Elvanse + Paroxetin Einnahme trotz Wechselwirkungen?

Hallo.

Ich war neulig bei einer Neurologin. Sie hat mir Paroxetin 10mg zusätzlich zum Elvanse 30mg verschrieben.

Im Termin war sie laut, abwertend, hatte schon nach meinem ersten Satz Verdacht auf alles andere (Depression, Angststörung, etc.) und “einbisschen” ADHS. Den Verdacht auf Authismus in meinem Diagnoseschreiben fand sie als Diagnose sogar passender als bestätigtes ADHS, obwohl ich mich über ADHS-Symptome beschwerte. Sie hörte mir nicht wirklich zu, machte keine Anamnese, stellte keine Fragen.

Die Kombination Elvanse+Paroxetin fand sie "problemlos”, Elvanse sollte ich weiter nehmen.

Nach der ersten Tablette von Paroxetin bekam ich kurzer Zeit verschiedene Nebenwirkungen, keine extremen, aber deutlich belastende: Herzrasen, Krämpfe in Armen und Beinen, Augendruck, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, starkes Frieren, besonders an Händen und Füßen, wechselnd mit Fiebergefühl/Hitze und Schwitzen, Schmerzen in Nieren und Leber, Anspannung im ganzen Körper, besonders Gesichtsmuskeln, usw. Im Stehen wurden sie stärker. Vor allem die Übelkeit. Ich musste liegen, um mich nicht zu übergeben und nicht umzukippen. Je länger ich stand oder mich bewegte, desto schlimmer wurden sie. Erste Nacht konnte ich nicht schlafen, war hellwach, am Tag danach auch.

Am zweiten Tag habe ich wegen Herzrasen kein Paroxetin und kein Elvanse genommen. Die Nebenwirkungen hielten fast 3 Tage an, am längsten waren Kopf- und Magenschmerzen. Erst am 3.Tag am Abend fühlte ich mich wie vor der Einnahme von Paroxetin.

Die Neurologin habe ich am 2.Tag morgens telefonisch mehrmals nicht erreicht. Dann habe ich ihr gegen 10 Uhr per E-Mail meine Symptome geschildert und um dringende Rückmeldung gebeten. Am Abend habe ich ihr mitgeteilt, dass Symptome anhalten. Sie hat sich erst am Tag danach, also am 3.Tag meiner per E-Mail zurückgemeldet, ohne zu fragen wie mein akteller Zustand ist. Sie hat behauptet, sie habe mich über Nebenwirkungen aufgeklärt. Das hat sie nicht. Ihre Antwort war: „Guten Tag, wie im Termin besprochen dürfen diese Nebenwirkungen die ersten 14 Tage auftreten. Sollte dies nach 14 Tagen immer noch bestehen kann das Medikament abgesetzt, pausiert und dann nach 7 Tagen Pause erneut versucht werden. Sollten weitere Fragen aufkommen und sie sich nicht sicher fühlen, setzen Sie das Medikament gerne ab und stellen Sie ihre Fragen im Termin am [in einem Monat]“.

Mein Hausarzt war im Urlaub. Am 3.Tag war ich bei seinem Vertreter. Er kannte sich mit Elvanse nicht aus, hat danach im Computer gesucht, öffnete eine Liste mit Elvanse-Nebenwirkungen und sagte “es kommt alles daher”. Er fragte mich, was er machen soll. Ich bat ihn um Zweitmeinung und fragte, ob ich Paroxetin gleich der Anordnung der Neurologin 14 Tage lang nehmen soll. Er sagte: “Wenn ich Sie wäre, würde ich es nicht machen, aber ich bin nicht Sie”.

Die Neurologin redet also meine Nebenwirkungen klein und sieht sie als normal. Dafür müsste ich mich also über 14 Tage lang krank melden, um herauszufinden, ob Paroxetin mit Elvanse passt. Oder ist es tatsächlich normal, dass man erstmal so heftig leidet, bis nach 1-2 Wochen ein Gegenteil kommt? Die Frage ist nicht rhetorisch.

Andere Antidepressiva habe ich vor meiner ADHS-Diagnose ausprobiert, ohne zusätzliche Medikamente. Ich vertrug sie alle nicht, habe auch nach Wochen keinerlei positive Wirkung verspürt, bis auf eine Art Euphorie von Citalopram, der auch mein ADHS aufgepuscht hat (was ich damals nicht wusste). Sonst fühlte es sich so an, als hätte ich ein radioaktives Zeug geschluckt. Die Dosen waren alle Standard, also auch niedrig.

Sind Ärzte eigentlich nicht in der Lage google zu benutzen?

Bericht über Wirkstoffwechselwirkungen: Lisdexamfetamin, Paroxetin

Zitat:
" Paroxetin kann die Wirkung von Lisdexamfetamin verstärken, und Nebenwirkungen wie Nervosität, Unruhe und rasche Gedanken wurden berichtet. Die Kombination dieser Medikamente kann auch das Risiko einer seltenen, aber ernsten Erkrankung namens Serotonin-Syndrom erhöhen, die Symptome wie Verwirrung, Halluzinationen, Krampfanfälle, extreme Blutdruckschwankungen, erhöhte Herzfrequenz, Fieber, übermäßiges Schwitzen, Zittern, verschwommenes Sehen, Muskelkrampf, Koordinationsstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall umfassen kann..
Schwere Fälle können zu einem Koma und sogar zum Tod führen. Sie sollten sofort Ihren Arzt kontaktieren, wenn Sie diese Symptome während der Einnahme der Medikamente bemerken. Es ist wichtig, Ihrem Arzt von allen anderen Medikamenten zu erzählen, die Sie verwenden, einschließlich Vitaminen und Kräutern. Setzen Sie keine Medikamente ab, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben."

Wie hoch war die Dosis von Paroxetin?

Paroxetin hat eine Halbwertszeit von 12-44 Stunden - das heißt, nach 12 bis 44 Stunden ist die Hälfte (!) des Medikaments abgebaut. Nach weiteren 12-44 Stunden ist nicht etwas alles abgebaut, sondern nur eine weitere Hälfte von der verbliebenen Hälfte, usw. Es dauert also mehrere Tage bis der Wirkstoff komplett aus dem Körper und dementsprechend auch mehrere Tage bis eventuelle Nebenwirkungen vollständig abgeklungen sind.

Bei den Nebenwirkungen würde ich Paroxetin nicht mehr anfassen - geschweige denn einnehmen - zumindest in dieser Dosis. Die Neurologin finde ich mehr als fahrlässig. Der Hausarzt hat ja wenigstens zugegeben, dass er keine Ahnung hat. Muss er ja auch nicht - ist schließlich nicht sein Fachgebiet.

Ich reagiere auch sehr empfindlich auf viele Medikamente (vertrage teilweise nicht mal die Kinderdosis) und nehme trotzdem derzeit Elvanse + Escitalopram. Aber mein Psychiater hat mich wirklich auf Nebenwirkungen hingewiesen und er hat mir (auf meinen Wunsch) Escitalopram als Tropfen verschrieben, damit ich in Mini-Mini-Mini-Dosen ganz langsam eindosieren kann.

Ich habe tatsächlich mit 1 Tropfen (=1 mg) für 3 Tage angefangen und dann alle 3 Tage um 1 Tropfen gesteigert. Dann mehrere Wochen 5 mg genommen und danach wieder sehr langsam, milligrammweise auf 10 mg gesteigert, die ich bis heute nehme. Hätte ich direkt mit 5 oder 10 mg angefangen, wie es eigentlich vorgesehen ist, wäre es mir wahrscheinlich genau so gegangen wie Dir und ich hätte es direkt wieder abgesetzt. Heute hilft es mir jedoch sehr gut und bis auf eine schleichende Gewichtszunahme (an der ich aber arbeiten kann), habe ich keine Nebenwirkungen.

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Paroxetin 10mg zusätzlich zum Elvanse 30mg

Ich verstehe die Ärztewelt nicht mehr. Ich saß in dem Termin, kam kaum dazu, Infos über mich zu geben. Sie war schon dabei, mir Citalopram zu verschreiben. Ich musste sie unterbrechen und selbst sagen, dass ich verschiedene ADs ausprobiert habe. Ich habe mich ja auf den Termin gut vorbereitet. Habe meine Krankenkassen-Daten durchforscht und eine kurze Liste mit ADs erstellt, die ich über viele Jahre ausprobiert habe. Ich las ihr alles vor, auch in welchem Jahr das war. Citalopram, Atarax, Opipramol, Venlaflaxin, Laif 900 und Bupropion. Sie hat es sich sogar in ihr Computer eingetippt, vielleicht nur in meiner elektronischen Patientenakte gesucht.

Was könnte sie trotzdem dazu bewegen, mir Paroxetin, der doch gleich wie Citalopram ist, zu verschreiben? Meinst du, sie hat mir einfach nicht geglaubt, weil sie es in meiner ePA nicht überprüfen konnte, da ich den Zugriff auf diese und andere Informationen gesperrt habe? Eine Art Test, um herauszufinden, ob ich mit Citalopram nicht gelogen habe? Oder war es einfach mein erschöpftes Aussehen im Gespräch und ihre Erfahrung/Kompetenz eher in Depressionen als in ADHS? Oder haben die Ärzte, aufgrund von Ansturm von Erwachsenen mit ADHS in letzter Zeit, eine inoffizielle Anordnung zuerst Antidepressivum auszuprobieren?

Ich habe noch keinen Arzt getroffen, der mir nicht versucht hat ADHS trotz gesicherter Diagnose auszureden, meine Symptome mit Depression erklärt, und der mich einfach fragt, was ich schon alles psychotherapeutisch und medikamentös ausprobiert habe.

Woran liegt das? Alter? Geschlecht? Übergewicht? Zu wenig Hyperaktivität?

Zum ADHS sagte sie übrigens, hätte ich ADHS, hätte ich den Raum anders betreten.

Wie betritt ein Patient einen Behandlungsraum, damit ein Arzt bei ihm ADHS erkennt?

Was bringt es der Ärztin, das Testen von noch einem AD bei mir? Soll ich die ganze AD-Palette durchmachen? Wird mir erst dann geglaubt? Ehrlich, wie stellt ihr das an, dass eure Ärzte bei euch ADHS behandeln oder mitbehandeln? Habt ihr miese Schulzeugnisse? Beurteilungen von Lehrern mit Verdacht auf ADHS? Oder ADHS schon im Babyalter diagnostiziert bekommen? Ich habe nichts davon.

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Du hast die falsche Ärztin…wenn die nicht zuhört ist es keine gute Ärztin und wenn sie dich nicht ernst nimmt auch nicht…

@Chris1987

Das ist mir selbst aufgefallen. Wo sind die guten?

65 Praxen und Ambulanzen. Kein Platz, keine Wartelisten, keine Aufnahme von ADHS-Patienten.

Krankenkasse und KV reden sich mit TSS aus und unter TSS finde ich fie Praxen, die mich schon abgelehnt haben. Mein ALG1 läuft bald aus. Ich bin einen Schritt von Bürgergeld entfernt. Ist das vom System gewollt?

Ach die TSS der Kassen bringen gar nichts.. die können einem nicht helfen…

Ich suche auch noch die richtige Praxis… hier bei uns in NRW auch mehr als schwierig

Du berichtest von Erfahrungen mit einem Arzt / Therapeuten, die wir allen Betroffenen gerne ersparen würden.

Wenn du sicher bist, dass das nicht auf einem Missverständnis beruht, hilf bitte anderen Betroffenen, indem du unter dem folgenden Link deine Erfahrungen mit diesem Arzt / Therapeuten einträgst. Das kann anderen Schaden ersparen.
Herzlichen Dank!

Und natürlich freuen wir uns immer über jede Information zu ADHS-kompetenten Ärzten und Therapeuten.

Dass Nebenwirkungen (v.a. in den ersten Wochen) auftreten können, ist bei vielen Antidepressiva gegeben. Das mit dem Serotonin-Syndrom natürlich auch. Es kommt sehr selten vor, kann aber relevant sein.

Wenn die aber so extrem zu sein scheinen, dann…. :man_shrugging:

Aufgrund der Schwere der Nebenwirkungen würde ich also dem indirekten Rat vom HA folgen und Paroxetin absetzen.

Letztendlich hat die Psychiaterin das ja auch gesagt („[…] Sie sich nicht sicher fühlen, setzen Sie das Medikament gerne ab […]“).

Muss das jetzt los werden: Ich bin dankbar für die Liste von euch, die ich zu meiner PLZ bekommen habe. Aber… sie ist für Endverbraucher soooooo schwer zu lesen. Und mein aktueller Frust hin oder her, aber die dort gelisteten Infos sind echt dürftig. Bei manchen Adressen war nicht klar zu verstehen, ob die Praxis privat/gestzlich ist, nur Psychotherapien macht, nur Diagnostika anbietet, oder konkret behandelt, oder es stand bei vielen auch nur ADHS, ohne Rezession.

Die Tabelle hätte ich sehr gern umgestrickt. Aber ihr habt es ja bestimmt so, weil ihr es so braucht.

Die kontaktierten Praxen werde ich in der Liste gern ergänzen oder updaten, sobald es bei mir läuft. Momentan erhole ich mich von dem Schei… Paroxetin.

Gleicher Sumpf. Melde dich bitte, wenn du eine gute gefunden hast. Vielleicht ist das dann nicht zu weit von meiner Ecke.

Ja, wir brauchen mehr Feedbacks.
Jeder, der sein Wissen über Ärzte oder Psychologen mit einbringt, hilft vielen vielen anderen…

In der Adresssammlung steckt eine vierstellige Anzahl von kostenlosen Arbeitsstunden von mir und eine hoher vierstelliger Betrag für Programmierleistung drin. Wenn es einfacher ginge, würden wir es einfacher machen.
Aber bei ADHS ist leider nichts einfach :wink:

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Als ob ich das nach den vorherigen ADs nicht wusste…

Herrlich. Ich berichte von tatsächlich erlebten starken Nebenwirkungen und bekomme es auf die subjektive Wahrnehmung geschoben. Und was soll das Schulterzucken-Emoji mir sagen? “Ich bin ahnungslos” und “mir doch egal”?

Dann war die fehlende Aufklärung durch die Psychiaterin scheinbar gar nicht nötig.

Alternativ: „Dann hast du wohl keine andere Wahl, als es abzusetzen. Was solltest du auch stattdessen machen?“

Also, fahr die Krallen wieder ein und komm runter.
Bin einer der Letzten, der sich über sowas lustig machen wollen würde. Habe viel zu viel Verständnis für das ganze Thema und was drumherum dazugehört.

Wenn jetzt die Scham reinkicken sollte, mach dir keinen Kopp. Das gehört dazu und ist Teil von ADHS. Hier gibts dafür Verständnis.

Sorry, aber das ist Quark, wenn nach so vielen Stunden so eine zersplittete Excel-Tabelle ausgespuckt wird.

Macht wenigstens eine Zusatz-Spalte oder ein separates Blatt, wo von jedem Kontakt alle Infos schon gesammelt stehen. Ich kenne eure Verkettung nicht, aber das ist doch zu schaffen, bevor ihr die Tabelle versendet. Nicht jeder ist ja so besessen von Excel wie ich und strickt es selbst zusammen.

Sonst wirklich danke für die Liste. Die Idee ist super.

Das liebe ich.
Nicht etwa freundlich sagen: hey, wie wäre es mit diesem oder jenem, sondern als allererstes motzen, das was fehle.
Danke wirklich für so dankbare Dankbarkeit für kostenlose Leistungen.

Da könnt ich kotzen, wenn ich so was lese.

5000 Menschen fordern jährlich die Liste an.
Einer meldet sich pro Jahr und bietet seine Mitwirkung an.
Mit jedem von denen spreche ich mehrere Stunden über Ihre angebotene Mitwirkung.
Von zehn macht dann einer tatsächlich etwas, die anderen neun kosten einfach nur Zeit.

Wenn dann noch solche Klugscheissmotzer kommen, die nichts tun, nur kritisieren und denen es nicht mal reicht, was sie schon geschenkt kriegen, sondern ganz selbstverständlich erwarten, dass das, was sie zusätzliche brauchen, schon antizipert und umgesetzt ist, bevor sie es auch nur beschreiben - selbstverständlich ohne dass sie einen Finger zu rühren - dann möchte ich manchmal nicht mehr zurückhaltend sein, sondern solchen Menschen einfach laut ins Gesicht sagen, was ich von ihrem Verhalten halte.

ADHS ist keine Rechtfertigung für Unverschämtheit.

Bei einer Kombination mit BtM scheinbar doch.

Erst unsensibel reagieren, dann die Person, die es anspricht, als hysterisch darstellen. Weder hilfreich, noch konstruktiv.

Ich glaube nicht, dass du bei deinen Symptomen gerne hörst, dass sie nur scheinen statt sind.

Aber schon ok. Lass es uns überspringen.

Diese Täter-Opfer-Umkehr funktioniert bei mir nicht. Lass es bitte.

Hast du recht. War blöd von mir. Sorry.
Wenn es etwas bringt, würde ich dir gern die ergänzte Spalte senden.
Mein Dank war ehrlich und das Motzen respektlos. Sorry noch mal.

Respekt!
Danke.
Du hast einiges abbekommen, was sich aufgestaut hat, und was nicht von dir kam, sondern schon von anderen drauf geladen wurde. Sorry.

Sende mir grrne deinen Vorschlag, dann schau ich mir das an.

Habe ich mir schon mal in ähnlicher Form angehört.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass dein Kopf gewisse Absätze übersprungen und etwas reininterpretiert hat, was da weder so steht, noch so gemeint war.

Dann hat die RSD reingekickt und möglicherweise wirst du es auch aktuell in diesem Schwarz-weiß-Zustand nicht erkennen. Das ist okay.

Lies vielleicht morgen nochmal von vorn, ohne „der will mir an den Karren pissen und sich über mich lustig machen“.

Hochgefährlich diese Kombi unbedingt Beschwerde ärztekammer.. auch noch als Neurologin sowas zu verschreiben, bei laufender Therapie mit Stimulanzien…

peinlich