Erfahrungen mit ADHS und Therapeuten

Ich war bei 2 Psychotherapeuten in letzter Zeit weil ich einfach meine Gedanken loswerden wollte.(bilde mir seit 4 Wochen ADHS zu haben nachdem mich eine Freundin darauf angesprochen habt) Daraufhin habe ich 3 Bücher gelesen und 2 Podcast gehört und mich natürlich komplett reingesteigert…Egal!

Diese beiden Therapeuten wollten davon quasi nix wissen, meinten dass jeder zweiter der in die Praxis reinkommt behauptet ADHS zu haben.

Natürlich hat mich das verunsichert, ich wusste gar nicht dass so viele sich testen lassen - für mich war ADHS eine Kinderkranheit und Ritalin das Zeug was StudentInnen nehmen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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Liebe @Palma13
Ich freue mich das Du hier Deine Fragen stellst, und ganz ehrlich?, dass was Du da erlebt hast das macht mich einfach nur wirklich sehr traurig. :disappointed_face:
Für mich persönlich ist es einfach nur immer wieder total erschütternd wenn ich von solchen Erlebnissen wie Deinen höre. :people_hugging:

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Das sind dann wohl die zwei falschen Therapeuten für dein Anliegen. Negative Erfahrungen gehören leider dazu :confused:

Sollte sich eines Tages tatsächlich ADHS herausstellen und eine Verhaltenstherapie infrage kommen, würde ich diese beiden Therapeuten dann schon mal ausschließen.


Für eine erste Einschätzung könntest du drüben im Kompendium den Symptomtest machen (Registrierung notwendig). Das Ergebnis kann man als PDF Datei exportieren: https://www.adxs.org/de/page/248/tests-selbsttests-und-umfragen


Zwecks Suche einer Diagnostik könntest du dir hier per Email eine Adressliste für dein PLZ Gebiet anfordern.
In Punkt 1-3 wird der Ablauf beschrieben: https://www.adxs.org/de/page/304/adressen-von-aerzten-therapeuten-anfordern

Auf Seite 37 der S3-Leitlinie wird beschrieben, welche Fachgruppen eine ADHS Diagnostik durchführen sollten.

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Danke sehr für deine ausführliche Antwort.

Ich habe bereits einen Termin bei der Psychologin für die Testung. Und Anfang März ein Termin bei einem Psychiater. Bin selber dipl. psychiatrische Krankenschwester und habe mich bisher dummerweise selbst therapiert mit AD.

Durch AD war meine Stimmung zwar besser aber innere Unruhe und Hyperfokus waren schlimmer. Ich fühlte mich wie Eichhörnchen auf Speed die ganze Zeit. Konnte mein Handy nicht weglegen.

Jetzt sag ich mir selber, komm reiss dich zusammen, was bildest dir ein. Aber irgendwas in mir will einfach Gewissheit haben.

Man fühlt sich trotzdem irgendwie nicht ernstgenommen wenn Leute einen so “abfertigen”. Traurig eigentlich.

Ich gehe weiterhin zu der einen Psychotheraputin. Sie wollte es mir nicht ausreden, hat mich nur gefragt was ich dann mit der Information mache, wenn ich dann doch ADHS habe.

Leidensdruck ist hoch deswegen hole ich mir Hilfe. Egal ob ADHS oder Trauma.

Bei dem Test habe ich 22 Symptome von 40 oder so.

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Viele Praxen scheinen von dem Thema „überlaufen“ ??? Die Ursache wird viel auf die ganzen Darstellungen auf sozial Media geschoben. Weiss von einem Psychotherapeuten der keine Patienten mehr aufnimmt, die von sich aus ne Diagnostik haben wollen , nur noch Patienten mit einer Überweisung auf Verdacht .

ADHS ist sozusagen in dem Sinne eine Kinderkrankheit, die einem bis zum Lebensende erhalten bleibt.
Zur Diagnostik gehört ja auch , das festgestellt werden muss , dass es in der Kindheit schon in irgendeiner Form vorhanden war .

Ja , Ritalin und Studenten ist das eine und das andere sind wir Erwachsenen mit ADHS, die von einer Medikation profitieren.

Fachleute mit Expertise auf ADHS erkennen das bei mir sofort , aber die Wichtigtuer ohne Expertise meinen das Gegenteil und dann habe ich eine Ärztin ohne Expertise , die Diagnose von Fachleuten mit Expertise ernst nehmen und das einfach mit in ihre Behandlung mit einbezieht.

Ich wünsche dir dass du jemanden findest der eine gute Diagnostik macht unabhängig dazu ob ADHS rauskommt oder nicht. Eine ADHS Diagnose bringt ja auch nichts wenn man es nicht hat.

Ist denn da wo du arbeitest ADHS und die Medikation gar kein Thema???

Nein ADHS ist bei uns kein Thema - wir sind eher niederschwelliges Angebot für schwer psychisch kranke Leute - wirklich schwer - Shizophrenie, Depression, der ganze Spektrum halt.

Haben fast keinen mit der ADHS Diagnose. Ich habe keine Ahnung ob meine Symptome bereits in der Kindheit da waren, kann auch niemanden fragen da beid Eltern tot.

Ich finde es einfach schade dass man so schnell abgestempelt und in eine Schublade gesteckt wird.

Eine Diagnosestellung ist wichtig um auch richtige Behandlung zu bekommen.

Jetzt habe ich den Faden verloren. :grinning_face:

„…„ADHS ist eine häufig übersehene Komorbidität bei Schizophrenie“, erläuterte PD Dr. Daniel Schöttle…“

Spannend!!!

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Kenne zwei Pappenheimer von vorletztes Jahr aus dem tagesstrukturierenden Angebot, bei denen es übersehen wurde seit der Kindheit und erst mit Mitte 20 bzw. Anfang 30 erkannt wurde, die Diagnosen hatten beide bekommen als ich mit denen zusammen im Angebot war. :neutral_face:

Edit: Ahso der eine hatte seit der Kindheit eine diagnostizierte HöB dazu und paranoid Schizophren wars glaube ich. Sagt man da eigentlich Diagnostiziert dazu bei HB??? Ja egal man weiß was ich meine.

was ist HB? :smiley::sweat_smile: ah leute ich check gar nix haha

Wenn man sehr schnell lernt aber Routinen einen vor lauter Langeweile wahnsinnig machen, geht aber nicht jedem Hochbegabten so, hatte ich zumindest mal gelesen. Bei Hochbegabten Underachievern berichten Studien, dass bis zu 50% eine Adhs haben.

Gibt es noch Grundschulzeugnisse oder andere Verwandete, Bekannte, Nachbarn, Mitschüler, Lehrer etc. aus der Zeit, die du ggf. fragen könntest ?

Ich selbst hatte z.b noch sehr viel Erinnerungen. Allerdings war ich auch ein Wildfang und entsprach dem „klassischen Bild eines ADHS Jungen“ und dementsprechend konnte ich viele Auffälligkeiten aufzählen.

Das stimmt, man sollte zumindest wirklich fachlich abwägen und nur weil plötzlich so viele die Idee haben es könnte ADHS sein , heißt es ja nicht das es nicht das es davon keiner haben könnte.

Ich habe Zeugnisse, ich war extrem schlecht. Die Schule habe ich nur geschafft weil Lehrer Mitleid hatten - Mathe, Chemie, alles Katastrophe. Es kann aber auch sein dass es daran gelegen ist dass ich zu der Zeit damals ins Kinderheim gekommen bin, und alles zu viel war. Mir geht es überhaupt nicht darum eine Diagnose zu bekommen, möchte mich einfach mal endlich verstehen. Jetzt bin ich 37 Jahre alt. Würde gerne wissen welchen Vogel ich habe :grinning_face::grinning_face:

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Potentielle Erklärung - falls du Serotonin-Antidepressiva nimmst. SSRI und Dopamin wirken zu einem gewissen Maße entgegengesetzt - Serotonin an sich macht ausgeglichener, aber einem werden Sachen auch etwas egaler. Der Libidoverlust auf SSRI würde gut in das Schema passen - dopaminerge Medikamente wie Stimulanzien (Elvanse, Ritalin etc) wirken ja eher pro Libido. Einzelfallberichte, wonach SSRI Craving (primär nach Alkohol) auslösen, würden auch dazu passen. Ist aber eine reine Hypothese und die Realität ist komplexer.

Sollte dem so sein - wäre das Naheliegenste auf ein Antidepressivum zu wechseln, dass 1. nicht über Serotonin wirkt (Opipramol, Tianeptin, Atomoxetin) oder 2. Bupropion. Bupropion ist das einzige NDRI (Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer), das ich kenne. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Methylphenidat/Ritalin/Medikinet. Ritalin wirkt auch als NDRI. Bupropion hätte den Vorteil, dass es kein BTM-Rezept erfordert, sondern als ganz normales Antidepressivum zugelassen ist. Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei Methylphenidat.

Ich habe 3 Jahre Sertralin genommen, war emotional flach- hab nix mehr empfunden.

Stimmung war zwar besser aber Antrieb war extrem. Nie zur Ruhe gekommen.

Jetzt habe ich Escitalopram ausgeschlichen, und es kommen alle Symptome zurück wegen denen ich üebrhaupt erst AD genommen habe. Ich fähle mich als hätte mir jemand haut abgezogen.

Stimmungen, Geräusche, Gespräche ich kriege alles mit ohne es zu wollen. Trotzdem ist es besser als mit AD da diese innere Unruhe und Hyperfokus weniger sind.

Ritalin würde bei mir nicht in Frage kommen da ex ex Suchtlerin.

Habe bald einen Termin beim Psychiater, werde aufhören mich selber zu therapieren.

Danke für eure Tipps und Antworten. Tut gut zu lesen und schreiben. So anonym :grinning_face:

Mein Grösstes Problem sind aber Aggressionen und Wut - unbändige Wut. Ich könnte andauern mit Menschen streiten oder denen in die Fresse hauen. So können Leute mit mir nicht leben.

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