Erhöhter Puls nach dem Essen und beim Sport seit Medikamenteneinnahme – kennt das jemand?

Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, ob jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat, weil mich das Ganze mittlerweile echt beschäftigt und ich mir nicht so richtig erklären kann, woher es kommt.

Seit ich mit der Einnahme meines Medikaments angefangen habe, ist mir aufgefallen, dass mein Puls nach dem Essen teilweise ziemlich stark ansteigt. Besonders komisch finde ich das, weil ich eigentlich sehr sportlich bin, viel Ausdauertraining mache und früher immer einen relativ niedrigen Ruhepuls hatte.

Mein Ruhepuls lag tagsüber, wenn ich entspannt war, meistens bei 55–65. Nachts hatte ich oft sogar nur 45–50. Vor einer Mahlzeit liegt mein Puls momentan meistens bei ungefähr 65–70. Sobald ich dann etwas esse, steigt er häufig auf etwa 100, manchmal auch auf 105. Das passiert meistens ungefähr 15–30 Minuten nach dem Essen.

Der Puls bleibt dann teilweise eineinhalb Stunden oder sogar zwei Stunden erhöht, bevor er langsam wieder sinkt. Wenn ich mich hinlege und abwarte, wird es meistens angenehmer.

Was mich dabei besonders stört, ist dieses Gefühl, dass das Herz plötzlich ziemlich kräftig und schnell schlägt. Ich spüre das Pochen vor allem am Hals. Dazu kommt eine innere Unruhe, und mir wird warm. Mein Gesicht wird manchmal richtig rot, während meine Hände oder Füße gleichzeitig eher kühl werden können. Insgesamt ist das einfach ein unangenehmes Gefühl, vor allem, wenn man gerade irgendwo unterwegs ist oder etwas unternehmen möchte.

Sodbrennen oder saures Aufstoßen habe ich dabei eigentlich nicht. Manchmal verspüre ich einen Druck im Oberbauch oder hinter dem Brustbein und ein Völlegefühl, obwohl ich gar nicht besonders viel gegessen habe.

Natürlich ist mir klar, dass der Puls nach dem Essen etwas ansteigen kann. Bei mir kommt es mir allerdings schon ziemlich ausgeprägt vor. Es passiert nicht nur nach großen oder fettigen Mahlzeiten, sondern teilweise auch nach leichterem Essen. Selbst bei McDonald’s habe ich nicht jedes Mal diese Reaktion. Deshalb kann ich nicht wirklich erkennen, woran es genau liegt.

Was mir besonders auffällt, ist der Zusammenhang mit meiner Medikamenteneinnahme. Ich habe mit 20 mg angefangen, das einen Monat genommen und danach auf 30 mg erhöht. Nach einem weiteren Monat bin ich auf 40 mg gegangen. Seit Beginn der Einnahme ist mir das mit dem Puls aufgefallen, und ich habe das Gefühl, dass es mit der höheren Dosis stärker geworden ist.

Zusätzlich nehme ich morgens 5 mg Ramipril und abends noch einmal 5 mg, weil ich schon seit meinem 20. Lebensjahr Probleme mit dem Blutdruck habe. Außerdem nehme ich Sertralin wegen einer Angststörung.

Was ich aber ausdrücklich dazu sagen möchte: Meine Angst und Panik sind seit Beginn der Behandlung insgesamt deutlich besser geworden. Ich möchte also nicht sagen, dass es mir durch das Medikament grundsätzlich schlechter geht. Im Gegenteil, ich habe einige positive Veränderungen bemerkt.

Früher hatte ich beispielsweise draußen öfter Schwindel und Beklemmungsgefühle. Das ist mittlerweile deutlich weniger geworden, auch wenn es nicht vollständig verschwunden ist. Ich kann mich außerdem viel besser konzentrieren. Diese bleierne Müdigkeit, die ich früher praktisch unabhängig davon hatte, wie lange ich geschlafen habe, ist ebenfalls verschwunden. Früher wurde ich nach dem Essen oft richtig müde und musste mich hinlegen. Das habe ich mittlerweile überhaupt nicht mehr.

Das Problem mit dem Puls ist allerdings geblieben.

Was ich dabei besonders merkwürdig finde: Die innere Unruhe und das unangenehme Gefühl kommen bei mir meistens erst dann, wenn der Puls nach dem Essen ansteigt. Ich habe vorher nicht unbedingt Angst oder Panik. Es ist eher so, dass ich den kräftigen, schnellen Herzschlag bemerke und sich dann diese Unruhe entwickelt.

Atemtechniken helfen mir in solchen Momenten auch nicht wirklich dabei, den Puls zu senken. Er bleibt einfach für eine gewisse Zeit erhöht und geht irgendwann von selbst wieder zurück. Ablenkung hilft mir eher dabei, mit dem unangenehmen Gefühl umzugehen.

Ich trinke übrigens keinen Kaffee und nehme auch sonst kein Koffein zu mir.

Was mich fast noch mehr wundert als der erhöhte Puls nach dem Essen, ist, dass ich die Veränderungen auch beim Sport merke.

Ich gehe regelmäßig joggen, mache Zone-2-Läufe und Intervalltraining und trainiere auch mit Gewichten. Früher hatte ich einen ziemlich niedrigen Puls und konnte meine lockeren Läufe in meiner gewohnten Herzfrequenzzone absolvieren.

Mittlerweile ist mein Puls bei vergleichbarer Belastung deutlich höher, teilweise etwa 15–20 Schläge mehr als früher. Ich muss beim lockeren Laufen deutlich langsamer werden, um überhaupt in meiner bisherigen Zone 2 zu bleiben. Manchmal klappt das selbst dann nicht richtig.

Auch bei leichten Aktivitäten, beispielsweise beim Spazierengehen, fällt mir auf, dass mein Puls schneller hochgeht als früher. Nach dem Training dauert es außerdem deutlich länger, bis er wieder sinkt. Es kann beispielsweise sein, dass mein Puls eine Stunde nach dem Training noch bei ungefähr 95 liegt.

Interessant finde ich außerdem, dass mein Puls beim Sport vormittags deutlich höher zu sein scheint als gegen Abend. Abends ist es etwas besser, auch wenn die Herzfrequenz insgesamt immer noch höher ist als früher.

Wenn ich nach dem Sport etwas esse, kommt der nächste Anstieg dazu. Liegt mein Puls vor dem Essen beispielsweise bei 65–70, steigt er danach teilweise ziemlich schnell auf ungefähr 100 und bleibt dort längere Zeit.

Ich hatte von 2022 bis ungefähr 2025 schon einmal eine andere Medikamenteneinstellung mit einer höheren Dosis und zusätzlich einem Betablocker. Damals hatte ich diese Probleme in dieser Form eigentlich nicht so stark.

Ich weiß natürlich, dass Angst und Stress den Puls beeinflussen können. Allerdings fühlt es sich bei mir nicht so an, als würde die Angst grundsätzlich zuerst kommen. Meistens bemerke ich zunächst den erhöhten Puls und das kräftige Pochen, und erst dadurch werde ich unruhig.

Ich würde wirklich gerne verstehen, ob andere so etwas ebenfalls erlebt haben.

Deshalb würden mich vor allem eure Erfahrungen interessieren:

  • Hat jemand nach Beginn einer Medikamenteneinnahme oder nach einer Dosiserhöhung einen deutlich höheren Puls nach dem Essen bekommen?
  • Steigt euer Puls ebenfalls etwa 15–30 Minuten nach einer Mahlzeit auf 100 oder mehr und bleibt dann teilweise ein bis zwei Stunden erhöht?
  • Hat jemand dabei ebenfalls ein Wärmegefühl, ein rotes Gesicht, kalte Hände oder Füße und dieses unangenehme Pochen am Hals?
  • Hat sich bei euch auch der Puls beim Joggen und bei anderen sportlichen Aktivitäten deutlich erhöht?
  • Musstet ihr beim Laufen langsamer werden, obwohl ihr vorher eine gute Ausdauer und einen niedrigen Ruhepuls hattet?
  • Ist euer Puls vormittags ebenfalls höher als abends?
  • Hat jemand ebenfalls eine Angststörung und festgestellt, dass die Angst durch die Behandlung besser geworden ist, während der Puls nach dem Essen weiterhin Probleme macht?
  • Ist das bei euch mit der Zeit wieder besser geworden, oder sind die Beschwerden geblieben?
  • Hat jemand herausgefunden, woran es lag, und was hat letztendlich geholfen?

Mir geht es nicht darum, hier eine Ferndiagnose zu bekommen. Ich würde einfach gerne wissen, ob andere einen ähnlichen Verlauf erlebt haben und wie es bei ihnen war.

Ich bin eigentlich froh, dass sich meine Angst, meine Konzentration und meine Müdigkeit so deutlich verbessert haben. Wenn jetzt noch dieses Problem mit dem erhöhten Puls nach dem Essen verschwinden würde, wäre das wirklich eine große Erleichterung.

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann etwas dazu erzählen.

Vielen Dank schon mal!

Guten Tag.

Nimmst Du Elvanse/Lisdexameftamin? Das kann ja schon den Puls steigern.

Hast Du Deinen Blutdruck überwacht? DasLisdex kann nämlich die Wirkung von Ramipril schwächen und vielleicht auch de Herzfrequenz erklären. Rauchst Du parallel oder sonst eine Nikotinzufuhr?

Ja definitiv. Anfangs so ca 20-30 Schläge im Ruhezustand. Extra mitgemessen, weil ich unsicher war.
Habe mir angewöhnt die imtensiven Einheiten nur dann zu fahren, wenn das MPH draussen ist, sonst kann das auch negative Folgen haben (auf Energiereserven zugreifen die der Körper sonst nicht angreift), wenn ich früh Sport mache, nehme ich erst auch danach ein.
Grundpuls hat sich auch etwas geändert, aber da wir ja Stimulanzien einnehmen, irgendwie implizit.
Am besten mit dem Psychiater besprechen, ich nehme eine Kombi aus retard (concerta) und non-retard um genau nach dem Bedarf zu steuern. Lässt sich auch gut argumentieren. Durch den hohen Grundumsatz vom Sport hält das Concerta auch „nur“ 8h.

Eas nimmst du denn überhaupt?
Medikinet, Elvanse?

Und wie lange schon?

Hast du irgendwas mit Reflux, stummen Reflux oder etwas vergleichbarem zu tun?

Nur zur Sicherheit Frau und Wechseljahre kann ich richtig geschlußfolgert durch die Art Training Sport wie du es beschreibst berechtigt ausschließen, richtig?

Was ist denn mit deinem Schlaf und wie gut ist dein Schlaf?
Schlechter und gestörter Schlaf haben sehr direkte Auswirkungen auf Blutdruck und Puls wenn der Schlaf dauerhaft gestört ist und in einem Schlaflaborals behandlungsbedürftig eingestuft würde.

Hast du Restless legs oder etwas vergleichbares ganz gleich ob in Beinen, Armen, Augen etc?

Weil auch sowas Auswirkungen hat bzw. haben kann.

Tut dir eigentlich Ramipril gut? Denn deine Dosis ist recht niedrig

Ich hänge mal Link und Info zu Ramipril und Methylfinidat
Ramipril und Methylfinidat

an sowie mit Elvanse /Lisdexamfetamin
Ramipril und Lisdexamfetamin

Du solltest das mal durcharbeiten ich hab das dumme Gefühl das es am Ramipril liegt, das verträgt sich mit vielen Dingen nicht sehr gut bzw. ich erinnere mich, es kommen auch gerne erst nach einiger Zeit zu Problemen die man nicht direkt in den Zusammenhang zu anderen Medikamenten irgendwann zu Problemen führen kann und die auch „unspezifischer sind“ mein Vater hatte was defuses und bekannte auch, ich habe es nie vertragen

Sonst gerne Statt mit dem Hausarzt über einen Nephrologen besprechen bzw. drüberschauen lassen.

Wurden die Probleme mit dem Blutdruck auch mit 18 abgeklärt? Und genauer durch nen Nephrologen angeschaut??

Nicht das etwas verdecktes dahinter steckt und irgendwann größer wird ohne das zu merken oder sowas, denn Stimulanzien wirken ja auf das Herzkreislaufsystem und es ist immer besser zu wissen oder abgeklärt zu haben woher die Thematik kommt und ob sie schlimmer werden könnte.

Nephrologen Sind für Nieren und Bluthochdruck die Fachärzte und können ggf. etwas lösen oder dich gut beraten, auch im jetzigen Zustand

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