Erfahrungen bzgl Pulsfrequenz / Weitermedikation

Hallo,
Ich (32 Jahre) nehme seit 3 Monaten erstmalig medikinet adult, 20-20 und hatte eben mein Kontroll EKG. Da hat sich nichts verändert, der puls war aber bei 95 und meine Hausärztin hat mir nun „deutliche Pulserhöhung unter medikinet“ aufgeschrieben. Mein Blutdruck ist nach wie vor bei 110/70.

Hab Freitag den Psychiatertermin und grad unglaublich Angst, dass ich es nicht weiter verschrieben bekomme.
Ich profitiere stark von der Medikation, innere unruhe ist quasi weg, bin viel strukturierter, wenig reizbar und hab keine impulsdurchbrüche was essen angeht.

Wie ist das bei euch gewesen? Gibt es jemanden, dem wegen einer pulserhöhung das Medikament nicht weiter verschrieben wurde und wenn ja, wie hoch war es dann?

Ich war halt auch mega aufgeregt, wenn ich den puls zu Hause zwischendurch mal messe, war er nie über 90.

Liebe Grüße :blush::blush:
Katja

Hallo Katja,

gibt es denn ein EKG von vorher, das sollte eigentlich immer gemacht werden, um Vergleichswerte zu haben?

Und wenn dein Puls nur in der Praxis hoch war, aber zu Hause nicht, musst du dir auch keine Sorgen machen. Deine Ärztin kann ja ein 24-Stunden-EKG machen, um sicherzugehen.

Und: Herzlich willkommen im ADXS-Forum! Du kannst gerne mal ausführlicher von dir erzählen, musst aber selbstverständlich nicht. :knuddel

Viele Grüße
Falschparker

Hi

Eine gewisse Puls- und Blutdruckerhöhung ist gar nicht überraschend und korreliert sogar mit der subjektiv empfundenen Wirksamkeit des Medikaments.
Mir hat der Arzt nur gesagt, dass die Diastole am Abend nicht über 90 sein sollte.

Danke für eure Antworten!
Es gibt auch ein ekg von vor der Medikation, das ist völlig ok, da hat sich auch nichts verändert, Blutdruck auch nicht, es ist nur der Puls. Der ist seit der Medikation (zu Hause messe ich immer mal wieder) schon höher, als vorher, aber eher so 84/88. Da meine Hausärztin mir halt jetzt dieses „deutlich erhöht unter medikinet“ aufgeschrieben hat, komme ich heute innerlich gar nicht zur Ruhe, ich hab einfach Angst, es nicht weiter zu bekommen. Bin die letzten 3 Monate so entspannt und fühle mich viel wohler.

Ich stelle mich gern bald ausführlicher vor :blush:

Bin zwar kein Arzt, aber dein Blutdruck ist mit 110/70 eher niedrig. Ich selbst habe zu niedrigen Blutdruck. Da ist es typisch, dass der Puls generell eher hoch/zu hoch ist. Bei mir ist der mit Medikation noch um 10 gestiegen. Das fand bisher kein Arzt bedenklich.

Den sog. Ruhepuls misst man übrigens morgens, wenn man noch im Bett liegt. Bei Arztbesuchen ist es aber so, dass man ja miteinander redet und z.B. nicht 5 Minuten schweigen herrscht, bevor der Blutdruck gemessen wird. Da ist es meines Wissens nach grundsätzlich nicht unnormal einen Puls von 90-100 zu haben. Allein im Sitzen ist der im Schnitt schon bei 80.

Ich vermute mal, über die Weiterverschreibung entscheidet nicht deine Hausärztin, sondern dein/e Fachärzt/in?

Mein Blutdruck ist übrigens im Gegensatz zu deinem deutlich erhöht und ich nehme deswegen sogar Medikamente. Da dies aber viel später auftrat (ich nehme Methylphenidat seit ich 37 bin, und mit dem hohen Blutdruck fing es mit ungefähr 50 an) und in der Familie meines Vaters quasi alle Bluthochdruck haben bzw. hatten, führen es weder Haus- noch Facharzt auf das MPH zurück.

Genau, darüber entscheidet Freitag der Psychiater.

Mache mir einfach schon Sorgen, da ich so protifiere :see_no_evil:

Ich danke euch für eure Antworten!

Dann hoffen wir mal, dass der Psychiater selbst denken kann. :wink:

Dass du dich wohler und entspannter fühlst, kann ich sehr gut nachempfinden. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten (und auch meine Frau wäre alles andere als begeistert, wenn ich aufhören müsste).

Die Ärztin muss das anmerken und beobachten. Deutlich erhöht heißt ja nur: eine deutliche Änderung. Eine Wertung steckt da noch nicht drin.

Kontraindiziert ist das Medikament m.E. dadurch nicht.

Wie schon erwähnt: in der Situation / zu der Tageszeit ist das auch kein „Ruhepuls“. Ich habe mir mal einen Pulsmesser zugelegt und daheim gemessen. Auch ist bei meinem Hausarzt der Puls deutlich höher als bei meinen anderen Ärztinnen (ich bin bei Männern mitunter sehr schüchtern …) . Das erwähne ich dann (also nicht das mit der Schüchternheit sondern das mit dem Puls), er fühlt sich geschmeichelt :lol: und gut ist…

Auch ist an einen „Weißkitteleffekt“ zu denken.

Wie gesagt: einen Pulsmesser zulegen, laut Fahrplan (frag Deine Ärztin am besten, wie) messen und ihr vorlegen dürfte helfen, ebenso wie das offene Ansprechen Deiner Ängste.

Deine Ärztin bekommt ja auch Deine Blutwerte. In der Regel (also bei mir war das so) werden diese deutlich besser, wenn der Stress zurückgeht.
Sie muss halt abwägen wie sie damit umgeht, aber sie muss Dich auch mit einbeziehen.

Mir gings ähnlich wie Dir und ich hatte auch exakt dieselben Ängste (daher auch der Blutdruck-/Pulsmesser, der by the way vermutlich noch das Leben des Gatten gerettet hat).
Mittlerweile hat sich mein Puls normalisiert (zumindest meistens, s.o.)

Die Aufregung war zum Glück umsonst, ich bekomme meine Medis weiter :smiling_face_with_three_hearts:
Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung!