Elvanse/Lisdexamfetamin emotional abgestumpft, leer und depressiv?

Danke.

Ich hatte bisher keine emotionalen Zusammenbrüche mehr, vor allem nicht bei Trigger. Die regulierten Emotionen dahingehend empfinde ich als Erleichterung. Jedoch ist diese Abstumpfung, diese Unlust und das Egal-Gefühl nun bereits so lange anhaltend, dass ich mich wahnsinnig depressiv fühle. Ich wache schon seit einigen Wochen morgens auf und mir graut es davor, das Medikament zu nehmen. Ich habe keine fröhlichen, kreativen oder lebendigen Anteile mehr in mir. Es fühlt sich an, als wäre ich nur noch eine Hülle, die ihren Pflichten nachkommt. Das war ohne Medikament und trotz depressiver Phasen und PTBS nicht so.

Deshalb habe ich auch Angst davor, die 30mg auszuprobieren. Ich möchte mich nicht mehr so fühlen. Die 3 Tage ohne LDX haben mir wiederum gezeigt, warum ich überhaupt damit angefangen habe. Diese Unruhe, diese Verpeiltheit und diese Flut an Gedanken. :woozy_face:

Heute habe ich wieder 20mg genommen und fühle mich emotionslos, niedergeschlagen und könnte einfach nur regungslos auf der Couch liegen wie ein Stein.

Schade, dass es nicht DEN ultimativen Tipp für mich geben kann. :frowning:

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Ich kann gut verstehen warum du Angst hast vor den 30mg wenn du in letzter Zeit ausschließlich negative Erfahrungen gemacht hast.

Vielleicht hilft es dir zu wissen das du jederzeit abbrechen kannst, und du z.B im worst case morgen einen doofen Tag hast?

Zudem wäre interessant wovor genau du Angst hast? Ich finde was du beschrieben hast klingt nach wie vor eher nach Unterstimulierung, daher wirst du dich morgen aufjedenfall anders fühlen als heute. Ob das dann angenehm is weiß man natürlich nicht, aber es wird nichts schlimmes passieren. Und max am nächsten Tag is es ja wieder vorbei :slight_smile:

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Ich wollte dich gerade fragen ob du noch andere Themen hast, bis ich den Satz von dir las.

Also Elvanse bzw. LDX können in besten Fall depressive Symptome die aus dem ADHS resultieren abmildern, aber wenn du eine ernsthafte PTBS und Depressionen hast, dann ist Elvanse in den seltensten Fällen das Allheilmittel und Wundermittel, das alle Probleme gleichzeitig löst und erschlägt.

Gerade eine PTBS die mit Hypervigilanz verbunden ist, kann durch Stimulanzien sogar noch getriggert und zeitweise verstärkt werden.

Gegen eine PTBS kann ich wirklich nur empfehlen eine gesonderte Therapie zu machen.

Und wenn deine Depression mittelschwer bis schwer ist und Elvanse als ADHS-Medikament dir in dem Punkt wenig hilft, dann solltest du auch diesbezüglich schauen, dass du die Therapie anpasst und die Depressionen angehst.

Viel Erfolg und alles Gute wünsche ich!

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Ich überlege noch, ob ich das Risiko morgen einfach eingehe, nochmal einen doofen Tag zu haben.

Ich habe Angst vor dieser Abstumpfung und dieser Leere, die ich die letzten Wochen gefühlt habe. Am meisten aber vor diesem Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens. Ich hatte wirklich düstere Gedanken. Und die drei Tage ohne LDX ging es mir mental einfach wesentlich besser.

Und durch die höhere Dosierung kann es ja sein, dass ich erstmal wieder Nebenwirkungen haben werde. Also wäre die Wirkung morgen erstmal unklar, ob es auch nichts für mich ist oder ob ich einfach nur eine Woche durchhalten muss. Deswegen bin ich ziemlich hin- und hergerissen.

Am Anfang von 20mg hatte ich auch genau eine Woche lang starke körperliche Nebenwirkungen, die dann aber fast schlagartig weg waren.

Vielleicht 25mg? Dann müsstest du aber in Wasser auflösen

Moin,

Ich hatte ein ähnliches Problem. Ich habe es mit Splitten versucht. Bei 50 mg auf einmal hatte ich eine emotionale Abflachung, aber 40 mg waren mir zu wenig.Jetzt probiere ich 45 mg + 15 mg im Abstand von 3–4 Stunden. Dadurch ist dieses innere Leere‑Gefühl zumindest deutlich geringer geworden.50 mg auf einmal waren für mich einfach zu viel.Eine gleichmäßigere Verteilung der Wirkung und das sanfte abfangen des Crashs scheinen für mich angenehmer zu sein. Was auch sein könnte, dass dein Nervensystem sensibel auf Stimulation reagiert.

Lg

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Hallo du Liebe :orange_heart:, ich habe auch in den. Wie du mit elvanse angefangen und ich kann folgendes berichten:

Depressionen, selbstzweifel , traurig , keine Lust, mich zur Arbeit geschleppt, zu Hause nur noch geschlafen :zzz:

Ich habe jetzt wieder zurück auf medikinet und siehe da​:joy: wieder lachen :laughing: Freude , Hochform, konzentriert arbeiten und ich bin wieder ich :woman_shrugging: ja es ist das elvanse 40 mg und nein keine hochdosiwrung , sondern wechseln. So bei mir und hoffentlich bald bei dir . Grüsse dich :heart_hands:t2::balloon:

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Hallo :slight_smile: Krass so wie du das hier beschreibst ging es mir beim Eindosieren fast 1:1 auch.. ich war auch so verunsichert. Der „Trick“ war bei mir am Ende, dass ich diese Beschwerden aufgrund Unterdosierung hatte und tatsächlich am Ende bei 70mg war und diese Symptome dann plötzlich (bis auf eine leichte Appetitlosigkeit) komplett weg waren und ich mich wieder wie ich selbst gefühlt habe. Mit allen anderen Dosierstufen habe ich mich komplett fremd von mir selbst gefühl, war extrem dysphorisch, musste zT scheinbar grundlos weinen und habe mich extrem angestumpft und zT auch depressiv gefühlt. Nach intensiver Recherche und mehrfacher Rücksprache mit meiner Ärztin habe ich mehrere Dinge rausgefunden, die bei mir im Endeffekt (fast) alle Probleme gelöst hatten.

1.) Einnahme morgens erst nach einem (wenn möglich proteinreichen) Essen, hat bei mir echt einen großen Einfluss auf die Angenehmheit der Wirkung tagsüber und laut meiner Recherche auch bei vielen anderen so.

2.) auf keinen Fall Kaffe während der Eindosierung, kann alles verschlimmern und Nebenwirkungen „vorgaukeln“

3.) das Medikament in der Eindosierungsphase NICHT pausieren - du musst erstmal einen steady state erreichen bzgl des Wirkspiegels und das tust du erst nach einigen Tagen. D.h. nächste Erhöhung immer nach ca. 10 Tagen in zB 10mg Schritten und zwischendurch keine Medipausen einlegen.

4.) Es vielleicht wirklich mal mit einer Dosiserhöhung versuchen? Ich fand es echt krass, als ich gemerkt habe, dass diese ganzen Stimmungsschwankungseffekte, Verstimmung und Labilität mit einer letztendlich (in meinem Fall dann) deutlich höheren Dosis wirklich komplett verschwunden sind. (Hatte schlussendlich dann nur noch das Problem mit zT stark ausgeprägter Appetitlosigkeit, was sich aber super beherrschen lässt indem ich morgens vor der Medieinnahme proteinreich frühstücke).

Ich wünsche dir viel Kraft für diese Findungs- und Eindosierungsphas. Ich fand die Wochen der Eindosierung auf jeden Fall sehr zermürbend und nervenaufreibend und stand auch mehrfach vor der Frage ob das Medikament einfach nix für mich ist… Nehme es inzwischen seit über einem Jahr und bin wirklich happy mit der Wirkung.

Ich hoffe sehr, dass du auch für dich eine gute Lösung findest (in Rücksprache mit deiner Ärztin natürlich.. soweit möglich..).

Liebe Grüße und alles Gute!

Danke für deine Antwort!

Ich hatte LDX über einen Monat ohne Pausen genommen und auch anfänglich (auch fast einen Monat) proteinreich gefrühstückt und komplett auf Koffein verzichtet. Aber auch da hatte ich diese emotionale Abgestumpftheit und kaum Freude an Dingen, die mir sonst Spaß gemacht haben. An die 30mg habe ich mich erst einmal nicht rangetraut. Mir geht es mental und körperlich endlich wieder besser. Ich fühle endlich wieder mal was. Natürlich sind jetzt die ADHS-Probleme wieder da, heftiges Gedankenrasen, keinen roten Faden mehr bei jeglichen Aktivitäten und sofort wieder schlechter Schlaf.

Ich wollte es jetzt doch erstmal wie die anderen mit einem Methylphenidat Präparat probieren. Leider ist meine Praxis telefonisch nie (also wirklich nie) erreichbar und auf meine Terminanfrage per Mail wurde auch seit zwei Tagen noch nicht geantwortet. :unamused_face: Ich sollte mich wirklich nach einer neuen Praxis umschauen…

Irgendwie traue ich mich an LDX gar nicht mehr ran, weil es mir so so furchtbar ging. Müsste ich dann eigentlich wieder bei 20mg beginnen und dann auf 30mg steigern oder kann ich mir das sparen und gleich mit 30mg beginnen?

Das freut mich, dass du dich aktuell wieder besser fühlst. Das mit dem Frühstücken und Koffein weglassen hat mir einfach zusätzlich geholfen, v.a. bzgl der Appetitlosigkeit. Meine damalige emotionale Abgestumpftheit und Dysphorien sind allerdings erst weggegangen als ich die Dosis bis zu meiner richtigen Dosis erhöht habe. Ich hatte mich damals auch intensiv belesen und rausgefunden, dass es wohl einigen Menschen in der Eindosierungsphase von Elvanse so geht und sie sowohl Nebenwirkungen bei Unter- als auch bei Überdosierung haben. Wenn du es nochmal beginnst, würde ich wieder in der initialen Anfangsdosis beginnen, aber dann vielleicht schon nach 1 Woche auf 30mg mal probatorisch erhöhen.

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Lieber/r @Pilou, danke für diesen Erfahrungsbericht! Das macht mir große Hoffnung. Ich selbst bin jetzt mit 50 mg Elvanse soweit „gut“ eingestellt, dass ich meine ADHS-Symptomatik im Griff habe und die Wirkung auch erst gegen 18:00 - 19:00 Uhr nachlässt.

Allerdings leider ich unter einer massiven Dysphorie und Empfindlichkeit, vor allem im engsten Beziehungskreis. Das ist derzeit regelrecht beziehungsgefährdend. Die durch Elvanse gewonnene neue Klarheit und das Bewusstwerden meiner eigenen Grenzen und Bedürfnisse sind dann natürlich zusätzlich eine Herausforderung für die Beziehung.

Wenn Du jetzt aber beschreibst, dass sich diese emotionale Instabilität bei Dir unter einer höheren Dosis erledigt hat, macht mir das Hoffnung, doch noch weiter aufzudosieren.

Liebe Grüße

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Hallihallo, du sprichst mir gerade aus der Seele, ich habe fast exakt das selbe Problem!

Aktuell nehme ich seit zwei Jahren 30mg, am Wochenende 20mg - ohne Pause, da ich es ohne nicht ausgehalten habe (kam aus einer tiefen Burnout/Depressionen/Panikattacken-Phase). In den letzten Monaten ist mir immer mehr eine tiefe Interessenlosigkeit aufgefallen, was ich erstmal auf meine Winterdepression geschoben habe.. gleichzeitig hatte ich das Gefühl dass das Elvanse nicht mehr wirkt, da mein Kopf trotzdem wahnsinnig laut war. Letzte Woche war es dann aber so schlimm dass garnichts mehr ging - nach etwas Recherche habe ich mich dann getraut, mal eine Pause vom Elvanse zu machen. Und siehe da: Interessen waren zurück, Kreativität war da, ich war fröhlich und albern und keine Spur mehr von depressiven Gefühlen :scream: ich habe nicht viel gemacht, konnte aber im Gegensatz zu sonst mal so richtig mit Genuss runterfahren.

An Tag 4 dann testweise wieder 30mg genommen und die Wirkung war sehr viel besser was Fokus und ‚Ruhe im Kopf‘ angeht, ich bin aber definitiv merklich gedämpfter/ernster und empfinde nicht so viel Spaß. Dafür kann ich sehr lange sehr viele Emails abarbeiten :sweat_smile: insgesamt ist der Antrieb aber deutlich besser als vor der Pause.

Ich habe in der Vergangenheit mal 40mg probiert, hatte aber das Gefühl da bin ich dann sehr hibbelig und irgendwie „drüber“, ich glaube also eigentlich nicht dass ich unterdosiert bin…?

Meine Theorie ist dass mir Elvanse zwar im Alltag hilft, allerdings auch dazu führt dass ich zu wenig Pausen mache und dadurch doch öfter über meine Grenzen gehe als gut ist.. und das dann in so einem langsamen „Ausbrennen“ endet. Ich werde jetzt auf jeden Fall öfter mal Elvanse-Pausen machen, mich auf die Couch legen und weder konzentriert noch produktiv sein :grin:

Was meint ihr dazu?

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Danke für deine Antwort!

Ich habe auch überlegt, ob ich mit LDX einfach ständig über meine körperlichen und mentalen Grenzen gegangen bin und es deshalb so geendet ist. Obwohl ich diese Abstumpfung und den Interessenverlust schon seit Beginn hatte.

Geht es bei dir denn mit Pausen diesbezüglich besser?

Auf Arbeit hab ich mit LDX mega funktioniert. Hab auch seit zwei Monaten einen wirklich dringend benötigten Friseurtermin verschoben, weil ich mir einfach nicht mehr wichtig war.

Arbeit heute ohne LDX war einfach anstrengend. Trau mich aber immer noch nicht ran. :frowning:

Erstmal ist das exakt auch meine Erfahrung und ich halte es auch wissenschaftlich für plausibel.

Stimulanzien wie Amphetamin werden nicht ohne Grund zur Leistungssteigerung und zum überwinden natürlicher Grenzen im (Profi-)Sport, im Beruf (Banker und Co.) und natürlich im Militär verwendet um die Leistung zu steigern.

Achja - (Techno) Partys und Konsorten habe ich noch vergessen.

Dabei ist eigentlich in all diesen Bereichen bekannt, dass die kurzfristige Leistungssteigerung immer auch einen Preis hat.

Körper und Geist aktivieren dadurch künstlich Reserven - die dann natürlich an die Substanz gehen - früher oder später.

Nur weil die Wirkung bei ADHS notwendig und etwas anders ist bei bestimmten Prozessen bleibt die Grundstruktur der Stimulanz: pharmakologisch die Leistungsgrenzen verschieben und die Leistung zeitweise erhöhen.

Das mag bei kleineren Dosierungen noch harmloser sein.

Ich benötige 70mg LDX gegen mein ADHS was ca. 20,8mg Dexamphetamin entspricht. Das ist dann eine Dosis, die mit >20mg Dexamphetamin bereits in der Wissenschaft als merkbare Rauschdosis gilt, bei der Nicht-ADHSlern z.B. dies zum Vergnügen oder eben der Leistungssteigerung einnehmen.

Meine Erfahrung ist, dass LDX definitiv den Akku leer zieht: voller Fokus, keine Pausen, keinen Hunger und das brennt mit der Zeit aus.

Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung.

Ich halte das genauso und seitdem habe ich das mit dem Ausbrennen durch das LDX besser im Griff.

Siehe meinen Kommentar oben. Ich halte das nicht nur für plausibel, sondern für evident.

Mir geht es damit definitiv besser. Entweder Mal tageweise oder einige Tage pausieren.

Oder für 1-2 Monate falls möglich.

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Schwer zu sagen nach so kurzer Zeit, aber ich werde berichten :blush:

Was ich sagen kann ist dass ich die 30mg für die Arbeit definitiv brauche, ohne ist da einfach alles zu laut und chaotisch. Ich werde aber sehr viel mehr drauf achten Pausen zu machen- und nicht erst wenn sie absolut notwendig sind.. vielleicht hilft die Gewissheit auch dass am Wochenende die Stimmung dann besser ist :sweat_smile:

Ich glaube wenn man spät diagnostiziert wird und dann dieses „Wundermittel“ Elvanse bekommt verfällt man schnell in ein „juhu, endlich bin ich normal, ich mach jetzt ALLES was ich nie konnte und ALLES was die neurotypische Welt von mir erwartet!“ :laughing: geht mir zumindest so.. vielleicht muss man sich einfach mehr darauf besinnen dass man immernoch ADHS hat und auf sich aufpassen muss :see_no_evil_monkey:

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