ich bin neu hier, frisch diagnostiziert, Ü50 und weiblich. Meine ersten Erfahrungen mit meiner ADHS und Medikation sind, dass mir der Arzt 1. aufgrund meines Alters zunächst nicht die „First-Line-Behandlung“ ermöglicht und dass es mir 2. mit Bupropion noch schlimmer geht als ohne Medikament. Hat jemand von euch mit Bupropion ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder muss ich einfach noch ein bisschen „durchhalten“ ( was mir extrem gegen den Strich gehen würde, ich habe einfach aufgrund meiner jahrzehntelangen unentdeckten Krankheit einfach schon zu viel durch- und ausgehalten…)
Mir ging es bei meinem Arzt ähnlich (mit 51), allerdings beharrte der auf Atomoxetin.
Mit Bupropion habe ich keine Erfahrung. Ich habe Atomoxetin zwei Wochen versucht, danach wegen übelster Nebenwirkungen aufgegeben und dann habe ich Medikinet adult bekommen.
Wie lange nimmst Du Bupropion jetzt? Ich würde mich nicht ewig rumquälen, sondern dem Arzt zeitnah zurückmelden, dass es Dir damit nur schlechter geht. Bupropion ist für die ADHS-Behandlung gar nicht zugelassen. Dass es manchen hilft und daher oft off label eingesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Dein Alter allein ist jedenfalls kein Grund, Dir die Stimulanzien zu verwehren.
Hast Du beim Hausarzt Blutwerte checken und ein EGK machen lassen? Wenn da alles i.O. ist, spricht nichts gegen Stimulanzien.
Ich nehme schon ein paar Jahre Elontril, also das Original.
Alle anderen Generika mit Bupropion habe ich nicht vertragen. Das eine hatte eine gegenteilige Wirkung (die Depression wurde schlimmer), bei einem anderen hatte ich kein Sättigungsgefühl mehr, usw. Immer war irgendwas, was bei Elontril nicht auftritt.
In Bezug auf ADHS habe ich absolut keine Besserung. Es hilft mir nur, die Depression in Schach zu halten.
Ich weiß auch gar nicht, wie Ärzte darauf kommen, das als erstes zu wählen. Eigentlich wird es als alternative Option verstanden, wenn der Patient Stimulansen nicht verträgt. Und dann kommt es ganz bestimmt auch noch darauf an, welches ADHS-Symptom verbessert werden soll, das ist ja bei jedem etwas anders.
Elontril habe ich 2 Jahre genommen und eigentlich sehr gut vertragen. Nachdem ich schon einige durch hatte, war das noch so das letzte was ich ausprobieren konnte. Das ist jetzt schon wieder etliche Jahre her und ich habe seitdem keins mehr genommen bzw. benötigt. Ich kann nicht mal sagen, ob es geholfen hat. Selbst das Absetzen war problemlos möglich. Davor hatte ich Venlafaxin genommen, aber dieses Teufelszeug nehme ich nie wieder!
Das hat mir das Leben gerettet. Ich hab das damit das Lisdexamph. nicht so schnell abgebaut wird. Ich reagiere shittig auf den Moment, wenn es aufhört zu wirken und ich brauche recht viel.
Nimmst du das in Kombination mit etwas anderem?
Und kennt sich der Arzt der dir das verschrieben hat mit ADHS aus? Oft kommen Ärzte deren Fachgebiet NICHT-ADHS ist auf absurden Scheiß.
Der Aufenthalt auf einer ADHS-Station war für mich extrem hilfreich. Da hat man ein bisschen Zeit zum Probieren. Und ich hatte Angst, dass ich ‘zu alt’ bin. Pustekuchen! Da war eine wunderbare Frau in ihren 70ern(!). Und gefühlt hat das Alter keine Rolle gespielt.
Und zu guter letzt: Als spät-diagnostizierter Mensch muss man auf soviel Neues und (teilweise Altes) klar kommen, das kann sich absurd anfühlen! Unmasking tut auch einfach weh.
Ich bin sehr stolz darauf, dass ich 2024 auf der Jagd nach der richtigen Dosierung weder mich noch jemand anderen gekillt habe.
Wenn es für dich nicht unangenehm ist, fühl dich virtuell gedrückt. Ich wünsch dir viel Glück und Tapferkeit! Wenn es anfängt merkbar besser zu werden, ist das schon sehr geil.
bupropion war für mich ein Gamechanger was das in die Pötte kommen anbelangt. Gegen andere ADHS Symptome bringt es nicht viel. Es verbessert nicht die Konzentration und Aufmerksamkeit. Langfristig hat es auch meine Depression verbessert. Aber wenn man unter Ängsten leidet ist das nicht so gut.
das In-die-Pötte-kommen ist nicht mein Problem. Eher das Einfangen-und-strukturieren
Das Bupropion hat meine Panikattacken aktiviert, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr hatte. Deshalb lasse ich die Finger davon und suche mir einen neuen Psychiater.