Entweder arbeite ich zu langsam oder mache Fehler

ich bin seit 6 Wochen nach jetzt fast 2 Jahren (2 Monate Job mittendrin) wieder in meinem beruf tätig. Ich habe insgesamt etwa 1 Jahr Berufserfahrung nach der Ausbildung.

Wenn ich eine Aufgabe habe, die jetzt noch nicht so wahnsinnig komplex ist, weil ich eben erstmal rein wachsen muss, die dann zB. 2 Stunden bei anderen Kollegen dauert, dann sitze ich da mitunter 3-4 Stunden dran. Ich verplemper dabei keine Zeit unnötig, ich brauche halt zwischendrin mal 10 Minuten Abstand um mich wieder zu sammeln, aber der eigentliche Punkt ist, ich muss mich quasi auf jeden Schritt genau konzentrieren. Was andere so eben nebenher machen als wäre es nix, da muss ich schon genau überlegen, was ich wie und warum mache.

Wenn ich versuche, es schneller zu machen, führt das dann zu Fehlern. Die meisten sind nicht weiter schlimm, es funktioniert halt nicht sofort, dann muss man eben gucken, warum, das kostet aber wieder Zeit. In ein paar Fällen habe ich aber auch schon Bauteile im Wert von mal eben 500€ weg geraucht.

Also ich kann schon gewissenhaft und gut arbeiten, brauche aber eben länger.

Momentan sagt unser Chef noch nichts so großartig wegen der Langsamkeit, aber der Kollege, mit dem ich momentan notgedrungen anfangs zusammen arbeiten soll, hetzt mich ständig, ich sei zu langsam, es sei doch alles eigentlich ganz einfach und warum mir das alles so schwer fällt. Der Typ hat aber auch ne IQ von 160. Nicht hochbegabt, weil da fehlt wohl irgendwas aber immerhin.

Alle gravierenden Fehler sind mir immer dann passiert, wenn ich mal mit ihm arbeiten musste. Wenn ich alleine irgendwo beim Kunden bin, dann breite ich mich aus, kann mich in MEINEM Tempo auf die Aufgabe einlassen, bekomme das am Ende auch hin oder wenn nicht, dann kann ich beim Chef nachfragen und entweder er kann am Telefon helfen oder er sagt direkt, das es aktuell zu viel ist und ruft mich dann zurück, dass ich dem Kunden sage, wir beenden das hier und machen den Tag drauf weiter.

Ich weiß echt momentan nicht, wie ich damit umgehen soll.

ch meine ich weiß, dass es halt so eine ADHS Eigenart ist, immer alles zu hinterfragen, das bekomme ich auch nicht abgestellt, aber wie gehe ich auf der Arbeit damit um?

Falls ihr das mit der Langsamkeit auch kennt, wie löst ihr das?

ADHS hin oder her. Du kannst unmöglich nach so kurzer Zeit genauso schnell sein wie dein Kollege, der das schon länger macht. Lass dich nicht hetzen, damit er besser dasteht. Mit der Übung kommt automatisch Tempo.

Ich brauche auch meistens länger, dafür bin ich aber verlässlich „fehlerfrei“.
Das ist letztlich auch die Lösung - sei besser, wenn du schon nicht schnell sein kannst.

Anscheinend hat dein Chef das schon erkannt und nimmt dir den Druck.

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Zum einen, du bist erst wieder kurz im Job, heißt, du brauchst Zeit zum einarbeiten. Zum anderen. Adhs lässt uns langsamer arbeiten. Wir wollen perfekt arbeiten. Wir wollen alles richtig machen. Druck lässt uns aber Fehler machen, weil wir dann sachen übersehen.

Die Schnelligkeit kommt mit der Routine.

Was mir sehr geholfen hat - leider hat das auch Verständnisvolle Vorgesetzte und Kollegen als Voraussetzung - ist über das ADHS offen zu reden.

Rede mit deinem Chef darüber, dass du dich aktuell gehetzt fühlst und dadurch fehler machst. Du wills deine Arbeit aber richtig machen und man sollte dir deshalb mehr Zeit geben. Sag wenn du die Chance dazu hast, deine Arbeit so zu machen, wie du es kannst und nicht gehetzt wirst, wirst du schneller und genauer und besser. Man muss dir diese Zeit nur geben. Rede offen über dein ADHS. Mit deinem Chef, deinen Kollegen und deinen Vorgesetzten. Mach ihnen klar, du willst dein adhs nicht als Ausrede nehmen, brauchst aber einfach Raum, damit das damit funktioniert. Es wird Zeit und Geld und auch nerven kosten, aber am Ende wird es ihnen nutzen und sie werden zufrieden mit dir sein, weil du deine Arbeit liebst und sie machen darfst, wie du es kannst.

So in etwa hab ich auch mit meinen Leuten darüber geredet. Und was soll ich sagen. Ich kann besser arbeiten als jemals zuvor. Und ich bin bei uns in der Nähstube die schnellste. Und vorallem, bin ich auch selber zufrieden mit mir. Seit wirklich sehr langer Zeit, hab ich nicht das Gefühl ein kompletter Versager zu sein, sonder dass ich etwas Wert bin.

Und das alles nur, weil man mir die Chance gegeben hat, mich zu beweisen und mich wertschätzt.

Hat sich das jetzt bei dir gelegt und etwas eingependelt auf der Arbeit?

Kannst du eigentlich irgendwie nachvollziehen ob du vielleicht, was du genau oder gewkssenhaft nennst, zu kompliziert/ zu umständlich arbeitest? Weil wir neigen ja schon teilweise zu solchen Ausgührungen. Für uns ist das einleuchten - klar und genau so wirds gemacht… doch alle um einen herum machen es irgendwie anders, brauchen scheinbar weniger Handgriffe und weniger Zeit.

Beim Zuschauen finde ich das dann total logisch doch will ich sowas alleine umsetzen bzw. alleine exakt so alleine nacharbeiten habe ich plötzlich 700 Fragezeichen in den Augen, ein Vakuum im Kopf und kann es einfach nicht abspulen weil es dann plötzlich total unlogische und mich irgendwie überfordernde Handgriffe plötzlich sond wenn ichs alleine machen will… Oder ich mache „Pippifax [für andere]“ dann ganz anders brauche 9 Zwischenschritte z.B. mehr weil ich, warum auch immer " meine Lieblingsformel" anwenden muß.

Teils ist das einfach wie eine Zwangshandlung weil ich 1000 mal lieber quadratische Ergänzung statt PQ Formel nutze, weil ich lieber ergänze, weil ich lieber über die Binome rechne etc…

teils kostet das sehr viel mehr Zeit teils ist das viel umständlicher und fehleranfälliger als anders - doch mir unterlaufen keine Fehler weil uch mich wohl fühle - teils sind für mich Ausführungen und Rechenwege wie sehr gute alte Freunde wo ich natürlich mit ihnen statt mir anderen Zeit verbringe.

Doch das wo alle aussteigen, wo alle völlig überfordert sind oder sich ausklinken - genug da laufe ich zu chstformen und Höchstleistungen auf - in Bruchteilen einer Sekunde ohne nachdenken zu müssen weil es für mich so logisch, so selbstverständlich ist das ich nicht nachdenken muß sondern das soflrt wie einen unter Wasser gelegenen steineweg sehe und ihm nur folgen muß oder es wie mit Laufschrift vor meinen Augen durchläuft und wie wild blinkt und damit dan ganz, ganz viel Zeit an anderer Stelle einspare/ teils größere Mehrwerte für Kunden und Unternehmen generiert habe und wegen meiner unkonventonellen Denkweise und ohne selbstgeschaffene Grenzen sehr spannende Wege und Lösungen für Einsparungen, faktische Umsetzung und vieles mehr aufweksen kann.

Vielleicht kannst du dir gerade solche Fähigkeiten schlecht vor Augen führen weil du mit Komplexen/ schlechtem Gewissen/ Ängsten vielleicht auch eine völlig falsche Sicht mit Scheuklappen adatiert hast und dich das dan in deinem Kopf wie Druck/ Versagen/ Erschleichen oder sowas vorkommt? ? ?

Wir neigen ja zu einer Fremd- und Eigenwahrnehmung selbst ganz viel Kopfkino bereitest, gerade wenn der Vorgesetze dazu nichts gesat hat…

Vielleicht ist es auch von allem etwas und trotzdem völlig grundlos - hattest du denn in dem Unternehmen schonmal so viele negative Rümeldungen bekommen??? Oder bei einem vorherigen Arbeitgeber? ? ?

wie lange bist du denn schon im Unternehmen? Wenn du mehr als 2 Jahre da bist kann die Arbeitsleistung nicht so schlecht sein, denn dann hätte es ja Abmahung, ein ernstes Gespräch oder vergleichbares gegeben was dann ein Indiz gewesen wäre…

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