Entstehung von AD(H)S im Mutterleib

Hallo ADxS Community,

möchte hiermit ein neues Thema im Forum eröffnen, betreffend Entstehung von AD(H)S im Mutterleib.

Bin in meiner bisherigen Recherche unter anderem auf diesen kurzen Artikel hier gestoßen:
<LINK_TEXT text=„https://www.thieme.de/de/psychiatrie-ps … -89260.htm“>Stress im Mutterleib prägt die spätere Gesundheit - Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik - Georg Thieme Verlag KG</LINK_TEXT>

Insbesondere finde ich interessant:
-Mangelernährung im Mutterleib (durch die Ernährung der Mutter oder durch biologische Faktoren)
-Stress der Mutter während der Schwangerschaft

Würde gerne noch mehr darüber erfahren.

:winken

Herzlich Willkommen!

Wie Du der Tatsache entnehmen kannst, dass Du in einem extra dafür vorgesehenen Themenbereich <LINK_TEXT text=„viewforum.php?f=4“>AD(H)S-Forum von ADxS.org</LINK_TEXT> dazu posten kannst, wird das Thema hier im Forum erschöpfend und ausführlich diskutiert. Wir als Laien können da nur mutmaßen.

Eine gute Sammlung von Expert_innen-Meinungen darüber hinaus findest Du hier:

https://www.adxs.org/entstehung-von-adhs/

LG, Anna

ADHS ist ja zu über 75% erblich bedingt.
Meine Mutter erzählt mir immer was für eine schöne Schwangerschaft sie mit mir hatte. Mein Papa hatte erstmals einen guten Job, meine Schwester kam in die Schule, wir wohnten Nähe Innenstadt, so konnte sie die Vormittage verbummeln. Hinzu kommt dass meine Mutter sich sehr exzessiv mit Ernährung auseinandersetzt und wir mit Vollwertküche etc. großgeworden sind. Cola, Junkfood etc. gab es bei uns nicht. Wir hatten auch keinen Kabelanschluss :grinning: Ich kann mir ganz subjektiv in meiner Historie 0,0 vorstellen dass sich mein ADS im Mutterleib „entwickelt“ hat. Meine Mutter hat definitiv ADS, mein Opa mütterlicherseits hatte es bestimmt auch, mein Onkel mütterlicherseits ist chronisch depressiv verstimmt (Dysthymie), was auch für eine Dysbalance der Neurotransmitter spricht. Die Familie meiner mütterlicherseits leiblichen Oma (hab sie nie kennengelernt) galt als verschroben, das Familienoberhaupt als zänkisch, herrisch und impulsiv. Die hatten einen gewissen Ruf weg…
Die Familie meines Opas mütterlicherseits galt als musisch und verträumt, allerdings sehr beliebt im Ort.
Väterlicherseits gibt es bei wenig Anzeichen für AD(H)S, aber die mütterliche Linie haut voll rein…

Ersetze mütterlicherseits durch väterlicherseits und du hast fast meine Familiengeschichte. :wink:

Als ich mich das erste mal mit Komorbiditäten beschäftigt habe, habe ich in fast jedem Punkt ganz deutlich einen Verwandten erkannt.

Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es begünstigende Faktoren gibt. Gene exprimieren ja je nach Umweltbedingungen unterschiedlich stark und das könnte natürlich z.B. beim Aufbau der Synapsen dazu führen, dass weniger Dopaminrezeptoren eingebaut werden.

Es macht irgendwie auch Sinn, dass Kinder die in schwierigen Zeiten zur Welt kommen eher risikobereit und rastlos sind.
Also nicht mehr heutzutage, aber früher war das bestimmt ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Stammes.

Edit So, jetzt habe ich den verlinkten Artikel auch gelesen und damit ist mein Post irgendwie überflüssig . :rofl:

Was nun die Ursachen für Ausprägung von ADXS sind bzw. sein könnten, ist immernoch ein Rätsel. Es gibt -zig Thesen, Theorien, hätte, könnte, möglicherweise; aber nichts genaues weiß man nicht. Selbst unter sog. Experten und Fachleuten gibt es verschiedenste Meinungen.

Ob nun genetische, epigenetische oder was auch immer für Gründe vorliegen; vielleicht weiß man irgendwann mal mehr.
Ich persönlich sehe bei allen Thesen mittlerweile die Hunter-Farmer (auch wenn ich die Begriffe nicht mag) Theorie als die Warscheinlichste an, auch wenn sicher viele nichts davon halten, macht sie, wenn man es gesamt betrachtet, am ehesten Sinn.

Nur weil die Mütter von (später festgestellten) ADHS-lern sich überrepräsentativ in der Schwangerschaft schlecht ernährt haben oder Stress hatten, heißt das ja nicht dass das die Ursache für die ADHS war.

Eine ADHS der Mutter selbst kann schließlich auch Ursache für beides sein, die stressige Schwangerschaft und die ADHS des Kindes.

Achtung Halbironie: Selbst eine ADHS des Vaters könnte die Schwangerschaft stressiger machen. :lol:

Ich liebe diese Formulierungen, die darauf hinweisen, dass andere keinen Durchblick haben…
Und nein, sie macht nicht wirklich Sinn. Würdest Du schreiben „macht FÜR MICH am ehesten Sinn“ ok. Aber „gesamt betrachtet“ ist schon ein wenig steil.

Ja, das Henne-Ei-Prinzip. Es ist leidig.
Frauen mit ADHS neigen dazu sich eher schlecht zu ernähren, Vitamin D3-Mangel zu haben, zu rauchen, Stress zu haben (und gelegentlich auch wenig hilfreiche Männer… ). Und sie neigen dazu, Kinder mit ADHS zu bekommen.
Koinzidenz oder Korrelation? Wer kann das schon sagen…
Um den Frauen und ihrem Verhalten die Schuld zu geben (und sich dabei als Gesellschaft einen schlanken Fuß zu machen), reichts.

Wichtiger wäre es, Familien mit ADHS spätestens nach der Geburt zu entlasten. Vor allem, wenn man in nicht so guten Umständen lebt, wie das bei Frauen mit ADHS auch gerne mal der Fall ist.
Aber meist bekommt man ja nicht einmal ne Diagnose…

Ich hatte auch wunderbare Schwangerschaften. Und meine Ma auch. Meine Kleinkindzeit war auch schön - bis auf meine frühe Phobie.
Gerade bei ADHS-Frauen aus „normalen“ Verhältnissen ist die Schwangerschaft ja gerne mal eher entlastend und entspannend.


Was ist daran „steil“? Die Hypothese macht durchaus Sinn, Du akzeptierst es nur nicht für Dich, was natürlich okay ist.
Im anderen Thread schrieb ich dazu bereits, sie verbindet viele Punkte, bei denen sich andere Forscher streiten bzw. uneins sind.
Im Endeffekt sagt sie doch nichts weiter aus, als daß es nunmal 2 genetische „Strömungen“ bzw. Typen/Wirkarten von Menschen gibt. Es wird nicht erklärt, was dazu führt, dass (genetisch) eben bei dem einen die „hunter gatherer“ Variante (also ADXS) auftritt, bei der Mehrheit der Menschen („farmer“) eben die sogenannte Normvariante.
Natürlich weiß man noch nicht genau, Warum eben diese „alten Gencodes“ bei manchen Menschen aktiv werden/sind.