Ergotherapie sinnvoll?

Hallo, unsere Tochter, 8 Jahre, geht im moment wegen ihrem ADHS zur Ergotherapie. Was sind eure Erfahrungen damit? Bringt das was ? Ist es sinnvoll ? Ich bin davon noch nicht ganz so überzeugt.

Hallo @Pandora eins meiner Kinder ging auch mal zur Ergotherapie, geschadet hat’s nicht, aber wirklich viel gebracht ehrlich gesagt auch nicht.
Aber Hey, jedes Kind und jeder Ergotherapeut* ist anders, von daher: probiers doch mal, vielleicht läuft es ja gut und bringt Deinem Kind was.
P.s. Du musst ja garnicht „überzeugt“ sein, Ergotherapie ist ja nichts „gefähliches“, wie gesagt, vielleicht spricht Dein Kind gut auf eine Ergotherapie an, dass sieht man aber erst wenn man es ausprobiert hat, viel Erfolg dabei. :+1::four_leaf_clover::smiley_cat:

Meinem Sohn haben die Therapien auch nichts gebracht, zur Gruppen Ergo Therapie ist er aber gerne gegangen :slight_smile:

Bis zu dem Alter sind Psycho- oder Ergotherapien der Kinder selbst meist wenig hilfreich. Die breite Erfahrung aus der Fachliteratur sagt: bis 6 bis 8 Jahre eher Elterentrainings als Therapie der Kinder.
Neurofeedback könnte helfen. Zahlt auch die Kasse, wenn Ergotherapie verschrieben und der Ergotherapeut Neurofeedback macht.

Und natürlich; jeder Einzelfall kann andere Maßstäbe rechtfertigen. 4 Therapeuten, 6 Meinungen,.

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Ich frage mich, warum dann die ganzen Therapien verschrieben werden. Es ist doch Geld-, Zeit- und Platzverschwendung. Das habe ich auch bei meinem Sohn gemerkt, es waren gute theoretische Ansätze, umsetzen konnte er nichts davon.

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@grübeln ich verstehe Deine Bedenken hinsichtlich Ergotherapien, habe mich persönlich auch schon gefragt, ob es dahingehend um Arbeitsplatz Beschaffung ging, denn das „eigentliche“ Problem, von der „nicht Akzeptanz“, wird durch eine Ergotherapie weder tatsächlich „verbessert“ , noch aus dem Weg geräumt, sondern erscheint einem, zumindest als Eltern eines betroffenen Kinds, wie ein weiterer hilfloser Versuch, ein Kind, dass aus dem „Rahmen“ fällt, „irgendwie“ in Gruppen von „normalen“ Kindern „integrieren“ zu wollen.
Nicht desto trotz, kann man mal schauen, ob es eventuell wenigstens „ein bisschen“ weiter hilft, man „vielleicht“ das ein oder andere, zuhause mit seinem Kind „üben“ kann, zumindest habe ich das dann getan, und tatsächlich haben mein Kind und ich dann zusammen, gemeinsam, etwas erreicht, aber ohne offene und sensible Gespräche, zwischen mir und meinem Kind, hätten wir da wahrscheinlich auch nichts erreicht.
Wie gesagt, wenn man Glück hat, dann kommt man an jemand, wo einem gute Tipps geben kann, Übungen die man mit seinem Kind zuhause gemeinsam machen kann, und dann braucht es Ausdauer und Geduld, wenn man dafür aufgeschlossen ist, dann ist es zumindest nicht ganz umsonst, aber der Umgang damit bleibt individuell.

Hallo,

es kommt ja immer darauf an, was die Therapeutin (männliche mit gemeint) macht. Wer sich mit ADHS auskennt und gut weitergebildet hat, wird Elemente von Störungsbild-Teaching, Selbstbildstärkung und Verhaltenstherapie aufnehmen.

Ich hätte mich als Kind gefreut, wenn da jemand gewesen wäre, der nicht immer sagt wie doof und ungeschickt ich bin, sondern der Annahme und Strategien vermitteln hätte, vielleicht auch in einer kleinen Gruppe mit anderen Kindern, die alle verpeilt sind.

Eine Bastelgruppe, in der ich hätte machen müssen, was ich schon in der Schule gehasst habe, hätte mir natürlich nicht geholfen.

Und klar ist auch, eine solche Therapie ist ungeeignet, eine eventuelle medikamentöse Therapie zu ersetzen, sondern im Gegenteil können gut medikamentös eingestellte Kinder von nichtmedikamentösen Angeboten viel besser profitieren.

Hallo Pandora,

Ergotherapie kann alles und nichts. Ich würde dir dazu raten, die Qualifikation der Therapeutin/des Therapeutin unter die Lupe zu nehmen. Die Ergotherapie-Ausbildung ist so weit gefächert, dass es absolut wichtig ist, sich danach spezifischer fortzubilden. Außerdem würde ich als Mutter darauf bestehen, regelmäßig in die Behandlungsplanung einbezogen zu werden und auch bei der Zielsetzung beteiligt zu sein. Im schlechtesten Fall macht deine Tochter dort weitere frustrierende Erfahrungen, im besseren Fall hat sie dort einfach eine gute Zeit und im besten Fall werden die speziellen Problembereiche (ins Besondere bezogen auf den Alltag des Kindes) so gefördert oder Tipps zur Umgebungsveränderung gegeben, dass deine Tochter einen echten Mehrwert daraus zieht.

Ergotherapie findet ja vorwiegend in Praxen statt. Von dort aus ist es schwierig, auf die tatsächlichen Alltagsprobleme einzugehen. Ein Kind verhält sich in der künstlichen Therapie-Situation logischerweise völlig anders als im Alltag. Ein richtig guter Ergotherapeut weiß das und bezieht das Umfeld mit ein. Im besten Fall auch durch Hausbesuche, Kontakte zu Lehrern etc. In der Praxis wird das selten so gehandhabt.

Aber dennoch, selbst wenn das Kind, von außen betrachtet, in der Ergotherapie „nur“ spielt und bastelt, wäre für mich die Frage: Was macht das mit dem Kind? Werden hier z.B. Erfolgserlebnisse ermöglicht und das Selbstvertrauen gestärkt, dann ist auch das viel Wert. Auch wenn sich am eigentlichen Krankheitsbild selbst nichts ändert.

Ergotherapie allein wird es wohl nicht bringen, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein zu einer ärztlichen, ggf. auch psychotherapeutischen Behandlung.

Alles Gute für deine Tochter!