Elvanse Eindosierung - Müdigkeit?

Hallo ihr Lieben.

ich habe vor einiger Zeit Elvanse verschrieben bekommen und erst einmal vier Wochen lang 30 mg genommen. Nach nicht allzu langer Zeit hatten sich Eindosierungsnebenwirkungen gelegt und es kristallisierten sich folgende zwei Dinge heraus: nach wenigen Stunden nach der Einnahme begann sich

1. eine bleierne Müdigkeit breit zu machen.

2. die Stimmung deutlich zu verschlechtern (Reizbarkeit, Dysphorie).

Ich ging davon aus, mit 30 mg unterdosiert zu sein. An sich bewirkte Elvanse so ziemlich das, was es meiner Erwartung nach tun sollte, nur eben hielt es viel zu kurz und wie beschrieben gab es diese zwei wirklich beeinträchtigenden Nachteile/Nebenwirkungen. Meiner Meinung zeigten sich diese im Zeitraum eines besonders ungünstig niedrigen Blutspiegels - vor allem die Müdigkeit war nämlich abends auf einmal wieder viel weniger als die Stunden davor und man konnte eigentlich echt die Uhr danach stellen.

Nun ja, ich war froh, nach ca. 4 Wochen endlich hochdosieren zu können. Die nächste Stufe waren bei mir 50 mg. (Ja, ich weiß, hier wird eher empfohlen, langsamer aufzudosieren. In dem Punkt habe ich mich an die Empfehlung meines Psychiaters gehalten.) Diese 50 mg nehme ich nun seit 15 Tagen. Die beiden genannten Nachteile der 30 mg (Müdigkeit + Stimmungsproblem) waren sofort behoben! Ich hatte dennoch ca. 7 Tage lang Nebenwirkungen von der Dosiserhöhung (zittrig sein, Puls, Kopfschmerzen…), was sich allerdings kontinuierlich besserte, sodass ich nach einer Woche echt zufrieden mit der Wirkung war.

Leider hielt diese gewünschte Wirkung nur ein paar Tage an, und zwar vermutlich aufgrund meines Zyklus’! Am 22. Tag des Zyklus habe ich erstmals bemerkt, wie sich momenteweise wieder diese seltsame Müdigkeit eingeschlichen hat. Das verstärkte sich die folgenden Tage schnell und ich habe jetzt wieder das Problem mit der furchtbaren, sich irgendwie “künstlich” anfühlenden Müdigkeit. Zudem hat sich an ZT (=Zyklustag) 24 erstmals gezeigt, dass ich wieder mehr in Aufgaben umherspringe, nicht gut beginnen kann und mich mehr ablenken lasse. Zunehmend kam meine Konzentration nicht mehr richtig auf die Höhe und zunehmend hatte ich mehr das Gefühl, Elvanse wirkt nicht mehr richtig. Ich habe diese Müdigkeit versucht, mit Kaffee zu verbessern (zuvor hatte ich strikt auf Koffein verzichtet!), was ein paar Tage schon irgendwie geklappt hat, jetzt aber auch nur noch kurzzeitig hilft.

Leider habe ich gestern (ZT 27) begonnen, zu experimentieren. Ich weiß, Geduld zahlt sich oft eher aus… habe aber die Dosis da mal auf 60 mg erhöht. Körperlich habe ich wieder ein paar Nebenwirkungen mehr gespürt (schwitzen, leichte Übelkeit, Zittrigkeit), allerdings war auf einmal der Fokus wieder soweit hergestellt unter dem Medikament. Aber: die Müdigkeit blieb. Ich war wie in einem sehr müden Fokus. ZT 27 und auch der Tag davor, ZT 26, waren leider auch allgemein keine guten Tage für mich - ich war evtl etwas krank. Hatte teilweise richtige Probleme mit dem Kreislauf etc. und starke Kopfschmerzen, die nicht durch Tabletten weggingen. Daher sind diese Tage nicht soo gut zu beurteilen aufgrund des Störfaktors Krankheit.

Heute, ZT 28, ging es mir morgens körperlich wieder deutlich besser. Ich habe dann 50 mg genommen statt wieder 60. Der Fokus kam auch heute (ich liege aufgrund des steady state bzw der Halbwertszeit ja heute auch über 50 mg), die Müdigkeit blieb allerdings weiterhin. Die körperlichen Symptome der Hochdosierung gestern haben sich heute erwartungsgemäß deutlich abgeschwächt.

Ach ja, ich war dann aufgrund der starken Müdigkeit und weil Kaffee vormittags nur extrem kurzfristig geholfen hat, so schlau, ein weiteres Experiment zu starten mit 10 mg Medikinet dazu. Ist jetzt schon 1,5 Std. her und ich bemerke nicht wirklich einen Unterschied.

So, meine Probleme sind nun folgende:

Wieso diese Müdigkeit? Was ist das und wie bekomme ich es weg? Es ist wirklich äußerst unangenehm.

Und: meint ihr auch, die Müdigkeit und der Wirksamkeitsverlust der 50 mg liegen am Zyklus? Leider kann ich nicht zu 100% genau feststellen, wann ich in welcher Zyklusphase war, das wird dann erst der Beginn der Periode zeigen, sodass ich hinterher Rückschlüsse ziehen kann. Aber grundsätzlich könnte es durchaus sein, dass die Müdigkeit und der Rückgang der allgemeinen Wirkung ca. ab dem Zeitpunkt nach dem Eisprung begonnen hat. Das wäre durch die hormonelle Lage ja plausibel zu erklären.

Werde ich die gute Wirkung der 50 mg wieder zurückbekommen, wenn der neue Zyklus beginnt? Kennt noch jemand von euch diese Müdigkeit? Und was kann man dagegen tun?

Sorry für den langen Text und danke an alle, die sich die Mühe gemacht haben, ihn zu lesen!

PS: Unter den 30 mg ist mir jetzt nichts im Bezug auf den Zyklus aufgefallen. Habe da aber auch noch nichts dokumentiert - irgendwie war halt einfach grundsätzlich klar, dass die Dosis nicht passt und ich einfach nur auf Hochdosierung warte.

Liebe Grüße!

1 „Gefällt mir“

Hallo Darkside,
wenn die schwächere Wirkung tatsächlich zyklusbedingt war, sollte auf jeden Fall mit Einsetzen der Periode oder spätestens einige Tage danach die „normale“ Wirkung wieder eintreten.
Kann man aber vielleicht in diesem Zyklus schwer beurteilen, weil du ja auch zwischendrin krank warst.
Wenn ich es richtig verstehe, hast du diese Müdigkeit, wenn du unterdosiert bist: Mit 30 mg, und gegen Ende der 2. Zyklushälfte auch mit 50 mg.
Unter der anscheinend richtigen Dosis von 50 mg ging es dir gut bis ZT 22.
Also solltest du grundsätzlich bei dieser Dosis erstmal bleiben. Und beobachten, wie es sich im nächsten Zyklus läuft.
Dann bei Bedarf ZT 22-28 (wie regelmäßig und wie lang ist der Zyklus bei dir?) auf 60 mg oder sogar 70 mg erhöhen bis Einsetzen der Periode.
Das muss man nach und nach rausfinden.
Eindosierungstagebuch führen , oder in dem Fall vielleicht sogar besser geeignet: dieses Zyklustagebuch, dass eigentlich für PMDS gedacht ist, aber ziemlich alle ADHS-relevanten Symptome erfasst:

(Hoffe, dass das keine unerlaubte Werbung ist, aber ich persönlich finde es sehr gut)
Zeile 1 ist der 1. Tag der Periode, es ist old-school in paper-pencil -Form, so dass man die Kreuzchen am Ende mit einer Linie verbinden kann und sehr genau einen evtl. Zyklischen Verlauf der Beschwerden erkennen kann.
Und unbedingt bis zur endgültigen Dosisfindung Koffein weglassen.

Lg und viel Geduld :four_leaf_clover:

Bei mir war das mit elvanse völlig unberechenbar.

Wenn’s gewirkt hat wie erhofft hat es wunder bewirkt.

Aber das Problem mit Müdigkeit und teils auch Blei in den Gliedern kenn ich viel zu gut. Außerdem war’s bei mir gefühlt immer mal zu wenig, dann zu viel, und hat nicht lange genug gewirkt.

Hatte dann noch zusätzlich für den Abend mph unretardiert.

Aber mich letztlich entschieden das mit elv zu lassen, das ständige mal hilft’s, dann wieder gar nicht war schlimmer und frustrierender als mit mph halt kämpfen zu müssen.

Lg

Zum Thema Zyklus kann ich nichts beitragen.

Aber zum generellen Problem der “künstlichen” Müdigkeit vielleicht:
Interessant wäre der zeitlich Verlauf bei dir.
Ich nehme seit kurzem Elvanse:
Unabhängig von der Dosis habe ich folgendes Problem:
2:40 Std. nach Einnahme: Die Wirkung kippt
ab ca. 3:30 Std.: Es stellt sich oft (nicht immer gleichermaßen) die von dir beschriebene künstliche Müdigkeit ein.

Meine Vermutung:
Einige Gehirne reagieren leider sehr sensibel auf die Veränderung der Wirkstoffkonzentration.
Sobald der Spiegel leicht abflacht oder im späteren Verlauf fällt, nimmt das Gehirn dieses wahr und hält zur Erhaltung des Gleichgewichts dagegen. Könnte man vielleicht mit einem leichten Rebound - trotz eigentlich noch ausreichender Wirkstoffkonzentration - erklären.

Habe den Eindruck, dass bei mir Schlafmangel (zu spät ins Bett/schlecht geschlafen/ außer der Reihe früh aufstehen müssen) und eine unzureichende Ernährung diesen Effekt begünstigen, es ein idealer Schlaf und gute Ernährung es aber trotzdem nicht schaffen, diese Effekte gänzlich auszustellen.
Ist bei mir mit Elvanse unterm Strich zwar besser als bei Ritalin Adult und den Wirklöchern/abfallenden Spiegeln - da war es noch viel extremer - aber so ganz gut isses leider auch mit Elvanse noch nicht.

Sobald man gut eingependelt ist mit einer Dosis, könnte bspw. ein Kaffee zur richtigen Zeit gewisse Effekte minimieren. Bin selber noch dabei zu schauen, wie ich damit umgehe. Zudem spielt das Thema 2. Tagesdosis Elvanse auch noch mit rein, was aufgrund des sich veränderten steady-states ja auch nochmal tricky ist. Da ist MPH wiederum pflegeleichter…

Danke für eure Antworten! :smiling_face_with_three_hearts:

@Nicky

tatsächlich bestand genau heute (ZT 29) das Problem mit der elenden Müdigkeit nicht mehr! Ich habe meine normale Dosis, 50 mg, genommen und kein Koffein oder sonstiges.

Mein Zyklus ist nicht ganz regelmäßig und geht so ungefähr zwischen 30 und 35 Tagen.

Ich habe mir nochmal den hormonellen Verlauf im Zyklus angesehen, nachdem die Müdigkeit heute erstmals nicht mehr problematisch war (es ist nicht so, als wäre ich überhaupt nicht müde gewesen, aber es war ein glasklarer Unterschied zwischen gestern und heute. Vollkatastrophe vs. absolut in Ordnung!). Ich dachte: es könnte ein Hormon geben, das gegen Ende des Zyklus Probleme macht, aber noch vor Einsetzen der Menstruation wieder absinkt. Siehe da - na klar, Progesteron… Der Höhepunkt der Progesteronkonzentration im Zyklus ist ja noch deutlich vor Einsetzen der Menstruation erreicht und dann flacht das Hormon wieder ab. Ganz allein an Progesteron kann es aber ja auch nicht liegen, denn sonst hätte ich ja schon vor der Eindosierung mit Elvanse diese starken Müdigkeitsprobleme gehabt.

Das Medikament muss also auch etwas damit zutun haben. Und da käme die Vermutung ins Spiel, dass aufgrund der Gesamtheit der hormonellen Lage die Wirksamkeit von Elvanse soweit herabgesetzt wird, dass mein Körper wieder in eine Unterdosis gerät und ich die für mich scheinbar typische Unterdosierungs-Nebenwirkung “bleierne Müdigkeit” bekomme.

Wenn die Menstruation jetzt innerhalb von kurzer Zeit eintritt (könnte sein, ich spüre vermehrt Krämpfe.. die btw vor Elvanse irgendwie deutlich stärker und echt schmerzhaft waren im Vergleich zu jetzt?!) und sich bis dahin das Problem mit der Müdigkeit nicht wieder zeigt, spricht erst einmal nichts gegen meine Theorie würde ich meinen.

Logische Schlussfolgerung, falls die Theorie stimmt, wäre ja tatsächlich Hochdosieren, sobald diese Müdigkeit im nächsten Zyklus wieder beginnt. Nun hatte ich ja im aktuellen Zyklus einen einzigen Tag hochdosiert auf 60 mg, was mir Konzentration zurückbrachte, die Müdigkeit aber unbeeinflusst ließ (wer weiß, ob 70 mg erfolgreich gegen die Müdigkeit angekommen wären?).

Aber: ich hatte an diesem einen Tag auch wieder vermehrte körperliche Nebenwirkungen des Medikaments. Ist zu erwarten, dass mein Körper sich - ähnlich wie beim Sprung von 30 zu 50 mg - mit der Zeit auch an 70 mg ca. 7 Tage pro Monat gewöhnen würde? Müsste ich dann von Monat zu Monat wieder neu an die 70 mg adaptieren oder kann man davon ausgehen, dass die 70 mg dann dauerhaft tolerabel bleiben? Und würde das nicht irgendwo eine Toleranzentwicklung bei den 50 mg provozieren?

Echt ein schwieriges Thema, das mir Kopfzerbrechen bereitet. Wenn es da lediglich um leichte Müdigkeit gehen würde, würde ich das Symptom ja hinnehmen. Aber es war jetzt wirklich eine Qual und ich habe den starken Wunsch, dem für den nächsten Zyklus entgegenzuwirken.

Ganz herzlichen Dank für das Zyklustagebuch! Halte ich tatsächlich auch für meinen Verwendungszweck angemessen. Vielleicht schaffe ich es ja, mir diese täglichen Eintragungen dort anzugewöhnen.

@Micha7

Krass, das hört sich wirklich nicht schön an. Wie lange hast du Elvanse insgesamt genommen? Und das Problem kennst du von mph nicht, wenn ich das richtig verstanden habe? Bist du männlich oder weiblich, wenn ich fragen darf?

@Schlörn

Welche Dosis Elvanse nimmst du und seit wann? Das, was du da beschreibst, erinnert mich sehr an meine Zeit unter 30 mg! Im Endeffekt hatte sich das Problem mit der Müdigkeit ja schlagartig behoben, bevor dieses evtl. zyklusbedingte Problem auftrat. Heute, am ersten Tag ohne das Müdigkeitsproblem, war es wieder so, dass auch nach Stunden keine überhöhte Müdigkeit auftrat.
Unter 30 mg war der Verlauf sehr ähnlich dem, wie du es beschreibst. Die Müdigkeit stellte sich nach ca. 4 Stunden ein. Klingt die Müdigkeit bei dir denn auch wieder ab? Mir ging es wie gesagt nachmittags/abends dann wieder viel besser, ich fühlte mich auf einmal wieder wacher. Das mit der Müdigkeitsphase war so schlimm, dass ich mich schon morgens unter Druck und Stress gesetzt gefühlt habe, weil ich wusste, mir bleibt nicht mehr viel Zeit bis zu dieser furchtbaren Müdigkeit. Also, kannst du möglicherweise unterdosiert sein?

Liebe Grüße an alle!