Hey @juli2000, schön, dass du da bist. Ich kenne das alles gut!
Ich habe es mit undiagnostiziertem ADHS irgendwie geschafft, eine Diplomarbeit zu schreiben und sie mit 38 Fieber eine Stunde vor Torschluss ins Prüfungsamt zu werfen. Du schaffst das auch, auch wenn es sich ganz oft nicht danach anfühlt.
Praktische Tipps gibt es hier ja schon ganz viele. Ich füge mal nur drei hinzu:
1 Für die Bibliographie gibt es Citavi, da kann man sehr, sehr unkompliziert alles reinwerfen, was man liest und bekommt am Ende automatisch im erforderlichen Stil eine Bibliographie ausgeworfen.
2 Schreib, wenn du nicht anfangen kannst, einfach nur einen Satz. Einen Satz schaffst du immer. Es darf auch ein ganz banaler sein, aus der Mitte oder von ganz hinten. Auf einen Satz darf man mit ADHS auch schon enorm stolz sein.
3 Mir hat es geholfen, Menschen zu erzählen, was ich alles tolles rausgefunden habe. Ich hab irgendwen zugequatscht, der sich nicht gewehrt hat. Wenn du dran denkst, nimm’s auf und transkribiere es/lass es transkribieren.
Grundsätzlich gilt, finde ich: Was von dir erwartet wird und was du auch von dir erwartest, basiert auf neurotypischen Menschen. Du bist anders, deswegen passen die Erwartungen (Zeit, Länge, es muss eine geschriebene Arbeit sein, man muss alles alleine machen, …) eigentlich nicht gut zu dir. Sei nicht zu hart mit dir, wenn das nicht so läuft wie bei anderen Leuten.
Ich kenne viele ADHSlerinnen, die tagsüber acht Stunden in der Bib verzweifelt sind und dann abends mit Affenzahn in einer Stunde so viel produziert haben wie die anderen tagsüber. Das ist natürlich enorm stressig, wenn man sich die ganze Zeit dafür schimpft, dass man tagsüber nichts gemacht hat. Deswegen: Nicht schimpfen, ist völlige Zeit- und Energieverschwendung.
Viel Erfolg!