Erfahrungen benötigt im Umgang mit Körperlich & Psychischer Belastung durch Absetzten von Antidepressiva und Neuroleptika

Hallo liebe Mitmenschen,

ich habe es geschafft nach längerer Absetztodysee, Anfang September 2023 die Psychopharmaka - Escitalopram & Quetiapin Retard abzusetzen.

Bis zu dem Punkt gekommen zu sein und kurz vor dem Abschluss anzukommen, war ein gutes Gefühl - allerdings hatte ich schon da keine Kraft mehr.

Nachdem ich die letzte Medikation zu mir nahm, ging ich in den Urlaub, den ich mir so gelegt hatte, dass ich mich nach der ganzen anstrengenden Phase, ausruhen und neue Kräfte erlangen kann.

Was ich nicht bedacht und womit ich nicht gerecht hatte, ist die Tatsache, dass ich viel viel mehr Zeit gebraucht hätte, um auch nur ansatzweiße wieder zu mir zu finden. Das nahm ich schon sehr gut war, konnte es nur leider nicht sehr gut bei dem ganzen Chaos und Verpflichtungen kommunizieren.

So überrumpelte ich mich selbst und ging wieder zur Arbeit und meinem Altagsroutinen über.
Nun was dann geschah, konnte ich nicht mehr kontrollieren, mein Zustand wurde immer schlimmer und ich sah vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Mein Nervensystem war völlig überfordert und ich verstand die Welt nicht mehr.

Nun auch der nächste Urlaub im November verschaffte mir keine genügende Ruhe und Erholung, da ich seit dem Absetzen permanent krank und angeschlagen war. Nun bin ich auch wieder sehr erkältet, zum zweiten mal innerhalb von 3 Wochen. War so zusagen nicht gesund seit dem Absetzen.

Mein Nervenkostüm war so dünn, dass ich beim kleinsten Ton, einen Nervenkollaps und ein starkes erschrecken gespürt habe.

Ich konnte wirklich garnichts mehr aushalten, alle Menschen, Worte, Töne, Laute, Bewegungen, Geräusche, Veränderungen, wirkten so intensiv auf mich.

Mein Magen begann schlimme Bauchschmerzen zu entwickeln die sich anfühlten wie Feuer. Mein Schlaf verschwand, alles störte mich so massiv.

Erst jetzt wo ich so langsam wieder zu mir komme und mich von den Belastenden Faktoren entfernt habe, komme ich auf die Erkenntnis, dass dies alles mit dem Absetzen zusammenhängt.

Was mich gerade beschäftigt ist, wie ich nun damit umgehe.
Ich habe die Arbeit vor einem Jahr gewählt als ich selbst noch krank war und gut mit kranken Menschen umgehen konnte, nun werde ich wieder Gesund und es belastet mich sehr mich um Menschen zu kümmern die sowohl Körperlich als auch Psychisch betreut und gepflegt werden müssen. <— Das belastet mich so sehr, dass ich keine klare Antwort spüre, wie ich in meiner Lage, damit umgehen kann. =( … ich finde meine Mitte gerade diesbezüglich nicht . Ich hab die Wahl dort weg zu gehen oder Dort zu bleiben, aber ich fühle mich unglücklich darüber wie es gelaufen ist und ich sehe gerade keine Möglichkeit gut damit umzugehen.

Ich funktioniere gerade nicht sehr gut und es fällt mir schwer einen passenden Umgang mit dieser Situation zu finden.

Der Berater von der Krankenkasse empfiehl mir, bei meinem Arbeitgeber nach einem Auflösungsvertrag aus Gesundheitlichen Gründen anzufragen.
Sein Vorschlag ist, dass ich zum Arbeitsamt komme und eine passendere Tätigkeit für mich finde. Das habe ich selbst erkannt, dass es wahrscheinlich besser für mich wäre, eine Stelle zu finden die mich weniger belastet.

Nur meine Gefühle sind damit nicht im reinen.
Ich musste ja quasi von heute auf morgen von allem flüchten was mir geschadet hat und jetzt sitze ich hier und heule, weil alles so blöd gelaufen ist .

Die Folgen vom Absetzen sind äusserst mitnehmend. Weiß manchmal nicht was ich wirklich fühle oder denke.

Ich fühle mich z.B in der Lage, kleine Aufgaben zu übernehmen für einen kurzen Zeitraum, zu mehr fühle ich mich nicht in er Lage.

Also was könnte ich jetzt damit machen ?
Möchte mein Selbstwert trotz der Umstände nicht verlieren.

Danke an alle die es lesen und danke an die, die passende Worte dafür finden. <3

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Ich fühle mich ausgeliefert , so das passt am besten :adxs_ai:

Fühle mich unter Druck , Entscheidungen zu treffen. Gehört wohl dazu als Erwachsener, merke ich auch.

Unter diese Umstände ist es schwieriger…

Ich bin aus meinem gewohnten Lebensumfeld rausgerissen. Diese scheiss Medikamente die mein ganzen System zerstört haben und jetzt leide ich unter den Folgen. Das ist absolut grauenhaft und ich müsste Schmerzensgeld verlangen für das was dieses Zeug mit mir angestellt hat.

Mein Körper und Psyche regeneriert sich , es ist ein Wunderwerk , doch kann es sehr viele Jahre dauern, wie manche Betroffene es erzählen und ich kann es bestätigen.

Ein unwissendes Psychopharmaka Opfer zu werden/sein ist ein Albtraum , ich wünsche es keinem Lebewesen auf dieser Erde.

Meine Gefühle sind gerade sehr verletzt deswegen.
:adxs_koo:

Und so wenige wissen und verstehen dieses Thema.
Ärtzte und Psychologen haben mich dahin gebracht, jetzt traue ich niemanden mehr.

Nicht mal meinen Psycho Dok der für das Adhs zuständig ist kann ich fragen , wie ich mit dieser Situation umgehen kann.

Einmal schrieb ich ihm im April 23 , wärend ich am absetzen war, er konnte mir nur sagen , ja es kann sehr schwer sein abzusetzen. Okay danke , ich habs dann alleine geschafft.

Letztens als ich bei ihm war , sagte ich ihm , er könne mich demnächst als Absetzspezialistin einstellen. Er lachte . Ich lachte auch , jetzt lache ich nicht mehr er lacht viellicht immer noch … jetzt kommt der Punkt mit den Gefühlen. Die Gefühle kommen mit der Situation nicht klar.

Ich hoffe ich packe das .

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Du arme Maus…lass dich mal ganz besonders lieb und fest umarmen.

Ich bin kein Experte mit Antidepressiva Entzug, aber für mich klingt dass als brauchst du Hilfe! Das musst du nicht allein durchstehen :people_hugging:

Bitte offenbare dich deinem Hausarzt, Psychiater.
Und vielleicht triff besser keine weitreichenden Entscheidungen bzgl Job. Lass dich weiter krank schreiben und werde in Ruhe gesund

Du schaffst das! Ganz bestimmt, wir sind alle bei dir und unterstützen dich :revolving_hearts:

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