung auf 40 mg bestätigte, dass je höher die Dosis, desto schlimmer die Krämpfe.

Ich bin dann wieder zu MPH gewechselt, weil ich bei dem Medi im Gegensatz zu LDX zumindest eher spontan entscheiden kann, ob ich es manchen Tagen in der Lutealphase einfach mal absetzen will, um die Krämpfe zu beruhigen.

Ich habe zwar immer noch keine Diagnose für die Krämpfe und weiß daher nicht genau, woher sie kommen – ich weiß nur, dass es tatsächlich nicht die Gebärmutter ist, die krampft, sondern irgendetwas links daneben, wobei der Eierstock dort auch unauffällig ist; Zysten etc. auch ausgeschlossen.

Ich vermute aber mittlerweile, dass es wahrscheinlich auch ein erhöhter Muskeltonus ist, durch chronischen Stress ausgelöst und dann verschlimmert durch die Hormonveränderung in der zweiten Zyklushälfte. Und anscheinend wirken hier Stimulanzien noch mal verschlimmernd auf die allgemeine Anspannung in meinem Körper, was dann in der Lutealphase die Krämpfe (verursacht durch zu hohen Muskeltonus) noch verstärkt.

Ich habe hier leider noch keine Lösung gefunden, die es mir ermöglichen würde, auch in der Lutealphase mein ADHS-Medikament normal weiter zu nehmen. :frowning: Ich muss bislang hier immer mal einen oder mehrere Tage komplett mit dem Medi pausieren, weil die Krämpfe sonst zu schlimm werden.

Ich wollte dir hiermit aber zumindest mal eine Nachricht da lassen, dass du nicht allein mit dieser Art von Problem bist, auch wenn dir das natürlich bei einer Lösung nicht hilft. :people_hugging:

Liebe Grüße

Mungo

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Hallo du Liebe,

danke für deine Erfahrung. Ich habe Adenomyose, daher verstehe ich das mit den Krämpfen sehr gut, obwohl ich mittlerweile meistens nur an ein bis zwei Tagen starke Probleme habe. Wenn ich rechtzeitig Schmerzmedikamente nehme, ist es auch aushaltbar. Ich bin aber auch schon fast ohnmächtig geworden vor Schmerzen.

Tatsächlich habe ich da keinen großen Unterschied gemerkt, sondern eher an anderen Stellen in meinem Körper. Aber natürlich ist die Gebärmutter auch ein Muskel, und der untere Rücken strahlt ja auch oft in den Unterleib aus, zum Beispiel bei mir.

Hast du eine Ausschlussdiagnose? Wurde Adenomyose festgestellt? Und hast du eine Bauchspiegelung machen lassen oder wurde nur ein Ultraschall gemacht? Nur falls du darüber schreiben möchtest. Wenn nicht, ist es total okay, ich möchte auch nicht grenzüberschreitend sein. Ich habe nur selbst eine ziemliche Odyssee hinter mir und dachte, vielleicht helfen dir meine Erfahrungen ein bisschen.

Was du vielleicht ausprobieren könntest, um herauszufinden, woher die Schmerzen kommen: Ich habe einen Blackroll-Ball und ein TENS-Gerät und massiere damit oft den unteren Rücken, gehe aber auch zur Physiotherapie. So lässt sich vielleicht besser herausfinden, ob es wirklich der Unterleib ist oder vom Rücken kommt. Wenn du sagst, eine Seite ist mehr betroffen, könnte es auch der Darm sein. Wegen der Adenomyose und dem PMDS habe ich auch Probleme mit dem Darm. Allerdings habe ich auch immer wieder funktionale Zysten, die hast du ja nicht, sagst du.

Ich habe aber gemerkt, wenn der untere Rücken und auch die umliegenden Bänder massiert werden, dass dann auch meine Unterleibsschmerzen etwas weniger sind. Ich hoffe, dass du einen guten Arzt hast, der dich auch ordentlich untersucht hat, denn ich weiß, dass viele Ärzte sich mit Endometriose gar nicht gut auskennen.

Und zu den Medikamenten: Habe ich das richtig verstanden, dass du mit MPH weniger Krämpfe hast oder kannst du sie damit einfach nur besser steuern? Bekommst du beides gleichzeitig vom Arzt verschrieben oder hast du komplettgewechselt? Ich habe einmal kurzzeitig Medikinet und Ritalin ausprobiert. Mit Medikinet hatte ich gar keine Anspannung, sondern einfach nur Ruhe im Kopf. Ich war aber eher müde und hatte auch keinen vermehrten Antrieb. Vielleicht wäre das im Moment besser für mich, aber mein Arzt kennt sich da, wie gesagt, leider nicht gut aus und hat auch keine gute Anamnese gemacht.

Liebe Grüße :yellow_heart:

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nur kurz zum Vitamin C: Vitamin C kann ja den Abbau von Elvanse beschleunigen, über den Mechanismus den Urin saurer, also pH niedriger zu machen. (Den pH kann man super einfach messen mit Urinteststreifen, gibts online günstig)
Es gibt Vitamin C auch „gepuffert“ als Calcium- oder Magnesiumascorbat, das verändert den pH - Wert kaum.Die Wirkung sollte aber eigentlich ähnlich sein. Könnte sich evtl lohnen auszuprobieren. Kann natürlich auch sein, dass Vitamin C bei dir hilft weil es eben den Urin säuert und dann der Wechsel zu einer gepufferten Form nicht mehr so gut wirkt…