Hallo ADHDtrauma,
ich bin sebst immer ein Panik-Kandidat gewesen und hatte auch groĂe Sorge davor, Lisdexamfetamin zu nehmen. Inzwischen bin ich einfach nur glĂŒcklich damit und so froh, dass meine Neugier auf die Wirkung mĂ€chtiger war, als meine Riesen-Angst vor einem hohen Puls. Denn das war meine gröĂte Sorge, da ich durch mein ADHS innerlich nie zur Ruhe gekommen bin und durch das stĂ€ndige Aufgeregt-Sein sowie wegen meiner diagnostizierte Angststörung, hatte ich von Haus aus schon einen entsprechenden Puls. Wichtig ist, dass du deinem Körper vertraust. Der kann mehr als wir manchmal denken. Und die ADHS-Medis helfen deinem Gehirn, TĂŒren zu öffnen, die sonst hermetisch abgeriegelt sind.
Der erste Tag meiner Tabletteneinahme war so gut, weil ich nicht nur endlich verstanden hab, dass ich wirklich ein neurobiologisches Problem habe. Dieser Tag stellt einen Wendepunkt in meinem Leben dar und ich wĂŒnsche dir, dass du das auch erlebst. Du brauchst keine Angst zu haben, dass du wegen der Tabletten plötzlich völlig neben dir stehst oder so. Die Ărzte verschreiben in der Eingewöhungszeit Dosierungen, die fĂŒr deinen Körper kein Problem sind, sofern du einigermaĂen gesund bist und sie schauen ja auch, welches Medikament in deinem Fall am besten wĂ€re. Den ersten Tag der Einnahme hatte ich so geplant, dass ich nie allein war. Das hat mich etwas beruhigt. Du wirst wahrscheinlich, allein aus deinen BefĂŒrchtungen heraus, auf alles achten, was in dir vorgeht.
Du wirst eine VerÀnderung merken, und wenn du sie merkst, ist das super
, dann achte darauf, was dir leichter fÀllt: Wie ist dein Fokus, kannst du dich besser gegen UmgebungsgerÀusche abgrenzen und und und. Das sind alles sehr angenehme VerÀnderungen
und eben nichts Gruseliges, Schlechtes oder PersönlichkeitsverÀnderndes. Inzwischen nehme ich die Wirkung gar nicht mehr als besonders wahr, sondern erlebe sie als ganz normal. Nebenwirkungen bei mir sind nur noch ein etwas trockener Mund, leichte Verdauungsprobleme, weniger Hunger.
Mein Herz hat sich gut auf das Medikament eingestellt, dazu kann ich dir nur sagen - falls du Ă€hnlich funktionierst wie ich: Mach keinen anstrengenden Sport, solange du frisch eindosierst, und stell einfach mal fest, was sich nach ein paar Tagen/Wochen so tut. Ich bin 43 und hab in der Anfangszeit immer wieder meinen Puls gemessen. Der lag meistens in den ersten 4-5 Stunden bei 90, auĂer wenn ich hochmotiviert meinen Haushalt gemacht habe ⊠(endlich hochmotiviert Dank der Tabletten
) - mein Blutdruck war aber immer top. Nach ca 2. Monaten hab ich gemerkt, dass auch mein Herz (Puls) viel besser mit meiner âLissyâ klarkommt und nebenbei ist mir aufgefallen, dass meine Angststörung sich irgendwo ins Nirvana verzogen hat. 
Sehe die Medikamente als eine Chance. AuĂerdem kannst du dich ja immer auch dafĂŒr entscheiden, so zu leben, wie vor den Medis. Ich lass meine Tabletten ab und an weg, meist an einem Tag in der Woche. Hab einfach mal zum Ausprobieren auch mal ne 4-tĂ€gige Pause gemacht.
Die Medis machen nicht sĂŒchtig, aber vieles leichter. Wenn ich sie weglasse, merke ich immer den Hirnnebel ganz arg. Lisdexamfetamin lĂŒftet diesen Schleier auf eine sehr sanfte Weise, und auch wenn es nachlĂ€sst, merke ich nur sehr sanft, dass mein Clown zurĂŒckkommt - und eben der Bewegungsdrang etc.. Ich hoffe, es wird dir mit den Medis Ă€hnlich gehen: In meinem Fall ist das u.a. eine Sortiertheit und Klarheit im Kopf, die sich nicht nur auf mein Denken, sondern auch auf meine Emotionen bezieht.Ich fĂŒhle nicht mehr stĂ€ndig alles auf einmal (Chaos), sondern empfinde gezielt, je nachdem, mit was ich mich befasse - und dann sind es eben auch endlich angemessene GefĂŒhle. Ich habe auch ein dickeres Fell und daher endlich die Chance bekommen, einfach ich zu sein. Ich könnte so viel dazu sagen! Im GroĂen und Ganzen wĂŒrde ich sagen: die Tabletten helfen uns, die Kontrolle zu bekommen, was so vieles leichter macht. Endlich bestimmt weitgehend unser Wille, was wir tun, fĂŒhlen und sagen und nicht mehr die vielen ADHS-Blockaden. Alles Gute dir!