Elvanse: positive Wirkung auf Reizdarmsyndrom - warum?

Vorab: meine Frage beruht auf reiner Neugier und hat keine Dringlichkeit. Vielleicht kann mir trotzdem jemand Input dazu liefern :slight_smile: ich habe schon gegoogelt und natürlich auch das Forum durchsucht, bin aber noch nicht schlauer draus geworden :see_no_evil:

Ich hab schon seit Ewigkeiten mit einer starken Reizdarmsymptomatik zu tun. Ich hatte es in den letzten Jahren halbwegs im Griff, aber war trotzdem immer sehr präsent.

Seit ich Elvanse nehme ist es einfach weg :flushed: und das finde ich natürlich toll :grin: trotzdem würde ich es so gerne VERSTEHEN!

Laut meiner bisherigen Logik müssten Stimulanzien ein RDS ja eher verstärken, weil nochmal zusätzlich der Sympathikus aktiviert wird. Offenbar ist das aber nicht so, zumindest nicht bei allen.

Weiß jemand von euch, wie das alles physiologisch gesehen zusammenhängt?

Hab mich noch nie so für jemand anderes Stuhlgang interessiert, aber kann eh nicht schlafen bzw. gleich erst.

Frage mich nun, ob ich das nicht sogar auch hatte und einfach dummerweise bloß hingenommen und als normal angesehen bzw. einfach auf Stress geschoben hatte :joy:

Also gibt es dann wohl beides?
Fest und Flitzepups, oder auch mal im Wechsel?
Verstehe ich das richtig?

Die psychische Komponente als möglicher Auslöser vielleicht?

Veränderung der Ernährung?
Mehr kleine Mahlzeiten, weniger Hungergefühl.

Irgendwelche Veränderungen in diesen Bereichen?

https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/verdauungsstörungen/reizdarmsyndrom-rds/reizdarmsyndrom-rds

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Ich erinnere mich an eine Patientin aus der Reha, die erzählt hat, dass Elvanse bei ihr nicht nur beim ADHS hilft, sondern auch bei Morbus Crohn und die Verdauung verlangsamt so dass mehr Nährstoffe aufgenommen hat.

Eine wissenschaftliche Evidenz dafür habe ich nicht parat. Daher diese Info bitte nicht auf die Goldwaage legen.

Als nicht selbst Betroffener kann ich inhaltlich nicht mitreden und mir ist auch klar, dass beide Sachen (RDS vs MC) unterschiedliche Sachen sind.

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Danke euch beiden @SneedleDeeDoo @BrainBuzz!

Ja ich weiß, es ist ein bissi ein schräges Thema, aber interessant halt auch :see_no_evil:

Ernährungsmäßig habe ich eigentlich nichts geändert. Psychische Komponente kann natürlich gut sein.

Wenn mehr Nährstoffe dadurch aufgenommen würden wäre das famos. Ich hab paar chronische Mängel, die auf Supplementierung mittels NEM kaum ansprechen, meine Vermutung war immer, dass das auch daran liegt, dass das bei mir direkt durchrauscht. Sollte sich das ändern könnt ich mir in Zukunft paar Infusionen sparen :wink:

Das Thema ist sogar sehr gut.
Ich baue bloß gerne überall Späßken rein.

Ich hatte Jahre mit sowas zu kämpfen.
Das waren auch ziemlich stressige Zeiten.

Bin aber ne Schissbux und ging früher immer erst zum Arzt wenns wirklich wehtat.
Es hätten Geschwüre sein können und ich wäre nicht hingegangen.

Auf Magen-Darm Spiegelung hatte ich auch keine Lust, also habe ichs so irgendwie durchgestanden.

Hatte teilweise heftige Krämpfe im Unterbauch, als wäre mir sonst was geplatzt. Mal wars wie Verstopfung, dann irgendwann ganz plötzlich das große Brodeln im Vulkan und Durchfall.

Deswegen fragte ich, ob das alles so im Wechsel auftreten kann.

Lese ja gerne und denke oft, dass ichs schon verstehe, aber oft genug brauche ich dann doch irgendwie Erfahrungsberichte aus dem Alltag.

Oder ich lese Sachen hier immer mal wieder, brauche dann aber noch eine Weile bis es *Klick macht und ich das bei mir selber erkenne.
Schwer zu erklären und iwie auch nicht.

Ich hatte das alles jedenfalls seit der Behandlung mit Cannabis Ende 22 schon nicht mehr.

Das war aber auch ein Wendepunkt in meinem Leben, ab wo ich einen dauerhaften Dopaminausgleich hatte, klarer und mir selbst bewusster wurde und endlich weniger Stress im Kopf und Körper hatte.

Ab da ging mein Leben eben mal aufwärts. Ernährung und Bewegung kam dann auch dazu.

Dann 3 Monate ohne alles gelebt und Ende Oktober dann eben die Diagnostik und mit Elvanse eingestiegen. Die Wirkung war paradoxerweise recht ähnlich wie die Behandlung davor.

Und auch damit habe ich das bisher nicht wieder gehabt. Esse auch weiterhin kleinere Mengen übern Tag verteilt, aber überwiegend gesund.

Wenn die psychosomatische Komponente vielleicht schon so viel ausmachen kann und Amfetamin vielleicht den Körper auf höhere Leistung fährt und der dadurch vielleicht besser Entzündungsherde im z.B. Darm bekämpfen kann?

Alles nur Spekulatius, aber finde ich nun spannend und irgendwas mit Entzündungen hatte ich (meine ich) mal irgendwo beim ewigen Stöbern gelesen.

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Da hast du echt auch schon viel durchgemacht, uff.

Ich kenne nur das Extrem der über-aktiven Verdauung, Verstopfung hatte ich tatsächlich in meinem Leben noch nie (immerhin was :joy:).

Bei mir ist irgendwie alles über-aktiv, habe auch eine Reizblase. Muss ich mal beobachten, ob auch das mit Elvanse anders ist (könnte sein, fällt mir halt nicht so extrem auf wie das mit dem Darm).

Ist zwar von 1998, aber da gehts um Amfetamin und gewisse Rezeptoren und alles rundum den Darm.

Es kann dadurch wohl tatsächlich die Darmentleerung verlangsamen.

Zudem soll es sich auch durchaus positiv auf die Bekämpfung von Entzündungen im Körper auswirken.

Grob als Laie gedacht:

Leistung und Körpertemperatur wird hochgefahren, der Organismus arbeitet mehr und das Immunsystem wird hochgefahren.

Dann die Geschichte mit den Rezeptoren.

Positive Wirkung auf Stress und die Psyche.

Im Einzelfall dann vielleicht noch der verminderte Appetit und weniger unverträgliche Nahrungsmittel / Zusatzstoffe.

Seite 1128 erklärt vielleicht so das Gröbste und gibt nen kleinen Überblick.

Die Tests an den Ratten sind ja wild.

https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1038/sj.bjp.0701937

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:sweat_smile: „witziges“ Thema.

Ich hab auch RDS und mir ist es nach paar Tagen schon sehr positiv aufgefallen das die Notdurft endlich endlich normale Konsistenz hat. Wusste auch vorher gar nicht dass es da einen Effekt von dem Medikamenten her gibt, von daher kann es auch kein Placebo sein.

Nehme Methylphenidat von Zentiva. Aber warum das so ist? Null Plan, freue mich trotzdem drüber :smile:

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Wenn das Immunsystem generell hochgefahren wird, könnte mir das auch nicht schaden :see_no_evil::pray:

Dann bin ich da mal gespannt, wie sich das auf Dauer auswirkt, ich bin ja ein ziemliches Montagsmodell und habe x Diagnosen, die alle in irgendeiner Form mit einem fehlgeleiteten ZNS zu tun haben, vielleicht wirkt sich das ja dann tatsächlich positiv aufs Gesamtpaket aus, das wäre schön :slightly_smiling_face:

Spannendes Thema….Ich kann leider nicht viel an Wissen beisteuern, aber dass sich Darm und Hirn in hohem Maße gegenseitig beeinflussen (s. „Darm–Hirn–Achse“) ist bekannt, und wenn sich in einem der beiden Organe etwas ändert, kann das entsprechend überraschende Auswirkungen haben. Bzgl. Depressionen und Autismus hat man auch schon Hinweise darauf gefunden, dass in vielen Fällen das Darmmikrobiom verändert ist, und Antidepressiva können sich mitunter auf die Darmfunktion auswirken.

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Yes, bin gerade noch durch einen Buchausschnitt bei Google geflogen.

Da spielt richtig viel mit ein und auch unsere beliebten Botenstoffe wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin und die davon betroffenen Rezeptoren.

Denke, so kann man das schon gut erklären, warum u.a. Medikamente aus der Amfetamingruppe vernünftig dosiert dann positive Veränderungen bringen und wie das alles zusammenhängt und Darm und Hirn sich auch permanent unterhalten.

Das ist ja Elvansinn, was da alles abgeht und miteinander verknüpft ist. Fast wie ein zweites Gehirn da unten/hinten drin.

Spannender Lesestoff, aber jetzt gibts erstmal das Mittagsdöschen und 20Min. Augenpflege mit ein bisschen Ommmmm :massage_man:t2:

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Ich habe mich aktuell auch mit dem Thema beschäftigt. Und zwar wollte ich wissen, wieso es beim Absetzen von Bupropion zu Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit kommt.

„Dopamin wirkt auch auf das Immunsystem, insbesondere auf B-Lymphozyten, T-Lymphozyten, natürliche Killerzellen, dendritische Zellen, Makrophagen und Gliazellen. Dopamin kann je nach Dopaminspiegel und Dopaminrezeptor entzündungsfördernde oder entzündungshemmende Wirkungen.“

In der Apotheke konnte man meine Frage nicht beantworten und auch wenn diese Antwort unvollständig ist und die Erklärung in die Richtung "Durch den rapiden Abfall des Wirkstoffes und seiner Metaboliten im Serum und die vorherige Upregulation des DAT/NET kommt es zu einer Störung verschiedener Regelprozesse an denen diese Neurotransmitter beteiligt sind… "ginge, ist es denn zuviel erwartet eine kompetente Antwort von einer Pharmazeutisch-technischen-Assistentin zu erhalten?

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Ruft doch da an. Hab gute Erfahrungen mit Anfragen gemacht und es kostet nichts.

Wahlweise bekommt man entweder einen Rückruf oder eine Antwort per E-Mail.

Wäre toll, wenn das Ergebnis hier dann wiedergegeben wird.:grinning:

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Na klar, kann man so machen.

Nebenwirkungen sollte man allerdings direkt an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte melden statt den Umweg über einen Hersteller zu gehen.

https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Risiken-melden/_node.html

Meine Anfrage ist vorerst befriedigt denn Studien lesen muss ich selbst, aber die Infos auf ADXS sind ein solides Fundament…

Viele Grüße

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Hä? Ich sprach nicht über das Melden von Nebenwirkungen.