Erfahrung mit Duloxetin für chronischen Schmerzen bei ADHS & kPTBS

Hallo zusammen!

Ich lebe mit chronischen Schmerzen, ADHS und komplexer PTBS. Momentan sind die Schmerzen extrem stark, und meine Schmerzärztin hat mir Duloxetin empfohlen.

Normalerweise nehme ich Medikinet 10 mg, musste aber eine Zeit lang pausieren, weil ich eine heftige Gürtelrose hatte. Jetzt versuche ich langsam wieder einzusteigen, aber schon kleine Dosen führten letzte Woche noch zu starkem Herzrasen.
Heute das Wunder : Medikenet wirkt ganz normal und ich fühle mich halbwegs wieder wie ein Mensch. Auch die Schmerzen lassen während der Wirkung nach, kommen aber wieder.

Zusätzlich hatte ich in den letzten Wochen extremes Gedankenkreisen. Ich denke, dass lag am fehlenden Medikinet. Erst jetzt nehme ich wirklich wahr, wie hilfreich das MPH für mich ist, trotz der niedrigen Dosierung. Leider kann ich es aber nicht jeden Tag einnehmen. Nach 3 -4 Tagen geht es mir Abends dauerhaft schlecht. Ich pausiere dann 1 -2 Tage und dann gehts wieder.

Ich bin seit einiger Zeit wieder in traumatherapeutischer Behandlung und arbeite dort mit meinen inneren Anteilen (Teilearbeit / Inneres Team). Teilweise hat es mich aber so runtergezogen, dass meine Gedanken auch nur darum kreisten und ich wirklich dachte, ich rutsche wieder in eine Depression.
Vielleicht war mein Hirn auch unterstimuliert und hat sich deswegen an allem möglichen festgekrallt?!?

Aber zurück zum eigentlichen Thema.
Was mich zusätzlich verunsichert:

Ich habe Angst vor Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen. Die letzten Jahre waren dbzg wirklich eine Odyssee für mich, da ich auch sehr sensibel auf Medikamente reagiere
Ich kann im Moment überhaupt nicht entscheiden, was richtig für mich ist.
Ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die Fibromyalgie haben – viele von ihnen haben mir absolut von Psychopharmaka abgeraten, was mich in meiner Entscheidung natürlich auch beeinflusst.
Durch weitere chronische Erkrankungen wie Hashimoto und kutaner Lupus weiß ich mittlerweile wie wichtig es ist , meine Nährstoffe im Blick zu behalten. Wenn meine Schilddrüse sehr in der Unterfunktion /Überfunktion ist, vertrage ich auch kein Medikinet. Das herauszufinden war ein langer und auch teurer Leidensweg und ich mag einfach nicht nochmal mit nem Medikament anfangen, was mich wieder aus den Latschen haut🥴

Meine Fragen an euch:

  1. Hat jemand von euch Duloxetin gegen chronische Schmerzen genommen? Wie lange hat es gedauert, bis eine Wirkung spürbar war, und wie waren die Nebenwirkungen am Anfang?

  2. Nimmt jemand Duloxetin zusammen mit Medikinet oder einem anderen ADHS-Medikament? Wie vertragt ihr das, besonders in Bezug auf Herzrasen oder Nervosität? Mein Psychiater ist da optimistischer als ich. EKG und Blutwerte sind übrigens absolut ok.

  3. Habt ihr Strategien, um in Phasen mit starken Schmerzen, Gedankenkreisen und Konzentrationsproblemen den Alltag zu strukturieren, ohne völlig auszubrennen?

Ich fühle mich gerade überfordert und wäre euch sehr dankbar für eure Erfahrungen.

Merci fürs lesen❤️

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Willst du das gegen die Chronischen Schmerzen einnehmen oder Psyche, Schmerzen, Ängste?

Weil wenn “nur” gegen Schmerzen?

Weil bei chronischen Schmerzen gibt es sicherlich effektiv wirkendere Medikamente wie Tramal oder Tillidin, im Zweifel könnte da eine Schmerzambulanz hilfreich sein

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@Kathy

Vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich weiß ja noch nicht mal ob ich Depressionen habe….also eigentlich nur wegen der Schmerzen.

Tilidin oder Tramal sind starke Schmerzmittel mit Abhängigkeitspotential, dass ist mir zu riskant. Dauerhaft möchte ich die nicht nehmen. Ich habe Tilidin zu Hause und nehme es nur wenn gar nichts geht und ich wichtige Termine habe. Ich bin trockene Alkoholikerin und sehr achtsam.

Der Begriff “Schmerzen” ist mir tatsächlich zu allgemein. Vielleicht kannst du da nochmal ins Detail gehen.

Ich habe/hatte oft so eine Art Gliederschmerzen, ähnlich Wachstumsschmerzen, nur stärker… Irgendein Arzt vor vielen Jahren nannte das “atypische” Migräne… Mir haben auch typische Migränemittel geholfen… Migräne mit Aura hatte ich auch viel.

Oft habe ich auch irgendwo irgendeinen Schmerz (ich kann das nicht gut beschreiben), wenn ich Stress habe, überfordert bin, reizüberflutet usw. Da hilft mir aber gar nichts.

Duloxetin habe ich in dem Zusammenhang noch nie gehört. Aber eine Schmerzärztin weiß möglicherweise mehr. Ich wäre aber auch skeptisch. Es dauert mal wenigstens zwei Wochen, bis es wirkt.

Übrigens hatte ich so gut wie nie mehr Migräne, seit ich Medikinet nehme. Höchstens manchmal eine halbe Stunde Aura ohne Kopfschmerzen.

Ich habe zwar Medikinet und Duloxetin eine Weile genommen, ich hatte aber auch noch andere Antidepressiva, habe das aber gut vertragen.

Irgendwie denke ich, dass du dich entscheiden musst zwischen Schmerzen aushalten oder mehrere (oder neue) Medikamente nehmen, was natürlich wieder Schmerzen auslösen kann, wenn sie stressbedingt sind.

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Psychos oder Prigabal können schlimmer sein und mehr Schäden anrichten.

Mein Körper ist kaputt und ich bin dauerhaft auf Opioide/Morphine eingestellt und bis auf die Opstipation keine Nebenwirkungen

Das was du oben schreibst klingt nach Depressionen bzw. ggf. schwer Depressionen oder gar der Weg in schwere Depression

Es erinnert mich sehr an meinen Werdegang und gut möglich wegen Adhs/Ads

nichts half über mehr als 1 Jahrzehnt, die Psychopharmaka machten es schlimmer und so hab ich sie immer nur kurz vertragen und lieber mich über 10 Jahre ohne nur mit Therapie durchgekämpft……

Und nicht nur Psychopharmaka haben einen Zeitraum zum Spiegel aufbauen der min 14 aber auch 3 Wochen brauchen kann und auch zu Beginn deutliche Nebenwirkungen haben können

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@Seven Danke für deine Rückmeldung!

Ich habe einen hohen Muskeltonus und bin chronisch verspannt. Desweiteren habe ich Phasen, wo ich tgl Spannungskopfschmerzen habe. Das fühlt sich an, als hätte ich einen viel zu engen Helm auf. In solchen Phasen geht dann meistens gar nicht. Muskelrelaxantien schaffen ein bisschen Linderung, machen aber auch sehr müde….Angefangen hat alles 2020, als ich einen Alkoholentzug gemacht habe.

Als ich gestern nach längerer Pause wegen der Gürtelrose wieder Medikinet genommen habe, waren die Beschwerden weg. Auch das Gedankenkreisen. Daher gehe ich tatsächlich davon aus, dass mein hoher Muskeltonus tatsächlich mit Adhs zusammenhängt. Aber wie bereits geschrieben, kann ich es nicht tgl einnehmen.

Ja, ich muss mich entscheiden und hab noch immer keine Ahnung🥴

Welche Medikamente hast du noch genommen? Nimmst zu Medikinet heute auch noch etwas ein und warum?

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@Kathy Danke für deine persönlichen Erfahrungen! Es tut mir sehr leid, dass dein Körper so kaputt ist! Darf ich fragen warum?

Was sind für dich die Anzeichen, dass ich mich auf dem Weg in eine Depression befinde? Da ich gestern das erste Mal seit langem wieder Medikinet nehmen und die Wirkung spüren konnte ( und somit die Beschwerden auch Weg waren- bis zum Rebound zumindest), gehe ich ebenfalls davon aus, dass ADHS auch eine Rolle spielt. Nichtsdestotrotz darf ich mich entscheiden wegen den Antidepressivum, denn Medikinet wirkt halt nicht 24/7….

Hi @Lapatricia

Mit Duloxetin habe ich keine Erfahrungen, aber mit chronischen Schmerzen.

Bei mir ganz wesentlich:
Entzündungshemmende Ernährung (wenig Zucker, kein Weißmehl, wenig und kein rotes Fleisch, kein Alkohol, Kaffee usw…), ausreichend Bewegung, ausreichend Schlaf, wenig Stress…

Klingt total abgedroschen und langweilig - hilft mir aber tatsächlich - und nicht nur mir.
Ich merke sofort, wenn ich da schludere.

Bei chronischen Spannungskopfschmerzen wäre Amitriptylin (trizyklisches AD) Mittel der Wahl. Ob das auch bei neuropathischen Schmerzen hilft, weiß ich nicht.

Duloxetin (SSNRI) wird durchaus bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt - da weiß ich nicht, ob das auch bei Spannungskopfschmerzen hilft.
Wechselwirkungen mit MPH haben beide (soweit ich weiß).

Ich selbst nehme Elvanse und Escitalopram (SSRI) und habe damit positive Wirkung auf meine chronische Migräne. Meine anderen Schmerzen (u.a. auch Nervenschmerzen in den Beinen durch Endometriose) lassen sich davon nicht beeindrucken. Du wirst es versuchen müssen, da die Wirkung und Verträglichkeit immer individuell ist. Aber es scheint, als wüsste Deine Schmerzärztin, was sie tut.

Wenn AD zur Schmerzlinderung eingesetzt werden, kann es auch mal länger dauern, bis eine Wirkung eintritt. Ca. 3 Monate, teilweise sogar bis zu 6 Monate sollte man sich da schon geben, sofern eventuelle Nebenwirkungen nicht zum vorherigen Aufgeben zwingen.

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Das kannst du so nicht sagen,
denn es kann schon sein, wenn du Medikinet regelmäßig nimmst und damit dein Körper und Gehirn zur Ruhe kommen es eine Veränderung gibt, dazu braucht es aber viele Wochen. Wenn du in Typische Adhs Belastungsdepressionen gehst, kann sich durch Stimulanzien sowas auch wieder umkehren.

Suche mal nach meinen Einträgen du wirst genug finden in denen ich ausführlich schildere wie die Depressionen verschwanden bzw. sich in depressive Episoden wandelten und dann verschwanden, obwohl jahre nicht behandelbar.

Sorry das mit den Depressionen muß aus einem anderen Tread gestern wo ich unkonzentriert war reingerutscht sein, da war jemand der weder Freude noch sonst was empfinden oder sich aufraffen konnte.

Ich habe immer zu viele Tasks auf. Ich glaube Aktuell 5000 im Browser :see_no_evil_monkey:

Mal schnell scheubs 50 Tasks auf

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