bitte entschuldigt, falls es das Thema hier schon gibt - ich konnte es zumindest nicht finden.
Mir wurde mitgeteilt, dass ich aufgrund der Gesundheitsreform ab 2027 kein ELVANSE mehr in der PIA der Klinik erhalten kann, die es mir bislang verschrieben hat. Der einzige Arzt dort, der das konnte, weil er sich auf dem Gebiet auskennt, muss nun auf eine andere Station durch die Reform versetzt werden und darf es dann nicht mehr verschreiben.
Ich habe eigentlich alle Psychiater in Hamburg angefragt, entweder Aufnahmestopp ohne Warteliste oder die Praxis und auch andere PIAs verschreiben grundsätzlich keine ADHS Medikamente. Meine Hausärztin war gerade ganz frisch auf einer Tagung der Kassenärztlichen Vereinigung und dort wurde ihnen gesagt, sie dürften/sollten (?) ab sofort auch kein ELVANSE mehr verschreiben. Laut ihrer Aussage, sei es für Psychiater ein wenig gewinnbrignendes Geschäft, daher würden das immer weniger anbieten.
Die Krankenkasse schien auch eher ratlos, aber da soll ich notfalls nochmal anrufen, wenn ich nirgends unterkomme.
Hat jemand einen Tipp für mich? Hat jemand damit schon Erfahrung im Raum Hamburg?
Es ist schier zum Verzweifeln, weil ich die Konsequenzen nur zu gut kenne, wenn ich auf ELVANSE verzichten müsste und ich merke wie dünnhäutig mich das Thema macht.
Natürlich setze ich nicht alleine auf Medikation, sondern mache sehr viel anderes um mit der ADHS gut umzugehen (Psychotherapie, Körpertherapie, Meditation, Sport, Ernährung).
Du bist dort zur Behandlung von ADHS, oder? Die bisherige Behandlung war durch Elvanse. Jetzt wollen sie Dir das nicht mehr verschreiben. Dann müssen sie Dir doch mitteilen wie jetzt deine weiter ADHS Behandlung aussehen soll? Zumindest würde ich eine Medizinische Begründung für das absetzen verlangen. Eine medizinisch notwendige Behandlung darf nicht einfach ohne angemessene Berücksichtigung der gesundheitlichen Folgen beendet werden.
Mit der Gesundheitsreform hat das nichts zu tun, eher mit dem Bürokratischen Aufwand von BTM Verschreibungen. → also Kosten sparen
Wenn es heißt, sie kriegen kein Elvanse (also das Original), aber Lisdexamfetamin als Generikum, dann ist es so wie bei Ritalin - man könnte sich mit dem Generikum abfinden oder das Original selbst bezahlen und die Kosten des Generikums hinterher von der Krankenkasse erstatten lassen. So mache ich es mit Ritalin.
Zweite Ebene, du kriegst gar keine ADHS-Behandlung mehr, weil die vorhanden Psychiater geringer sind als die Nachfrage. Und das könnte sich ab 2027 tatsächlich verschärfen, weil Fachärzte dann geringere Budgets kriegen.
Dritte Ebene, Hausärzte. Die dürfen ADHS-Medikamente verschreiben, aber nur als Folgeverordnung mit dem Bericht einer Fachärztin, und dann nur ganz genau das, was in dem Bericht steht, kein anderes Produkt und keine andere Dosis. Und in regelmäßigen Abständen (z. B. einmal im Jahr) wird ein neuer fachärztlicher Bericht (der dann aber auch von einer Privatpraxis kommen kann!) verlangt.
Ich habe keine Glaskugel wie es sich konkret nächstes Jahr verändern wird, aber:
Wer unbedingt Elvanse haben will, der kann sich das als 90er Packung verordnen lassen.
Solange es keine Generika gibt die ebenfalls 90 Kapseln beeinhalten, solange bekommt man auch nur das original Elvanse bzw. als Ersatz original Elvanse als 30er.
Das könnte sich ändern bzw. wäre auch jetzt schon anders, wenn Apotheker Motivation hätten Rücksprache mit dem Arzt zu halten um das Rezept zu ändern, damit ein Generika rausgegeben werden kann.
Da das aber ein deutlicher Mehraufwand ist und viele aber Weg mit dem wenigsten Widerstand gehen, funktioniert das bisher optimal.
Wird halt nicht mehr funktionieren sobald ein Generika als 90 st Packung erscheint oder eben der Druck auf die Mitarbeiter erhöht wird.
Beides ziemlich wahrscheinlich auf Dauer.
Gibt zwar auch die 100 st Packung von Ratiopharm, mein Psychiater verordnet aber trotzdem Elvanse 90 St
Das gilt jetzt wohl auch für Ritalin und Kinecteen. Jetzt gibt es die Generika Methylphenidat AL und etwas von neuraxpharm.
Ärgerlich, wirklich schlimm finde ich jedoch, dass sich in diesem Land eine medizinische Mangelversorgung einschleicht. Eltern, die keine Kinderärzte mehr finden können, mehrere Jahre Wartezeit für einen Augenarzttermin, in vielen Bereichen geschlossene Wartelisten, lang herausgezögerte Operationen usw. Wenn die Leute nun auch noch das Vertrauen in das Gesundheitssystem verlieren, braucht man sich über die den Erfolg der Neuen Rechten nicht zu wundern.
Das sind Ausreden. Wer deren Wahlprogramm mal liest, wird feststellen, dass diese Partei nichts, aber auch gar nichts für behinderte Menschen / Inklusion / psychisch Kranke usw tut, ganz im Gegenteil. [soll jetzt keine Politische Debatte hier werden, ist nicht das Thema].
[Anm. Mod.: vorheriger Beitrag wurde unsichtbar gemacht, da kein ADHS-Bezug. Rein politische Diskussionen sollen bitte außerhalb des Forums geführt werden.]
Genau, Hausarzt hat bei mir bisher immer geklappt. Ich bin gespannt, meine 90er Packung ist bald leer und ich brauche ein neues Rezept. Ich hatte per Facharztbrief die Empfehlung für Elvanse inkl. aut-idem beim Hausarzt vorgelegt und es beim letzten Mal bekommen. Ich könnte mir nur vorstellen, dass sie es irgendwann aus Angst vor möglichem Regress auch nicht mehr machen… Wichtig ist, dass man die Dosierung etc. genau angibt. Sie brauchen das alles schriftlich um abgesichert zu sein.