Hallo zusammen, ich lese schon länger mit. Nun bräuchte ich aktive Unterstützung. Vielleicht Erfahrungsberichte oder Tipps.
Mein Sohn nimmt seit etwa 3 Jahren Mph. Erst etwas mehr als ein Jahr Medikinet. Dabei sank der Appetit tagsüber gegen null und nachmittags gab es immer mal wieder einen Rebound. Er nässte sich damit ein, weil er zu fokussiert auf den Unterricht war. Danach wechselten wir zu Ritalin LA 30. Es war viel besser als mit Medikinet. Mittags aß er wieder und die Rebounds waren fast weg.
Allerdings war er damit meistens ernster und angespannter. Er knibbelt(e) z.B. ständig an seinen Fingernägeln. Letztendlich hatten wir und die Schule das Gefühl, er versuche sich wirklich stark zu konzentrieren und zu fokussieren, aber sei leicht ablenkbar und versuche dauerhaft dagegen anzukämpfen.
Jetzt versucht er aktuell Elvanse. Er ist gerade in der Eindosierung. Er startete mit 20mg und war gleich am ersten Tag einspannt und er selbst. Das war so schön! Allerdings träumte er in der Schule und bei den Hausaufgaben regelmäßig weg.
Nach vier Tagen wurde die Dosis in Absprache mit dem Arzt auf Elvanse auf 30mg erhöht. Am ersten Tag nahm er sich selbst in der Schule als „zu wild“ wahr. Am zweiten Tag wieder als ruhiger. Jedoch war er mindestens in einem Fach sehr von seinem Stift abgelenkt. Das sei sowohl ihm, als auch dem Lehrer aufgefallen. Am dritten Tag (Freitag) machte er ohne Aufforderung einen Teil seiner Hausaufgaben. (Wir waren begeistert!) An Tag 4 wirkte er wieder ein wenig angespannt und schlief nachts mit Unterbrechungen. Deswegen bekam er heute 25mg (wir haben für ihn 20er Kapseln bekommen, die wir in Wasser auflösen und mischen dürfen.)
Heute war er nicht von seinem Buch wegzubewegen. Er fokussiert sich auch ohne Medikamente auf das Lesen und heute las heute bisher etwa 8 Stunden lang. Er hat trotz Zuredens „keinen Bock“ zwischendurch für eine Arbeit zu üben und wollte und konnte sich nicht darauf einlassen.
Kann das daran liegen, dass die 25mg Elvanse zu wenig sind? Kann man das so früh überhaupt sagen? Durch die Anspannung und die schlechte Nacht dachten wir, vielleicht sind 30mg doch zu viel.
Der Arzt möchte auf dem Laufenden gehalten werden, lässt uns mit Ratschlägen aber eher allein.
Elvanse hat einen Steady-state von 5 Tagen und ggf. ist mehr Zeit auch mehr als zu schnell aufzudosieren und jetzt wechselt ihr alle 4 Tage womit er nie in den Zustand gekommen ist? das der Körper so viel rausnimmt wie zugeführt wird. Das passiert nach 5 Tagen ca. und Kopf mächtig kann sich da auch noch was innerhalb von 2 Wochen tun.
Elvanse ist kein MPH und nicht so schnell, so klar so deutlich anfangs eher subtiler ggf. auch gefühlt immer mal wieder subtiler
Viel Action kann den Organismus auch kräftig durcheinander bringen.
Jeder reagiert da anders, Elvanse ist aber eher Marathon statt Sprint
Ich weiß, dass die Medi-Einstellung sehr herausfordernd und auch manchmal frustrierend sein kann und wenn es dann auch nicht um einen selbst geht und man auf die Aussagen und ‚Gesprächsbereitschaft‘ eines Kindes/Jugendlichen angewiesen ist, macht es das nicht leichter
Daher habe ich nur ein paar Gedanken dazu, aber leider keinen mega Tipp…
Wenn lesen sein Ding ist, könnte es sein, dass er sich durch das stundenlange lesen gerade mal einen ‚Erholungstag‘ holt? Auch wenn die Medis helfen, Schule, Hausaufgaben, Sozial- und Familienleben kostet auch mit Medis Energie. Vielleicht also nicht unbedingt ein Zeichen von Unwirksamkeit, sondern eine benötigte Pause.
Wie sehr ist das zwischendurch wegträumen bei 20mg Elvanse ein Problem? Wenn er bei der Dosis entspannt und ausgeglichen ist, könntet ihr ggf. erstmal dabei bleiben und gucken, wie es sich entwickelt. Vielleicht kann er dann mit etwas Zeit üben und lernen, sich besser ‚zurückzuholen‘ und auf Aufgaben zu konzentrieren. Es muss ja nicht sofort ‚perfekt‘ klappen. Dass er entspannt ist, ist ja schon sehr sehr viel wert.
Die Aufmerksamkeit nicht auf die ‚falschen‘ Dinge zu lenken (z.B. Stift) erfordert auch trotz Medis Übung. Wenn er es selbst merkt ist ja schon gut, dann kann er vielleicht beim nächsten Mal versuchen, den Stift wegzulegen.
Manche Personen werden durch Medis erstmal sehr müde und Ruhe-bedürftig, weil sie dadurch in der Lage sind sich zu entspannen und dieses Bedürfnis besser spüren. Dann wäre es wichtig die Erholung zuzulassen.
Was davon bei deinem Sohn passt oder nicht, weiß ich nicht. Und ich weiß natürlich auch nicht, ob eine andere Dosis passender wäre und ihr nicht höher gehen solltet.
Ich meine nur, dass Medis helfen können, aber er vielleicht weiterhin viel Rückzug oder Erholung braucht und Träumen und Lesen daher für ihn wichtig ist. Und, dass sein Wohlbefinden ein wichtiges Kriterium ist, ich finde wichtiger als eine topp Konzentration.
(Ansonsten gäbe es auch bei Methyphenidat noch andere Möglichkeiten. Einmal 30 mg Ritalin ist oft nicht ganz optimal. Vielleicht wäre z.b. 20 morgens und 10 mittags angenehmer oder auch sowas wie Kinecteen, das eine gleichmäßige Freisetzung hat, die meist etwas länger anhält und einen geringeren Rebound hat als Ritalin oder Medikinet retardiert.)
Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute und hoffe, ihr findet eine passende Variante für deinen Sohn!
Er nimmt jetzt erstmal die 30mg weiter. Gestern klappte es wohl einigermaßen gut in der Schule und er war zufrieden. Aber er hatte einen Rebound relativ genau 9 Stunden nach der Einnahme - angeblich gibt es das unter Elvanse nicht? Nach dem Abendessen würde es zum Glück wieder besser.
Kann ich ihn, wenn er die 30mg die Woche noch nimmt, auch 20mg zum testen geben? Damit wirkte er wie gesagt sehr entspannt. Vielleicht kommt die Konzentration dort noch nach einer Woche, wenn sie nach 4 Tagen nicht da war… Ich bin so unsicher, ob es nicht zu viel ist.
Ich denke auch mit Elvanse kann es einen Rebound geben. Ich habe es nur kurz genommen und vielleicht wäre es bei einer längeren Einnahme anders geworden, aber ich war nachmittags immer völlig erschlagen und matschig…
Es kann aber auch sein, dass es von anderen Faktoren abhängig ist, z.B. ob er genug isst und trinkt. Achte ich da zu wenig drauf, leide ich mehr unter einem Rebound (jetzt bei MPH). Manchmal ‚brauche‘ ich auch ne große Schorle oder ein bisschen ‚schnellen Zucker‘, wenn ich zu spät merke, dass ich zu wenig gegessen hab.
Da könntet ihr ja nochmal gezielt drauf achten. Und auch auf Pausen. Die kommen ja manchmal zu kurz (mit Stimulanzien) und dann ist die Energie irgendwann natürlich auch aufgebraucht und auch das verstärkt bei mir den Rebound…
Unser Sohn ist auch 12 und wird von MPH auf elvanse eingestellt . Wir sind jetzt bei 40 mg, da die Dosen zuvor gar nicht gewirkt haben . Ich kann erst Ende der nächsten Woche mehr berichten ?!
Eigentlich hatten die 30mg ganz gut gewirkt, der Arzt wollte, dass er die 40mg noch probiert. Aber mein Sohn bekam nach einer Woche von den 30mg Herzklopfen. Jetzt ist er den zweiten Tag wieder runter auf 20mg. Er merkt keine Wirkung mehr - und das merken wir auch. Ich hoffe, er braucht nur etwas Umgewöhnungszeit. Die ersten Tage war er damit zumindest entspannt, wenn auch nicht konzentriert. Er möchte künftig aber lieber Herzklopfen mit 30mg in Kauf nehmen, als zurück zum MPH zu gehen.
Mit elvanse 40 mg war es diese Woche deutlich entspannter. Er konnte sich besser konzentrieren und hatte wenige Ausbrüche . Ich hoffe , es geht gut weiter … wie ist es bei euch?
Bei uns ist es leider nicht ganz so rosig. Letzte Woche schienen die 30mg ganz toll zu wirken. Aber seit wenigen Tagen wird es schwierig. Er schreit seine kleine Schwester wegen Kleinigkeiten an, heute verprügelte er seinen Freund in der Schule, weil er ihn (seit Elvanse) wohl nervt und zeigt keine Einsicht. Er hat noch nie vorher geschlagen!
Er scheint sich schulisch besser konzentrieren zu können, aber es fällt ihm momentan extrem schwer, sich zu Hause auf Aufgaben einzulassen.
Unter Ritalin wirkte er oft gehemmt, fast depressiv. Die 30mg Elvanse scheinen ihn aber zu sehr zu putschen.
Kann man Elvanse und MPH mischen? Ich habe Mal gelesen, dass MPH als Booster gegeben werden kann. Vielleicht wäre es als Starter mit dem Elvanse eine gute Idee?
Da sein Psychiater mal wieder im Urlaub ist und wir uns mit der Eindosierung schon die letzten Wochen alleine gelassen fühlen, nimmt er ab morgen erstmal wieder Ritalin.
Und wir versuchen den Arzt zu wechseln um gut betreut eine Alternative zu Ritalin zu finden.