Elvanse Dosis nach Jahren deutlich niedriger?

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum, aber habe meine ADHS-Diagnose schon was länger. Ich habe jetzt einige Jahre keine Medis genommen und komme gerade mit der Neu-Eindosierung nicht so richtig zurecht und hoffe, dass ihr mir vielleicht mit euren Erfahrungen helfen könnt.

Ich habe damals (auch schon als Erwachsene, aber in meinen 30ern) Elvanse genommen, nachdem ich mit Medikinet adult so gar nicht klargekommen bin (schon bei 5 mg für mich nicht tolerierbare NW). Daraufhin hat mein Arzt mir erstmal 20 mg Elvanse verschrieben, weil er meinte, dass ich offenbar ein sehr sensibles Nervensystem habe und schon auf kleine Dosen stark reagieren. War auch gut und verträglich bis auf bisschen Kopfschmerzen und Schwindel die ersten paar Tage. Dann hochdosiert auf 30 mg, war auch in Ordnung, aber ich habe eigentlich keinen großen Unterschied zu 20 mg gemerkt. Nach 4-5 Tagen musste ich allerdings immer Pause am WE machen, weil es sich dann irgendwie „drüber“ angefühlt hat. Da ich dann umgezogen bin, habe ich die Behandlung und Eindosierung leider abgebrochen…

Jetzt, einige Jahre später, wollte ich noch mal einen Versuch mit Elvanse machen. Allerdings scheine ich nicht mehr die Dosen von früher zu vertragen. Bei 20 und sogar 15 mg habe ich mich schon überdosiert gefühlt. Ich hatte dann kurz Pause gemacht und dann noch mal mit 10 mg angefangen und das funktioniert eigentlich super, keine NW, kann sogar Kaffee trinken, schlafe gut damit, aber ich bin mir nicht sicher, wie gut die Wirkung ist und ob da mehr möglich wäre. Ich habe den Eindruck, dass ich Aufgaben etwas leichter starten und durchziehen kann und dass ich etwas mehr Abstand zwischen mich und meine Emotionen und Grübelgedanken bekomme, also den Fokus etwas besser lenken kann. Auch fühle ich mich abends meist nicht ganz so ausgelaugt wie sonst oft. Aber das kann ja auch an anderen Faktoren liegen.

Wie bekomme ich jetzt raus, ob die 10 mg für mich aktuell wirklich die richtige Dosis sind? Und ist das ein bekanntes Phänomen, dass sich die Dosis im Laufe des Lebens (da lagen jetzt aber nur vielleicht 5 Jahre zwischen) so stark verändern kann?

Mein nächster Arzttermin ist leider noch ein paar Wochen entfernt, darum hoffe ich auf ein paar Erkenntnisse hier. Ich bin für alle Erfahrungen und Hinweise dankbar :slight_smile:

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Wie lange hast du denn versucht die durchzunehmen, bis du abgebrochen hast?

Meiner Erfahrung nach lassen die (manchmal durchaus heftigen) Nebenwirkungen nach einigen Tagen oder spätestens 1-2 Wochen nach.

Der Körper reagiert anfangs durchaus in alle Richtungen sehr sensibel wenn man die Therapie mit LDX beginnt oder lange Zeit pausiert hat.

Ich muss mich auch oftmals wenn ich längere Pausen hatte dazu disziplinieren trotz der Nebenwirkungen in den ersten Tagen weiterzumachen.

Bei mir gehen die Nebenwirkungen dann langsam oder teilweise auch schnell runter und die Wirksamkeit insgesamt hoch.

Und ich bin auf 70mg eingestellt.

Ich habe es ehrlich gesagt nicht so lange versucht. Ich hatte halt deutlich unangenehmere NW als früher und bin dann gleich am nächsten Tag mit der Dosis runter. Das hat aber auch nichts geklappt und nachdem ich dann eine Woche eigentlich keinen wirklich guten Tag dabei hatte und schlecht geschlafen hab, hab ich erstmal Pause gemacht und dann eben mit 10 mg wieder angefangen. Das hat eine Woche super geklappt, keine NW, aber eben auch kein spürbares An- und Abfluten. Aber vielleicht muss das auch nicht spürbar sein?

Ich merke wenn überhaupt nur indirekt was an Energie und Verhalten.

Ich bin dann nach einer Woche mal hoch auf 15 mg gegangen und habe mich gleich wieder überdosiert gefühlt. Nicht dramatisch, aber doch störend und im Alltag hat es mich eher weniger funktional gemacht.

Daher tendiere ich gerade dazu zu sagen, dass 10 mg vielleicht die passende Dosis für mich ist, auch wenn ich keine sehr deutliche Wirkung spüre. Aber wie gesagt, muss vielleicht auch gar nicht das Ziel sein?

Ich würde mich nur ärgern, wenn ich jetzt aus Sorge vor Überdosierung auf dieser Dosis bleibe und eine höhere Dosis vielleicht noch möglich und hilfreicher wäre mit mehr Gewöhnung. Aber es ist schon komisch, dass ich so anders reagiere als früher. Damals hatte ich nur ganz leichte NW für 2-3 Tage, dann nix. Und jetzt fühle ich mich ordentlich drüber bei gleichere Dosis.

Ja, bei der Dosierung die du ohne großartige NWs vertragen hast ist das doch schonmal ein Anfang.

Ich denke spürbar muss oder sollte das anfluten oder abfluten auch nicht unbedingt sein.

Die Wirkung soll ja subtil die ADHS-Symptome verbessern.

Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt es bei mir auch erst bei meiner notwendigen Dosis zur merklichen Verbesserung der ADHS-Symptome von 70mg Elvanse bzw. LDX spürbare Wirkungen, da solche Dosis aber auch schon etwas auf den Körper gehen.

Aber ein direktes anfluten oder abfluten bemerke ich trotzdem wenn dann nur gelegentlich und subtil.

Ja, das verstehe ich und daher würde ich dir auch den Rat geben die Gewöhnung durchzusetzen.

Bei mir habe ich auch schon den Fehler gemacht den Neustart zeitweise abzubrechen, wegen der NW in den ersten Tagen und Wochen.

Dann sollte man meiner Erfahrung nach mit dem Psychiater am besten Mittel davor vorbereiten um solche Probleme z.B. abzumildern.

Ich wünsche dir viel Erfolg und rate dir es zu versuchen für eine längere Zeit.

Danke dir!

Ich glaube, mein Hauptproblem ist gerade, dass ich gar nicht weiß, woran ich festmachen kann, ob ein Medikament gut wirkt. Vielleicht erwarte ich da auch einfach eine unrealistische vorher-nachher-Veränderung.

Ich habe zwischenzeitlich eine Weile Bupropion genommen (wegen komorbider Depressionen) und da hatte ich nur am Anfang mal ganz kurz das Gefühl, dass das überhaupt was macht, aber die grundsätzliche emotionale Dysregulation ist damit die ganze Zeit geblieben und auch sonst hat das m. E. die ADHS-Symptome nicht verändert. Da merke ich selbst mit den 10 mg Elvanse schon deutlich mehr!

Und ich bin leider echt empfindlich, was NW angeht und weiß nicht, ob ich das länger als ein paar Tage durchziehen könnte, wenn ich mich so überdosiert fühle. Zumindest denke ich, dass das Überdosierung ist. Mein Fokus wird dann so unangenehm eng, ich fühle mich zerstreuter als vorher, unruhig, manchmal leichter Schwindel, Kieferspannung, Kopfschmerzen/Migräne, Müdigkeit/Schläfrigkeit, beim Autofahren stört das richtig, weil ich gar nicht mehr so einen guten Überblick habe, sondern mich so eingezoomt auf Details fühle. Das spricht doch für Überdosierung, richtig? Oder hat irgendwer das am Anfang auch so in der Art gehabt und das ist dann trotzdem noch weggegangen?