Elvanse... und nun?

Hallo ihr lieben,

ich weiß nun schon seit vielen Jahren (ca. 2015) das ich ADHS habe. Geahnt habe ich es damals schon (ca. 2012), als bei meinen beiden Jungs es diagnostiziert wurde und ich mich schlau gelesen habe. Da habe ich zum ersten mal erfahren, dass es sich nicht einfach verwächst, sondern es auch im Erwachsenenalter noch da ist bzw. sein kann.

Ich habe damals Medikinet genommen, aber habe es irgendwann abgesetzt, da ich das Gefühl hatte, es wirkt nicht. Ich habe dann ein paar Jahre später noch einmal ausprobiert und auch Elvanse. Aber wieder das gleich. Wobei ich bei Elvanse extreme Mundtrockenheit hatte.

Nun habe ich mich wieder auf den Weg gemacht, es noch einmal zu probieren. Ich war in einer Praxis, und habe Medikinet adult verschrieben bekommen. Ich hatte aber wieder das Gefühl, dass ich keinerlei Nennenswerte Wirkungen hatte. Und ich habe auch große Probleme gehabt, was vor der Einnahme zu essen.

Ich bin dann zu Elvanse gewechselt. Dabei habe ich dann den Fehler gemacht, dass ich zu schnell und wirr mit der Dosierung rumgespielt habe. Das hatte zur Wirkung, dass ich extreme Depressionen bekam und es erstmal abgesetzt hatte.

Ich habe dann einen Arztwechsel gehabt, da der andere Arzt knapp 1Std. Fahrzeit entfernt war und nur noch vormittags Sprechzeiten angeboten hatte. Was mit meiner Arbeit überhaupt nicht vereinbar war.

Mit dem neuen Arzt, bzw. Psychiater/Psychotherapeut bin ich aber noch unsicher.

Ich nehme nun seit 5,5 Wochen Elvanse 30mg jeden Tag. In der Woche immer so gegen 06:30 Uhr bzw. 07:30 Uhr und am Wochenende auch mal erst um 10:00 Uhr.

Ich habe das Gefühl, dass es keine große Wirkung hat. Ich habe nun aber etwas Angst, zu hoch aufzudosieren.

Ich kann nicht sagen, wann es anfängt zu wirken oder geschweige denn aufhört. Manchmal merke ich ganz leicht was, wenn es anfängt. Was aber sehr auffällig ist, dass wenn ich es z.B. am Wochenende nehme und noch im Bett bleibe, schaffe ich es überhaupt nicht aus dem Bett und das den ganzen Tag über. Das kostet mich dann extreme Kraft aufzustehen. Selbst um auf Toilette zu gehen.

Wenn ich morgens arbeite, ist es gar nicht so. Aber mein Hauptproblem, die Prokrastination/ Antriebsschwäche wird nicht besser. Ich schaffe es nicht, meine Wohnung überhaupt einigermaßen in Ordnung zu halten. Besuch kann ich gar nicht bekommen.

Und auch diese unaufhörlichen Gedanken im Kopf sind sehr anstrengend. Sobald ich aufwache, denke ich an die Arbeit oder was anderes. Ich kann einfach nicht abschalten. Ich habe dann auch wieder große Problem einzuschlafen.

Ich arbeite in einem heilpädagogischen Kindergarten und habe auch echt Probleme meine Berichte zeitgerecht fertig zu schreiben. Meist immer auf den letzten Drücker.

Ich habe wirklich Sorgen, dass mir nichts hilft.

Der Arzt meinte noch, wenn Elvanse nicht wirkt, sollte ich noch Atomoxetin ausprobieren. Da habe ich aber nicht so viel gutes von gelesen.

Ich finde es bei Elvanse auch so schwer die richtige Dosis zu finden. Es kann ja zu Depressionen führen, wenn man unter- oder überdosiert ist.

Ich habe meinen nächsten Arzttermin erst wieder Mitte Dezember.

Ich bin einfach unsicher, was ich nun machen soll. Ich bin halt auch mega ungeduldig und hätte gerne einfach eine merkbarer Verbesserung. Aber ich weiß ja, dass das nicht immer so ist.

Achso, ich nehme eine reine Gestagen Pille und habe daher keinen wirklichen Zyklus. Falls dies noch wichtig ist. Ich habe auch Hashimoto und einen leichten Bluthochdruck. Aber laut Arzt ist beides gut eingestellt.

Wie kann ich herausfinden, ob Elvanse wirkt oder nicht? Soll ich höher dosieren? Wenn ja um 10mg oder 15mg?

Danke fürs lesen

Tanja

Also ich nehme 40mg Atomoxetin und mir hilft es sehr viel besser als Elvanse! bin nach 2 Jahren Elvanse darauf gewechselt. Ich kenne noch 2 andere persönlich die auch ATX nehmen und die sind seit Jahren auch zufrieden.

Da hilft nur ausprobieren.

Generell denke ich auch, dass deine Dosis noch zu niedrig sein könnte. Oder Elvanse ist einfach nicht dein Medikament. Aber das wirst du nur durch testen herausfinden.

Versuch mal um 10mg zu erhöhen und behalte das aber mal 2,3,4 Wochen bei. Führe Tagebuch, schreibe auf was dir damit positiv und negativ auffällt. Und dann erhöhst du nochmal um 10mg. Könnte natürlich auch sein, dass 30mg zu viel sind. Ich nehme bedarfsweise noch 20mg Elvanse zusätzlich ab und zu. Mir reichen 20mg da völlig aus.

Leider wirst du das alles nur durch ausprobieren herausfinden da führt kein weg vorbei.

Kaffee lässt du morgens weg? Nicht mit dem Medikament nehmen. Isst du genug, trinken? Das sind auch wichtige Faktoren.

Unbedingt noch höhere Dosierungen probieren, du bist erst bei der Einstiegsdosis.

Alle 7 Tage steigern, finde ich sinnvoll. Am besten so lange steigern bis zu eindeutigen Nebenwirkungen bekommst, manche probieren dann sogar noch die nächst höhere Dosis.