Elvanse zwei mal am Tag?

Hallo,

ich lese mich schon seit einiger Zeit quer durch dieses Forum und bin begeistert, wie viele hilfreiche Tipps man bekommt. Zu unserer aktuellen Situation habe ich jedoch noch nicht das richtige gefunden.

Mein Sohn (10 Jahre) hat seit 2022 die Diagnose ADHS und nimmt seit Juni 2023 Medikamente.

Juni 2023 - September 2023 Medikinet retard und Ritalin in verschiedenen Dosierungen (führte zu Depressionen)

Dez. 2023 - 2024 Elvanse 30mg unter der Woche und 20mg am Wochenende

Januar - Oktober 2025 Elvanse 50mg unter der Woche und 40mg am Wochenende. Leider sind darunter Tics entstanden (den Mund verziehen, Augen rollen, Kopf kreisen, Finger knacken), weshalb wir zu Beginn der Herbstferien umgestellt haben.

Oktober 2025 (5 Wochen) Atomoxetin langsam aufdosiert auf 25mg. Darunter ist er wahnsinnig aggressiv und impulsiv geworden, außerdem war absolut keine Konzentration mehr vorhanden.

seit 8. November nimmt er wieder Elvanse 50mg unter der Woche und 40mg am Wochenende

Nun zu unserer Situation (ich versuche mich kurz zu fassen):slight_smile: : Das Wecken (6:05 Uhr) und Aufstehen (6:35 Uhr) morgens ist die reinste Katastrophe, er will nicht aufstehen und braucht zig Aufforderungen, um sich fertig zu machen. Die Laune ist gelinde gesagt schlecht und er schreit nur rum. So startet der Tag für niemanden positiv. Beim Wecken haben wir schon so ziemlich alles durch (kuscheln, Licht an, Musik an, Wecker, gedämpftes Licht, freundlich ansprechen, Befehlston, etc) aber nichts hilft. Die Tablette nimmt er ungefähr um 6:45 Uhr. Mittags ist er immer sehr traurig, wenn er mitbekommt, dass es morgens wieder schlecht gelaufen ist und sagt, dass er vieles davon gar nicht realisiert hat. Ab ca. 16 Uhr lässt anscheinend die Wirkung der Medis nach und der Tag endet ähnlich, wie er begonnen hat. Sein Ton (vor allem seiner 7 jährigen Schwester gegenüber, die kleinste hat wahrscheinlich noch Welpenschutz, weil sie erst 2 Jahre alt ist) ist schrecklich und absolut pampig, er vergisst nach kürzester Zeit, um was ich ihn gebeten habe und diskutiert alles aus. Im Allgemeinen nimmt er absolut alles extrem persönlich und fühlt sich angegriffen, gleichzeitig scheint er das Gefühl zu haben für die Einhaltung unserer Regeln verantwortlich zu sein.

Aufgrund der morgendlichen und abendlichen Situation über lege ich, ob es sinnvoll wäre ihm entweder zusätzlich Medikinet 5mg zu geben (in der Hoffnung, dass er nicht wieder Depressiv wird) oder die Elvansedosis auf morgens vor dem Aufstehen und nachmittags aufzuteilen (30mg und 20 mg). Außerdem hat er wieder ziemlich ausgeprägte Tics (hauptsächlich Mund aufreißen), die ihn auch selbst stören. Hat jemand eine Idee, was ihm dagegen helfen könnte?

Vielen Dank fürs Lesen

Da er ja aktuell 50mg verordnet bekommen hat vielleicht zunächst dabei bleiben und vor dem aufstehen damit zu starten. Erstmal um zu sehen ob es überhaupt was bringt .
Wenn möglich 5:30 eben wecken und geben und dann noch schlafen lassen und dann weiter so wie immer. Vielleicht hilft die Wirkung dann beim Morgenszenario?

Wenn es nicht funktioniert könntet ihr das auch noch mit unretradiertem Methylphenidat versuchen , wenn der Arzt es mitgeht .

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Wieso nimmt er am Wochenende 40 mg?

Elvanse hat einen Steady-state von 5 Tagen, jede Veränderung wirkt auf die Wirkstoffkonzentration 5 Tage und auf andere Dinge länger.

Wie war es denn unter der Woche mit 40 mg Elvanse?

Hatte er statt 30 mg mit 20 mg gestartet?

Nehmt ihr das Original oder ein Generika?

Und ggf. mit dem Arzt mal besprechen wie z.B. 45 mg auszuprobieren ob dann Tics weg sind aber noch genug Wirkung

Bei 9 std scheint das Wirkende realistisch, fängt sich das denn wieder nach einer Zeit?

Theoretisch könnte man grundsätzlich wenn der Arzt das mitgeht die Dosis aufzuteilen, das mache ich und ich hab sowas wie 2zmg und einige Stunden später 20mg nochmal zusätzlich.

Einige hier teilen die Dosis auch auf. Grundsätzlich gibt es ja nur eine Tageshöchstdosis und Adhs Medikamente sind ja sehr individuell und wie meine Ärztin meinte ist es ein reines ausprobieren weil die Körper so individuell seinen. Das ist die Meinung meiner Ärztin und meiner Schwerpunktpraxis entsprechend müsstest du das mit dem Arzt besprechen. Ich kann für mich sagen, daß 5mg mehr oder weniger sehr viel auch mit meiner Psyche macht und hab es auch hier mehrfach gelesen.

Das mit der Müdigkeit habe ich auch, doch bei mir verstärken sich auch Medikamente gegenseitig

Nimmt er denn andere Medikamente die ggf. auch die Wirkung bzw. den Schlafbedarf oder ähnliches beeinflussen könnten?

Weil dann müsste man ggf. dort auch nochmal ein Augenmerk drauf werfen und ggf. min 2 gg.f auch mehr Zeitabstände dazwischen ausprobieren aber es kann auch sein, daß 50 mg beim Anfluten überdosiert sind, weshalb ich dann irgendwann die Dosis aufgeteilt hatte in Absprache mit dem Arzt um ein Lösung zu finden und da ich morgens nicht aktiviert werde sondern müde und länger ausfalle überlege ich es abends vor dem Schlafen zu nehmen, damit diese müde Phase und diese negative Beeinflussung durch Opioide dann eine Veränderung zu bewirken. Da siehst du das es leider individuell ist

Er nimmt am Wochenende weniger, da er ansonsten sehr ruhig und antriebslos wirkt. Die Ärztin meinte, dass er ggf. durch die geringere kognitive Forderung am Wochenende weniger benötigt. Und er ist auch mit den 40 mg am Wochenende deutlich “mehr da und mehr er”

Wir haben mit 20mg gestartet, allerdings auch nach fast 3 Wochen keine deutliche Verbesserung der Konzentration bemerkt, vor allem in der Schule.

Wie es mit den 40mg war, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr genau. Das verschwimmt leider mit der Zeit etwas. Ich weiß aber noch, dass seine Ärztin damals meinte, dass Tics auch Anzeichen einer Unterdosierung sein können. Das war letztendlich der einer der Gründe, warum wir von 40mg auf 50mg gegangen sind.

Er bekommt schon immer das Original.

45mg gibt es aber nicht, oder? Selbst aufteilen sollen wir laut seiner Ärztin nicht, weil man es wohl nie 100% genau hinbekommt.

Er nimmt nur Elvanse und abends teils Melatonin-Gummibärchen, weil er nicht einschlafen kann. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass Melatonin (weder als Tablette noch als Gummibärchen oder Pulver) ihn dazu bringt schneller einzuschlafen.

Wir werden wohl versuchen ihn gegen 5:30 Uhr dazu zu bekommen die Tabletten zu nehmen.

die Ärztin sollte eigentlich wissen das Elvanse mit Steady-state nicht ständig häufiger als alle 7 Tage geändert werden sollte. Steht überall ind aif meine Psyche hane schnelle ind häufigere Wechsel einen großen Einfluß vielleicht sogar daher die Agressionen? Kann sein das wenn er gerade wieder sich einpendelt ihr ihn raussreißt.

Ich löse auf anders gehen 5mg Schritte nicht.

Nicht schlafen ist ja eine typische Nebenwirkung sowie das ruhig seim, die wahrscheinlich durch ständige Wechsel in der Dosierung fociert werden.

Werden sie nach 8 Wochen einer Dosis besser? Denn typisch BTMs sollten mit und mit sich Nebenwirkungen bessern bzw. irgendwann verschwinden. Merkt man nach 8 lder 10 Wochen das wird besser lohnt sich das definitiv auch noch mal abzuwarten ob sich mehr bessert. Merkt man eine sich auf Nebenwirkungen stetig verbessernde Wirkung lohnt es sich auch viele Wochen und Monate zu warten solange es stetig die verbessernde Tendenz gibt, denn irgendwie sollen die Medikamente ja ruhiger machen zugleich braucht aber auch der Körper zeit sich an diese Medikamente zu gewöhnen und ggf. das Gehirn auch seit sich Stück für Stück zu verändern. Sowas passiert ja nicht sofort wie bei Schmerzmittel - und uns allen fehlt zeitweise in Eindosierung und Eingewöhnung oft die Geduld weil wir am liebsten soft eine konstante super Verbesserung wünschen … seufz…

Habt ihr keine Notizen oder Stichpunkte quasi ein Eindosiertagebuch geführt? Sollte man eigentlich weil wenn man viel probiert kann es sein das die Erinnerungen schwinden, daß Erinnerungen „falsch“ sind → wie z. B. mit der Kindheit wo schönes viel schöner in der Erinnerung bleibt ggf. schlechtes auch negativer erinnert werden kann als es war.

Das ist ganz typisch für menschliches denken pder erinnern weil es noch aus der Zeit der Säbelzajntiger angelegt ist wo es sehr von Vorteil warschlechtes und Ängste biel schlechter abzuspeichern, da ws das überleben sicherte und negative Souialkpntakte positiv zu verklären, denn man war aufeinander und die Gruppe zum überleben angewiesen.