Elvanse + Paroxetin Einnahme trotz Wechselwirkungen?

Die Risiken bzgl. Serotonin-Syndrom sind bekannt, aber sehr sehr selten. Aber natürlich durchaus relevant.

Man kann quasi alle serotonerg wirkenden Präparate + ADHS Präparate im Wechselwirkungscheck eingeben und wird dabei in der Regel immer den Hinweis zum Serotonin-Syndrom finden.

Das muss so - rein versicherungstechnisch schon.
Auch, wenn ADHS Stimulanzien direkt eigentlich dopaminerg und noradrenerg wirken.

Indirekt kann es auch leicht serotonerg wirken bzw. den Spiegel in bestimmten Bereichen des Hirns indirekt modifizieren. Daher muss darauf hingewiesen werden.

Aber nur, weil etwas im Wechselwirkungscheck aufploppt, heißt es nicht, dass die Kombi nicht funktioniert. Einige der beschriebenen Nebenwirkungen könnten dafürsprechen, könnten aber auch anders erklärt werden und müssen nicht unbedingt ein Serotonin-Syndrom bedeuten.

ADHS Stimulanzien + SSRI, SRNI usw. sind keine ungewöhnlichen Kombis und werden in der Praxis regelmäßig angewendet.

Eine engmaschige Kontrolle wird bei auffälligen EKGs, Vorerkrankungen oder kardiovaskulären Fällen innerhalb der Familie empfohlen.

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Oh Gott, hat die etwa den neuen ADHS-Raumbetretungstest erfunden :scream:

Ab damit ins BullshitBingo

Nur zu Ärzten gehen , die Ahnung haben oder ohne Ahnung trotzdem ADHS als gegeben akzeptieren .

Ich habe sogar zwei Heilpraktikerinnen die das akzeptieren und nicht hinterfragen und auch nicht noch irgendwas testen wollen.

Aber ich weiß , ist schwer aktuell überhaupt jemanden zu finden .
Schlimm diese Weißkittelignoranz

Selbst dass wird bei Fachleuten ohne Ahnung nicht ausreichen.

Die Kombi hin oder her, aber die Beschwerde erwäge ich wegen der Sachen tatsächlich: schlechte Erreichbarkeit der Ärztin, „nachträgliche“ Aufklärung, dazu noch die Empfehlung weiter zu versuchen, trotz gemeldeter starker Nebenwirkungen. Das sind Sachen, die meines Wissens nach bei BtM so nicht in Ordnung sind.

Ist dir bewusst, dass du in ein und demselben Thread in zwei Posts hintereinander zwei Mods über den Fuß fährst? Hat noch keiner geschafft.

Ich kenne Sneedle lange und kann sicher sagen, dass das Icon in seinem Sprachgebrauch keine Herabwürdigung darstellt. So was liegt ihm fern.

Bevor ich mich aus diesem Forum zurückziehe, möchte ich klarstellen:
@UlBre: Es ist manipulativ, einen bereits beigelegten Streit (Kritik der Excel-Liste) als Beweis für mein angeblich schlechtes Verhalten heranzuziehen. Genauso manipulativ ist es, @SneedleDeeDoo s persönliche Angriffe („Krallen einfahren“, „RSD“) zu verteidigen und den Kontext der Provokation zu ignorieren.

Ich lasse mich hier nicht öffentlich an den Pranger stellen oder für die Unprofessionalität der Moderation bestrafen. Fairness sieht anders aus. Ich bin dann raus.

Also unsensibel belehrend wars halt schon meiner Wahrnehmung nach. :thinking:

Sneedle ist trotzdem ein guter, will ich noch dazu sagen.

Weiß nicht… glaub schon… und ob das in dem Fall ganz so stimmt weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. :thinking:

Edit: ich lass aber mal noch ein :heart_suit: für alle da. :grin:

Tut mir Leid, wenn ich Gefühle verletzt habe.

Die erste Antwort sollte weder empfundene
Nebenwirkungen herunterspielen, noch abwertend sein.

Gleich im Satz nach dem „:man_shrugging:“ habe ich ja erwähnt, dass ich persönlich dann dem indirekten Rat des Hausarztes folgen würde.

Der Rest kam dann leider so.
Wurde angepupst und habe zurückgepupst.
Jetzt müffelts n’ bissl aber das verfliegt auch wieder.

Was mir jetzt langsam aufgeht:
Paroxetin wird via CYP2D6 verstoffwechselt.
Bei Amfetaminmedikamenten ist das heiß umstritten, aber es gibt einige Studien an Menschen, die darauf hindeuten. Zumindest halten es die FDA und Amfetaminhersteller (z-B: von Adderall) für wahrscheinlich genug, um vor CYP2D6-Wechselwirkungen zu warnen.
So sollen 5 bis 6 % der Menschen eine CYP2D6-Verstoffwechselung haben, die die Amfetaminverstoffwechselung beeinflusst (Langsam- oder Schnellmetabolisierer).
Viele SSRI werden über CYP2D6 abgebaut.
Vor diesem Hintergrund könnte ein Serotoninsyndrom bei SSRI + Amfetamin-Einnahme auf eine CYP2D6-Langsammetabolisierung hindeuten.

Ich wollte ursprünglich einen langen Kommentar über Nebenwirkungen von Psychopharmaka und wieso man sie nur bedingt abschätzen kann und ob es ethisch vertretbar ist, wegen eines geringen oder großen Risikos Medikamente zu geben oder vorzuenthalten. Lasse ich mal, da an der Diskussion ein unglaublicher Rattenschwanz hängt.

Zum Thema

Paroxetin ist ein SSRI, ein Medikament, das auf Serotonin wirkt. Serotonerge Medikamente gelten als gut verträgliche Antidepressiva. Hier muss man aber wissen, was der vorherige Standard war - Antidepressiva, die einmal querbeet alles an Neurotransmittern ansprechen, die so im Körper sind mit entsprechenden Nebenwirkungen.

Zum Medikament - gilt wie gesagt als gut verträglich. Wurde historisch klar überbewertet mit dubioser Vermarktung in den 1990ern (“Sind Sie etwas traurig? Nehmen Sie Prozac”) in den USA. Sowas war und ist in Deutschland seit Jahrzehnten verboten. Dann kamen die ersten Selbstmorde auf den SSRI und die Medikamentenklasse wurde dämonisiert. Umschwung in die Gegenrichtung. SSRI haben eine Handvoll wirklich ekliger Nebenwirkungen und einige Nebenwirkungen, die eher so lala sind. Kategorie lala - Verdauungsprobleme, Bauchschmerzen, Verstopfung etc. Eklige Nebenwirkungen : sehr fiese Entzugserscheinungen, auch als Brain Zaps beschrieben, kein Bock mehr auf Sex bzw auch keine Erregbarkeit und Serotoninsyndrom. Letzteres ist der Grund, wieso SSRI bei fast allen anderen Psychopharmaka in Kombination schwierig sind.

Zur Emfindlichkeit - Psychopharmakadosierungen skalieren normalerweise exponentiell - niedrigste Dosis beispielsweise 5 mg, dann 10 mg, dann 20 mg, dann 40/50 mg, dann 100 mg, dann 150-200 mg. Ungefähr. Wenn jetzt die klinische Minimaldosis bei 20 mg liegt, wird Arzt denken - jup, 5mg merkt ja keiner. Es ist aber so, dass die Wirkkurven von Medikamenten im Körper extrem nichtlinear sind. Heißt - bei 5mg von Medikament sind beispielsweise im Schnitt schon 60% des Wirkstoffes aktiv (stark vereinfacht). Für Effektivität braucht man vielleicht 80%. Bei 10 mg sind es dann 70, bei 20 mg 80 und der Rest steigert die Effizient auf 90-95%. Manche Leute verstoffwechseln das Medikament aber sehr schnell, andere kaum. Beeinflusst auch die Wirkung. Ich bezweifle, dass der Durchschnittsarzt das weiß, weil die meisten Mediziner weder die Zeit, noch die Geduld für nichtlineare rückgekoppelte biochemische Systeme haben. Das wäre aber ein Teil der Erklärung.

Wieso SSRI doch verschrieben werden - sie können bei extrem fiesen Krankheiten gut wirken. Sie können manchmal wirklich eine der letzten Lösungen sein. Und sie sind oft besser als die historischen Alternativen und es ist schwer, sich mit ihnen direkt umzubringen. Das ist zumindest der Standard, von dem man bei Psychopharmaka ungefähr ausgeht.

Zum Elvanse/Amphetamin.

Die meisten Stimulanzien, die gegen ADHS eingesetzt werden, wirken auf Noradrenalin und Dopamin. Wenn man nun ein Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer wie Ritalin/Methylphenidat/Medikinet verwendet, hat man (in der Theorie) wenig bis keine Auswirkungen aufs Serotonin und es ist sicher. Amphetamin wirkt allerdings etwas anders. Ritalin ist praktisch das Gegenstück zum Paroxetin, nur mit Wirkung auf Dopamin und Noradrenalin statt auf Serotonin. Kann man an sich in der Theorie kombinieren. Amphetamin wirkt allerdings auch aufs Serotonin - ich weiß nur nicht genau wie. Wenn man mehrere Wirkstoffe hat, die auf den gleichen Neurotransmitter wirken, gibts oft ungewünschte Verstärkungseffekte. Bei Serotoninmedikamenten das sogenannte Serotoninsyndrom - relativ selten, aber leider ein echtes Problem. Der modernere Ansatz ist also heute, dass die meisten Psychater bei Medikamenten, die irgendwie serotonerg wirken können, doppelt und dreifach sicher gehen und diese nicht als Kombination verschreiben, um Probleme wie bei dir zu verhindern. Für sowas gibts extra Nachschlagebücher und Computerprogramme, auf die jeder Arzt und jede Apotheke Zugriff haben/hat.

Das wäre mir neu.

Bei welchen ist das so?

Auch das kenne ich nicht. Bei welchen?

Ich kannte das (zumindest für SSRI) eigentlich auch so.

Wenn 5mg Escitalopram z.B. 50% (Zahlen bitte nicht absolut verstehen, nur zur Veranschaulichung) der SER-Transporter hemmen, dann hemmen 10mg nicht 100%, sondern z.B. 70%, und 20mg hemmen vielleicht 80% der Transporter usw. Je mehr Wirkstoff gegeben wird, desto geringer die relative “Ausbeute” pro mg.