Elvanse und Kaffee: Perfekte Kombi?

Hallo zusammen,

ich habe meine Diagnose im Juli dieses Jahres erhalten, mit 39. Naja, anderes Thema. Ich hatte mit Ritalin begonnen, davon aber krassen Rebound gehabt und es hat sich auch nichts zum Positiven geändert. Deswegen der Wechsel auf Elvanse (nehme hier den Saft Lisdex von Aristo).

Nun zu meiner eigentlichen Frage: Ich habe mit sehr niedrigen Dosierungen angefangen (5mg) und bereits ab 10mg eine Wirkung gehabt. Nachdem mir dann aber aufgefallen ist, dass ich trotzdem Kaffee getrunken habe, habe ich das bei meinem Arzt angesprochen. Ich fühlte mich nämlich wie ein Duracell Häschen und hatte einen wirklich sehr starken Antrieb.

Er sagte dann, ich solle den Kaffee weglassen und stattdessen mit Elvanse höher gehen. So war ich jetzt auch schon auf 25-30mg und es tat mir nicht gut. Fühlte mich irgendwie sehr getrieben und hatte üblen Rebound am Nachmittag.

Jetzt bin ich auf die Idee gekommen, Elvanse in niedrigerer Dosierung zu nehmen und weiterhin Kaffee zu trinken. Und siehe da: Es geht mir super damit! Ich habe eine sanfte, aber dennoch eindeutige Wirkung (verbesserte Konzentration, mehr Antrieb, bessere Laune), keinen Rebound und auch keine Nebenwirkungen.

Jetzt meine Frage an euch: Geht es jemandem genauso? Und kann das wirklich sein oder habe ich hier einen Placebo Effekt?

Danke schon Mal für eure Antworten!

Hallo ich nehme auch Elvanse, seit einigen Monaten und ich bin auch noch am experimentieren. Meine Ärztin meinte ich darf während der Eindosierung gar kein Kaffe trinken. Aber ich habe dann Kopfschmerzen bekommen, klingt komisch war aber so. Also habe ich wieder Kaffee getrunken. Wobei ich bei mir persönlich das Gefühl habe, dass das nicht so gut ist. Aber jeder ist ja anders.

Wieviel mg nimmst du denn mit Kaffee?

Noch ein Nachtrag, ich habe hier den Ratschlag bekommen ein kleines Tagebuch zu führen, was ich esse/trinke etc. und wie es mir jeweils geht. Fand ich eine super Idee. Da trage ich auch meinen Kaffeekonsum ein

Ich nehme aktuell 15mg von dem Saft oder der Lösung, weiß nicht, was das korrekte Wort ist. Saft deshalb, weil man da eben auch weniger als 20mg nehmen kann. Da bei mir Autismus nicht ausgeschlossen werden kann (nicht diagnostiziert), wurde mir eben geraten, niedrig einzusteigen, da Autistinnen scheinbar sensibler auf Substanzen reagieren. Ein Tagebuch über Dosis, Kaffee und Einnahmezeitpunkt führe ich seit der Eindosierung und das ist auch hilfreich gewesen bislang.

Ich hab AuDHS. Ich trinke gerne guten Kaffee.

Elvanse und Kaffee funktioniert schon, aber nicht langfristig.

Wenn ich direkt zu Elvanse Kaffee habe: Ja, geht gut wenn ich auch was esse. Nüchtern kann’s unangenehm sein, weil ich dann innerlich unruhig werde. Da hab ich zwar antrieb, springe herum ein Flummi und bekomme nichts auf die Reihe und bin nach der Abflachung des Koffeins k.o.

So 3 h nach Einnahme von Elvanse ist es Kaffee unproblematisch, problematisch wird‘s nur wenn ich vergesse dass ich bereits Kaffee hatte und es zu viel wird. Ähnlicher Effekt wie oben.

Langfristig tut es mir auch nicht gut täglich Koffein zu haben. Daher trinke ich Kaffee nicht an 7 Tagen die Woche. Wenn ich täglich Kaffee/Koffein habe, spüre ich die Wirkung vom Elvanse auch nicht mehr. Und so soll, so hab ich das irgendwann in einer Studie gelesen, Koffein die Stimulanzwirkung auch langfristig reduzieren.

Grundsätzlich zeigte sich mit zunehmender Erfahrung: Wenn es sich zu gut anfühlt, wie „getrieben“ ist es nicht gut.

Ich kenne Menschen mit ADHS die sich Energy Drinks eintrichtern als gäbe es kein Morgen mehr. Die benötigen immer mehr, weil die stimulierende Wirkung nachlässt. Das ist dann eine klassische Sucht und keine medikamentöse Abhängigkeit sondern Koffein.

Unser Dopaminsystem sucht immer kurzfristige Erfolge und Effekte, aber gerade bei der Medikation sind langfristige Effekte sehr wichtig. Daher auch bei Dosierungen konsistent bleiben und nicht experimentieren.

Für die obigen Erkenntnisse habe ich nun auch paar Jahre gebraucht.

Beim Kaffee hab ich Glück, an den meisten Orten ist es für mich einfach nur schmutziges Wasser, ich trinke dann oftmals lieber Wasser, Tee oder „Milch mit Kaffee“. Daher ist mein Koffein-Suchtdruck nicht ausbaubar. Es gibt nur eine Handvoll Orte wo ich Kaffee trinke, zuhause mache ich Espresso mit Bohnen einer lokalen Rösterei die entsprechend viel kosten und für mich Genuss statt Konsum sind. Daher wäre es mir zu schade das Zeug zu versaufen wie der Büro-Wolfgang der bis Mittag eine Kanne Filterkaffee inhaliert (der das nur wegen dem Koffein tut, nicht wegen dem Geschmack).

Huhu, dass du Kopfschmerzen bekommen hast nachdem du Kaffee weggelassen hast klingt gar nicht komisch :blush: Das sind Entzugserscheinungen,die bis zu 3-4 Tage anhalten können. :smiling_face_with_sunglasses:

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Huhu,

bei mir ist es tatsächlich mit Kaffee und Elvanse kein Problem. Morgens trinke ich meine zwei Tassen Kaffee und nehme 45 Minuten später die Kapsel.

Das einzige,was sich unter Elvanse geändert hat ist, dass der Kaffeekonsum deutlich nachgelassen hat. Von 5-6 Tassen am Tag auf 2-3 Tassen.

Ich merke viel heftiger, wenn ich Mahlzeiten vergesse. Da werde ich zittrig, fahrig, bin angespannt und bekomm Druck auf den Augen. Da hilft nur Kaffee….und essen :blush:

Ich muss das vielleicht noch Mal konkretisieren: Ich trinke eine Tasse Kaffee am Tag. Diese trinke ich morgens. Da ich auch noch chronische Migräne habe, tue ich mir ohnehin schwer zu sagen, ob die Kopfschmerzen am Nachmittag Migräne sind oder Rebound. Als ich auf 30mg hoch bin, ohne Kaffee, habe ich am Nachmittag aber einen anderen Kopfschmerz gespürt als meinen mir bekannten Migräne Schmerz.

Meine Antwort galt eigentlich @Ich123456 :rofl:

Aber deine Nachmittagskopfschmerzen können tatsächlich Rebound sein. Ich kenne Migräne nur zu gut und fühle auch den Unterschied zwischen Spannungskopfschmerz und Migräne. Isst du genug?

Hey! Habe mich tatsächlich gerade frisch angemeldet um genau nach diesem Thema zu schauen und zu schauen wie es anderen so geht. Genau wie du, trinke ich genau einen Kaffee am Tag, für mich steht der Genuss dabei im Vordergrund,

Mein Arzt hat mir “erlaubt” Kaffe während der Eindosierung (die findet gerade auch noch statt) zu trinken, ich sollte nur vorsichtig mit der Menge sein - ist bei mir ja eh kein Problem. Ich habe mit 20mg angefangen und hatte ab Tag eins eine fantastische Wirkung mit Kaffee zusammen: Subtil, aber doch spürbar das was anders ist, ich habe wieder “funktioniert”.

Sind dann auf 40mg hoch (keine ahnung warum gleich 20 hoch, er ist der Arzt) aber das war definitiv zu viel für mich (mit dem einen Kaffee halt). Aktuell Teste ich 30mg und werde es mir noch nen paar Tage ansehen, aber ich glaube 20mg waren schon mein Sweetspot. Und Kaffee ist für mich quasi “Teil der Medikation” geworden.

Ach spannend, das ist wirklich wie bei mir! Ich habe neben ADHS auch chronische Migräne und brauche das Koffein für die Migräne. Ich habe mich inzwischen bei 15mg eingependelt. Das gilt allerdings nur für Zyklushälfte 1. In der zweiten Zyklushälfte ist irgendwie alles anders. Es ist echt wie verhext. Aber das werde ich auch noch rausfinden mit der Zeit.

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Spannende Diskussion. Ich hatte dazu auch ein paar Gespräche mit meiner Neurologin. Bei der Einstellung der Medis in jedem Fall den Kaffee weglassen. Das war auch ihre Ansicht. Danach: Ausprobieren. Wir ticken alle anders. Und da war meine Ärztin sehr entspannt. Und, an die Damen in der Runde: Bei uns gibt es viel weniger Forschung, also dürfen wir das am Selbsttest machen.

Eingestellt bin ich auf 40mg Elvanse. Medikinet habe ich gar nicht vertragen. Es hat bei mir zu schlimmen Kopfschmerzen und fiesem Rebound geführt.

Zum Kaffee:

Ich habe tatsächlich den Test für mich gemacht, ob es das Koffein ist oder einfach das Ritual „Kaffee am Morgen“ und der Geschmack von Kaffee. Letzteres ist meine Wahrheit. Ich war auch verblüfft.

Seither starte ich mit koffeinfreien Kaffee Morgens in den Tag und zum Nachmittag mache ich mir ganz normal einen doppelten Espresso. Dann kann ich bis zum Feierabend nochmal durchstarten. Das liegt allerdings tatsächlich daran, dass ich immer um 15:30 rum einen Tiefpunkt habe - Auch schon vor der der Diagnose und der Einstellung auf Medis. Das ist einfach wie es ist und das habe ich akzeptiert.

Macht mal den Test für ein paar Tage. wer weiß, zu welcher Erkenntnis ihr noch kommt :hot_beverage:

Und das ist besser mit dem Espresso oder gleich? Wann trinkst du denn den Espresso?

Wie oben geschrieben mach ich den Espresso am Nachmittag so um 15/ 15:30 Uhr, abhängig von Terminen und Befinden. Der hat natürlich die volle Koffeinladung. Das ist aber auch ok, da ich ja morgens das Elvanse nehme.

Das ist einfach mein persönlicher Tiefpunkt am Tag. Das war allerdings immer schon so.

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Koffein während der Eindosierung ist heimtückisch, es geht in erster Linie um das Vermeiden von Nebenwirkungen mit der Kombination sowie um die Trennung Feststellung der Herkunft der Nebenwirkung.

Auch wenn es keine Nebenwirkungen gibt, tut man sich so beim Eindosieren schwerer. Was ist schon ein Kaffee? Eine Tasse Filterkaffee (ca. 200 ml) enthält mit etwa 80–150 mg meist deutlich mehr Koffein als ein einzelner Espresso (ca. 25–30 ml) mit ca. 30–60 mg. Darüber denken die wenigsten nach.

Ich liebe guten Espresso. Ich bin nun im 4. Jahr meiner Medikation und ich kann sagen, dass Koffein mir in der Kombination langfristig nichts Gutes tut. Es sind am Tag maximal 2 Espressi, mehr nicht. Dennoch lasse ich immer wieder paar Tage komplett aus. Ich fühl mich sonst wie ferngesteuert.

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Soooo auch ich melde mich wieder zurück mit einer Statusmeldung!

Ich habe von SO vielen Leuten gelesen die sich entweder selber, oder deren Psychiarter, gegen Kaffee bei der Eindosierung aussprechen dass ich dann doch mal ins Nachdenken gekommen bin….

Tatsächlich habe ich wenige Tage später den Kaffee erstmal komplett eingestellt und bin eine Weile bei den 30mg geblieben. Ich bemerkte jedoch, dass sich gegen frühen Nachmittag immer ein Tief bei mir einstellte. Ich probierte also doch wieder vorsichtig einen Kaffee gegen Mittag zu trinken. An dieser Stelle kurze erklärung: Kaffe trinken heißt bei mir: Doppelter Espresso!

Und siehe da: Den Kaffee nicht zusammen mit den Medis zunehmen macht einen RIESIGEN Unterschied wie der Kaffee wirkt. Ein Kaffe mit den im letzen Beitrag erwähnten 40mg hat eingeschlagen wie ein Hammer. Da das also Augenscheinlich gut klappte probierte ich mich weiter durch was die Dosen angeht. Bin von 30 auf 40 auf 60, immer 5 Tage dazwischen gelassen. Heute ist Tag 5 der 60mg und während die ersten Tage noch ganz ok waren merke ich gestern und vor allem heute dass es zu viel war. Ich hab bei den 60 auch schon freiwillig den Kaffe weggelassen die letzten 2 Tage.

Ich würde mittlerweile auch jedem abraten die EIndosierung mit Kaffee zu machen. Es sind eh schon so viele Variablen drin in der ganzen Geschichte, da braucht man nicht noch eine weitere. Z.B. das Tief am Nachmittag, was vermutlich ein Nachlassen der Wirkung ist. Also muss ich jetzt schauen ob ich mehr als eine Einzeldosis nehme am Tag.

Es ist echt kompliziert :face_with_spiral_eyes:

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Genau das :+1:t2:

Ja, bspw. wenn man schon um 6 Uhr auf den Beinen steht dann wird es nachmittags schon zäh. Tageshöchstdosis bei Elvanse sind 70 mg.

Ich bin bei 50 mg morgens und kann später noch 20 mg nehme gegen zähe Nachmittage.